Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Gru
Dienstexamens wurde er im Frühjahr
1860 vom Fürsten von Waldburg-
Wurzach nach Aitrach berufen, wo er
44 Jahre als Lehrer, Chordirigent
und Mesner tätig war. Als er 1904
in den Ruhestand trat, verlieh ihm
seine Gemeinde das Ehrenbürgerrecht.

S:

Blütenhain (Ge. profanen u. reli-
giös. Jnhalts), 1891. - Das Kind des
Landwehrmanns (Familiendrama a.
d. Kriegsjahren 1870-71. Text und
Musik v. Gr.), o. J. - Verloren und
wiedergefunden (Melodrama, Text u.
Musik), 1901.

Gruppe, Otto Friedrich,

wurde
am 15. April 1804 zu Danzig gebo-
ren. Sein Vater, ein wohlhabender
Kaufmann und Fabrikbesitzer, hatte
ihn für seinen Beruf bestimmt u. ließ
ihm deshalb eine dahinzielende Vor-
bildung angedeihen. Jm 16. Jahre
entschloß sich der Sohn jedoch zum
gelehrten Studium und besuchte nun
das Gymnasium seiner Vaterstadt,
worauf er 1825 zur Universität Ber-
lin überging, um Philosophie zu stu-
dieren. Hier trat er in engen Verkehr
mit den ersten Philologen, Archäo-
logen und Kunstkennern und wurde
durch sie zu einem speziellen Kunst-
studium angeregt. Nach Beendigung
seiner Studien trat er als Schrift-
steller auf poetischem, kritischem,
ästhetischem und philosophischem Ge-
biete auf und sicherte sich durch seine
Tätigkeit eine unabhängige Stellung,
so daß er den Verlust des väterlichen
Vermögens weniger empfand. Jm
Jahre 1835 übernahm er die Leitung
des literarischen Feuilletons der
"Preußischen Staatszeitung", trat
1842 in das Ministerium des Kultus,
wo er zunächst für das Kunstfach ver-
wendet wurde, und erhielt 1844 eine
Professur an der Berliner Universi-
tät für Philosophie und Geschichte.
Seit 1862 war er ständiger Sekretär
der Akademie der Künste und + am 7.
Januar 1876. Von seinen philoso-
phischen und sonstigen Schriften sind
[Spaltenumbruch]

Gru
hervorzuheben: "Antäus (Briefwech-
sel über spekulative Philosophie in
ihrem Konflikt mit Wissenschaft und
Sprache), 1831. - Wendepunkt der
Philosophie im 19. Jahrhundert,
1834. - Ariadne. Die tragische Kunst
der Griechen in ihrer Entwicklung u.
in ihrem Zusammenhange mit der
Volkspoesie, 1834. - Lyrisches Schatz-
kästlein der Deutschen (Anthologie
seit Opitz), 1836. - Über die Entwick-
lung der deutschen Kunst, 1837. - Die
römische Elegie; II, 1838-39. - Über
die Theogonie des Hesiod, 1841. -
Bruno Bauer und die akademische
Lehrfreiheit, 1842. - Der deutsche
Dichterwald, hrsg., III, 1848-49. -
Deutscher Musenalmanach a. die J.
1851-55. - Sagen und Geschichten
des deutschen Volkes aus dem Munde
seiner Dichter, 1854. - Gegenwart
u. Zukunft der Philosophie in Deutsch-
land, 1855. - Reinhold Lenz' Werke
und Leben; hrsg., 1861. - Deutsche
Übersetzerkunst, 1859. - Leben und
Wirken deutscher Dichter; V, 1863-71.

S:

Alboin, König der Langobarden
(Ep. G.), 1830. - Die Winde, oder:
Ganz absolute Konstruktion der neue-
ren Weltgeschichte durch Oberons
Horn, gedichtet von Absolutus von
Hegelingen
(pseud.) Zauberspiel,
1830. - Gedichte, 1835. - Königin
Bertha (G.), 1848. - Theudelinde,
Königin der Langobarden (G.), 1849.
- Kaiser Karl (Ep. Trilogie), 1852. -
Firdusi (Ep. G.), 1856. - Ruth, To-
bias, Sulamith (3 bibl. Ge.), 1857. -
Otto von Wittelsbach (Tr.), 1860. -
Demetrius (Fragment von Schiller,
für die Bühne bearb. u. fortgeführt),
1860. - Vaterländische Gedichte, 1866.
Neue Folge, 1867. Beide vereinigt,
1883. - Gedichte, in Auswahl hrsg.
von seinem Sohne, 1904.

*Grusemann, Michael,

geb. am
18. Dezember 1877 in Rußland, war
schon nach einem Jahre völlig ver-
waist. Bis zum 13. Jahre besuchte er
die Schule, bildete sich dann aber mit

*


[Spaltenumbruch]

Gru
Dienſtexamens wurde er im Frühjahr
1860 vom Fürſten von Waldburg-
Wurzach nach Aitrach berufen, wo er
44 Jahre als Lehrer, Chordirigent
und Mesner tätig war. Als er 1904
in den Ruheſtand trat, verlieh ihm
ſeine Gemeinde das Ehrenbürgerrecht.

S:

Blütenhain (Ge. profanen u. reli-
giöſ. Jnhalts), 1891. – Das Kind des
Landwehrmanns (Familiendrama a.
d. Kriegsjahren 1870–71. Text und
Muſik v. Gr.), o. J. – Verloren und
wiedergefunden (Melodrama, Text u.
Muſik), 1901.

Gruppe, Otto Friedrich,

wurde
am 15. April 1804 zu Danzig gebo-
ren. Sein Vater, ein wohlhabender
Kaufmann und Fabrikbeſitzer, hatte
ihn für ſeinen Beruf beſtimmt u. ließ
ihm deshalb eine dahinzielende Vor-
bildung angedeihen. Jm 16. Jahre
entſchloß ſich der Sohn jedoch zum
gelehrten Studium und beſuchte nun
das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt,
worauf er 1825 zur Univerſität Ber-
lin überging, um Philoſophie zu ſtu-
dieren. Hier trat er in engen Verkehr
mit den erſten Philologen, Archäo-
logen und Kunſtkennern und wurde
durch ſie zu einem ſpeziellen Kunſt-
ſtudium angeregt. Nach Beendigung
ſeiner Studien trat er als Schrift-
ſteller auf poetiſchem, kritiſchem,
äſthetiſchem und philoſophiſchem Ge-
biete auf und ſicherte ſich durch ſeine
Tätigkeit eine unabhängige Stellung,
ſo daß er den Verluſt des väterlichen
Vermögens weniger empfand. Jm
Jahre 1835 übernahm er die Leitung
des literariſchen Feuilletons der
„Preußiſchen Staatszeitung“, trat
1842 in das Miniſterium des Kultus,
wo er zunächſt für das Kunſtfach ver-
wendet wurde, und erhielt 1844 eine
Profeſſur an der Berliner Univerſi-
tät für Philoſophie und Geſchichte.
Seit 1862 war er ſtändiger Sekretär
der Akademie der Künſte und † am 7.
Januar 1876. Von ſeinen philoſo-
phiſchen und ſonſtigen Schriften ſind
[Spaltenumbruch]

Gru
hervorzuheben: „Antäus (Briefwech-
ſel über ſpekulative Philoſophie in
ihrem Konflikt mit Wiſſenſchaft und
Sprache), 1831. – Wendepunkt der
Philoſophie im 19. Jahrhundert,
1834. – Ariadne. Die tragiſche Kunſt
der Griechen in ihrer Entwicklung u.
in ihrem Zuſammenhange mit der
Volkspoeſie, 1834. – Lyriſches Schatz-
käſtlein der Deutſchen (Anthologie
ſeit Opitz), 1836. – Über die Entwick-
lung der deutſchen Kunſt, 1837. – Die
römiſche Elegie; II, 1838–39. – Über
die Theogonie des Heſiod, 1841. –
Bruno Bauer und die akademiſche
Lehrfreiheit, 1842. – Der deutſche
Dichterwald, hrsg., III, 1848–49. –
Deutſcher Muſenalmanach a. die J.
1851–55. – Sagen und Geſchichten
des deutſchen Volkes aus dem Munde
ſeiner Dichter, 1854. – Gegenwart
u. Zukunft der Philoſophie in Deutſch-
land, 1855. – Reinhold Lenz’ Werke
und Leben; hrsg., 1861. – Deutſche
Überſetzerkunſt, 1859. – Leben und
Wirken deutſcher Dichter; V, 1863–71.

S:

Alboin, König der Langobarden
(Ep. G.), 1830. – Die Winde, oder:
Ganz abſolute Konſtruktion der neue-
ren Weltgeſchichte durch Oberons
Horn, gedichtet von Abſolutus von
Hegelingen
(pſeud.) Zauberſpiel,
1830. – Gedichte, 1835. – Königin
Bertha (G.), 1848. – Theudelinde,
Königin der Langobarden (G.), 1849.
– Kaiſer Karl (Ep. Trilogie), 1852. –
Firduſi (Ep. G.), 1856. – Ruth, To-
bias, Sulamith (3 bibl. Ge.), 1857. –
Otto von Wittelsbach (Tr.), 1860. –
Demetrius (Fragment von Schiller,
für die Bühne bearb. u. fortgeführt),
1860. – Vaterländiſche Gedichte, 1866.
Neue Folge, 1867. Beide vereinigt,
1883. – Gedichte, in Auswahl hrsg.
von ſeinem Sohne, 1904.

*Gruſemann, Michael,

geb. am
18. Dezember 1877 in Rußland, war
ſchon nach einem Jahre völlig ver-
waiſt. Bis zum 13. Jahre beſuchte er
die Schule, bildete ſich dann aber mit

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0483" n="479"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Gru</hi></fw><lb/>
Dien&#x017F;texamens wurde er im Frühjahr<lb/>
1860 vom Für&#x017F;ten von Waldburg-<lb/>
Wurzach nach Aitrach berufen, wo er<lb/>
44 Jahre als Lehrer, Chordirigent<lb/>
und Mesner tätig war. Als er 1904<lb/>
in den Ruhe&#x017F;tand trat, verlieh ihm<lb/>
&#x017F;eine Gemeinde das Ehrenbürgerrecht.<lb/></p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Blütenhain (Ge. profanen u. reli-<lb/>
giö&#x017F;. Jnhalts), 1891. &#x2013; Das Kind des<lb/>
Landwehrmanns (Familiendrama a.<lb/>
d. Kriegsjahren 1870&#x2013;71. Text und<lb/>
Mu&#x017F;ik v. Gr.), o. J. &#x2013; Verloren und<lb/>
wiedergefunden (Melodrama, Text u.<lb/>
Mu&#x017F;ik), 1901.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Gruppe,</hi> Otto Friedrich,</head>
        <p> wurde<lb/>
am 15. April 1804 zu Danzig gebo-<lb/>
ren. Sein Vater, ein wohlhabender<lb/>
Kaufmann und Fabrikbe&#x017F;itzer, hatte<lb/>
ihn für &#x017F;einen Beruf be&#x017F;timmt u. ließ<lb/>
ihm deshalb eine dahinzielende Vor-<lb/>
bildung angedeihen. Jm 16. Jahre<lb/>
ent&#x017F;chloß &#x017F;ich der Sohn jedoch zum<lb/>
gelehrten Studium und be&#x017F;uchte nun<lb/>
das Gymna&#x017F;ium &#x017F;einer Vater&#x017F;tadt,<lb/>
worauf er 1825 zur Univer&#x017F;ität Ber-<lb/>
lin überging, um Philo&#x017F;ophie zu &#x017F;tu-<lb/>
dieren. Hier trat er in engen Verkehr<lb/>
mit den er&#x017F;ten Philologen, Archäo-<lb/>
logen und Kun&#x017F;tkennern und wurde<lb/>
durch &#x017F;ie zu einem &#x017F;peziellen Kun&#x017F;t-<lb/>
&#x017F;tudium angeregt. Nach Beendigung<lb/>
&#x017F;einer Studien trat er als Schrift-<lb/>
&#x017F;teller auf poeti&#x017F;chem, kriti&#x017F;chem,<lb/>
ä&#x017F;theti&#x017F;chem und philo&#x017F;ophi&#x017F;chem Ge-<lb/>
biete auf und &#x017F;icherte &#x017F;ich durch &#x017F;eine<lb/>
Tätigkeit eine unabhängige Stellung,<lb/>
&#x017F;o daß er den Verlu&#x017F;t des väterlichen<lb/>
Vermögens weniger empfand. Jm<lb/>
Jahre 1835 übernahm er die Leitung<lb/>
des literari&#x017F;chen Feuilletons der<lb/>
&#x201E;Preußi&#x017F;chen Staatszeitung&#x201C;, trat<lb/>
1842 in das Mini&#x017F;terium des Kultus,<lb/>
wo er zunäch&#x017F;t für das Kun&#x017F;tfach ver-<lb/>
wendet wurde, und erhielt 1844 eine<lb/>
Profe&#x017F;&#x017F;ur an der Berliner Univer&#x017F;i-<lb/>
tät für Philo&#x017F;ophie und Ge&#x017F;chichte.<lb/>
Seit 1862 war er &#x017F;tändiger Sekretär<lb/>
der Akademie der Kün&#x017F;te und &#x2020; am 7.<lb/>
Januar 1876. Von &#x017F;einen philo&#x017F;o-<lb/>
phi&#x017F;chen und &#x017F;on&#x017F;tigen Schriften &#x017F;ind<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Gru</hi></fw><lb/>
hervorzuheben: &#x201E;Antäus (Briefwech-<lb/>
&#x017F;el über &#x017F;pekulative Philo&#x017F;ophie in<lb/>
ihrem Konflikt mit Wi&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft und<lb/>
Sprache), 1831. &#x2013; Wendepunkt der<lb/>
Philo&#x017F;ophie im 19. Jahrhundert,<lb/>
1834. &#x2013; Ariadne. Die tragi&#x017F;che Kun&#x017F;t<lb/>
der Griechen in ihrer Entwicklung u.<lb/>
in ihrem Zu&#x017F;ammenhange mit der<lb/>
Volkspoe&#x017F;ie, 1834. &#x2013; Lyri&#x017F;ches Schatz-<lb/>&#x017F;tlein der Deut&#x017F;chen (Anthologie<lb/>
&#x017F;eit Opitz), 1836. &#x2013; Über die Entwick-<lb/>
lung der deut&#x017F;chen Kun&#x017F;t, 1837. &#x2013; Die<lb/>
römi&#x017F;che Elegie; <hi rendition="#aq">II,</hi> 1838&#x2013;39. &#x2013; Über<lb/>
die Theogonie des He&#x017F;iod, 1841. &#x2013;<lb/>
Bruno Bauer und die akademi&#x017F;che<lb/>
Lehrfreiheit, 1842. &#x2013; Der deut&#x017F;che<lb/>
Dichterwald, hrsg., <hi rendition="#aq">III,</hi> 1848&#x2013;49. &#x2013;<lb/>
Deut&#x017F;cher Mu&#x017F;enalmanach a. die J.<lb/>
1851&#x2013;55. &#x2013; Sagen und Ge&#x017F;chichten<lb/>
des deut&#x017F;chen Volkes aus dem Munde<lb/>
&#x017F;einer Dichter, 1854. &#x2013; Gegenwart<lb/>
u. Zukunft der Philo&#x017F;ophie in Deut&#x017F;ch-<lb/>
land, 1855. &#x2013; Reinhold Lenz&#x2019; Werke<lb/>
und Leben; hrsg., 1861. &#x2013; Deut&#x017F;che<lb/>
Über&#x017F;etzerkun&#x017F;t, 1859. &#x2013; Leben und<lb/>
Wirken deut&#x017F;cher Dichter; <hi rendition="#aq">V,</hi> 1863&#x2013;71.<lb/></p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Alboin, König der Langobarden<lb/>
(Ep. G.), 1830. &#x2013; Die Winde, oder:<lb/>
Ganz ab&#x017F;olute Kon&#x017F;truktion der neue-<lb/>
ren Weltge&#x017F;chichte durch Oberons<lb/>
Horn, gedichtet von Ab&#x017F;olutus <hi rendition="#g">von<lb/>
Hegelingen</hi> (p&#x017F;eud.) Zauber&#x017F;piel,<lb/>
1830. &#x2013; Gedichte, 1835. &#x2013; Königin<lb/>
Bertha (G.), 1848. &#x2013; Theudelinde,<lb/>
Königin der Langobarden (G.), 1849.<lb/>
&#x2013; Kai&#x017F;er Karl (Ep. Trilogie), 1852. &#x2013;<lb/>
Firdu&#x017F;i (Ep. G.), 1856. &#x2013; Ruth, To-<lb/>
bias, Sulamith (3 bibl. Ge.), 1857. &#x2013;<lb/>
Otto von Wittelsbach (Tr.), 1860. &#x2013;<lb/>
Demetrius (Fragment von Schiller,<lb/>
für die Bühne bearb. u. fortgeführt),<lb/>
1860. &#x2013; Vaterländi&#x017F;che Gedichte, 1866.<lb/>
Neue Folge, 1867. Beide vereinigt,<lb/>
1883. &#x2013; Gedichte, in Auswahl hrsg.<lb/>
von &#x017F;einem Sohne, 1904.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Gru&#x017F;emann,</hi> Michael,</head>
        <p> geb. am<lb/>
18. Dezember 1877 in Rußland, war<lb/>
&#x017F;chon nach einem Jahre völlig ver-<lb/>
wai&#x017F;t. Bis zum 13. Jahre be&#x017F;uchte er<lb/>
die Schule, bildete &#x017F;ich dann aber mit<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[479/0483] Gru Gru Dienſtexamens wurde er im Frühjahr 1860 vom Fürſten von Waldburg- Wurzach nach Aitrach berufen, wo er 44 Jahre als Lehrer, Chordirigent und Mesner tätig war. Als er 1904 in den Ruheſtand trat, verlieh ihm ſeine Gemeinde das Ehrenbürgerrecht. S: Blütenhain (Ge. profanen u. reli- giöſ. Jnhalts), 1891. – Das Kind des Landwehrmanns (Familiendrama a. d. Kriegsjahren 1870–71. Text und Muſik v. Gr.), o. J. – Verloren und wiedergefunden (Melodrama, Text u. Muſik), 1901. Gruppe, Otto Friedrich, wurde am 15. April 1804 zu Danzig gebo- ren. Sein Vater, ein wohlhabender Kaufmann und Fabrikbeſitzer, hatte ihn für ſeinen Beruf beſtimmt u. ließ ihm deshalb eine dahinzielende Vor- bildung angedeihen. Jm 16. Jahre entſchloß ſich der Sohn jedoch zum gelehrten Studium und beſuchte nun das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, worauf er 1825 zur Univerſität Ber- lin überging, um Philoſophie zu ſtu- dieren. Hier trat er in engen Verkehr mit den erſten Philologen, Archäo- logen und Kunſtkennern und wurde durch ſie zu einem ſpeziellen Kunſt- ſtudium angeregt. Nach Beendigung ſeiner Studien trat er als Schrift- ſteller auf poetiſchem, kritiſchem, äſthetiſchem und philoſophiſchem Ge- biete auf und ſicherte ſich durch ſeine Tätigkeit eine unabhängige Stellung, ſo daß er den Verluſt des väterlichen Vermögens weniger empfand. Jm Jahre 1835 übernahm er die Leitung des literariſchen Feuilletons der „Preußiſchen Staatszeitung“, trat 1842 in das Miniſterium des Kultus, wo er zunächſt für das Kunſtfach ver- wendet wurde, und erhielt 1844 eine Profeſſur an der Berliner Univerſi- tät für Philoſophie und Geſchichte. Seit 1862 war er ſtändiger Sekretär der Akademie der Künſte und † am 7. Januar 1876. Von ſeinen philoſo- phiſchen und ſonſtigen Schriften ſind hervorzuheben: „Antäus (Briefwech- ſel über ſpekulative Philoſophie in ihrem Konflikt mit Wiſſenſchaft und Sprache), 1831. – Wendepunkt der Philoſophie im 19. Jahrhundert, 1834. – Ariadne. Die tragiſche Kunſt der Griechen in ihrer Entwicklung u. in ihrem Zuſammenhange mit der Volkspoeſie, 1834. – Lyriſches Schatz- käſtlein der Deutſchen (Anthologie ſeit Opitz), 1836. – Über die Entwick- lung der deutſchen Kunſt, 1837. – Die römiſche Elegie; II, 1838–39. – Über die Theogonie des Heſiod, 1841. – Bruno Bauer und die akademiſche Lehrfreiheit, 1842. – Der deutſche Dichterwald, hrsg., III, 1848–49. – Deutſcher Muſenalmanach a. die J. 1851–55. – Sagen und Geſchichten des deutſchen Volkes aus dem Munde ſeiner Dichter, 1854. – Gegenwart u. Zukunft der Philoſophie in Deutſch- land, 1855. – Reinhold Lenz’ Werke und Leben; hrsg., 1861. – Deutſche Überſetzerkunſt, 1859. – Leben und Wirken deutſcher Dichter; V, 1863–71. S: Alboin, König der Langobarden (Ep. G.), 1830. – Die Winde, oder: Ganz abſolute Konſtruktion der neue- ren Weltgeſchichte durch Oberons Horn, gedichtet von Abſolutus von Hegelingen (pſeud.) Zauberſpiel, 1830. – Gedichte, 1835. – Königin Bertha (G.), 1848. – Theudelinde, Königin der Langobarden (G.), 1849. – Kaiſer Karl (Ep. Trilogie), 1852. – Firduſi (Ep. G.), 1856. – Ruth, To- bias, Sulamith (3 bibl. Ge.), 1857. – Otto von Wittelsbach (Tr.), 1860. – Demetrius (Fragment von Schiller, für die Bühne bearb. u. fortgeführt), 1860. – Vaterländiſche Gedichte, 1866. Neue Folge, 1867. Beide vereinigt, 1883. – Gedichte, in Auswahl hrsg. von ſeinem Sohne, 1904. *Gruſemann, Michael, geb. am 18. Dezember 1877 in Rußland, war ſchon nach einem Jahre völlig ver- waiſt. Bis zum 13. Jahre beſuchte er die Schule, bildete ſich dann aber mit *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/483
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 2. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 479. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon02_1913/483>, abgerufen am 22.03.2019.