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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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mehrere historische und literarische
Schriften, von denen besonders seine
"Jdee des Polentums. Zwei Bücher
polnischer Leidensgeschichte" (1848)
und seine "Geschichte des römischen
Kaisers Hadrian u. seiner Zeit" (1851)
erwähnenswert sind. Jm Früh-
jahr 1852 begab sich G. nach Jtalien,
das er seitdem nach allen Richtungen
hin durchwandert hat. Die interes-
santen Ergebnisse seiner Beobachtun-
gen und Studien in Jtalien sind in
den unten verzeichneten Werken ent-
halten. Seinen bleibenden Wohnsitz
nahm er in Rom, und hier weilte er
bis zum Jahre 1874, zunächst mit der
Abfassung seines bedeutendsten Wer-
kes beschäftigt, "Geschichte der Stadt
Rom im Mittelalter" (VIII, 1859-72;
5. A. 1910), zu dessen Übersetzung ins
Jtalienische der römische Gemeinde-
rat die Mittel zur Verfügung stellte,
während die päpstliche Regierung es
auf den Jndex setzte. Von Preußen
aus erhielt G. zur Vollendung dieses
Werkes schon 1860 eine Unterstützung
von 400 Talern auf zwei Jahre, die
aber später verlängert wurde; die
bayerische Akademie der Wissenschaf-
ten ernannte ihn zu ihrem korrespon-
dierenden Mitgliede und die Stadt
Rom verlieh dem Verfasser 1876 das
Ehrenbürgerrecht. Seit dem Jahre
1874 lebte G. in München, kehrte aber
alljährlich auf einige Monate nach
Rom zurück. Auch unternahm er in
seinem Alter noch ausgedehnte Rei-
sen, so 1878 nach Frankreich, 1880
nach Griechenland, 1882 nach dem
Orient, Palästina und Ägypten und
1890 nach dem Norden Deutschlands.
Er + in München am 1. Mai 1891.

S:

Konrad Siebenhorns Höllenbriefe
an seine lieben Freunde in Deutsch-
land, hrsg. v. Ferdinand Fuchs-
mund
[pseud.] (Sat. auf die Zeit-
verhältnisse), 1843. - Werdomar und
Wladislaw (R.); II, 1845. - Die
Polen- und Magyarenlieder, 1849. -
Der Tod des Tiberius (Tr.), 1851. -
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Gre
Euphorion (D. aus Pompeji), 1858.
5. A. 1883. - Goethes Wilhelm Mei-
ster in seinen sozialistischen Elemen-
ten, 1849. - Korsika; II, 1854. 3. A.
1878. - Lieder des Giovanni Meli
von Palermo; übers., 1856. - Wan-
derjahre in Jtalien (I. Figuren. Ge-
schichte, Leben u. Szenerie aus Jta-
lien, 1856. 9. A. 1905. - II. Siciliana.
Wanderungen in Neapel u. Sizilien,
1860. - III. Lateinische Sommer, 1863.
8. A. 1904. - IV. Von Ravenna bis
Mentana, 1871. - V. Apulische Land-
schaften, 1877). - Lucrezia Borgia,
1874. 3. A. 1875. - Die Jnsel Capri,
1867. - Athenais. Gesch. einer byzan-
tinischen Kaiserin, 1882. 3. A. 1892.
- Korfu (Jonische Jdylle), 1882. -
Kleine Schriften zur Geschichte und
Kultur; III, 1886-92. - Geschichte
der Stadt Athen im Mittelalter; II,
1889. - Gedichte; hrsg. v. Ad. Frdr.
Graf von Schack, 1892. - Römische
Tagebücher; hrsg. v. Frdr. Althaus,
1892. - Briefe an den Staatssekretär
Hermann von Thile (hrsg. v. Herm.
v. Petersdorff), 1894. - Ferdinand
Gregorovius und seine Briefe an
Gräfin Erfilia Caetani Lovatelli,
1896.

*Greif, Martin,

heißt eigentlich
Friedrich Hermann Frey, doch
ist ihm durch landesherrliche Bewilli-
gung 1882 sein Pseudonym als bür-
gerlicher Beiname verliehen worden.
Er wurde am 18. Juni 1839 zu Speier
als der Sohn des damaligen Regie-
rungsrats Max Frey (vordem Ka-
binettsrat des Königs Otto v. Grie-
chenland) geboren, besuchte das dor-
tige Gymnasium u. nach der Versetzung
seines Vaters nach München das Lud-
wigs-Gymnasium daselbst, das er
aber schon nach einem Jahre (1857)
wieder verließ, um als Regiments-
kadett in die bayerische Artillerie ein-
zutreten. 1859 wurde er Leutnant u.
schied als solcher, nachdem er schon
einmal temporär die Armee verlassen
hatte, 1867 mit Pension aus dem

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Gre
mehrere hiſtoriſche und literariſche
Schriften, von denen beſonders ſeine
„Jdee des Polentums. Zwei Bücher
polniſcher Leidensgeſchichte“ (1848)
und ſeine „Geſchichte des römiſchen
Kaiſers Hadrian u. ſeiner Zeit“ (1851)
erwähnenswert ſind. Jm Früh-
jahr 1852 begab ſich G. nach Jtalien,
das er ſeitdem nach allen Richtungen
hin durchwandert hat. Die intereſ-
ſanten Ergebniſſe ſeiner Beobachtun-
gen und Studien in Jtalien ſind in
den unten verzeichneten Werken ent-
halten. Seinen bleibenden Wohnſitz
nahm er in Rom, und hier weilte er
bis zum Jahre 1874, zunächſt mit der
Abfaſſung ſeines bedeutendſten Wer-
kes beſchäftigt, „Geſchichte der Stadt
Rom im Mittelalter“ (VIII, 1859–72;
5. A. 1910), zu deſſen Überſetzung ins
Jtalieniſche der römiſche Gemeinde-
rat die Mittel zur Verfügung ſtellte,
während die päpſtliche Regierung es
auf den Jndex ſetzte. Von Preußen
aus erhielt G. zur Vollendung dieſes
Werkes ſchon 1860 eine Unterſtützung
von 400 Talern auf zwei Jahre, die
aber ſpäter verlängert wurde; die
bayeriſche Akademie der Wiſſenſchaf-
ten ernannte ihn zu ihrem korreſpon-
dierenden Mitgliede und die Stadt
Rom verlieh dem Verfaſſer 1876 das
Ehrenbürgerrecht. Seit dem Jahre
1874 lebte G. in München, kehrte aber
alljährlich auf einige Monate nach
Rom zurück. Auch unternahm er in
ſeinem Alter noch ausgedehnte Rei-
ſen, ſo 1878 nach Frankreich, 1880
nach Griechenland, 1882 nach dem
Orient, Paläſtina und Ägypten und
1890 nach dem Norden Deutſchlands.
Er † in München am 1. Mai 1891.

S:

Konrad Siebenhorns Höllenbriefe
an ſeine lieben Freunde in Deutſch-
land, hrsg. v. Ferdinand Fuchs-
mund
[pſeud.] (Sat. auf die Zeit-
verhältniſſe), 1843. – Werdomar und
Wladislaw (R.); II, 1845. – Die
Polen- und Magyarenlieder, 1849. –
Der Tod des Tiberius (Tr.), 1851. –
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Gre
Euphorion (D. aus Pompeji), 1858.
5. A. 1883. – Goethes Wilhelm Mei-
ſter in ſeinen ſozialiſtiſchen Elemen-
ten, 1849. – Korſika; II, 1854. 3. A.
1878. – Lieder des Giovanni Meli
von Palermo; überſ., 1856. – Wan-
derjahre in Jtalien (I. Figuren. Ge-
ſchichte, Leben u. Szenerie aus Jta-
lien, 1856. 9. A. 1905. – II. Siciliana.
Wanderungen in Neapel u. Sizilien,
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8. A. 1904. – IV. Von Ravenna bis
Mentana, 1871. – V. Apuliſche Land-
ſchaften, 1877). – Lucrezia Borgia,
1874. 3. A. 1875. – Die Jnſel Capri,
1867. – Athenais. Geſch. einer byzan-
tiniſchen Kaiſerin, 1882. 3. A. 1892.
– Korfu (Joniſche Jdylle), 1882. –
Kleine Schriften zur Geſchichte und
Kultur; III, 1886–92. – Geſchichte
der Stadt Athen im Mittelalter; II,
1889. – Gedichte; hrsg. v. Ad. Frdr.
Graf von Schack, 1892. – Römiſche
Tagebücher; hrsg. v. Frdr. Althaus,
1892. – Briefe an den Staatsſekretär
Hermann von Thile (hrsg. v. Herm.
v. Petersdorff), 1894. – Ferdinand
Gregorovius und ſeine Briefe an
Gräfin Erfilia Caetani Lovatelli,
1896.

*Greif, Martin,

heißt eigentlich
Friedrich Hermann Frey, doch
iſt ihm durch landesherrliche Bewilli-
gung 1882 ſein Pſeudonym als bür-
gerlicher Beiname verliehen worden.
Er wurde am 18. Juni 1839 zu Speier
als der Sohn des damaligen Regie-
rungsrats Max Frey (vordem Ka-
binettsrat des Königs Otto v. Grie-
chenland) geboren, beſuchte das dor-
tige Gymnaſium u. nach der Verſetzung
ſeines Vaters nach München das Lud-
wigs-Gymnaſium daſelbſt, das er
aber ſchon nach einem Jahre (1857)
wieder verließ, um als Regiments-
kadett in die bayeriſche Artillerie ein-
zutreten. 1859 wurde er Leutnant u.
ſchied als ſolcher, nachdem er ſchon
einmal temporär die Armee verlaſſen
hatte, 1867 mit Penſion aus dem

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[434/0438] Gre Gre mehrere hiſtoriſche und literariſche Schriften, von denen beſonders ſeine „Jdee des Polentums. Zwei Bücher polniſcher Leidensgeſchichte“ (1848) und ſeine „Geſchichte des römiſchen Kaiſers Hadrian u. ſeiner Zeit“ (1851) erwähnenswert ſind. Jm Früh- jahr 1852 begab ſich G. nach Jtalien, das er ſeitdem nach allen Richtungen hin durchwandert hat. Die intereſ- ſanten Ergebniſſe ſeiner Beobachtun- gen und Studien in Jtalien ſind in den unten verzeichneten Werken ent- halten. Seinen bleibenden Wohnſitz nahm er in Rom, und hier weilte er bis zum Jahre 1874, zunächſt mit der Abfaſſung ſeines bedeutendſten Wer- kes beſchäftigt, „Geſchichte der Stadt Rom im Mittelalter“ (VIII, 1859–72; 5. A. 1910), zu deſſen Überſetzung ins Jtalieniſche der römiſche Gemeinde- rat die Mittel zur Verfügung ſtellte, während die päpſtliche Regierung es auf den Jndex ſetzte. Von Preußen aus erhielt G. zur Vollendung dieſes Werkes ſchon 1860 eine Unterſtützung von 400 Talern auf zwei Jahre, die aber ſpäter verlängert wurde; die bayeriſche Akademie der Wiſſenſchaf- ten ernannte ihn zu ihrem korreſpon- dierenden Mitgliede und die Stadt Rom verlieh dem Verfaſſer 1876 das Ehrenbürgerrecht. Seit dem Jahre 1874 lebte G. in München, kehrte aber alljährlich auf einige Monate nach Rom zurück. Auch unternahm er in ſeinem Alter noch ausgedehnte Rei- ſen, ſo 1878 nach Frankreich, 1880 nach Griechenland, 1882 nach dem Orient, Paläſtina und Ägypten und 1890 nach dem Norden Deutſchlands. Er † in München am 1. Mai 1891. S: Konrad Siebenhorns Höllenbriefe an ſeine lieben Freunde in Deutſch- land, hrsg. v. Ferdinand Fuchs- mund [pſeud.] (Sat. auf die Zeit- verhältniſſe), 1843. – Werdomar und Wladislaw (R.); II, 1845. – Die Polen- und Magyarenlieder, 1849. – Der Tod des Tiberius (Tr.), 1851. – Euphorion (D. aus Pompeji), 1858. 5. A. 1883. – Goethes Wilhelm Mei- ſter in ſeinen ſozialiſtiſchen Elemen- ten, 1849. – Korſika; II, 1854. 3. A. 1878. – Lieder des Giovanni Meli von Palermo; überſ., 1856. – Wan- derjahre in Jtalien (I. Figuren. Ge- ſchichte, Leben u. Szenerie aus Jta- lien, 1856. 9. A. 1905. – II. Siciliana. Wanderungen in Neapel u. Sizilien, 1860. – III. Lateiniſche Sommer, 1863. 8. A. 1904. – IV. Von Ravenna bis Mentana, 1871. – V. Apuliſche Land- ſchaften, 1877). – Lucrezia Borgia, 1874. 3. A. 1875. – Die Jnſel Capri, 1867. – Athenais. Geſch. einer byzan- tiniſchen Kaiſerin, 1882. 3. A. 1892. – Korfu (Joniſche Jdylle), 1882. – Kleine Schriften zur Geſchichte und Kultur; III, 1886–92. – Geſchichte der Stadt Athen im Mittelalter; II, 1889. – Gedichte; hrsg. v. Ad. Frdr. Graf von Schack, 1892. – Römiſche Tagebücher; hrsg. v. Frdr. Althaus, 1892. – Briefe an den Staatsſekretär Hermann von Thile (hrsg. v. Herm. v. Petersdorff), 1894. – Ferdinand Gregorovius und ſeine Briefe an Gräfin Erfilia Caetani Lovatelli, 1896. *Greif, Martin, heißt eigentlich Friedrich Hermann Frey, doch iſt ihm durch landesherrliche Bewilli- gung 1882 ſein Pſeudonym als bür- gerlicher Beiname verliehen worden. Er wurde am 18. Juni 1839 zu Speier als der Sohn des damaligen Regie- rungsrats Max Frey (vordem Ka- binettsrat des Königs Otto v. Grie- chenland) geboren, beſuchte das dor- tige Gymnaſium u. nach der Verſetzung ſeines Vaters nach München das Lud- wigs-Gymnaſium daſelbſt, das er aber ſchon nach einem Jahre (1857) wieder verließ, um als Regiments- kadett in die bayeriſche Artillerie ein- zutreten. 1859 wurde er Leutnant u. ſchied als ſolcher, nachdem er ſchon einmal temporär die Armee verlaſſen hatte, 1867 mit Penſion aus dem *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 434. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/438>, abgerufen am 17.02.2019.