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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Grü
*Grüninger, Hans Martin,

* am
15. Oktober 1862 zu Stühlingen im
badischen Schwarzwald, besuchte zu-
erst die Realschule in Schlintheim bei
Schaffhausen (Schweiz), dann das
Gymnasium in Stuttgart u. studierte
1883-87 in Tübingen, München und
Heidelberg die Rechtswissenschaften.
Nachdem er 1887 in Heidelberg zum
Dr. jur. promoviert worden und im
Frühjahr 1890 das zweite juristische
Examen bestanden hatte, wurde er
Amtsanwalt in Konstanz (1890) und
1893 zum Sekretär am Landgericht
daselbst ernannt. Jm Jahre 1895
wurde er Amtsrichter in Neckar-
bischofsheim, 1899 Oberamtsrichter
daselbst, 1901 in gleicher Eigenschaft
nach Achern versetzt und 1904 zum
Landgerichtsrat in Offenburg beför-
dert.

S:

Gedichte, 1892. - Vom Weg-
rain (Neue Ge.), 1892. - Us em Ober-
land (Alamannische Ge.), 1896. - Aus
den Bergen der Heimat (Dn.), 1905.

Grüninger, Jakob,

geboren am
2. Septbr. 1870 zu Berneck (Kanton
St. Gallen), wandte sich nach Been-
digung der theologischen, humanisti-
schen und literarischen Studien dem
Schulwesen zu und ist seit 1903 Rek-
tor der kantonalen Lehrerbildungs-
anstalt in Schwyz.

S:

Adrian von
Bubenberg (Schsp.), 1902. 3. A. 1903.
- Junges Volk (Sk. a. dem Schüler-
leben), 1906. - Rast und Unrast (Ge.),
1907.

*Grünn, Karl,

geb. am 20. Febr.
1855 in dem von Deutschen bewohn-
ten Flecken Perjamos in Ungarn als
der Sohn des dortigen Schullehrers
und Organisten, wurde bis zum 11.
Jahre vom Vater unterrichtet, der
ihn besonders auch im Klavierspiel
und Zeichnen unterweisen ließ, und
kam dann auf das Gymnasium in
Szegedin, wo er die Fremde, das
Heimweh und auch die Poesie kennen
lernte. Die Bekanntschaft mit Joh.
Scherrs Geschichte der Weltliteratur
bestimmte ihn, auch Englisch, Franzö-
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Gru
sisch und Jtalienisch zu erlernen, um
die großen Dichter dieser Nationen
in ihrer eigenen Sprache zu studieren.
Jm Jahre 1872 trat G. in das theo-
logische Seminar in Temesvar ein u.
empfing hier 1878 die Priesterweihe.
Eine Reise während dieser Zeit (1876)
in die Gegenden der unteren Donau,
welche ihn eine großartige Natur und
einen schönen Menschenschlag mit
ihrer malerischen Tracht und home-
rischen Lebensweise kennen lehrte,
hinterließ in ihm gewaltige und be-
zaubernde Eindrücke. G., der im Laufe
der Jahre als Geistlicher an verschie-
denen Orten tätig war, ist jetzt Pfarr-
verweser in Homilitz bei Pancsova.

S:

Gedichte, 1897.

Grunow, Johannes (Hans),

wur-
de am 11. Oktbr. 1845 in Leipzig als
der Sohn eines Verlagsbuchhändlers
geboren und von Jugend auf gleich-
falls für die Laufbahn eines Buch-
händlers bestimmt. Nach einigen
Lehr- und Wanderjahren, die er in
Stuttgart, Hannover u. London ver-
brachte, kam er 1870 in das väterliche
Geschäft, das er seit 1879, nach des
Vaters Tode, allein leitete. Seit die-
ser Zeit gab er auch selbständig "Die
Grenzboten" heraus, wobei ihm bis
1897 Gustav Wustmann treu zur Seite
stand. Hin und wieder schrieb er auch
selbst Aufsätze für diese Zeitschrift, die
sich besonders durch originelle Jdeen
und durch glänzenden Stil auszeich-
neten. Er starb am 1. April 1906.

S:

Vom Wege (En.: Auf der Alm. -
Das Männlein. - Hinab!), 1901.

*Grunsky, Karl,

geb. am 5. März
1871 in Schornbach (Württemberg),
erhielt seine Erziehung in den evan-
gel.-theolog. Seminarien zu Maul-
bronn und Blaubeuren und begann
darauf im Tübinger Stift das Stu-
dium der Theologie und Philosophie.
Jm Jahre 1893 trat er jedoch aus
dem Stift aus, unternahm Studien-
reisen und wandte sich nach längerem
Schwanken 1895 der Musik zu. Er

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Grü
*Grüninger, Hans Martin,

* am
15. Oktober 1862 zu Stühlingen im
badiſchen Schwarzwald, beſuchte zu-
erſt die Realſchule in Schlintheim bei
Schaffhauſen (Schweiz), dann das
Gymnaſium in Stuttgart u. ſtudierte
1883–87 in Tübingen, München und
Heidelberg die Rechtswiſſenſchaften.
Nachdem er 1887 in Heidelberg zum
Dr. jur. promoviert worden und im
Frühjahr 1890 das zweite juriſtiſche
Examen beſtanden hatte, wurde er
Amtsanwalt in Konſtanz (1890) und
1893 zum Sekretär am Landgericht
daſelbſt ernannt. Jm Jahre 1895
wurde er Amtsrichter in Neckar-
biſchofsheim, 1899 Oberamtsrichter
daſelbſt, 1901 in gleicher Eigenſchaft
nach Achern verſetzt und 1904 zum
Landgerichtsrat in Offenburg beför-
dert.

S:

Gedichte, 1892. – Vom Weg-
rain (Neue Ge.), 1892. – Us em Ober-
land (Alamanniſche Ge.), 1896. – Aus
den Bergen der Heimat (Dn.), 1905.

Grüninger, Jakob,

geboren am
2. Septbr. 1870 zu Berneck (Kanton
St. Gallen), wandte ſich nach Been-
digung der theologiſchen, humaniſti-
ſchen und literariſchen Studien dem
Schulweſen zu und iſt ſeit 1903 Rek-
tor der kantonalen Lehrerbildungs-
anſtalt in Schwyz.

S:

Adrian von
Bubenberg (Schſp.), 1902. 3. A. 1903.
– Junges Volk (Sk. a. dem Schüler-
leben), 1906. – Raſt und Unraſt (Ge.),
1907.

*Grünn, Karl,

geb. am 20. Febr.
1855 in dem von Deutſchen bewohn-
ten Flecken Perjámos in Ungarn als
der Sohn des dortigen Schullehrers
und Organiſten, wurde bis zum 11.
Jahre vom Vater unterrichtet, der
ihn beſonders auch im Klavierſpiel
und Zeichnen unterweiſen ließ, und
kam dann auf das Gymnaſium in
Szegedin, wo er die Fremde, das
Heimweh und auch die Poeſie kennen
lernte. Die Bekanntſchaft mit Joh.
Scherrs Geſchichte der Weltliteratur
beſtimmte ihn, auch Engliſch, Franzö-
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Gru
ſiſch und Jtalieniſch zu erlernen, um
die großen Dichter dieſer Nationen
in ihrer eigenen Sprache zu ſtudieren.
Jm Jahre 1872 trat G. in das theo-
logiſche Seminar in Temesvár ein u.
empfing hier 1878 die Prieſterweihe.
Eine Reiſe während dieſer Zeit (1876)
in die Gegenden der unteren Donau,
welche ihn eine großartige Natur und
einen ſchönen Menſchenſchlag mit
ihrer maleriſchen Tracht und home-
riſchen Lebensweiſe kennen lehrte,
hinterließ in ihm gewaltige und be-
zaubernde Eindrücke. G., der im Laufe
der Jahre als Geiſtlicher an verſchie-
denen Orten tätig war, iſt jetzt Pfarr-
verweſer in Homilitz bei Pancsova.

S:

Gedichte, 1897.

Grunow, Johannes (Hans),

wur-
de am 11. Oktbr. 1845 in Leipzig als
der Sohn eines Verlagsbuchhändlers
geboren und von Jugend auf gleich-
falls für die Laufbahn eines Buch-
händlers beſtimmt. Nach einigen
Lehr- und Wanderjahren, die er in
Stuttgart, Hannover u. London ver-
brachte, kam er 1870 in das väterliche
Geſchäft, das er ſeit 1879, nach des
Vaters Tode, allein leitete. Seit die-
ſer Zeit gab er auch ſelbſtändig „Die
Grenzboten“ heraus, wobei ihm bis
1897 Guſtav Wuſtmann treu zur Seite
ſtand. Hin und wieder ſchrieb er auch
ſelbſt Aufſätze für dieſe Zeitſchrift, die
ſich beſonders durch originelle Jdeen
und durch glänzenden Stil auszeich-
neten. Er ſtarb am 1. April 1906.

S:

Vom Wege (En.: Auf der Alm. –
Das Männlein. – Hinab!), 1901.

*Grunsky, Karl,

geb. am 5. März
1871 in Schornbach (Württemberg),
erhielt ſeine Erziehung in den evan-
gel.-theolog. Seminarien zu Maul-
bronn und Blaubeuren und begann
darauf im Tübinger Stift das Stu-
dium der Theologie und Philoſophie.
Jm Jahre 1893 trat er jedoch aus
dem Stift aus, unternahm Studien-
reiſen und wandte ſich nach längerem
Schwanken 1895 der Muſik zu. Er

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[476/0480] Grü Gru *Grüninger, Hans Martin, * am 15. Oktober 1862 zu Stühlingen im badiſchen Schwarzwald, beſuchte zu- erſt die Realſchule in Schlintheim bei Schaffhauſen (Schweiz), dann das Gymnaſium in Stuttgart u. ſtudierte 1883–87 in Tübingen, München und Heidelberg die Rechtswiſſenſchaften. Nachdem er 1887 in Heidelberg zum Dr. jur. promoviert worden und im Frühjahr 1890 das zweite juriſtiſche Examen beſtanden hatte, wurde er Amtsanwalt in Konſtanz (1890) und 1893 zum Sekretär am Landgericht daſelbſt ernannt. Jm Jahre 1895 wurde er Amtsrichter in Neckar- biſchofsheim, 1899 Oberamtsrichter daſelbſt, 1901 in gleicher Eigenſchaft nach Achern verſetzt und 1904 zum Landgerichtsrat in Offenburg beför- dert. S: Gedichte, 1892. – Vom Weg- rain (Neue Ge.), 1892. – Us em Ober- land (Alamanniſche Ge.), 1896. – Aus den Bergen der Heimat (Dn.), 1905. Grüninger, Jakob, geboren am 2. Septbr. 1870 zu Berneck (Kanton St. Gallen), wandte ſich nach Been- digung der theologiſchen, humaniſti- ſchen und literariſchen Studien dem Schulweſen zu und iſt ſeit 1903 Rek- tor der kantonalen Lehrerbildungs- anſtalt in Schwyz. S: Adrian von Bubenberg (Schſp.), 1902. 3. A. 1903. – Junges Volk (Sk. a. dem Schüler- leben), 1906. – Raſt und Unraſt (Ge.), 1907. *Grünn, Karl, geb. am 20. Febr. 1855 in dem von Deutſchen bewohn- ten Flecken Perjámos in Ungarn als der Sohn des dortigen Schullehrers und Organiſten, wurde bis zum 11. Jahre vom Vater unterrichtet, der ihn beſonders auch im Klavierſpiel und Zeichnen unterweiſen ließ, und kam dann auf das Gymnaſium in Szegedin, wo er die Fremde, das Heimweh und auch die Poeſie kennen lernte. Die Bekanntſchaft mit Joh. Scherrs Geſchichte der Weltliteratur beſtimmte ihn, auch Engliſch, Franzö- ſiſch und Jtalieniſch zu erlernen, um die großen Dichter dieſer Nationen in ihrer eigenen Sprache zu ſtudieren. Jm Jahre 1872 trat G. in das theo- logiſche Seminar in Temesvár ein u. empfing hier 1878 die Prieſterweihe. Eine Reiſe während dieſer Zeit (1876) in die Gegenden der unteren Donau, welche ihn eine großartige Natur und einen ſchönen Menſchenſchlag mit ihrer maleriſchen Tracht und home- riſchen Lebensweiſe kennen lehrte, hinterließ in ihm gewaltige und be- zaubernde Eindrücke. G., der im Laufe der Jahre als Geiſtlicher an verſchie- denen Orten tätig war, iſt jetzt Pfarr- verweſer in Homilitz bei Pancsova. S: Gedichte, 1897. Grunow, Johannes (Hans), wur- de am 11. Oktbr. 1845 in Leipzig als der Sohn eines Verlagsbuchhändlers geboren und von Jugend auf gleich- falls für die Laufbahn eines Buch- händlers beſtimmt. Nach einigen Lehr- und Wanderjahren, die er in Stuttgart, Hannover u. London ver- brachte, kam er 1870 in das väterliche Geſchäft, das er ſeit 1879, nach des Vaters Tode, allein leitete. Seit die- ſer Zeit gab er auch ſelbſtändig „Die Grenzboten“ heraus, wobei ihm bis 1897 Guſtav Wuſtmann treu zur Seite ſtand. Hin und wieder ſchrieb er auch ſelbſt Aufſätze für dieſe Zeitſchrift, die ſich beſonders durch originelle Jdeen und durch glänzenden Stil auszeich- neten. Er ſtarb am 1. April 1906. S: Vom Wege (En.: Auf der Alm. – Das Männlein. – Hinab!), 1901. *Grunsky, Karl, geb. am 5. März 1871 in Schornbach (Württemberg), erhielt ſeine Erziehung in den evan- gel.-theolog. Seminarien zu Maul- bronn und Blaubeuren und begann darauf im Tübinger Stift das Stu- dium der Theologie und Philoſophie. Jm Jahre 1893 trat er jedoch aus dem Stift aus, unternahm Studien- reiſen und wandte ſich nach längerem Schwanken 1895 der Muſik zu. Er *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 476. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/480>, abgerufen am 14.11.2018.