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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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gange von demselben übernahm er
Ostern 1862 eine Hilfslehrerstelle an
einem Knabeninstitut in Reinfeld bei
Lübeck, wurde Ostern 1863 Lehrer am
Waisenhause in Jtzehoe u. leitete da-
selbst seit dem Herbst 1865 eine Pri-
vat-Töchterschule und ein Pensionat
für junge Mädchen, die er beide zu
hoher Blüte brachte, bis ihn Rücksich-
ten auf seine Gesundheit zwangen,
sich im Herbst 1903 in den Ruhestand
zurückzuziehen. Die Stadt Jtzehoe,
wo er auch seinen Wohnsitz beibehielt,
setzte ihm ein Ruhegehalt aus.

S:


Krieg u. Hütte (Erzähld. G.), 1872. -
Eigene Wege (Erzähld. Ge.), 1873. -
Jn der Wurfschaufel (Ep. Ge.), 1877.
- Lütj Hinnerk (Plattd. Gesch.), 1878.
3. A. 1905. - Gedichte, 1884. 2. A.
1903. - Allerhand Slag Lüd (Geschn.
f. d. Winterabend); II, 1887-91. 3. A.
1904. - Ettgrön (Vertelln), 1901. -
Zwischen Hecken und Halmen (Ge. in
hoch- u. plattd. Sprache), 1886. 2. A.
1902. - Ut Jlenbeck (4 Geschn.), 1900.
- Maren (En Dörp-R. ut de Tid von
1848-51), 1907. 3. A. 1909.

*Feichtlbauer, Martin,

geb. am
6. Novbr. 1872 als Sohn armer El-
tern zu Asten im Kronlande Salz-
burg, besuchte die vierklassige Volks-
schule in dem benachbarten Obern-
dorf, wohin seine Eltern verzogen
waren, und darauf das Gymnasium
in Salzburg, das er 1894 absolvierte.
Er studierte darauf an der dortigen
Fakultät kathol. Theologie, wurde
1898 Hilfspriester in Kirchbichl (Un-
terinntal, Tirol) und 1899 in Strobl
am Abersee. Aber bald danach sand-
ten ihn seine Oberen nach Jnnsbruck,
daß er an der dortigen Universität
Philosophie studiere und sich für ein
Gymnasial-Lehramt vorbereite. F.
wählte als Fachstudium Germanistik
und klassische Philologie. Nach Erledi-
gung der Staatsprüfungen machte er
das vorgeschriebene Probejahr am
Staatsgymnasium in Salzburg durch
und erhielt darauf eine Professur an
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dem mit Öffentlichkeitsrecht versehe-
nen privaten Gymnasium Borro-
mäum daselbst, an dem er noch jetzt
tätig ist.

S:

Volkserzählungen, 1908.

*Feierabend, Maurus August,


von Engelberg, wurde am 16. Aug.
1812 zu Stans in Unterwalden ge-
boren. Jm Jahre 1822 nach Luzern
übergesiedelt, besuchte der fleißige
Knabe mit gutem Erfolge die Klassen
der Stadtschulen, des Gymnasiums
u. des Lyzeums. Nur das Schuljahr
von 1829 auf 1830 brachte er der
französischen Sprache wegen zu Frei-
burg im Üchtlande bei den Jesuiten
zu, gegen deren Bestrebungen er eine
entschiedene Abneigung faßte. Nach
dem Vorbilde des Großvaters und
Vaters zum Studium der Medizin
entschlossen, bezog er im Spätherbst
1833 die Hochschule in München, ging
im Herbst 1834 nach Würzburg,
Ostern 1836 nach Zürich, wo er noch
ein Jahr lang Professor Schönlein
hörte, und absolvierte im Juni 1837
im Kanton Luzern seine Staatsprü-
fung, worauf er sich als praktischer
Arzt in Hochdorf niederließ. Als eif-
riger Vaterlandsfreund u. Republi-
kaner nahm er an den politischen Be-
wegungen im engeren und weiteren
Vaterlande durch Wort und Schrift
den regsten Anteil, und eine Menge
geharnischter Artikel und Broschüren
entstammen dieser Zeit. Als im Ok-
tober 1844 der Große Rat des Kan-
tons Luzern in seiner Majorität durch
den Beschluß der Jesuitenberufung
die Verfassung mit Füßen trat, er-
folgte am 8. Dezbr. die bewaffnete
Erhebung der freisinnigen Luzerner
im ersten und zweiten Freischarenzug,
welche ohne Erfolg blieb, und infolge
Teilnahme an derselben wandte sich
F. als politischer Flüchtling nach dem
Kanton St. Gallen, wo er zu Kappel
in dem gewerb- u. bergreichen Tog-
genburg ein freundliches Asyl u. eine
lohnende ärztliche Praxis fand. Wäh-
rend seines 15 jährigen Aufenthaltes

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gange von demſelben übernahm er
Oſtern 1862 eine Hilfslehrerſtelle an
einem Knabeninſtitut in Reinfeld bei
Lübeck, wurde Oſtern 1863 Lehrer am
Waiſenhauſe in Jtzehoe u. leitete da-
ſelbſt ſeit dem Herbſt 1865 eine Pri-
vat-Töchterſchule und ein Penſionat
für junge Mädchen, die er beide zu
hoher Blüte brachte, bis ihn Rückſich-
ten auf ſeine Geſundheit zwangen,
ſich im Herbſt 1903 in den Ruheſtand
zurückzuziehen. Die Stadt Jtzehoe,
wo er auch ſeinen Wohnſitz beibehielt,
ſetzte ihm ein Ruhegehalt aus.

S:


Krieg u. Hütte (Erzähld. G.), 1872. –
Eigene Wege (Erzähld. Ge.), 1873. –
Jn der Wurfſchaufel (Ep. Ge.), 1877.
– Lütj Hinnerk (Plattd. Geſch.), 1878.
3. A. 1905. – Gedichte, 1884. 2. A.
1903. – Allerhand Slag Lüd (Geſchn.
f. d. Winterabend); II, 1887–91. 3. A.
1904. – Ettgrön (Vertelln), 1901. –
Zwiſchen Hecken und Halmen (Ge. in
hoch- u. plattd. Sprache), 1886. 2. A.
1902. – Ut Jlenbeck (4 Geſchn.), 1900.
– Maren (En Dörp-R. ut de Tid von
1848–51), 1907. 3. A. 1909.

*Feichtlbauer, Martin,

geb. am
6. Novbr. 1872 als Sohn armer El-
tern zu Aſten im Kronlande Salz-
burg, beſuchte die vierklaſſige Volks-
ſchule in dem benachbarten Obern-
dorf, wohin ſeine Eltern verzogen
waren, und darauf das Gymnaſium
in Salzburg, das er 1894 abſolvierte.
Er ſtudierte darauf an der dortigen
Fakultät kathol. Theologie, wurde
1898 Hilfsprieſter in Kirchbichl (Un-
terinntal, Tirol) und 1899 in Strobl
am Aberſee. Aber bald danach ſand-
ten ihn ſeine Oberen nach Jnnsbruck,
daß er an der dortigen Univerſität
Philoſophie ſtudiere und ſich für ein
Gymnaſial-Lehramt vorbereite. F.
wählte als Fachſtudium Germaniſtik
und klaſſiſche Philologie. Nach Erledi-
gung der Staatsprüfungen machte er
das vorgeſchriebene Probejahr am
Staatsgymnaſium in Salzburg durch
und erhielt darauf eine Profeſſur an
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Fei
dem mit Öffentlichkeitsrecht verſehe-
nen privaten Gymnaſium Borro-
mäum daſelbſt, an dem er noch jetzt
tätig iſt.

S:

Volkserzählungen, 1908.

*Feierabend, Maurus Auguſt,


von Engelberg, wurde am 16. Aug.
1812 zu Stans in Unterwalden ge-
boren. Jm Jahre 1822 nach Luzern
übergeſiedelt, beſuchte der fleißige
Knabe mit gutem Erfolge die Klaſſen
der Stadtſchulen, des Gymnaſiums
u. des Lyzeums. Nur das Schuljahr
von 1829 auf 1830 brachte er der
franzöſiſchen Sprache wegen zu Frei-
burg im Üchtlande bei den Jeſuiten
zu, gegen deren Beſtrebungen er eine
entſchiedene Abneigung faßte. Nach
dem Vorbilde des Großvaters und
Vaters zum Studium der Medizin
entſchloſſen, bezog er im Spätherbſt
1833 die Hochſchule in München, ging
im Herbſt 1834 nach Würzburg,
Oſtern 1836 nach Zürich, wo er noch
ein Jahr lang Profeſſor Schönlein
hörte, und abſolvierte im Juni 1837
im Kanton Luzern ſeine Staatsprü-
fung, worauf er ſich als praktiſcher
Arzt in Hochdorf niederließ. Als eif-
riger Vaterlandsfreund u. Republi-
kaner nahm er an den politiſchen Be-
wegungen im engeren und weiteren
Vaterlande durch Wort und Schrift
den regſten Anteil, und eine Menge
geharniſchter Artikel und Broſchüren
entſtammen dieſer Zeit. Als im Ok-
tober 1844 der Große Rat des Kan-
tons Luzern in ſeiner Majorität durch
den Beſchluß der Jeſuitenberufung
die Verfaſſung mit Füßen trat, er-
folgte am 8. Dezbr. die bewaffnete
Erhebung der freiſinnigen Luzerner
im erſten und zweiten Freiſcharenzug,
welche ohne Erfolg blieb, und infolge
Teilnahme an derſelben wandte ſich
F. als politiſcher Flüchtling nach dem
Kanton St. Gallen, wo er zu Kappel
in dem gewerb- u. bergreichen Tog-
genburg ein freundliches Aſyl u. eine
lohnende ärztliche Praxis fand. Wäh-
rend ſeines 15 jährigen Aufenthaltes

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[191/0195] Fei Fei gange von demſelben übernahm er Oſtern 1862 eine Hilfslehrerſtelle an einem Knabeninſtitut in Reinfeld bei Lübeck, wurde Oſtern 1863 Lehrer am Waiſenhauſe in Jtzehoe u. leitete da- ſelbſt ſeit dem Herbſt 1865 eine Pri- vat-Töchterſchule und ein Penſionat für junge Mädchen, die er beide zu hoher Blüte brachte, bis ihn Rückſich- ten auf ſeine Geſundheit zwangen, ſich im Herbſt 1903 in den Ruheſtand zurückzuziehen. Die Stadt Jtzehoe, wo er auch ſeinen Wohnſitz beibehielt, ſetzte ihm ein Ruhegehalt aus. S: Krieg u. Hütte (Erzähld. G.), 1872. – Eigene Wege (Erzähld. Ge.), 1873. – Jn der Wurfſchaufel (Ep. Ge.), 1877. – Lütj Hinnerk (Plattd. Geſch.), 1878. 3. A. 1905. – Gedichte, 1884. 2. A. 1903. – Allerhand Slag Lüd (Geſchn. f. d. Winterabend); II, 1887–91. 3. A. 1904. – Ettgrön (Vertelln), 1901. – Zwiſchen Hecken und Halmen (Ge. in hoch- u. plattd. Sprache), 1886. 2. A. 1902. – Ut Jlenbeck (4 Geſchn.), 1900. – Maren (En Dörp-R. ut de Tid von 1848–51), 1907. 3. A. 1909. *Feichtlbauer, Martin, geb. am 6. Novbr. 1872 als Sohn armer El- tern zu Aſten im Kronlande Salz- burg, beſuchte die vierklaſſige Volks- ſchule in dem benachbarten Obern- dorf, wohin ſeine Eltern verzogen waren, und darauf das Gymnaſium in Salzburg, das er 1894 abſolvierte. Er ſtudierte darauf an der dortigen Fakultät kathol. Theologie, wurde 1898 Hilfsprieſter in Kirchbichl (Un- terinntal, Tirol) und 1899 in Strobl am Aberſee. Aber bald danach ſand- ten ihn ſeine Oberen nach Jnnsbruck, daß er an der dortigen Univerſität Philoſophie ſtudiere und ſich für ein Gymnaſial-Lehramt vorbereite. F. wählte als Fachſtudium Germaniſtik und klaſſiſche Philologie. Nach Erledi- gung der Staatsprüfungen machte er das vorgeſchriebene Probejahr am Staatsgymnaſium in Salzburg durch und erhielt darauf eine Profeſſur an dem mit Öffentlichkeitsrecht verſehe- nen privaten Gymnaſium Borro- mäum daſelbſt, an dem er noch jetzt tätig iſt. S: Volkserzählungen, 1908. *Feierabend, Maurus Auguſt, von Engelberg, wurde am 16. Aug. 1812 zu Stans in Unterwalden ge- boren. Jm Jahre 1822 nach Luzern übergeſiedelt, beſuchte der fleißige Knabe mit gutem Erfolge die Klaſſen der Stadtſchulen, des Gymnaſiums u. des Lyzeums. Nur das Schuljahr von 1829 auf 1830 brachte er der franzöſiſchen Sprache wegen zu Frei- burg im Üchtlande bei den Jeſuiten zu, gegen deren Beſtrebungen er eine entſchiedene Abneigung faßte. Nach dem Vorbilde des Großvaters und Vaters zum Studium der Medizin entſchloſſen, bezog er im Spätherbſt 1833 die Hochſchule in München, ging im Herbſt 1834 nach Würzburg, Oſtern 1836 nach Zürich, wo er noch ein Jahr lang Profeſſor Schönlein hörte, und abſolvierte im Juni 1837 im Kanton Luzern ſeine Staatsprü- fung, worauf er ſich als praktiſcher Arzt in Hochdorf niederließ. Als eif- riger Vaterlandsfreund u. Republi- kaner nahm er an den politiſchen Be- wegungen im engeren und weiteren Vaterlande durch Wort und Schrift den regſten Anteil, und eine Menge geharniſchter Artikel und Broſchüren entſtammen dieſer Zeit. Als im Ok- tober 1844 der Große Rat des Kan- tons Luzern in ſeiner Majorität durch den Beſchluß der Jeſuitenberufung die Verfaſſung mit Füßen trat, er- folgte am 8. Dezbr. die bewaffnete Erhebung der freiſinnigen Luzerner im erſten und zweiten Freiſcharenzug, welche ohne Erfolg blieb, und infolge Teilnahme an derſelben wandte ſich F. als politiſcher Flüchtling nach dem Kanton St. Gallen, wo er zu Kappel in dem gewerb- u. bergreichen Tog- genburg ein freundliches Aſyl u. eine lohnende ärztliche Praxis fand. Wäh- rend ſeines 15 jährigen Aufenthaltes *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 191. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/195>, abgerufen am 18.02.2019.