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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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u. Südstaaten (1861) kehrte er nach
Bremen zurück; da ihm aber die Mit-
tel zur Gründung einer Konditorei
fehlten, so wurde er Kolporteur für
Bremer Buchhandlungen. Später
versuchte er sich als Bremer Volks-
u. Dialektdichter, und da er freund-
liches Entgegenkommen fand, ist er
seitdem auf diesem Gebiete ungemein
fruchtbar u. erfolgreich gewesen. Er
+ am 10. Juli 1899.

S:

Bremer Volks-
und Sittenbilder (Plattdeutsch in
Poesie und Prosa), 1885. - Vom Hei-
matland am Weserstrand (desgl.),
1886. - Bremens Kaisertage am 21.
und 22. März 1887 (Plattd. Poesie),
1887. - Bremens Volk und seine Hei-
mat (Plattd. Poesie u. Prosa), 1887.
- Vom Volke aus dem Bremerlande
(desgl.), 1888. - Aus dem Volke an
der Weser (desgl.), 1889. - Bremer
Volkserinnerungen (desgl.), 1890. -
Bremer Land und Leute (desgl.), 1892.
- Bremer Volksgeschichten (desgl.),
1892. - Aus der Bremer Heimat
(desgl.), 1893. - Bremische Volks-
klänge (desgl.), 1894. - Aus Land
und Stadt (desgl.), 1895. - Bremer
Gemüt und Volkshumor (Erinnergn.
in plattd. Poesie und Prosa), 1896. -
Vom Wege des Lebens in Wahrheit
und Dichtung (Plattd. Poesie und
Prosa), 1897. - Aus Volk und Land
am Weserstrand (desgl.), 1898.

*Goltsch, Franz,

geb. am 8. Nov.
1865 zu Laibach in Krain als der
Sohn eines wohlhabenden Gewerbs-
mannes, besuchte seit 1876 das Gym-
nasium daselbst und bezog 1884 die
Universität Wien, an der er, wie auch
seit 1885 in Graz, in erster Linie
Germanistik studierte. Jn Graz er-
warb er sich auch die Würde eines
Dr. phil. Schon vorher war er da-
selbst in den Dienst der steiermärki-
schen Landesbibliothek (Joanneum)
getreten und bekleidet jetzt an dersel-
ben die Stelle eines Skriptors. Als
Grenzdeutscher ist er von radikal
deutschnationaler Gesinnung, die in
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allen seinen Gedichten Ausdruck fin-
det.

S:

Volk und Heimat (Ge. eines
krainerischen Deutschen), 1893.

*Goltz, Johanna Berta,

Freiin
von der, wurde am 5. April 1845 zu
Obrowo als erstes Kind des Frhrn.
Leonhard Eckard v. d. G. geboren u.
verlebte hier u. auf den Rittergütern
Sloczewo (jetzt: Schloßau bei Stras-
burg in Westpreußen) u. Gorczenitza
(jetzt: Gorschen, ebend.), wohin ihre
Eltern später übersiedelten, eine glück-
liche Kindheit, die nur durch den Tod
ihrer Mutter (1855) schmerzlich ge-
trübt wurde. Jhren Unterricht emp-
fing sie durch eine Erzieherin, bis sie
mit 15 Jahren nach Posen kam, wo
sie die höhere Belowsche Töchterschule
besuchte und eine Fülle ganz neuer
Eindrücke empfing, die für ihre Bil-
dung von großem Wert waren. Neue
Eindrücke anderer Art brachten dann
der Aufstand der Polen (1862-63),
der sich in nächster Nähe ihrer Hei-
mat bemerkbar machte, und die fol-
genden Kriegsjahre. Jm Jahre 1866
verkaufte der Vater sein Gut Gorcze-
nitza, und in der folgenden Zeit der
Unruhe sehnte sich Berta nach einem
Berufe, damit sie sich auf eigene Füße
stellen könne. Sie entschloß sich, 1868
das Lehrerinnenseminar des Direk-
tors Ferd. Gleim in Breslau zu be-
suchen, legte im Herbst 1870 ihr Exa-
men ab und verlebte dann noch zu
weiterer Ausbildung ein Jahr in der
französischen Schweiz. Heimgekehrt,
begann sie sofort ihre Lehrtätigkeit
und amtierte zuletzt 18 Jahre an öf-
fentlichen Schulen in Breslau, bis
Kränklichkeit sie zwang, ihren Beruf
aufzugeben. Sie siedelte später nach
Cunnersdorf im Riesengebirge über,
wo sie mit einer langjährigen Freun-
din einen gemeinsamen Haushalt
führt und in großer Zurückgezogen-
heit ihrer schriftstellerischen Neigung
huldigt.

S:

Jm Banne der Madonna
(R.), 1902. 2. Ausg. u. d. T.: Die
Grafen von Lilljeström (R.), 1905. -

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u. Südſtaaten (1861) kehrte er nach
Bremen zurück; da ihm aber die Mit-
tel zur Gründung einer Konditorei
fehlten, ſo wurde er Kolporteur für
Bremer Buchhandlungen. Später
verſuchte er ſich als Bremer Volks-
u. Dialektdichter, und da er freund-
liches Entgegenkommen fand, iſt er
ſeitdem auf dieſem Gebiete ungemein
fruchtbar u. erfolgreich geweſen. Er
† am 10. Juli 1899.

S:

Bremer Volks-
und Sittenbilder (Plattdeutſch in
Poeſie und Proſa), 1885. – Vom Hei-
matland am Weſerſtrand (desgl.),
1886. – Bremens Kaiſertage am 21.
und 22. März 1887 (Plattd. Poeſie),
1887. – Bremens Volk und ſeine Hei-
mat (Plattd. Poeſie u. Proſa), 1887.
– Vom Volke aus dem Bremerlande
(desgl.), 1888. – Aus dem Volke an
der Weſer (desgl.), 1889. – Bremer
Volkserinnerungen (desgl.), 1890. –
Bremer Land und Leute (desgl.), 1892.
– Bremer Volksgeſchichten (desgl.),
1892. – Aus der Bremer Heimat
(desgl.), 1893. – Bremiſche Volks-
klänge (desgl.), 1894. – Aus Land
und Stadt (desgl.), 1895. – Bremer
Gemüt und Volkshumor (Erinnergn.
in plattd. Poeſie und Proſa), 1896. –
Vom Wege des Lebens in Wahrheit
und Dichtung (Plattd. Poeſie und
Proſa), 1897. – Aus Volk und Land
am Weſerſtrand (desgl.), 1898.

*Goltſch, Franz,

geb. am 8. Nov.
1865 zu Laibach in Krain als der
Sohn eines wohlhabenden Gewerbs-
mannes, beſuchte ſeit 1876 das Gym-
naſium daſelbſt und bezog 1884 die
Univerſität Wien, an der er, wie auch
ſeit 1885 in Graz, in erſter Linie
Germaniſtik ſtudierte. Jn Graz er-
warb er ſich auch die Würde eines
Dr. phil. Schon vorher war er da-
ſelbſt in den Dienſt der ſteiermärki-
ſchen Landesbibliothek (Joanneum)
getreten und bekleidet jetzt an derſel-
ben die Stelle eines Skriptors. Als
Grenzdeutſcher iſt er von radikal
deutſchnationaler Geſinnung, die in
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allen ſeinen Gedichten Ausdruck fin-
det.

S:

Volk und Heimat (Ge. eines
kraineriſchen Deutſchen), 1893.

*Goltz, Johanna Berta,

Freiin
von der, wurde am 5. April 1845 zu
Obrowo als erſtes Kind des Frhrn.
Leonhard Eckard v. d. G. geboren u.
verlebte hier u. auf den Rittergütern
Sloczewo (jetzt: Schloßau bei Stras-
burg in Weſtpreußen) u. Gorczenitza
(jetzt: Gorſchen, ebend.), wohin ihre
Eltern ſpäter überſiedelten, eine glück-
liche Kindheit, die nur durch den Tod
ihrer Mutter (1855) ſchmerzlich ge-
trübt wurde. Jhren Unterricht emp-
fing ſie durch eine Erzieherin, bis ſie
mit 15 Jahren nach Poſen kam, wo
ſie die höhere Belowſche Töchterſchule
beſuchte und eine Fülle ganz neuer
Eindrücke empfing, die für ihre Bil-
dung von großem Wert waren. Neue
Eindrücke anderer Art brachten dann
der Aufſtand der Polen (1862–63),
der ſich in nächſter Nähe ihrer Hei-
mat bemerkbar machte, und die fol-
genden Kriegsjahre. Jm Jahre 1866
verkaufte der Vater ſein Gut Gorcze-
nitza, und in der folgenden Zeit der
Unruhe ſehnte ſich Berta nach einem
Berufe, damit ſie ſich auf eigene Füße
ſtellen könne. Sie entſchloß ſich, 1868
das Lehrerinnenſeminar des Direk-
tors Ferd. Gleim in Breslau zu be-
ſuchen, legte im Herbſt 1870 ihr Exa-
men ab und verlebte dann noch zu
weiterer Ausbildung ein Jahr in der
franzöſiſchen Schweiz. Heimgekehrt,
begann ſie ſofort ihre Lehrtätigkeit
und amtierte zuletzt 18 Jahre an öf-
fentlichen Schulen in Breslau, bis
Kränklichkeit ſie zwang, ihren Beruf
aufzugeben. Sie ſiedelte ſpäter nach
Cunnersdorf im Rieſengebirge über,
wo ſie mit einer langjährigen Freun-
din einen gemeinſamen Haushalt
führt und in großer Zurückgezogen-
heit ihrer ſchriftſtelleriſchen Neigung
huldigt.

S:

Jm Banne der Madonna
(R.), 1902. 2. Ausg. u. d. T.: Die
Grafen von Lilljeſtröm (R.), 1905. –

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[398/0402] Gol Gol u. Südſtaaten (1861) kehrte er nach Bremen zurück; da ihm aber die Mit- tel zur Gründung einer Konditorei fehlten, ſo wurde er Kolporteur für Bremer Buchhandlungen. Später verſuchte er ſich als Bremer Volks- u. Dialektdichter, und da er freund- liches Entgegenkommen fand, iſt er ſeitdem auf dieſem Gebiete ungemein fruchtbar u. erfolgreich geweſen. Er † am 10. Juli 1899. S: Bremer Volks- und Sittenbilder (Plattdeutſch in Poeſie und Proſa), 1885. – Vom Hei- matland am Weſerſtrand (desgl.), 1886. – Bremens Kaiſertage am 21. und 22. März 1887 (Plattd. Poeſie), 1887. – Bremens Volk und ſeine Hei- mat (Plattd. Poeſie u. Proſa), 1887. – Vom Volke aus dem Bremerlande (desgl.), 1888. – Aus dem Volke an der Weſer (desgl.), 1889. – Bremer Volkserinnerungen (desgl.), 1890. – Bremer Land und Leute (desgl.), 1892. – Bremer Volksgeſchichten (desgl.), 1892. – Aus der Bremer Heimat (desgl.), 1893. – Bremiſche Volks- klänge (desgl.), 1894. – Aus Land und Stadt (desgl.), 1895. – Bremer Gemüt und Volkshumor (Erinnergn. in plattd. Poeſie und Proſa), 1896. – Vom Wege des Lebens in Wahrheit und Dichtung (Plattd. Poeſie und Proſa), 1897. – Aus Volk und Land am Weſerſtrand (desgl.), 1898. *Goltſch, Franz, geb. am 8. Nov. 1865 zu Laibach in Krain als der Sohn eines wohlhabenden Gewerbs- mannes, beſuchte ſeit 1876 das Gym- naſium daſelbſt und bezog 1884 die Univerſität Wien, an der er, wie auch ſeit 1885 in Graz, in erſter Linie Germaniſtik ſtudierte. Jn Graz er- warb er ſich auch die Würde eines Dr. phil. Schon vorher war er da- ſelbſt in den Dienſt der ſteiermärki- ſchen Landesbibliothek (Joanneum) getreten und bekleidet jetzt an derſel- ben die Stelle eines Skriptors. Als Grenzdeutſcher iſt er von radikal deutſchnationaler Geſinnung, die in allen ſeinen Gedichten Ausdruck fin- det. S: Volk und Heimat (Ge. eines kraineriſchen Deutſchen), 1893. *Goltz, Johanna Berta, Freiin von der, wurde am 5. April 1845 zu Obrowo als erſtes Kind des Frhrn. Leonhard Eckard v. d. G. geboren u. verlebte hier u. auf den Rittergütern Sloczewo (jetzt: Schloßau bei Stras- burg in Weſtpreußen) u. Gorczenitza (jetzt: Gorſchen, ebend.), wohin ihre Eltern ſpäter überſiedelten, eine glück- liche Kindheit, die nur durch den Tod ihrer Mutter (1855) ſchmerzlich ge- trübt wurde. Jhren Unterricht emp- fing ſie durch eine Erzieherin, bis ſie mit 15 Jahren nach Poſen kam, wo ſie die höhere Belowſche Töchterſchule beſuchte und eine Fülle ganz neuer Eindrücke empfing, die für ihre Bil- dung von großem Wert waren. Neue Eindrücke anderer Art brachten dann der Aufſtand der Polen (1862–63), der ſich in nächſter Nähe ihrer Hei- mat bemerkbar machte, und die fol- genden Kriegsjahre. Jm Jahre 1866 verkaufte der Vater ſein Gut Gorcze- nitza, und in der folgenden Zeit der Unruhe ſehnte ſich Berta nach einem Berufe, damit ſie ſich auf eigene Füße ſtellen könne. Sie entſchloß ſich, 1868 das Lehrerinnenſeminar des Direk- tors Ferd. Gleim in Breslau zu be- ſuchen, legte im Herbſt 1870 ihr Exa- men ab und verlebte dann noch zu weiterer Ausbildung ein Jahr in der franzöſiſchen Schweiz. Heimgekehrt, begann ſie ſofort ihre Lehrtätigkeit und amtierte zuletzt 18 Jahre an öf- fentlichen Schulen in Breslau, bis Kränklichkeit ſie zwang, ihren Beruf aufzugeben. Sie ſiedelte ſpäter nach Cunnersdorf im Rieſengebirge über, wo ſie mit einer langjährigen Freun- din einen gemeinſamen Haushalt führt und in großer Zurückgezogen- heit ihrer ſchriftſtelleriſchen Neigung huldigt. S: Jm Banne der Madonna (R.), 1902. 2. Ausg. u. d. T.: Die Grafen von Lilljeſtröm (R.), 1905. – *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 398. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/402>, abgerufen am 23.02.2019.