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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gri
*Grimme, Friedr. Wilhelm,

wurde
am 25. Dezember 1827 zu Assing-
hausen, einem Dorfe im sogenannten
Kölnischen Sauerland (Provinz West-
falen) als der Sohn eines Dorfschul-
lehrers geboren. Nach Absolvierung
seiner Gymnasialstudien in Brilon
und Arnsberg studierte er seit 1847
in Münster Philologie u. Geschichte,
und machte im Herbste 1852 sein
Staatsexamen. Nachdem er darauf
sein gesetzliches Probejahr am Gym-
nasium zu Arnsberg abgehalten,
wurde er im Herbst 1853 Hilfslehrer
am Gymnasium in Brilon, Ostern
1855 am Gymnasium zu Münster, im
Herbst 1856 ordentlicher Lehrer am
Gymnasium zu Paderborn, 1862 an
demselben zum Oberlehrer befördert
und 1872 zum Direktor des Gymna-
siums in Heiligenstadt (Provinz Sach-
sen) ernannt. Drei Jahre später ver-
lieh ihm die Akademie zu Münster
das Ehrendiplom eines Dr. phil.
Jm Jahre 1885 trat er in den Ruhe-
stand und siedelte nach Münster über,
wo er 1887 die "Edelsteine. Jllustr.
kathol. Jugendschrift" begründete u.
am 3. April 1887 starb.

S:

Gedichte,
1855. - Schwänke und Gedichte in
sauerländischer Mundart, 10. Aufl.
1902. [Jnhalt: Sprikkeln u. Spöne
(1858). - Spargitzen (1859)]. - Bal-
laden und Romanzen, 1859. - Grain
Tüig (d. i. Grün Zeug; Schwänke
und Ge.), 1861. 7. A. 1908. - Jaust
un Durtel, oder: De Kiärmissengank
(Lsp.), 1861. 3. A. 1905. - De Koppel-
schmied (Lsp.), 1861. - Weihnacht-
büchlein, 1863. - Ein Stein auf dem
Herzen (E.), 1865. - Menschen ma-
chen's selten gut (E.), 1865. - Man
soll keinen Jungen ersäufen (E.),
1867. - Galanteryi-Waar' (Schw. u.
Ge.), 1867. 5. A. 1908. - Schlichte
Leute (En. u. Nn. a. d. westfälischen
Volksleben); II, 1868-69. 4. A. 1908.
- Die Kinder aus der Musengasse
(Lsp.), 1875. - De Kumpelmänten-
maker (Lsp.), 1875. 3. A. 1901. - Diu-
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Gri
send Plasäier (Lsp. in sauerländischer
Mundart, 1879 [Jnhalt: De Muste-
rung (1869. 5. A. 1901). - Ümmer
up de olle Hacke (1865. 4. A. 1901).]
- Deutsche Weisen (Ge.), 1881. 4. A.
1903. - Saaten und Früchte (E. a. d.
Volksleben), 1884. - Lank unt wiäß
düär't Land (Mundartliche En.),
1885. 3. A. 1901. - Das Sauerland
und seine Bewohner, 1886. - Lud-
wig Uhland (Gedenkblatt), 1887. -
Bat us de Strunzerdähler hinnerläit
(Geschn. u. Lr.), 1890. 2. A. 1904. -
Auf roter Erde und andere Erzäh-
lungen, 1902. 2. A. 1908. - Auf hei-
mischer Scholle (Geschn. aus West-
falen), 1904. - Auf Trümmern neues
Leben (N.), 1909.

Grimminger, Adolf,

Dichter,
Sänger und Bildhauer, wurde am
2. Mai 1827 in Stuttgart geboren,
wuchs in ärmlichen Verhältnissen
auf, zeigte aber schon frühe Talent
zur Plastik u. besuchte von 1845-48
die dortige Kunstschule, um Bild-
hauer zu werden. Da er eine schöne
Tenorstimme besaß, ließ er sich durch
A. Bayer in München zum Sänger
ausbilden, trat dort 1853 mit glän-
zendem Erfolge auf, so daß er sofort
von Vincenz Lachner für Mannheim
engagiert wurde. Ein Jahr später
berief ihn Ed. Devrient nach Karls-
ruhe, wo er vier Jahre blieb; dann
ging er nach Hannover, Wien und
1860 an die neu gegründete deutsche
Oper nach Rotterdam. Auf Gastspiel-
reisen von dort aus errang er in
Berlin, München, Leipzig, Köln und
Darmstadt reiche Lorbeeren. 1869
kehrte er nach Deutschland zurück und
nahm seinen Aufenthalt in Stuttgart,
wo er der Poesie und der Bildhauer-
kunst lebte und am 8. März 1909 starb.

S:

Mei Derhoim (Ge. in schwäbischer
Mundart), 1868. 7. A. 1908. - Lug-
ins-Land (Ge. in schwäb. Mundart),
1873. - Sprossen und Blüten (Ge.),
1893. - Aus 'em Lerchenescht (Ge. in
schwäbischer Mundart), 1894.

*

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Gri
*Grimme, Friedr. Wilhelm,

wurde
am 25. Dezember 1827 zu Aſſing-
hauſen, einem Dorfe im ſogenannten
Kölniſchen Sauerland (Provinz Weſt-
falen) als der Sohn eines Dorfſchul-
lehrers geboren. Nach Abſolvierung
ſeiner Gymnaſialſtudien in Brilon
und Arnsberg ſtudierte er ſeit 1847
in Münſter Philologie u. Geſchichte,
und machte im Herbſte 1852 ſein
Staatsexamen. Nachdem er darauf
ſein geſetzliches Probejahr am Gym-
naſium zu Arnsberg abgehalten,
wurde er im Herbſt 1853 Hilfslehrer
am Gymnaſium in Brilon, Oſtern
1855 am Gymnaſium zu Münſter, im
Herbſt 1856 ordentlicher Lehrer am
Gymnaſium zu Paderborn, 1862 an
demſelben zum Oberlehrer befördert
und 1872 zum Direktor des Gymna-
ſiums in Heiligenſtadt (Provinz Sach-
ſen) ernannt. Drei Jahre ſpäter ver-
lieh ihm die Akademie zu Münſter
das Ehrendiplom eines Dr. phil.
Jm Jahre 1885 trat er in den Ruhe-
ſtand und ſiedelte nach Münſter über,
wo er 1887 die „Edelſteine. Jlluſtr.
kathol. Jugendſchrift“ begründete u.
am 3. April 1887 ſtarb.

S:

Gedichte,
1855. – Schwänke und Gedichte in
ſauerländiſcher Mundart, 10. Aufl.
1902. [Jnhalt: Sprikkeln u. Spöne
(1858). – Spargitzen (1859)]. – Bal-
laden und Romanzen, 1859. – Grain
Tüig (d. i. Grün Zeug; Schwänke
und Ge.), 1861. 7. A. 1908. – Jauſt
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ſchmied (Lſp.), 1861. – Weihnacht-
büchlein, 1863. – Ein Stein auf dem
Herzen (E.), 1865. – Menſchen ma-
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ſoll keinen Jungen erſäufen (E.),
1867. – Galanteryi-Waar’ (Schw. u.
Ge.), 1867. 5. A. 1908. – Schlichte
Leute (En. u. Nn. a. d. weſtfäliſchen
Volksleben); II, 1868–69. 4. A. 1908.
– Die Kinder aus der Muſengaſſe
(Lſp.), 1875. – De Kumpelmänten-
maker (Lſp.), 1875. 3. A. 1901. – Diu-
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Gri
ſend Plaſäier (Lſp. in ſauerländiſcher
Mundart, 1879 [Jnhalt: De Muſte-
rung (1869. 5. A. 1901). – Ümmer
up de olle Hacke (1865. 4. A. 1901).]
– Deutſche Weiſen (Ge.), 1881. 4. A.
1903. – Saaten und Früchte (E. a. d.
Volksleben), 1884. – Lank unt wiäß
düär’t Land (Mundartliche En.),
1885. 3. A. 1901. – Das Sauerland
und ſeine Bewohner, 1886. – Lud-
wig Uhland (Gedenkblatt), 1887. –
Bat us de Strunzerdähler hinnerläit
(Geſchn. u. Lr.), 1890. 2. A. 1904. –
Auf roter Erde und andere Erzäh-
lungen, 1902. 2. A. 1908. – Auf hei-
miſcher Scholle (Geſchn. aus Weſt-
falen), 1904. – Auf Trümmern neues
Leben (N.), 1909.

Grimminger, Adolf,

Dichter,
Sänger und Bildhauer, wurde am
2. Mai 1827 in Stuttgart geboren,
wuchs in ärmlichen Verhältniſſen
auf, zeigte aber ſchon frühe Talent
zur Plaſtik u. beſuchte von 1845–48
die dortige Kunſtſchule, um Bild-
hauer zu werden. Da er eine ſchöne
Tenorſtimme beſaß, ließ er ſich durch
A. Bayer in München zum Sänger
ausbilden, trat dort 1853 mit glän-
zendem Erfolge auf, ſo daß er ſofort
von Vincenz Lachner für Mannheim
engagiert wurde. Ein Jahr ſpäter
berief ihn Ed. Devrient nach Karls-
ruhe, wo er vier Jahre blieb; dann
ging er nach Hannover, Wien und
1860 an die neu gegründete deutſche
Oper nach Rotterdam. Auf Gaſtſpiel-
reiſen von dort aus errang er in
Berlin, München, Leipzig, Köln und
Darmſtadt reiche Lorbeeren. 1869
kehrte er nach Deutſchland zurück und
nahm ſeinen Aufenthalt in Stuttgart,
wo er der Poeſie und der Bildhauer-
kunſt lebte und am 8. März 1909 ſtarb.

S:

Mei Derhoim (Ge. in ſchwäbiſcher
Mundart), 1868. 7. A. 1908. – Lug-
ins-Land (Ge. in ſchwäb. Mundart),
1873. – Sproſſen und Blüten (Ge.),
1893. – Aus ’em Lercheneſcht (Ge. in
ſchwäbiſcher Mundart), 1894.

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[446/0450] Gri Gri *Grimme, Friedr. Wilhelm, wurde am 25. Dezember 1827 zu Aſſing- hauſen, einem Dorfe im ſogenannten Kölniſchen Sauerland (Provinz Weſt- falen) als der Sohn eines Dorfſchul- lehrers geboren. Nach Abſolvierung ſeiner Gymnaſialſtudien in Brilon und Arnsberg ſtudierte er ſeit 1847 in Münſter Philologie u. Geſchichte, und machte im Herbſte 1852 ſein Staatsexamen. Nachdem er darauf ſein geſetzliches Probejahr am Gym- naſium zu Arnsberg abgehalten, wurde er im Herbſt 1853 Hilfslehrer am Gymnaſium in Brilon, Oſtern 1855 am Gymnaſium zu Münſter, im Herbſt 1856 ordentlicher Lehrer am Gymnaſium zu Paderborn, 1862 an demſelben zum Oberlehrer befördert und 1872 zum Direktor des Gymna- ſiums in Heiligenſtadt (Provinz Sach- ſen) ernannt. Drei Jahre ſpäter ver- lieh ihm die Akademie zu Münſter das Ehrendiplom eines Dr. phil. Jm Jahre 1885 trat er in den Ruhe- ſtand und ſiedelte nach Münſter über, wo er 1887 die „Edelſteine. Jlluſtr. kathol. Jugendſchrift“ begründete u. am 3. April 1887 ſtarb. S: Gedichte, 1855. – Schwänke und Gedichte in ſauerländiſcher Mundart, 10. Aufl. 1902. [Jnhalt: Sprikkeln u. Spöne (1858). – Spargitzen (1859)]. – Bal- laden und Romanzen, 1859. – Grain Tüig (d. i. Grün Zeug; Schwänke und Ge.), 1861. 7. A. 1908. – Jauſt un Durtel, oder: De Kiärmiſſengank (Lſp.), 1861. 3. A. 1905. – De Koppel- ſchmied (Lſp.), 1861. – Weihnacht- büchlein, 1863. – Ein Stein auf dem Herzen (E.), 1865. – Menſchen ma- chen’s ſelten gut (E.), 1865. – Man ſoll keinen Jungen erſäufen (E.), 1867. – Galanteryi-Waar’ (Schw. u. Ge.), 1867. 5. A. 1908. – Schlichte Leute (En. u. Nn. a. d. weſtfäliſchen Volksleben); II, 1868–69. 4. A. 1908. – Die Kinder aus der Muſengaſſe (Lſp.), 1875. – De Kumpelmänten- maker (Lſp.), 1875. 3. A. 1901. – Diu- ſend Plaſäier (Lſp. in ſauerländiſcher Mundart, 1879 [Jnhalt: De Muſte- rung (1869. 5. A. 1901). – Ümmer up de olle Hacke (1865. 4. A. 1901).] – Deutſche Weiſen (Ge.), 1881. 4. A. 1903. – Saaten und Früchte (E. a. d. Volksleben), 1884. – Lank unt wiäß düär’t Land (Mundartliche En.), 1885. 3. A. 1901. – Das Sauerland und ſeine Bewohner, 1886. – Lud- wig Uhland (Gedenkblatt), 1887. – Bat us de Strunzerdähler hinnerläit (Geſchn. u. Lr.), 1890. 2. A. 1904. – Auf roter Erde und andere Erzäh- lungen, 1902. 2. A. 1908. – Auf hei- miſcher Scholle (Geſchn. aus Weſt- falen), 1904. – Auf Trümmern neues Leben (N.), 1909. Grimminger, Adolf, Dichter, Sänger und Bildhauer, wurde am 2. Mai 1827 in Stuttgart geboren, wuchs in ärmlichen Verhältniſſen auf, zeigte aber ſchon frühe Talent zur Plaſtik u. beſuchte von 1845–48 die dortige Kunſtſchule, um Bild- hauer zu werden. Da er eine ſchöne Tenorſtimme beſaß, ließ er ſich durch A. Bayer in München zum Sänger ausbilden, trat dort 1853 mit glän- zendem Erfolge auf, ſo daß er ſofort von Vincenz Lachner für Mannheim engagiert wurde. Ein Jahr ſpäter berief ihn Ed. Devrient nach Karls- ruhe, wo er vier Jahre blieb; dann ging er nach Hannover, Wien und 1860 an die neu gegründete deutſche Oper nach Rotterdam. Auf Gaſtſpiel- reiſen von dort aus errang er in Berlin, München, Leipzig, Köln und Darmſtadt reiche Lorbeeren. 1869 kehrte er nach Deutſchland zurück und nahm ſeinen Aufenthalt in Stuttgart, wo er der Poeſie und der Bildhauer- kunſt lebte und am 8. März 1909 ſtarb. S: Mei Derhoim (Ge. in ſchwäbiſcher Mundart), 1868. 7. A. 1908. – Lug- ins-Land (Ge. in ſchwäb. Mundart), 1873. – Sproſſen und Blüten (Ge.), 1893. – Aus ’em Lercheneſcht (Ge. in ſchwäbiſcher Mundart), 1894. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 446. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/450>, abgerufen am 22.02.2019.