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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gör
das katholische Deutschland" u. gab
1846-48 das "Deutsche Hausbuch"
heraus. Von seinen sonstigen Schrif-
ten ist besonders hervorzuheben "Die
Jungfrau von Orleans. Nach den
Prozeßakten und Chroniken" (1834),
zu der er längere Zeit an Ort und
Stelle in Frankreich eingehende Stu-
dien gemacht hatte.

S:

Festkalender
in Bildern und Liedern (mit Fr. von
Pocci u. a.), 18 Hefte, 1835-38. -
Schön Röslein (M.), 1838. - Das
Leben der heiligen Cäcilia (Ep. G.),
1843. - Marienlieder, 1843. - Ge-
dichte, 1844. - Der hürnen Siegfried
u. sein Kampf mit dem Drachen (Sg.),
1843. - Das Weihnachtskripplein,
oder: Prinz Schreimund und Prin-
zessin Schweigstille (Ein Christtags-
büchlein), 1843. - Die arme Pilgerin
zum heil. Rocke u. Der kritische Katzen-
jammer (2 Ge.), 1844. - Die Gottes-
fahrt nach Trier und Des Teufels
Landsturm (2 Ge.), 1844. 7. A. 1846.
- Geistliche Lieder (in Musik gesetzt
von Marie Görres), 1845. - Frische
Lieder für frische Kinder (in Musik
gesetzt von Marie G.), 1849.

Görß, Gustav,

wurde am 4. Juni
1845 zu Neustrelitz in Mecklenburg
geboren, wo seine Eltern ein Stroh-
hutgeschäft betrieben, besuchte das
dortige Gymnasium, um die geistliche
Laufbahn einzuschlagen, wandte sich
aber dem Handelsstande zu und war
nach seiner in Greifswald verbrach-
ten Lehrzeit als Kaufmann in Ham-
burg und Rostock tätig. Dann ver-
ließ er seinen Beruf und ging zur
Bühne. Bei Jul. Bredes wandern-
der Gesellschaft begann er in Hage-
now seine theatralische Wirksamkeit,
dann war er in Lüneburg, in Put-
bus, Bromberg u. Aachen tätig und
kam 1871 nach Berlin, wo er erst am
Reuniontheater, seit 1872 am Va-
rietetheater, später als Hausdichter
am Krollschen u. am Wallner-Thea-
ter und seit 1882 am Adolf-Ernst-
Theater wirkte. Als Adolf Ernst sein
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Gos
Theater aufgab, zog sich auch G. von
der Bühne zurück und lebte in stiller
Zurückgezogenheit in Berlin bis zu
seinem Tode am 17. (n. a. am 18.)
März 1904. Görß hat sich beson-
ders als Coupletdichter bekannt ge-
macht, u. viele seiner Coupletrefrains
haben jahrelang kursiert.

S:

Das
passendste Präsent (Schw.), 1876. 2. A.
1903. - Die Bratpfanne (P. m. Ges.),
1877. - Zu Befehl, Herr Leutnant!
(Schwank), 1878. - Ein Schiller-
Schwärmer (Soloßene), 1879. -
Großer Preis-Ringkampf (Schw. mit
Ges.), 1879.

*Goslar, Emma,

wurde am 23.
Mai 1849 in Hornburg an der Jlse,
einem Städtchen am Fuße des Har-
zes, als Tochter eines Kaufmanns
geboren. Jhre Mutter verlor sie
schon im dritten Jahre, u. ihre Stief-
mutter führte sie in alle Arbeiten des
Haushalts ein. Als Emma elf Jahre
alt war, richtete der Vater ein zwei-
tes Geschäft in Elberfeld ein, das gut
rentierte, und da seine Familienglie-
der sämtlich musikalisch beanlagt wa-
ren, so wurde sein Haus bald der
Mittelpunkt guter Musik. Sie ist auch,
im Verein mit der Poesie, unserer
Dichterin eine treue Begleiterin
durchs Leben geblieben. Jm Jahre
1869 verheiratete sie sich mit einem
Kaufmann in Siegen, und da sie aus
früherer Zeit daran gewöhnt war,
im Geschäfte tätig zu sein, so stand sie
ihm darin mit Erfolg zur Seite. Frei-
lich drängte das materielle Leben und
die Erziehung von sechs Kindern für
lange Zeit jegliche poetische Betäti-
gung zurück: die Musik aber fand im
Hause stete Pflege. Nach Aufgabe
des kaufmännischen Geschäfts erteilte
Emma G. Unterricht im Klavierspiel,
Gesang und in der Deklamation; auch
ist sie als Vortragsmeisterin in grö-
ßeren Städten tätig.

S:

Unter Pal-
men (Ge.), 1905 (Selbstverlag). -
Jn Sturm und Sonnenschein (Ge.),
1909.

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Gör
das katholiſche Deutſchland“ u. gab
1846–48 das „Deutſche Hausbuch“
heraus. Von ſeinen ſonſtigen Schrif-
ten iſt beſonders hervorzuheben „Die
Jungfrau von Orleans. Nach den
Prozeßakten und Chroniken“ (1834),
zu der er längere Zeit an Ort und
Stelle in Frankreich eingehende Stu-
dien gemacht hatte.

S:

Feſtkalender
in Bildern und Liedern (mit Fr. von
Pocci u. a.), 18 Hefte, 1835–38. –
Schön Röslein (M.), 1838. – Das
Leben der heiligen Cäcilia (Ep. G.),
1843. – Marienlieder, 1843. – Ge-
dichte, 1844. – Der hürnen Siegfried
u. ſein Kampf mit dem Drachen (Sg.),
1843. – Das Weihnachtskripplein,
oder: Prinz Schreimund und Prin-
zeſſin Schweigſtille (Ein Chriſttags-
büchlein), 1843. – Die arme Pilgerin
zum heil. Rocke u. Der kritiſche Katzen-
jammer (2 Ge.), 1844. – Die Gottes-
fahrt nach Trier und Des Teufels
Landſturm (2 Ge.), 1844. 7. A. 1846.
– Geiſtliche Lieder (in Muſik geſetzt
von Marie Görres), 1845. – Friſche
Lieder für friſche Kinder (in Muſik
geſetzt von Marie G.), 1849.

Görß, Guſtav,

wurde am 4. Juni
1845 zu Neuſtrelitz in Mecklenburg
geboren, wo ſeine Eltern ein Stroh-
hutgeſchäft betrieben, beſuchte das
dortige Gymnaſium, um die geiſtliche
Laufbahn einzuſchlagen, wandte ſich
aber dem Handelsſtande zu und war
nach ſeiner in Greifswald verbrach-
ten Lehrzeit als Kaufmann in Ham-
burg und Roſtock tätig. Dann ver-
ließ er ſeinen Beruf und ging zur
Bühne. Bei Jul. Bredes wandern-
der Geſellſchaft begann er in Hage-
now ſeine theatraliſche Wirkſamkeit,
dann war er in Lüneburg, in Put-
bus, Bromberg u. Aachen tätig und
kam 1871 nach Berlin, wo er erſt am
Réuniontheater, ſeit 1872 am Va-
riététheater, ſpäter als Hausdichter
am Krollſchen u. am Wallner-Thea-
ter und ſeit 1882 am Adolf-Ernſt-
Theater wirkte. Als Adolf Ernſt ſein
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Gos
Theater aufgab, zog ſich auch G. von
der Bühne zurück und lebte in ſtiller
Zurückgezogenheit in Berlin bis zu
ſeinem Tode am 17. (n. a. am 18.)
März 1904. Görß hat ſich beſon-
ders als Coupletdichter bekannt ge-
macht, u. viele ſeiner Coupletrefrains
haben jahrelang kurſiert.

S:

Das
paſſendſte Präſent (Schw.), 1876. 2. A.
1903. – Die Bratpfanne (P. m. Geſ.),
1877. – Zu Befehl, Herr Leutnant!
(Schwank), 1878. – Ein Schiller-
Schwärmer (Soloſzene), 1879. –
Großer Preis-Ringkampf (Schw. mit
Geſ.), 1879.

*Goslar, Emma,

wurde am 23.
Mai 1849 in Hornburg an der Jlſe,
einem Städtchen am Fuße des Har-
zes, als Tochter eines Kaufmanns
geboren. Jhre Mutter verlor ſie
ſchon im dritten Jahre, u. ihre Stief-
mutter führte ſie in alle Arbeiten des
Haushalts ein. Als Emma elf Jahre
alt war, richtete der Vater ein zwei-
tes Geſchäft in Elberfeld ein, das gut
rentierte, und da ſeine Familienglie-
der ſämtlich muſikaliſch beanlagt wa-
ren, ſo wurde ſein Haus bald der
Mittelpunkt guter Muſik. Sie iſt auch,
im Verein mit der Poeſie, unſerer
Dichterin eine treue Begleiterin
durchs Leben geblieben. Jm Jahre
1869 verheiratete ſie ſich mit einem
Kaufmann in Siegen, und da ſie aus
früherer Zeit daran gewöhnt war,
im Geſchäfte tätig zu ſein, ſo ſtand ſie
ihm darin mit Erfolg zur Seite. Frei-
lich drängte das materielle Leben und
die Erziehung von ſechs Kindern für
lange Zeit jegliche poetiſche Betäti-
gung zurück: die Muſik aber fand im
Hauſe ſtete Pflege. Nach Aufgabe
des kaufmänniſchen Geſchäfts erteilte
Emma G. Unterricht im Klavierſpiel,
Geſang und in der Deklamation; auch
iſt ſie als Vortragsmeiſterin in grö-
ßeren Städten tätig.

S:

Unter Pal-
men (Ge.), 1905 (Selbſtverlag). –
Jn Sturm und Sonnenſchein (Ge.),
1909.

*
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[410/0414] Gör Gos das katholiſche Deutſchland“ u. gab 1846–48 das „Deutſche Hausbuch“ heraus. Von ſeinen ſonſtigen Schrif- ten iſt beſonders hervorzuheben „Die Jungfrau von Orleans. Nach den Prozeßakten und Chroniken“ (1834), zu der er längere Zeit an Ort und Stelle in Frankreich eingehende Stu- dien gemacht hatte. S: Feſtkalender in Bildern und Liedern (mit Fr. von Pocci u. a.), 18 Hefte, 1835–38. – Schön Röslein (M.), 1838. – Das Leben der heiligen Cäcilia (Ep. G.), 1843. – Marienlieder, 1843. – Ge- dichte, 1844. – Der hürnen Siegfried u. ſein Kampf mit dem Drachen (Sg.), 1843. – Das Weihnachtskripplein, oder: Prinz Schreimund und Prin- zeſſin Schweigſtille (Ein Chriſttags- büchlein), 1843. – Die arme Pilgerin zum heil. Rocke u. Der kritiſche Katzen- jammer (2 Ge.), 1844. – Die Gottes- fahrt nach Trier und Des Teufels Landſturm (2 Ge.), 1844. 7. A. 1846. – Geiſtliche Lieder (in Muſik geſetzt von Marie Görres), 1845. – Friſche Lieder für friſche Kinder (in Muſik geſetzt von Marie G.), 1849. Görß, Guſtav, wurde am 4. Juni 1845 zu Neuſtrelitz in Mecklenburg geboren, wo ſeine Eltern ein Stroh- hutgeſchäft betrieben, beſuchte das dortige Gymnaſium, um die geiſtliche Laufbahn einzuſchlagen, wandte ſich aber dem Handelsſtande zu und war nach ſeiner in Greifswald verbrach- ten Lehrzeit als Kaufmann in Ham- burg und Roſtock tätig. Dann ver- ließ er ſeinen Beruf und ging zur Bühne. Bei Jul. Bredes wandern- der Geſellſchaft begann er in Hage- now ſeine theatraliſche Wirkſamkeit, dann war er in Lüneburg, in Put- bus, Bromberg u. Aachen tätig und kam 1871 nach Berlin, wo er erſt am Réuniontheater, ſeit 1872 am Va- riététheater, ſpäter als Hausdichter am Krollſchen u. am Wallner-Thea- ter und ſeit 1882 am Adolf-Ernſt- Theater wirkte. Als Adolf Ernſt ſein Theater aufgab, zog ſich auch G. von der Bühne zurück und lebte in ſtiller Zurückgezogenheit in Berlin bis zu ſeinem Tode am 17. (n. a. am 18.) März 1904. Görß hat ſich beſon- ders als Coupletdichter bekannt ge- macht, u. viele ſeiner Coupletrefrains haben jahrelang kurſiert. S: Das paſſendſte Präſent (Schw.), 1876. 2. A. 1903. – Die Bratpfanne (P. m. Geſ.), 1877. – Zu Befehl, Herr Leutnant! (Schwank), 1878. – Ein Schiller- Schwärmer (Soloſzene), 1879. – Großer Preis-Ringkampf (Schw. mit Geſ.), 1879. *Goslar, Emma, wurde am 23. Mai 1849 in Hornburg an der Jlſe, einem Städtchen am Fuße des Har- zes, als Tochter eines Kaufmanns geboren. Jhre Mutter verlor ſie ſchon im dritten Jahre, u. ihre Stief- mutter führte ſie in alle Arbeiten des Haushalts ein. Als Emma elf Jahre alt war, richtete der Vater ein zwei- tes Geſchäft in Elberfeld ein, das gut rentierte, und da ſeine Familienglie- der ſämtlich muſikaliſch beanlagt wa- ren, ſo wurde ſein Haus bald der Mittelpunkt guter Muſik. Sie iſt auch, im Verein mit der Poeſie, unſerer Dichterin eine treue Begleiterin durchs Leben geblieben. Jm Jahre 1869 verheiratete ſie ſich mit einem Kaufmann in Siegen, und da ſie aus früherer Zeit daran gewöhnt war, im Geſchäfte tätig zu ſein, ſo ſtand ſie ihm darin mit Erfolg zur Seite. Frei- lich drängte das materielle Leben und die Erziehung von ſechs Kindern für lange Zeit jegliche poetiſche Betäti- gung zurück: die Muſik aber fand im Hauſe ſtete Pflege. Nach Aufgabe des kaufmänniſchen Geſchäfts erteilte Emma G. Unterricht im Klavierſpiel, Geſang und in der Deklamation; auch iſt ſie als Vortragsmeiſterin in grö- ßeren Städten tätig. S: Unter Pal- men (Ge.), 1905 (Selbſtverlag). – Jn Sturm und Sonnenſchein (Ge.), 1909. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 410. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/414>, abgerufen am 22.02.2019.