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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Eve
Lieder, 1895. - Ein Messias (Tr.),
1895. - Gedichte, 1895. - Letzte Nacht
(Nn.), 1896. - Hohe Lieder, 2. Aufl.
1896. - Paradiese (Ge.), 1898. -
Dramatische Dichtungen; II, 1900
(Jnhalt: I. Das große Leben. Trsp.
- II. Sterbende Helden. Trsp.). - Der
Halbgott (Ge.), 1900. - Freundschaft
und Liebe (Tr.), 1900. - Erntelieder,
1901.

*Evers, Georg,

geb. am 26. Aug.
1837 in Mengershausen bei Göttin-
gen als der Sohn eines Pfarrers,
der später Superintendent in Gehr-
den bei Hannover wurde, besuchte
die Gymnasien in Göttingen u. Celle
und studierte an den Universitäten
Erlangen und Göttingen, um einen
Herzenswunsch seines Vaters zu er-
füllen, Theologie, obwohl ihn seine
Neigung zu den Naturwissenschaften
zog, denen er auch im späteren Leben
als Pfarrer sein Jnteresse zuwandte.
Nach Absolvierung des ersten Exa-
mens war er eine Zeitlang Hausleh-
rer, wurde 1862 Rektor der Stifts-
schule in Wunstorf, 1866 Pfarrkolla-
borator in Schladen, 1868 Pfarrer
in Steigenthal (Grafschaft Hohn-
stein) und 1873 Pfarrer in Urbach.
Hineingeführt in die theologische
Richtung, die damals in dem Litera-
turhistoriker Vilmar ihren Haupt-
vertreter hatte, begann er von die-
sem Standpunkte aus seine Studien
und Untersuchungen über Reforma-
tion, Synodal-, Schul- u. Ehegesetz-
gebung, über Konzilien und Päpste,
über Luther u. seine Nachfolger, über
das Wesen des Pfarramts etc., u. das
gewiß ehrlich durchkämpfte Ergebnis
dieser Studien -- mag es nun ein
richtiges oder irriges sein -- war die
Niederlegung seines Pfarramts und
der Übertritt zur katholischen Kirche
(1880). Er siedelte nun nach Öster-
reich über. Die in Aussicht gestellte
Verwendung als Pfarrer erfüllte sich
nicht, und so ging E. zur Schriftstel-
lerei über. Er lebte viele Jahre in
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Eve
Trient, dann in Barcoler bei Triest,
in Eppan in Südtirol und seit 1904
in Triest. Außer einem großen Werke
über "Martin Luther" (VI, 1883-91)
u. kleineren theolog. Broschüren ver-
öffentlichte er

S:

Martin Luther, der
Prophet von Wittenberg (E.), 1889.
- Licht und Schatten (Kleine Bilder
aus seinen Erinnerungen), 1889. -
Unter Bauern (Sk.), 1891. - Römi-
sche Mosaiken, 1897. - Künstlerbilder
vom Mittelmeer u. der Adria, 1909.

*Evers, J. K. F. Matthias,

jün-
gerer Bruder des Vorigen, wurde am
21. Aug. 1845 in Mengershausen bei
Göttingen geboren, besuchte 1860-65
das Johanneum in Lüneburg u. stu-
dierte dann bis 1868 in Göttingen
Theologie und Philosophie. Er er-
griff nun den lehramtlichen Beruf,
wirkte 1868-71 als Hauslehrer in
Oldenburg und legte während dieser
Zeit seine beiden theologischen Prü-
fungen ab, studierte 1872 in Berlin
noch nachträglich Philologie u. war
seit Dezember 1872-74 als Lehrer an
der Realschule in Oldenburg tätig.
Danach weilte er ein Jahr lang zu
archäologischen u. kunstgeschichtlichen
Studien in Jtalien u. Griechenland,
erwarb sich im Mai 1876 in Göttingen
ein Oberlehrerzeugnis ersten Grades
für Religion, Hebräisch, Deutsch und
alte Sprachen u. wurde noch in dem-
selben Jahre als ordentlicher Lehrer
am Gymnasium in Elberfeld ange-
stellt. Jm Jahre 1879 folgte er einem
Rufe als Oberlehrer an das königl.
Gymnasium in Düsseldorf, wo er
gleichzeitig als Lehrer der Prinzen
von Hohenzollern fungierte, und er-
hielt 1893 den Rang eines Professors.
Jm Juni d. J. wurde er Direktor
des Gymnasiums in Barmen, in wel-
cher Stellung er bis zu seinem Tode
verblieb, der ihn am 24. Aug. 1906
in Engelburg (Schweiz) von hinnen
rief. -- Außer zahlreichen theologi-
schen, pädagogischen und literarisch-
wissenschaftlichen Schriften (z. B. Er-

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Eve
Lieder, 1895. – Ein Meſſias (Tr.),
1895. – Gedichte, 1895. – Letzte Nacht
(Nn.), 1896. – Hohe Lieder, 2. Aufl.
1896. – Paradieſe (Ge.), 1898. –
Dramatiſche Dichtungen; II, 1900
(Jnhalt: I. Das große Leben. Trſp.
II. Sterbende Helden. Trſp.). – Der
Halbgott (Ge.), 1900. – Freundſchaft
und Liebe (Tr.), 1900. – Erntelieder,
1901.

*Evers, Georg,

geb. am 26. Aug.
1837 in Mengershauſen bei Göttin-
gen als der Sohn eines Pfarrers,
der ſpäter Superintendent in Gehr-
den bei Hannover wurde, beſuchte
die Gymnaſien in Göttingen u. Celle
und ſtudierte an den Univerſitäten
Erlangen und Göttingen, um einen
Herzenswunſch ſeines Vaters zu er-
füllen, Theologie, obwohl ihn ſeine
Neigung zu den Naturwiſſenſchaften
zog, denen er auch im ſpäteren Leben
als Pfarrer ſein Jntereſſe zuwandte.
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mens war er eine Zeitlang Hausleh-
rer, wurde 1862 Rektor der Stifts-
ſchule in Wunſtorf, 1866 Pfarrkolla-
borator in Schladen, 1868 Pfarrer
in Steigenthal (Grafſchaft Hohn-
ſtein) und 1873 Pfarrer in Urbach.
Hineingeführt in die theologiſche
Richtung, die damals in dem Litera-
turhiſtoriker Vilmar ihren Haupt-
vertreter hatte, begann er von die-
ſem Standpunkte aus ſeine Studien
und Unterſuchungen über Reforma-
tion, Synodal-, Schul- u. Ehegeſetz-
gebung, über Konzilien und Päpſte,
über Luther u. ſeine Nachfolger, über
das Weſen des Pfarramts ꝛc., u. das
gewiß ehrlich durchkämpfte Ergebnis
dieſer Studien — mag es nun ein
richtiges oder irriges ſein — war die
Niederlegung ſeines Pfarramts und
der Übertritt zur katholiſchen Kirche
(1880). Er ſiedelte nun nach Öſter-
reich über. Die in Ausſicht geſtellte
Verwendung als Pfarrer erfüllte ſich
nicht, und ſo ging E. zur Schriftſtel-
lerei über. Er lebte viele Jahre in
[Spaltenumbruch]

Eve
Trient, dann in Barcoler bei Trieſt,
in Eppan in Südtirol und ſeit 1904
in Trieſt. Außer einem großen Werke
über „Martin Luther“ (VI, 1883–91)
u. kleineren theolog. Broſchüren ver-
öffentlichte er

S:

Martin Luther, der
Prophet von Wittenberg (E.), 1889.
– Licht und Schatten (Kleine Bilder
aus ſeinen Erinnerungen), 1889. –
Unter Bauern (Sk.), 1891. – Römi-
ſche Moſaiken, 1897. – Künſtlerbilder
vom Mittelmeer u. der Adria, 1909.

*Evers, J. K. F. Matthias,

jün-
gerer Bruder des Vorigen, wurde am
21. Aug. 1845 in Mengershauſen bei
Göttingen geboren, beſuchte 1860–65
das Johanneum in Lüneburg u. ſtu-
dierte dann bis 1868 in Göttingen
Theologie und Philoſophie. Er er-
griff nun den lehramtlichen Beruf,
wirkte 1868–71 als Hauslehrer in
Oldenburg und legte während dieſer
Zeit ſeine beiden theologiſchen Prü-
fungen ab, ſtudierte 1872 in Berlin
noch nachträglich Philologie u. war
ſeit Dezember 1872–74 als Lehrer an
der Realſchule in Oldenburg tätig.
Danach weilte er ein Jahr lang zu
archäologiſchen u. kunſtgeſchichtlichen
Studien in Jtalien u. Griechenland,
erwarb ſich im Mai 1876 in Göttingen
ein Oberlehrerzeugnis erſten Grades
für Religion, Hebräiſch, Deutſch und
alte Sprachen u. wurde noch in dem-
ſelben Jahre als ordentlicher Lehrer
am Gymnaſium in Elberfeld ange-
ſtellt. Jm Jahre 1879 folgte er einem
Rufe als Oberlehrer an das königl.
Gymnaſium in Düſſeldorf, wo er
gleichzeitig als Lehrer der Prinzen
von Hohenzollern fungierte, und er-
hielt 1893 den Rang eines Profeſſors.
Jm Juni d. J. wurde er Direktor
des Gymnaſiums in Barmen, in wel-
cher Stellung er bis zu ſeinem Tode
verblieb, der ihn am 24. Aug. 1906
in Engelburg (Schweiz) von hinnen
rief. — Außer zahlreichen theologi-
ſchen, pädagogiſchen und literariſch-
wiſſenſchaftlichen Schriften (z. B. Er-

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[172/0176] Eve Eve Lieder, 1895. – Ein Meſſias (Tr.), 1895. – Gedichte, 1895. – Letzte Nacht (Nn.), 1896. – Hohe Lieder, 2. Aufl. 1896. – Paradieſe (Ge.), 1898. – Dramatiſche Dichtungen; II, 1900 (Jnhalt: I. Das große Leben. Trſp. – II. Sterbende Helden. Trſp.). – Der Halbgott (Ge.), 1900. – Freundſchaft und Liebe (Tr.), 1900. – Erntelieder, 1901. *Evers, Georg, geb. am 26. Aug. 1837 in Mengershauſen bei Göttin- gen als der Sohn eines Pfarrers, der ſpäter Superintendent in Gehr- den bei Hannover wurde, beſuchte die Gymnaſien in Göttingen u. Celle und ſtudierte an den Univerſitäten Erlangen und Göttingen, um einen Herzenswunſch ſeines Vaters zu er- füllen, Theologie, obwohl ihn ſeine Neigung zu den Naturwiſſenſchaften zog, denen er auch im ſpäteren Leben als Pfarrer ſein Jntereſſe zuwandte. Nach Abſolvierung des erſten Exa- mens war er eine Zeitlang Hausleh- rer, wurde 1862 Rektor der Stifts- ſchule in Wunſtorf, 1866 Pfarrkolla- borator in Schladen, 1868 Pfarrer in Steigenthal (Grafſchaft Hohn- ſtein) und 1873 Pfarrer in Urbach. Hineingeführt in die theologiſche Richtung, die damals in dem Litera- turhiſtoriker Vilmar ihren Haupt- vertreter hatte, begann er von die- ſem Standpunkte aus ſeine Studien und Unterſuchungen über Reforma- tion, Synodal-, Schul- u. Ehegeſetz- gebung, über Konzilien und Päpſte, über Luther u. ſeine Nachfolger, über das Weſen des Pfarramts ꝛc., u. das gewiß ehrlich durchkämpfte Ergebnis dieſer Studien — mag es nun ein richtiges oder irriges ſein — war die Niederlegung ſeines Pfarramts und der Übertritt zur katholiſchen Kirche (1880). Er ſiedelte nun nach Öſter- reich über. Die in Ausſicht geſtellte Verwendung als Pfarrer erfüllte ſich nicht, und ſo ging E. zur Schriftſtel- lerei über. Er lebte viele Jahre in Trient, dann in Barcoler bei Trieſt, in Eppan in Südtirol und ſeit 1904 in Trieſt. Außer einem großen Werke über „Martin Luther“ (VI, 1883–91) u. kleineren theolog. Broſchüren ver- öffentlichte er S: Martin Luther, der Prophet von Wittenberg (E.), 1889. – Licht und Schatten (Kleine Bilder aus ſeinen Erinnerungen), 1889. – Unter Bauern (Sk.), 1891. – Römi- ſche Moſaiken, 1897. – Künſtlerbilder vom Mittelmeer u. der Adria, 1909. *Evers, J. K. F. Matthias, jün- gerer Bruder des Vorigen, wurde am 21. Aug. 1845 in Mengershauſen bei Göttingen geboren, beſuchte 1860–65 das Johanneum in Lüneburg u. ſtu- dierte dann bis 1868 in Göttingen Theologie und Philoſophie. Er er- griff nun den lehramtlichen Beruf, wirkte 1868–71 als Hauslehrer in Oldenburg und legte während dieſer Zeit ſeine beiden theologiſchen Prü- fungen ab, ſtudierte 1872 in Berlin noch nachträglich Philologie u. war ſeit Dezember 1872–74 als Lehrer an der Realſchule in Oldenburg tätig. Danach weilte er ein Jahr lang zu archäologiſchen u. kunſtgeſchichtlichen Studien in Jtalien u. Griechenland, erwarb ſich im Mai 1876 in Göttingen ein Oberlehrerzeugnis erſten Grades für Religion, Hebräiſch, Deutſch und alte Sprachen u. wurde noch in dem- ſelben Jahre als ordentlicher Lehrer am Gymnaſium in Elberfeld ange- ſtellt. Jm Jahre 1879 folgte er einem Rufe als Oberlehrer an das königl. Gymnaſium in Düſſeldorf, wo er gleichzeitig als Lehrer der Prinzen von Hohenzollern fungierte, und er- hielt 1893 den Rang eines Profeſſors. Jm Juni d. J. wurde er Direktor des Gymnaſiums in Barmen, in wel- cher Stellung er bis zu ſeinem Tode verblieb, der ihn am 24. Aug. 1906 in Engelburg (Schweiz) von hinnen rief. — Außer zahlreichen theologi- ſchen, pädagogiſchen und literariſch- wiſſenſchaftlichen Schriften (z. B. Er- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 172. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/176>, abgerufen am 14.12.2018.