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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Des
- Der Teufel und der Schneider. -
Der Sänger und seine Liebste. - Das
Bildnis. - Lieber bayerisch sterben
als kaiserlich verderben. II. Gedichte.
- Der treue Ulan [Dr.]). - Die Heim-
kehr (Festsp.), 1853.

*Destouches, Ernst v.,

Sohn des
Vorigen, wurde am 4. Jan. 1843 in
München geboren, besuchte seit 1853
das Ludwigs-Gymnasium und bezog
1861 die dortige Universität, um die
Rechte zu studieren. Der Tod seines
Vaters -- die Mutter war schon 1854
gestorben -- versetzte ihn in eine trau-
rige Lage, doch wurde er vom Staat
und von der Stadt München hinrei-
chend unterstützt, so daß er 1865 seine
Studien beenden konnte. Auch über-
trug ihm der Münchener Magistrat
bereits 1863 die Fortführung der von
seinem Vater auf Kosten der Stadt
begonnenen Chronik der Stadt Mün-
chen und berief ihn 1864 als Adjunkt
in das städtische Archiv. Jm Oktober
1865 bestand D. das theoretische
Staatsexamen und bereitete sich nun
am Stadtgericht und Bezirksgericht
München für die Rechtspraxis vor.
Nachdem er 1868 die große Staats-
prüfung für Rechtskandidaten mit
besonderem Erfolge abgelegt hatte,
erfolgte sogleich seine Anstellung als
rechtskundiger Funktionär beim
Stadtarchiv. Unter Beibehaltung sei-
ner Stellung als Archivadjunkt und
Stadtchronist, erhielt er 1871 seine
Berufung als Regierungs-Akzessist in
das königl. Staatsministerium des
königl. Hauses und des Äußern,
wurde 1873 zum Sekretär des königl.
bayer. St. Elisabeth-Ordens, 1876
außerdem zum Sekretär u. 1880 zum
Geheimsekretär des königl. Geheimen
Staatsarchivs, 1878 zum Archivar
der Stadt München, 1889 zum königl.
Archivrat, 1892 zum Vorstand des
Stadtarchivs, 1894 zum Vorstand des
von ihm gegründeten historischen
Stadtmuseums und der Maillinger-
Sammlung, 1900 zum Vorstand der
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Det
städtischen Modellsammlung u. 1902
zum Schatzmeister des königl. bayer.
St. Elisabeth-Ordens ernannt. Er
ist Ehrenmitglied zahlreicher in- und
ausländischer gelehrten Korporatio-
nen und Ehrenbürger der Stadt
Schwabing. Außer einer großen Zahl
historischer, genealogischer u. heral-
discher Werke veröffentlichte er

S:


Aus der Jugendzeit (Ge.), 1866. -
Bergseetraum (Dr. D.), 1886. - Rot-
kehlchen (Dr. D.), 1886. - Hildebold
von Schwangau (Kantate), 1887. -
Vaterlandsklänge aus großer Zeit
(Dn.), 1895. - Die Krone im Rhein
(D.), 2. A. 1897. - Das Bayernlied,
1897. - Max Emanuel (Festsp.), 1899.
- Der Willkomm zu Slivesheim (Fest-
spiel), 1899. - An der Wende von
zwei Jahrhunderten (Festsp.), 1900.
- Jn der Gartenstadt (Festsp.), 1903.
- Ein Königstag (Festsp.), 1905. -
Jm Zeichen der Barmherzigkeit (Fest-
spiel), 1905. - Die Königskrone (Fest-
spiel), 1905. - Ein Lebenstraum (Fest-
spiel), 1907. - Hortensia (desgl.),
1908. - Jm Reiche der Zither (desgl.),
1908. - Jn Münchens Puppenheim
(desgl.), 1908.

Determann, Hermann,

geb. am
30. Septbr. 1841 in Amsterdam, be-
suchte die dortigen Schulen, später
das Athenäum in Brüssel, die Gym-
nasien in Lingen und Meppen in
Hannover u. studierte dann in Göt-
tingen und München Philologie und
Jurisprudenz. Jm Jahre 1870 wan-
derte er nach Amerika aus und wid-
mete sich sofort der Journalistik. Zu-
erst war er an der "Neuyorker Staats-
zeitung" tätig, dann Mitarbeiter des
"Cincinnati-Volksfreund" u. darauf
Redakteur des "Evansville-Demo-
krat". Jm Jahre 1886 kam er von
Evansville nach Kolumbus im Staate
Ohio, wo er am "Westboten" die
Stellung des politischen und Chef-
redakteurs übernahm, die er bis zu
seinem Tode, am 14. März 1900, be-
kleidete. Seine Gedichte, die er unter

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Des
– Der Teufel und der Schneider. –
Der Sänger und ſeine Liebſte. – Das
Bildnis. – Lieber bayeriſch ſterben
als kaiſerlich verderben. II. Gedichte.
– Der treue Ulan [Dr.]). – Die Heim-
kehr (Feſtſp.), 1853.

*Destouches, Ernſt v.,

Sohn des
Vorigen, wurde am 4. Jan. 1843 in
München geboren, beſuchte ſeit 1853
das Ludwigs-Gymnaſium und bezog
1861 die dortige Univerſität, um die
Rechte zu ſtudieren. Der Tod ſeines
Vaters — die Mutter war ſchon 1854
geſtorben — verſetzte ihn in eine trau-
rige Lage, doch wurde er vom Staat
und von der Stadt München hinrei-
chend unterſtützt, ſo daß er 1865 ſeine
Studien beenden konnte. Auch über-
trug ihm der Münchener Magiſtrat
bereits 1863 die Fortführung der von
ſeinem Vater auf Koſten der Stadt
begonnenen Chronik der Stadt Mün-
chen und berief ihn 1864 als Adjunkt
in das ſtädtiſche Archiv. Jm Oktober
1865 beſtand D. das theoretiſche
Staatsexamen und bereitete ſich nun
am Stadtgericht und Bezirksgericht
München für die Rechtspraxis vor.
Nachdem er 1868 die große Staats-
prüfung für Rechtskandidaten mit
beſonderem Erfolge abgelegt hatte,
erfolgte ſogleich ſeine Anſtellung als
rechtskundiger Funktionär beim
Stadtarchiv. Unter Beibehaltung ſei-
ner Stellung als Archivadjunkt und
Stadtchroniſt, erhielt er 1871 ſeine
Berufung als Regierungs-Akzeſſiſt in
das königl. Staatsminiſterium des
königl. Hauſes und des Äußern,
wurde 1873 zum Sekretär des königl.
bayer. St. Eliſabeth-Ordens, 1876
außerdem zum Sekretär u. 1880 zum
Geheimſekretär des königl. Geheimen
Staatsarchivs, 1878 zum Archivar
der Stadt München, 1889 zum königl.
Archivrat, 1892 zum Vorſtand des
Stadtarchivs, 1894 zum Vorſtand des
von ihm gegründeten hiſtoriſchen
Stadtmuſeums und der Maillinger-
Sammlung, 1900 zum Vorſtand der
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ſtädtiſchen Modellſammlung u. 1902
zum Schatzmeiſter des königl. bayer.
St. Eliſabeth-Ordens ernannt. Er
iſt Ehrenmitglied zahlreicher in- und
ausländiſcher gelehrten Korporatio-
nen und Ehrenbürger der Stadt
Schwabing. Außer einer großen Zahl
hiſtoriſcher, genealogiſcher u. heral-
diſcher Werke veröffentlichte er

S:


Aus der Jugendzeit (Ge.), 1866. –
Bergſeetraum (Dr. D.), 1886. – Rot-
kehlchen (Dr. D.), 1886. – Hildebold
von Schwangau (Kantate), 1887. –
Vaterlandsklänge aus großer Zeit
(Dn.), 1895. – Die Krone im Rhein
(D.), 2. A. 1897. – Das Bayernlied,
1897. – Max Emanuel (Feſtſp.), 1899.
– Der Willkomm zu Slivesheim (Feſt-
ſpiel), 1899. – An der Wende von
zwei Jahrhunderten (Feſtſp.), 1900.
– Jn der Gartenſtadt (Feſtſp.), 1903.
– Ein Königstag (Feſtſp.), 1905. –
Jm Zeichen der Barmherzigkeit (Feſt-
ſpiel), 1905. – Die Königskrone (Feſt-
ſpiel), 1905. – Ein Lebenstraum (Feſt-
ſpiel), 1907. – Hortenſia (desgl.),
1908. – Jm Reiche der Zither (desgl.),
1908. – Jn Münchens Puppenheim
(desgl.), 1908.

Determann, Hermann,

geb. am
30. Septbr. 1841 in Amſterdam, be-
ſuchte die dortigen Schulen, ſpäter
das Athenäum in Brüſſel, die Gym-
naſien in Lingen und Meppen in
Hannover u. ſtudierte dann in Göt-
tingen und München Philologie und
Jurisprudenz. Jm Jahre 1870 wan-
derte er nach Amerika aus und wid-
mete ſich ſofort der Journaliſtik. Zu-
erſt war er an der „Neuyorker Staats-
zeitung“ tätig, dann Mitarbeiter des
„Cincinnati-Volksfreund“ u. darauf
Redakteur des „Evansville-Demo-
krat“. Jm Jahre 1886 kam er von
Evansville nach Kolumbus im Staate
Ohio, wo er am „Weſtboten“ die
Stellung des politiſchen und Chef-
redakteurs übernahm, die er bis zu
ſeinem Tode, am 14. März 1900, be-
kleidete. Seine Gedichte, die er unter

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[7/0011] Des Det – Der Teufel und der Schneider. – Der Sänger und ſeine Liebſte. – Das Bildnis. – Lieber bayeriſch ſterben als kaiſerlich verderben. II. Gedichte. – Der treue Ulan [Dr.]). – Die Heim- kehr (Feſtſp.), 1853. *Destouches, Ernſt v., Sohn des Vorigen, wurde am 4. Jan. 1843 in München geboren, beſuchte ſeit 1853 das Ludwigs-Gymnaſium und bezog 1861 die dortige Univerſität, um die Rechte zu ſtudieren. Der Tod ſeines Vaters — die Mutter war ſchon 1854 geſtorben — verſetzte ihn in eine trau- rige Lage, doch wurde er vom Staat und von der Stadt München hinrei- chend unterſtützt, ſo daß er 1865 ſeine Studien beenden konnte. Auch über- trug ihm der Münchener Magiſtrat bereits 1863 die Fortführung der von ſeinem Vater auf Koſten der Stadt begonnenen Chronik der Stadt Mün- chen und berief ihn 1864 als Adjunkt in das ſtädtiſche Archiv. Jm Oktober 1865 beſtand D. das theoretiſche Staatsexamen und bereitete ſich nun am Stadtgericht und Bezirksgericht München für die Rechtspraxis vor. Nachdem er 1868 die große Staats- prüfung für Rechtskandidaten mit beſonderem Erfolge abgelegt hatte, erfolgte ſogleich ſeine Anſtellung als rechtskundiger Funktionär beim Stadtarchiv. Unter Beibehaltung ſei- ner Stellung als Archivadjunkt und Stadtchroniſt, erhielt er 1871 ſeine Berufung als Regierungs-Akzeſſiſt in das königl. Staatsminiſterium des königl. Hauſes und des Äußern, wurde 1873 zum Sekretär des königl. bayer. St. Eliſabeth-Ordens, 1876 außerdem zum Sekretär u. 1880 zum Geheimſekretär des königl. Geheimen Staatsarchivs, 1878 zum Archivar der Stadt München, 1889 zum königl. Archivrat, 1892 zum Vorſtand des Stadtarchivs, 1894 zum Vorſtand des von ihm gegründeten hiſtoriſchen Stadtmuſeums und der Maillinger- Sammlung, 1900 zum Vorſtand der ſtädtiſchen Modellſammlung u. 1902 zum Schatzmeiſter des königl. bayer. St. Eliſabeth-Ordens ernannt. Er iſt Ehrenmitglied zahlreicher in- und ausländiſcher gelehrten Korporatio- nen und Ehrenbürger der Stadt Schwabing. Außer einer großen Zahl hiſtoriſcher, genealogiſcher u. heral- diſcher Werke veröffentlichte er S: Aus der Jugendzeit (Ge.), 1866. – Bergſeetraum (Dr. D.), 1886. – Rot- kehlchen (Dr. D.), 1886. – Hildebold von Schwangau (Kantate), 1887. – Vaterlandsklänge aus großer Zeit (Dn.), 1895. – Die Krone im Rhein (D.), 2. A. 1897. – Das Bayernlied, 1897. – Max Emanuel (Feſtſp.), 1899. – Der Willkomm zu Slivesheim (Feſt- ſpiel), 1899. – An der Wende von zwei Jahrhunderten (Feſtſp.), 1900. – Jn der Gartenſtadt (Feſtſp.), 1903. – Ein Königstag (Feſtſp.), 1905. – Jm Zeichen der Barmherzigkeit (Feſt- ſpiel), 1905. – Die Königskrone (Feſt- ſpiel), 1905. – Ein Lebenstraum (Feſt- ſpiel), 1907. – Hortenſia (desgl.), 1908. – Jm Reiche der Zither (desgl.), 1908. – Jn Münchens Puppenheim (desgl.), 1908. Determann, Hermann, geb. am 30. Septbr. 1841 in Amſterdam, be- ſuchte die dortigen Schulen, ſpäter das Athenäum in Brüſſel, die Gym- naſien in Lingen und Meppen in Hannover u. ſtudierte dann in Göt- tingen und München Philologie und Jurisprudenz. Jm Jahre 1870 wan- derte er nach Amerika aus und wid- mete ſich ſofort der Journaliſtik. Zu- erſt war er an der „Neuyorker Staats- zeitung“ tätig, dann Mitarbeiter des „Cincinnati-Volksfreund“ u. darauf Redakteur des „Evansville-Demo- krat“. Jm Jahre 1886 kam er von Evansville nach Kolumbus im Staate Ohio, wo er am „Weſtboten“ die Stellung des politiſchen und Chef- redakteurs übernahm, die er bis zu ſeinem Tode, am 14. März 1900, be- kleidete. Seine Gedichte, die er unter *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 7. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/11>, abgerufen am 18.02.2019.