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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Universität Bonn, wo er die Rechte
studierte. Nach wohlbestandenem
Examen ging F. als Referendar nach
Borken in Westfalen, dann als Frie-
densrichter (für den Landbezirk) nach
Aachen, wurde 1839 als solcher nach
Beaumarais bei Saarlouis u. 1843
nach Bensberg versetzt. Seit 1865 ver-
trat er den Kreis Düren-Jülich als
Abgeordneter im Landtage, wo er zur
Partei Waldeck gehörte. Er starb in
Berlin am 10. Febr. 1870 u. wurde
in Bensberg begraben. F. ist Ver-
fasser einer umfassenden Geschichte
seiner Vaterstadt, Gründer des histo-
rischen Vereins für den Mittelrhein
und Sammler des Materials zu dem
Werke "Die Sagen meiner Heimat
und des Ruhrlandes", das er Pick in
Bonn zu gemeinschaftlicher Heraus-
gabe anvertraute.

S:

Heilige Ge-
schichten und Sagen in Dichtungen,
1843. - P. J. Fischbach. Sein Lebens-
bild nebst einer Auswahl seiner poli-
tischen und religiösen Gedichte; hrsg.
v. s. Söhnen, 1871.

*Fischbach, Friedrich,

Sohn des
Vorigen, * am 10. Februar 1839 zu
Aachen, besuchte das paritätische Kar-
meliter-Gymnasium in Köln u. bil-
dete sich von 1856-62 auf der Muster-
zeichenschule in Berlin zum Zeichner
aus. Er ging 1862 als Dekorateur
und Musterzeichner nach Wien, wo er
1865 ein eigenes Atelier errichtete u.
als Korrespondent und Zeichner des
österreichischen Museums für Kunst
und Jndustrie tätig war. Seit 1870
war er Lehrer der Ornamentik an der
Akademie in Hanau u. bereiste 1873
im Auftrage des preußischen Handels-
ministeriums Jtalien. Jm Jahre 1883
wurde er als Direktor der neu zu
organisierenden Kunstgewerbeschule
nach St. Gallen berufen, welches Amt
er aber schon 1888 wieder niederlegte.
Seitdem lebte er in Wiesbaden, und
dort ist er am 12. Sept. 1908 gestorben.

S:

Lieder eines Ketzers (Ornamente in
V.), 1878. - Lieder und Sprüche. Als
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Anhang: Helgi und Sigrun, 1892. -
Die Rolandsknappen (Heitere Mär-
chenoper), 1897. - Goldkörner der
Weisheit (Spr.), 1899. -- Asgart u.
Mittgart, das goldene Buch der Ger-
manen (Lr. der Edda), 1902. - Sieg-
frieda. Christentum und Heidentum
(Nationale Trag.), 1903. Neue Ausg.
u. d. T.: Siegfrieda (Tr., nebst einem
Vorsp.: Altgermanische Walpurgis-
feier und Einführung der Jnquisi-
tion), 1907.

Fischbach, Joseph Paulus Ar-
nold,

Bruder des Vorigen, wurde am
4. Septbr. 1841 in Beaumarais bei
Saarlouis geboren, erlangte nach ab-
solvierten theologischen Studien am
2. Septbr. 1866 die Priesterweihe,
wirkte erst als Kaplan in M.-Glad-
bach, in Calcum u. Gürzenich, wurde
dann Pfarrer in Heimbach und später
in Calcum. Daneben war er zwölf
Jahre lang Beichtvater der Schwe-
stern vom Orden des heil. Franzis-
kus in Kaiserswerth. Er starb in Cal-
cum am 26. Oktbr. 1907. Außer eini-
gen Erbauungsbüchern veröffentlichte
er

S:

Der Heilige Polykarp (Dr.),
1892. - Was eine gute Frau vermag
(Dr.), 1896.

*Fischel, Alfred,

wurde am 30. No-
vember 1853 in Jungbunzlau (Böh-
men) als der Sohn eines wohlhaben-
den Kaufmanns und Jndustriellen
geboren. Auf seine Jugend fiel teils
durch den frühen Tod seiner Mutter,
teils durch die aufstrebende Macht
des Tschechentums, welches schließlich
die letzten Reste des Deutschtums in
seiner Vaterstadt zerstörte, ein trüber
Schatten. Er verließ darum nach Ab-
solvierung des Gymnasiums seine
Heimat für immer, studierte in Wien
Rechts- und Staatswissenschaften, er-
warb sich dort die Würde eines Dr. jur.
und siedelte Ende 1877 nach Brünn
über, wo er seit 1884 als Rechtsan-
walt tätig ist. Daneben steht er unter
den Kämpfern für die nationalen
Jnteressen der Deutschen Mährens u.

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Univerſität Bonn, wo er die Rechte
ſtudierte. Nach wohlbeſtandenem
Examen ging F. als Referendar nach
Borken in Weſtfalen, dann als Frie-
densrichter (für den Landbezirk) nach
Aachen, wurde 1839 als ſolcher nach
Beaumarais bei Saarlouis u. 1843
nach Bensberg verſetzt. Seit 1865 ver-
trat er den Kreis Düren-Jülich als
Abgeordneter im Landtage, wo er zur
Partei Waldeck gehörte. Er ſtarb in
Berlin am 10. Febr. 1870 u. wurde
in Bensberg begraben. F. iſt Ver-
faſſer einer umfaſſenden Geſchichte
ſeiner Vaterſtadt, Gründer des hiſto-
riſchen Vereins für den Mittelrhein
und Sammler des Materials zu dem
Werke „Die Sagen meiner Heimat
und des Ruhrlandes“, das er Pick in
Bonn zu gemeinſchaftlicher Heraus-
gabe anvertraute.

S:

Heilige Ge-
ſchichten und Sagen in Dichtungen,
1843. – P. J. Fiſchbach. Sein Lebens-
bild nebſt einer Auswahl ſeiner poli-
tiſchen und religiöſen Gedichte; hrsg.
v. ſ. Söhnen, 1871.

*Fiſchbach, Friedrich,

Sohn des
Vorigen, * am 10. Februar 1839 zu
Aachen, beſuchte das paritätiſche Kar-
meliter-Gymnaſium in Köln u. bil-
dete ſich von 1856–62 auf der Muſter-
zeichenſchule in Berlin zum Zeichner
aus. Er ging 1862 als Dekorateur
und Muſterzeichner nach Wien, wo er
1865 ein eigenes Atelier errichtete u.
als Korreſpondent und Zeichner des
öſterreichiſchen Muſeums für Kunſt
und Jnduſtrie tätig war. Seit 1870
war er Lehrer der Ornamentik an der
Akademie in Hanau u. bereiſte 1873
im Auftrage des preußiſchen Handels-
miniſteriums Jtalien. Jm Jahre 1883
wurde er als Direktor der neu zu
organiſierenden Kunſtgewerbeſchule
nach St. Gallen berufen, welches Amt
er aber ſchon 1888 wieder niederlegte.
Seitdem lebte er in Wiesbaden, und
dort iſt er am 12. Sept. 1908 geſtorben.

S:

Lieder eines Ketzers (Ornamente in
V.), 1878. – Lieder und Sprüche. Als
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Anhang: Helgi und Sigrun, 1892. –
Die Rolandsknappen (Heitere Mär-
chenoper), 1897. – Goldkörner der
Weisheit (Spr.), 1899. — Asgart u.
Mittgart, das goldene Buch der Ger-
manen (Lr. der Edda), 1902. – Sieg-
frieda. Chriſtentum und Heidentum
(Nationale Trag.), 1903. Neue Ausg.
u. d. T.: Siegfrieda (Tr., nebſt einem
Vorſp.: Altgermaniſche Walpurgis-
feier und Einführung der Jnquiſi-
tion), 1907.

Fiſchbach, Joſeph Paulus Ar-
nold,

Bruder des Vorigen, wurde am
4. Septbr. 1841 in Beaumarais bei
Saarlouis geboren, erlangte nach ab-
ſolvierten theologiſchen Studien am
2. Septbr. 1866 die Prieſterweihe,
wirkte erſt als Kaplan in M.-Glad-
bach, in Calcum u. Gürzenich, wurde
dann Pfarrer in Heimbach und ſpäter
in Calcum. Daneben war er zwölf
Jahre lang Beichtvater der Schwe-
ſtern vom Orden des heil. Franzis-
kus in Kaiſerswerth. Er ſtarb in Cal-
cum am 26. Oktbr. 1907. Außer eini-
gen Erbauungsbüchern veröffentlichte
er

S:

Der Heilige Polykarp (Dr.),
1892. – Was eine gute Frau vermag
(Dr.), 1896.

*Fiſchel, Alfred,

wurde am 30. No-
vember 1853 in Jungbunzlau (Böh-
men) als der Sohn eines wohlhaben-
den Kaufmanns und Jnduſtriellen
geboren. Auf ſeine Jugend fiel teils
durch den frühen Tod ſeiner Mutter,
teils durch die aufſtrebende Macht
des Tſchechentums, welches ſchließlich
die letzten Reſte des Deutſchtums in
ſeiner Vaterſtadt zerſtörte, ein trüber
Schatten. Er verließ darum nach Ab-
ſolvierung des Gymnaſiums ſeine
Heimat für immer, ſtudierte in Wien
Rechts- und Staatswiſſenſchaften, er-
warb ſich dort die Würde eines Dr. jur.
und ſiedelte Ende 1877 nach Brünn
über, wo er ſeit 1884 als Rechtsan-
walt tätig iſt. Daneben ſteht er unter
den Kämpfern für die nationalen
Jntereſſen der Deutſchen Mährens u.

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[213/0217] Fiſ Fiſ Univerſität Bonn, wo er die Rechte ſtudierte. Nach wohlbeſtandenem Examen ging F. als Referendar nach Borken in Weſtfalen, dann als Frie- densrichter (für den Landbezirk) nach Aachen, wurde 1839 als ſolcher nach Beaumarais bei Saarlouis u. 1843 nach Bensberg verſetzt. Seit 1865 ver- trat er den Kreis Düren-Jülich als Abgeordneter im Landtage, wo er zur Partei Waldeck gehörte. Er ſtarb in Berlin am 10. Febr. 1870 u. wurde in Bensberg begraben. F. iſt Ver- faſſer einer umfaſſenden Geſchichte ſeiner Vaterſtadt, Gründer des hiſto- riſchen Vereins für den Mittelrhein und Sammler des Materials zu dem Werke „Die Sagen meiner Heimat und des Ruhrlandes“, das er Pick in Bonn zu gemeinſchaftlicher Heraus- gabe anvertraute. S: Heilige Ge- ſchichten und Sagen in Dichtungen, 1843. – P. J. Fiſchbach. Sein Lebens- bild nebſt einer Auswahl ſeiner poli- tiſchen und religiöſen Gedichte; hrsg. v. ſ. Söhnen, 1871. *Fiſchbach, Friedrich, Sohn des Vorigen, * am 10. Februar 1839 zu Aachen, beſuchte das paritätiſche Kar- meliter-Gymnaſium in Köln u. bil- dete ſich von 1856–62 auf der Muſter- zeichenſchule in Berlin zum Zeichner aus. Er ging 1862 als Dekorateur und Muſterzeichner nach Wien, wo er 1865 ein eigenes Atelier errichtete u. als Korreſpondent und Zeichner des öſterreichiſchen Muſeums für Kunſt und Jnduſtrie tätig war. Seit 1870 war er Lehrer der Ornamentik an der Akademie in Hanau u. bereiſte 1873 im Auftrage des preußiſchen Handels- miniſteriums Jtalien. Jm Jahre 1883 wurde er als Direktor der neu zu organiſierenden Kunſtgewerbeſchule nach St. Gallen berufen, welches Amt er aber ſchon 1888 wieder niederlegte. Seitdem lebte er in Wiesbaden, und dort iſt er am 12. Sept. 1908 geſtorben. S: Lieder eines Ketzers (Ornamente in V.), 1878. – Lieder und Sprüche. Als Anhang: Helgi und Sigrun, 1892. – Die Rolandsknappen (Heitere Mär- chenoper), 1897. – Goldkörner der Weisheit (Spr.), 1899. — Asgart u. Mittgart, das goldene Buch der Ger- manen (Lr. der Edda), 1902. – Sieg- frieda. Chriſtentum und Heidentum (Nationale Trag.), 1903. Neue Ausg. u. d. T.: Siegfrieda (Tr., nebſt einem Vorſp.: Altgermaniſche Walpurgis- feier und Einführung der Jnquiſi- tion), 1907. Fiſchbach, Joſeph Paulus Ar- nold, Bruder des Vorigen, wurde am 4. Septbr. 1841 in Beaumarais bei Saarlouis geboren, erlangte nach ab- ſolvierten theologiſchen Studien am 2. Septbr. 1866 die Prieſterweihe, wirkte erſt als Kaplan in M.-Glad- bach, in Calcum u. Gürzenich, wurde dann Pfarrer in Heimbach und ſpäter in Calcum. Daneben war er zwölf Jahre lang Beichtvater der Schwe- ſtern vom Orden des heil. Franzis- kus in Kaiſerswerth. Er ſtarb in Cal- cum am 26. Oktbr. 1907. Außer eini- gen Erbauungsbüchern veröffentlichte er S: Der Heilige Polykarp (Dr.), 1892. – Was eine gute Frau vermag (Dr.), 1896. *Fiſchel, Alfred, wurde am 30. No- vember 1853 in Jungbunzlau (Böh- men) als der Sohn eines wohlhaben- den Kaufmanns und Jnduſtriellen geboren. Auf ſeine Jugend fiel teils durch den frühen Tod ſeiner Mutter, teils durch die aufſtrebende Macht des Tſchechentums, welches ſchließlich die letzten Reſte des Deutſchtums in ſeiner Vaterſtadt zerſtörte, ein trüber Schatten. Er verließ darum nach Ab- ſolvierung des Gymnaſiums ſeine Heimat für immer, ſtudierte in Wien Rechts- und Staatswiſſenſchaften, er- warb ſich dort die Würde eines Dr. jur. und ſiedelte Ende 1877 nach Brünn über, wo er ſeit 1884 als Rechtsan- walt tätig iſt. Daneben ſteht er unter den Kämpfern für die nationalen Jntereſſen der Deutſchen Mährens u. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 213. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/217>, abgerufen am 24.02.2019.