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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hau
1890. - Blumen und Liebe (Lr.), 1893.
- Gedichte, 1899.

*Haushofer, Max,

* am 23. April
1840 zu München als der Sohn des
(1866 +) Landschaftsmalers Max H.,
verlebte seine Jugendjahre teils in
München, teils in Prag, u. studierte
in den Jahren 1858-62 an der Uni-
versität München die Rechte. Dieser
Zeit, sowie den folgenden drei Jah-
ren entstammten seine meisten Dich-
tungen. Später bereitete er sich für
den bayerischen Staatsdienst vor,
wandte sich jedoch im Jahre 1864 der
Universitätslaufbahn zu, promovierte
zu München 1865 und wurde im fol-
genden Jahre Privatdozent an der
dortigen Universität. Jm Jahre 1868
wurde er zum Professor der Staats-
wissenschaften an die neugegründete
Münchener Technische Hochschule be-
rufen, an der er dann später (1897)
zum Vorstand der "Allgemeinen Ab-
teilung" ernannt ward. Während
dieser Zeit entstanden eine ganze Reihe
wertvoller nationalökonomischer und
sozialpolitischer Schriften; auch ver-
trat H. in den Jahren 1875-81 den
ersten Bezirk der Stadt München als
Abgeordneter im bayerischen Land-
tage. Seine erste, 1868 geschlossene
Ehe, der zwei Söhne und eine Toch-
ter entsprossen, löste der Tod der
Gattin allzufrühe, und erst nach lan-
gem Witwerstande ging H. 1902 eine
zweite Ehe mit der bekannten Schrift-
stellerin Emma Merk ein, die ihm
nach dem Tode seiner Mutter wieder
Licht u. Wärme in sein Leben brachte
-- leider nur für kurze Zeit. Schwer
erkrankt, siedelte H. im Herbst 1906
in Begleitung seiner Gattin nach
Gries bei Bozen über, fand aber doch
nicht die erhoffte Genesung: am 10.
April 1907 ist er daselbst gestorben.
Auf der Fraueninsel im Chiemsee hat
er seine letzte Ruhestätte gefunden.

S:

Gedichte, 1864. - Unhold, der
Höhlenmensch, und anderes (Lyr. u.
ep. Ge.), 1880. - Der ewige Jude
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Hau
(Dr. G.), 1886. - Geschichten zwischen
diesseits und jenseits (Ein moderner
Totentanz), 1888.- Bildlicher Schmuck
nach Zeichnungen von Kunz Meyer,
1888. - Die Verbannten (Erzählend.
G.), 1890. 2. A. 1900. - Alpenland-
schaft u. Alpensage in den bayerischen
Alpen, 1890. - Lebenskunst und Le-
bensfragen (Ein Buch fürs Volk),
1897. 2. A. 1906. - Allerhand Blät-
ter (Geschn.), 1898. - Planetenfeuer
(Zukunftsrom.), 1899. - Oberbayern,
München und bayerisches Hochland,
1900. - Das Jenseits im Lichte der
Politik und der modernen Welt-
anschauung, 1904. - Prinz Schnuckel-
bold (Märchendichtung), 1906. - Der
Gast der Einsamkeit und andere Ge-
dichte, 1907. - An des Daseins Gren-
zen (Geschn. u. Phantasien), 1908.

*Haushofer(-Merk), Emma,

be-
kannt auch unter ihrem Mädchen-
namen Emma Merk, geb. am 15.
Juni 1854 zu München als die Toch-
ter eines Malers, hatte schon frühe
viel anregenden Verkehr in Künstler-
kreisen u. die reichsten, abwechslungs-
vollsten Natureindrücke, da sie mit
den Jhrigen jeden Sommer auf dem
Lande zubrachte, im Jnntale, in
Tegernsee, u. häufig auf der Frauen-
insel im Chiemsee, die ihr eine liebe
zweite Heimat geworden ist. Seit
dem Tode ihrer Eltern lebte sie mit
einer verwitweten Schwester u. deren
Tochter zusammen in München und
betätigte sich als fleißige Schriftstel-
lerin und Mitarbeiterin an den ge-
lesensten Blättern Deutschlands. Jm
Jahre 1902 verheiratete sie sich mit
dem Professor Max Haushofer in
München (s. d.!), doch wurde die Ehe
schon nach fünf Jahren durch den Tod
des Gatten getrennt. Die Schrift-
stellerin lebt noch jetzt in München.

S:

Evas Töchter (Zeichnungen von
Spitzer, Text von E. M.), 1894. -
Chiemsee-Novellen, 1897. - Jn enger
Gasse. Die Trennung (2 Nn.), 1897.
- Mädchen von heute (Nn.), 1898. -

*


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Hau
1890. – Blumen und Liebe (Lr.), 1893.
– Gedichte, 1899.

*Haushofer, Max,

* am 23. April
1840 zu München als der Sohn des
(1866 †) Landſchaftsmalers Max H.,
verlebte ſeine Jugendjahre teils in
München, teils in Prag, u. ſtudierte
in den Jahren 1858–62 an der Uni-
verſität München die Rechte. Dieſer
Zeit, ſowie den folgenden drei Jah-
ren entſtammten ſeine meiſten Dich-
tungen. Später bereitete er ſich für
den bayeriſchen Staatsdienſt vor,
wandte ſich jedoch im Jahre 1864 der
Univerſitätslaufbahn zu, promovierte
zu München 1865 und wurde im fol-
genden Jahre Privatdozent an der
dortigen Univerſität. Jm Jahre 1868
wurde er zum Profeſſor der Staats-
wiſſenſchaften an die neugegründete
Münchener Techniſche Hochſchule be-
rufen, an der er dann ſpäter (1897)
zum Vorſtand der „Allgemeinen Ab-
teilung“ ernannt ward. Während
dieſer Zeit entſtanden eine ganze Reihe
wertvoller nationalökonomiſcher und
ſozialpolitiſcher Schriften; auch ver-
trat H. in den Jahren 1875–81 den
erſten Bezirk der Stadt München als
Abgeordneter im bayeriſchen Land-
tage. Seine erſte, 1868 geſchloſſene
Ehe, der zwei Söhne und eine Toch-
ter entſproſſen, löſte der Tod der
Gattin allzufrühe, und erſt nach lan-
gem Witwerſtande ging H. 1902 eine
zweite Ehe mit der bekannten Schrift-
ſtellerin Emma Merk ein, die ihm
nach dem Tode ſeiner Mutter wieder
Licht u. Wärme in ſein Leben brachte
— leider nur für kurze Zeit. Schwer
erkrankt, ſiedelte H. im Herbſt 1906
in Begleitung ſeiner Gattin nach
Gries bei Bozen über, fand aber doch
nicht die erhoffte Geneſung: am 10.
April 1907 iſt er daſelbſt geſtorben.
Auf der Fraueninſel im Chiemſee hat
er ſeine letzte Ruheſtätte gefunden.

S:

Gedichte, 1864. – Unhold, der
Höhlenmenſch, und anderes (Lyr. u.
ep. Ge.), 1880. – Der ewige Jude
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Hau
(Dr. G.), 1886. – Geſchichten zwiſchen
diesſeits und jenſeits (Ein moderner
Totentanz), 1888.– Bildlicher Schmuck
nach Zeichnungen von Kunz Meyer,
1888. – Die Verbannten (Erzählend.
G.), 1890. 2. A. 1900. – Alpenland-
ſchaft u. Alpenſage in den bayeriſchen
Alpen, 1890. – Lebenskunſt und Le-
bensfragen (Ein Buch fürs Volk),
1897. 2. A. 1906. – Allerhand Blät-
ter (Geſchn.), 1898. – Planetenfeuer
(Zukunftsrom.), 1899. – Oberbayern,
München und bayeriſches Hochland,
1900. – Das Jenſeits im Lichte der
Politik und der modernen Welt-
anſchauung, 1904. – Prinz Schnuckel-
bold (Märchendichtung), 1906. – Der
Gaſt der Einſamkeit und andere Ge-
dichte, 1907. – An des Daſeins Gren-
zen (Geſchn. u. Phantaſien), 1908.

*Haushofer(-Merk), Emma,

be-
kannt auch unter ihrem Mädchen-
namen Emma Merk, geb. am 15.
Juni 1854 zu München als die Toch-
ter eines Malers, hatte ſchon frühe
viel anregenden Verkehr in Künſtler-
kreiſen u. die reichſten, abwechſlungs-
vollſten Natureindrücke, da ſie mit
den Jhrigen jeden Sommer auf dem
Lande zubrachte, im Jnntale, in
Tegernſee, u. häufig auf der Frauen-
inſel im Chiemſee, die ihr eine liebe
zweite Heimat geworden iſt. Seit
dem Tode ihrer Eltern lebte ſie mit
einer verwitweten Schweſter u. deren
Tochter zuſammen in München und
betätigte ſich als fleißige Schriftſtel-
lerin und Mitarbeiterin an den ge-
leſenſten Blättern Deutſchlands. Jm
Jahre 1902 verheiratete ſie ſich mit
dem Profeſſor Max Haushofer in
München (ſ. d.!), doch wurde die Ehe
ſchon nach fünf Jahren durch den Tod
des Gatten getrennt. Die Schrift-
ſtellerin lebt noch jetzt in München.

S:

Evas Töchter (Zeichnungen von
Spitzer, Text von E. M.), 1894. –
Chiemſee-Novellen, 1897. – Jn enger
Gaſſe. Die Trennung (2 Nn.), 1897.
– Mädchen von heute (Nn.), 1898. –

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[106/0110] Hau Hau 1890. – Blumen und Liebe (Lr.), 1893. – Gedichte, 1899. *Haushofer, Max, * am 23. April 1840 zu München als der Sohn des (1866 †) Landſchaftsmalers Max H., verlebte ſeine Jugendjahre teils in München, teils in Prag, u. ſtudierte in den Jahren 1858–62 an der Uni- verſität München die Rechte. Dieſer Zeit, ſowie den folgenden drei Jah- ren entſtammten ſeine meiſten Dich- tungen. Später bereitete er ſich für den bayeriſchen Staatsdienſt vor, wandte ſich jedoch im Jahre 1864 der Univerſitätslaufbahn zu, promovierte zu München 1865 und wurde im fol- genden Jahre Privatdozent an der dortigen Univerſität. Jm Jahre 1868 wurde er zum Profeſſor der Staats- wiſſenſchaften an die neugegründete Münchener Techniſche Hochſchule be- rufen, an der er dann ſpäter (1897) zum Vorſtand der „Allgemeinen Ab- teilung“ ernannt ward. Während dieſer Zeit entſtanden eine ganze Reihe wertvoller nationalökonomiſcher und ſozialpolitiſcher Schriften; auch ver- trat H. in den Jahren 1875–81 den erſten Bezirk der Stadt München als Abgeordneter im bayeriſchen Land- tage. Seine erſte, 1868 geſchloſſene Ehe, der zwei Söhne und eine Toch- ter entſproſſen, löſte der Tod der Gattin allzufrühe, und erſt nach lan- gem Witwerſtande ging H. 1902 eine zweite Ehe mit der bekannten Schrift- ſtellerin Emma Merk ein, die ihm nach dem Tode ſeiner Mutter wieder Licht u. Wärme in ſein Leben brachte — leider nur für kurze Zeit. Schwer erkrankt, ſiedelte H. im Herbſt 1906 in Begleitung ſeiner Gattin nach Gries bei Bozen über, fand aber doch nicht die erhoffte Geneſung: am 10. April 1907 iſt er daſelbſt geſtorben. Auf der Fraueninſel im Chiemſee hat er ſeine letzte Ruheſtätte gefunden. S: Gedichte, 1864. – Unhold, der Höhlenmenſch, und anderes (Lyr. u. ep. Ge.), 1880. – Der ewige Jude (Dr. G.), 1886. – Geſchichten zwiſchen diesſeits und jenſeits (Ein moderner Totentanz), 1888.– Bildlicher Schmuck nach Zeichnungen von Kunz Meyer, 1888. – Die Verbannten (Erzählend. G.), 1890. 2. A. 1900. – Alpenland- ſchaft u. Alpenſage in den bayeriſchen Alpen, 1890. – Lebenskunſt und Le- bensfragen (Ein Buch fürs Volk), 1897. 2. A. 1906. – Allerhand Blät- ter (Geſchn.), 1898. – Planetenfeuer (Zukunftsrom.), 1899. – Oberbayern, München und bayeriſches Hochland, 1900. – Das Jenſeits im Lichte der Politik und der modernen Welt- anſchauung, 1904. – Prinz Schnuckel- bold (Märchendichtung), 1906. – Der Gaſt der Einſamkeit und andere Ge- dichte, 1907. – An des Daſeins Gren- zen (Geſchn. u. Phantaſien), 1908. *Haushofer(-Merk), Emma, be- kannt auch unter ihrem Mädchen- namen Emma Merk, geb. am 15. Juni 1854 zu München als die Toch- ter eines Malers, hatte ſchon frühe viel anregenden Verkehr in Künſtler- kreiſen u. die reichſten, abwechſlungs- vollſten Natureindrücke, da ſie mit den Jhrigen jeden Sommer auf dem Lande zubrachte, im Jnntale, in Tegernſee, u. häufig auf der Frauen- inſel im Chiemſee, die ihr eine liebe zweite Heimat geworden iſt. Seit dem Tode ihrer Eltern lebte ſie mit einer verwitweten Schweſter u. deren Tochter zuſammen in München und betätigte ſich als fleißige Schriftſtel- lerin und Mitarbeiterin an den ge- leſenſten Blättern Deutſchlands. Jm Jahre 1902 verheiratete ſie ſich mit dem Profeſſor Max Haushofer in München (ſ. d.!), doch wurde die Ehe ſchon nach fünf Jahren durch den Tod des Gatten getrennt. Die Schrift- ſtellerin lebt noch jetzt in München. S: Evas Töchter (Zeichnungen von Spitzer, Text von E. M.), 1894. – Chiemſee-Novellen, 1897. – Jn enger Gaſſe. Die Trennung (2 Nn.), 1897. – Mädchen von heute (Nn.), 1898. – *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 106. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/110>, abgerufen am 18.03.2019.