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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gne
doch wurde die Ehe nach kurzer Zeit
gerichtlich geschieden, u. die Schrift-
stellerin nahm nun ihren Wohnsitz in
Berlin, bis sie denselben 1904 wie-
der nach Blankenburg zurückverlegte.
Jm März 1900 war sie in Mautern
(Steiermark) zur katholischen Kirche
übergetreten. Seit dieser Zeit ist
sie als Vorkämpferin der sozialen
Frauenbewegung tätig und hat nach
dieser Richtung eine Reihe von Schrif-
ten verfaßt.

S:

Williram (E.), 1881.
2. A. 1883. - Proverbes dramatiques,
1883. - Ekbert von Braunschweig
(Tr.), 1886. - Aus Wald und Flur
(Soziale M. für kluge Leute), 1900. -
Goldene Früchte aus Märchenland,
1904.

Gneisenau, Marie Gräfin,

siehe
Neidhardt von Gneisenau!

Gneist, Dr. von,

Pseud. für Anna
Fritzsche;
s. d.!

Gnevkow, Anna,

siehe Anna
Hermes!

*Goebel, Eduard,

geb. am 1. März
1831 zu Hillesheim in der Eifel als
der fünfte Sohn des Kreisphysikus
Dr. Anton G., kam schon 1832 mit
seinen Eltern nach deren Heimatort
Attendorn in Westfalen und verlebte
hier nach dem frühzeitigen Tode sei-
ner Eltern im großelterlichen Hause
seine Jugendjahre. Nachdem er hier
das Progymnasium besucht, kam er
auf das Gymnasium in Münster und
nach einem Jahre auf das Marzellen-
gymnasium in Köln und bezog im
Herbst 1850 die Universität Bonn,
wo er vier Jahre hauptsächlich philo-
sophischen und philologischen Studien
oblag, auch Mitglied des von den
Prof. Ritschl und Welcker geleiteten
philologischen Seminars war. Jm
Dezember erwarb er sich die Würde
eines Dr. phil. und die Befähigung
als Oberlehrer. Sein Probejahr
legte er am Gymnasium in Aachen
zurück, wirkte dann kurze Zeit als
Lehrer in Bonn und nahm Ostern
1856 eine Stelle als k. k. Professor
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Goe
am Gymnasium in Salzburg an. 1860
wurde er als Oberlehrer an das neu
begründete Gymnasium an Aposteln
in Köln berufen, folgte aber schon
Ostern 1863 einem Rufe der damali-
gen kurhessischen Regierung als Di-
rektor des Gymnasiums in Fulda.
Dieses Amt bekleidete er bis Neu-
jahr 1898, wo er mit dem Charakter
als Geh. Regierungsrat in den Ruhe-
stand trat und von den städtischen
Behörden Fuldas zum Ehrenbürger
ernannt wurde. Noch in demselben
Jahre wurde er vom Kreise Fulda -
wie auch wiederum 1903 - einstim-
mig zum Landtagsabgeordneten ge-
wählt. Er starb in Fulda am 30. Juni
1904.

S:

Vaterländische Gedichte (für
Schulzwecke), 1879. 2. A. 1895. - Ge-
dichte aus jungen und alten Tagen,
1903.

*Goebel, Julius,

geb. am 23. Mai
1857 in Frankfurt a. M., studierte
zuerst Theologie und Philosophie in
Leipzig, widmete sich aber bald aus-
schließlich dem Studium der verglei-
chenden Sprachwissenschaft, der ger-
manischen Philologie und Literatur-
geschichte in Leipzig und Tübingen.
Nach seiner Promotion im Jahre
1881 siedelte er nach Amerika über,
wohin seine Familie schon früher ge-
gangen war, und hielt in Neuyork,
Hoboken und andern Orten Vorträge
über deutsche Literatur, die sich die
Weckung des Jnteresses an der Er-
haltung deutscher Sprache und deut-
schen Wesens in Amerika zum Ziel
setzten. Bei Gelegenheit der 200jäh-
rigen Gedenkfeier deutscher Einwan-
derung in Amerika (1883) veröffent-
lichte er seine Schrift "Über die Zu-
kunft unseres Volkes in Amerika.
Deutsche Briefe", die überall mit
großem Beifall aufgenommen wurde
und als Programm der deutschen Be-
strebungen in Amerika gelten darf.
Jm Jahre 1885 folgte G. einem Rufe
an die Johns Hopkins-Universität
in Baltimore, wo er bis 1888 als

* 25*


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Gne
doch wurde die Ehe nach kurzer Zeit
gerichtlich geſchieden, u. die Schrift-
ſtellerin nahm nun ihren Wohnſitz in
Berlin, bis ſie denſelben 1904 wie-
der nach Blankenburg zurückverlegte.
Jm März 1900 war ſie in Mautern
(Steiermark) zur katholiſchen Kirche
übergetreten. Seit dieſer Zeit iſt
ſie als Vorkämpferin der ſozialen
Frauenbewegung tätig und hat nach
dieſer Richtung eine Reihe von Schrif-
ten verfaßt.

S:

Williram (E.), 1881.
2. A. 1883. – Proverbes dramatiques,
1883. – Ekbert von Braunſchweig
(Tr.), 1886. – Aus Wald und Flur
(Soziale M. für kluge Leute), 1900. –
Goldene Früchte aus Märchenland,
1904.

Gneiſenau, Marie Gräfin,

ſiehe
Neidhardt von Gneiſenau!

Gneiſt, Dr. von,

Pſeud. für Anna
Fritzſche;
ſ. d.!

Gnevkow, Anna,

ſiehe Anna
Hermes!

*Goebel, Eduard,

geb. am 1. März
1831 zu Hillesheim in der Eifel als
der fünfte Sohn des Kreisphyſikus
Dr. Anton G., kam ſchon 1832 mit
ſeinen Eltern nach deren Heimatort
Attendorn in Weſtfalen und verlebte
hier nach dem frühzeitigen Tode ſei-
ner Eltern im großelterlichen Hauſe
ſeine Jugendjahre. Nachdem er hier
das Progymnaſium beſucht, kam er
auf das Gymnaſium in Münſter und
nach einem Jahre auf das Marzellen-
gymnaſium in Köln und bezog im
Herbſt 1850 die Univerſität Bonn,
wo er vier Jahre hauptſächlich philo-
ſophiſchen und philologiſchen Studien
oblag, auch Mitglied des von den
Prof. Ritſchl und Welcker geleiteten
philologiſchen Seminars war. Jm
Dezember erwarb er ſich die Würde
eines Dr. phil. und die Befähigung
als Oberlehrer. Sein Probejahr
legte er am Gymnaſium in Aachen
zurück, wirkte dann kurze Zeit als
Lehrer in Bonn und nahm Oſtern
1856 eine Stelle als k. k. Profeſſor
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Goe
am Gymnaſium in Salzburg an. 1860
wurde er als Oberlehrer an das neu
begründete Gymnaſium an Apoſteln
in Köln berufen, folgte aber ſchon
Oſtern 1863 einem Rufe der damali-
gen kurheſſiſchen Regierung als Di-
rektor des Gymnaſiums in Fulda.
Dieſes Amt bekleidete er bis Neu-
jahr 1898, wo er mit dem Charakter
als Geh. Regierungsrat in den Ruhe-
ſtand trat und von den ſtädtiſchen
Behörden Fuldas zum Ehrenbürger
ernannt wurde. Noch in demſelben
Jahre wurde er vom Kreiſe Fulda –
wie auch wiederum 1903 – einſtim-
mig zum Landtagsabgeordneten ge-
wählt. Er ſtarb in Fulda am 30. Juni
1904.

S:

Vaterländiſche Gedichte (für
Schulzwecke), 1879. 2. A. 1895. – Ge-
dichte aus jungen und alten Tagen,
1903.

*Goebel, Julius,

geb. am 23. Mai
1857 in Frankfurt a. M., ſtudierte
zuerſt Theologie und Philoſophie in
Leipzig, widmete ſich aber bald aus-
ſchließlich dem Studium der verglei-
chenden Sprachwiſſenſchaft, der ger-
maniſchen Philologie und Literatur-
geſchichte in Leipzig und Tübingen.
Nach ſeiner Promotion im Jahre
1881 ſiedelte er nach Amerika über,
wohin ſeine Familie ſchon früher ge-
gangen war, und hielt in Neuyork,
Hoboken und andern Orten Vorträge
über deutſche Literatur, die ſich die
Weckung des Jntereſſes an der Er-
haltung deutſcher Sprache und deut-
ſchen Weſens in Amerika zum Ziel
ſetzten. Bei Gelegenheit der 200jäh-
rigen Gedenkfeier deutſcher Einwan-
derung in Amerika (1883) veröffent-
lichte er ſeine Schrift „Über die Zu-
kunft unſeres Volkes in Amerika.
Deutſche Briefe“, die überall mit
großem Beifall aufgenommen wurde
und als Programm der deutſchen Be-
ſtrebungen in Amerika gelten darf.
Jm Jahre 1885 folgte G. einem Rufe
an die Johns Hopkins-Univerſität
in Baltimore, wo er bis 1888 als

* 25*
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[387/0391] Gne Goe doch wurde die Ehe nach kurzer Zeit gerichtlich geſchieden, u. die Schrift- ſtellerin nahm nun ihren Wohnſitz in Berlin, bis ſie denſelben 1904 wie- der nach Blankenburg zurückverlegte. Jm März 1900 war ſie in Mautern (Steiermark) zur katholiſchen Kirche übergetreten. Seit dieſer Zeit iſt ſie als Vorkämpferin der ſozialen Frauenbewegung tätig und hat nach dieſer Richtung eine Reihe von Schrif- ten verfaßt. S: Williram (E.), 1881. 2. A. 1883. – Proverbes dramatiques, 1883. – Ekbert von Braunſchweig (Tr.), 1886. – Aus Wald und Flur (Soziale M. für kluge Leute), 1900. – Goldene Früchte aus Märchenland, 1904. Gneiſenau, Marie Gräfin, ſiehe Neidhardt von Gneiſenau! Gneiſt, Dr. von, Pſeud. für Anna Fritzſche; ſ. d.! Gnevkow, Anna, ſiehe Anna Hermes! *Goebel, Eduard, geb. am 1. März 1831 zu Hillesheim in der Eifel als der fünfte Sohn des Kreisphyſikus Dr. Anton G., kam ſchon 1832 mit ſeinen Eltern nach deren Heimatort Attendorn in Weſtfalen und verlebte hier nach dem frühzeitigen Tode ſei- ner Eltern im großelterlichen Hauſe ſeine Jugendjahre. Nachdem er hier das Progymnaſium beſucht, kam er auf das Gymnaſium in Münſter und nach einem Jahre auf das Marzellen- gymnaſium in Köln und bezog im Herbſt 1850 die Univerſität Bonn, wo er vier Jahre hauptſächlich philo- ſophiſchen und philologiſchen Studien oblag, auch Mitglied des von den Prof. Ritſchl und Welcker geleiteten philologiſchen Seminars war. Jm Dezember erwarb er ſich die Würde eines Dr. phil. und die Befähigung als Oberlehrer. Sein Probejahr legte er am Gymnaſium in Aachen zurück, wirkte dann kurze Zeit als Lehrer in Bonn und nahm Oſtern 1856 eine Stelle als k. k. Profeſſor am Gymnaſium in Salzburg an. 1860 wurde er als Oberlehrer an das neu begründete Gymnaſium an Apoſteln in Köln berufen, folgte aber ſchon Oſtern 1863 einem Rufe der damali- gen kurheſſiſchen Regierung als Di- rektor des Gymnaſiums in Fulda. Dieſes Amt bekleidete er bis Neu- jahr 1898, wo er mit dem Charakter als Geh. Regierungsrat in den Ruhe- ſtand trat und von den ſtädtiſchen Behörden Fuldas zum Ehrenbürger ernannt wurde. Noch in demſelben Jahre wurde er vom Kreiſe Fulda – wie auch wiederum 1903 – einſtim- mig zum Landtagsabgeordneten ge- wählt. Er ſtarb in Fulda am 30. Juni 1904. S: Vaterländiſche Gedichte (für Schulzwecke), 1879. 2. A. 1895. – Ge- dichte aus jungen und alten Tagen, 1903. *Goebel, Julius, geb. am 23. Mai 1857 in Frankfurt a. M., ſtudierte zuerſt Theologie und Philoſophie in Leipzig, widmete ſich aber bald aus- ſchließlich dem Studium der verglei- chenden Sprachwiſſenſchaft, der ger- maniſchen Philologie und Literatur- geſchichte in Leipzig und Tübingen. Nach ſeiner Promotion im Jahre 1881 ſiedelte er nach Amerika über, wohin ſeine Familie ſchon früher ge- gangen war, und hielt in Neuyork, Hoboken und andern Orten Vorträge über deutſche Literatur, die ſich die Weckung des Jntereſſes an der Er- haltung deutſcher Sprache und deut- ſchen Weſens in Amerika zum Ziel ſetzten. Bei Gelegenheit der 200jäh- rigen Gedenkfeier deutſcher Einwan- derung in Amerika (1883) veröffent- lichte er ſeine Schrift „Über die Zu- kunft unſeres Volkes in Amerika. Deutſche Briefe“, die überall mit großem Beifall aufgenommen wurde und als Programm der deutſchen Be- ſtrebungen in Amerika gelten darf. Jm Jahre 1885 folgte G. einem Rufe an die Johns Hopkins-Univerſität in Baltimore, wo er bis 1888 als * 25*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 387. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/391>, abgerufen am 23.03.2019.