Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Hir
Kaufmanns, lebte als solcher in Wien,
Frankfurt a. M. und jetzt in Hanno-
ver, wo er 1861 ein eigenes Geschäft
begründete. Nachdem er 1879 sich
von diesem zurückgezogen, widmete er
sich nur literarischen Arbeiten und
übernahm 1883 die Redaktion und
Herausgabe des Organs der gesetzes-
treuen Juden "Jeschurun", das sein
Vater gegründet hatte und von dem
Sohn in eine Wochenschrift umge-
wandelt wurde, und das er bis 1890
leitete.

S:

Die Walldorfer (R.),
1882. - Anna Pelzer (R.), 1890.

*Hirsch, Marie,

pseud. Adalbert
Meinhardt,
entstammt einer an-
gesehenen Wiener Familie und wurde
in Hamburg, wohin ihre Eltern von
Wien aus übergesiedelt waren, am
12. März 1848 geboren. Früh ver-
waist, wurde sie von ihren älteren
Geschwistern erzogen, die sich auch
sonst als höchst einflußreich auf ihr
Denken und Fühlen erwiesen. Nach-
dem sie bis zum 10. Jahre im Hause
unterrichtet worden, besuchte sie 1858
bis 1863 die Töchterschule des Dr.
Valentin Noodt, darauf ein Jahr
lang die Selekta des Fräulein Eleo-
nore Göttsche und setzte dann die
weiteren Studien in der Literatur,
im Malen usw. im Hause fort. Jm
Frühling 1870 unternahm sie mit
ihren älteren Geschwistern ihre erste
größere Reise nach Jtalien, der dann
später noch mehrere folgten, so z. B.
1878 in die Pyrenäen, 1879 nach
England, 1881 nach Rom und Sizi-
lien, 1892 nach Athen, Konstantino-
pel, 1894 nach Spanien und Tanger,
1896 nach Rom, Neapel, Ravello etc.
Auf ihrer ersten Reise hatte sie durch
eine Freundin Anregung zur Erler-
nung des Spanischen erhalten, und
ihre erste schriftstellerische Arbeit war
eine Übersetzung aus dieser Sprache,
"Die kahle Mariquita von Don Juan
Eugenio Hartzenbusch", welche durch
Paul Heyses Vermittelung 1877 in
der "Süddeutschen Presse" erschien.
[Spaltenumbruch]

Hir
Die Schriftstellerin lebt noch jetzt in
Hamburg.

S:

Reisenovellen (Schloß
Polia. - Der Bildhauer von Caute-
rets. - Frau Antje. - Regatta), 1885.
- Vier Novellen (Alt-Heidelberg. -
Georg Hansen. - Die Mönche von
Fontana. - Der Falke), 1887. - Wes-
halb? (Neue Nn.), 1889 (Jnhalt:
Weshalb? - Jm Nonnengarten. -
Eine Studienreise.) - Reise- u. Hei-
matnovellen, 1891. - Das blaue
Buch (Mn. u. Sk.), 1892. - Heinz
Kirchner (Aus den Briefen einer Mut-
ter an ihre Mutter), 1893. 4. Aufl.
1906. - Mimen (Moderne Zwiege-
spräche), 1895. - Norddeutsche Leute
(Nn.), 1895. - Das Leben ist golden
(3 Nn.), 1897. - Stilleben, 1898. -
Allerleirauh, 1900. - Catarina, das
Leben einer Färberstochter, 1902. -
Mädchen und Frauen, 1903. - Frau
Hellfrieds Winterpost, 1904. - Auf
dem Heilwigshof (E.), 1906. - Glück-
suchende Menschen (En.), 1907. - Fa-
vara (Tr.), 1909.

Hirsch, Mendel,

geb. am 3. März
1833 in Oldenburg als der älteste
Sohn eines Rabbiners, der später die
Rabbinate in Emden (seit 1841), in
Nikolsburg (seit 1847) und in Frank-
furt a. M. (seit 1851) bekleidete, er-
hielt seine Schulbildung auf dem
Gymnasium in Emden und Nikols-
burg und zuletzt 1850-51 auf dem
akademischen Gymnasium in Ham-
burg, der Geburtsstadt seines Vaters,
und bezog Ostern 1851 die Univer-
sität Bonn, die er aber nach einem
Semester mit Berlin vertauschte. Hier
studierte er bis Ostern 1854 Philo-
sophie, Psychologie, Literatur und
Geschichte, erwarb sich dann in Tü-
bingen die Doktorwürde und erlangte
schon 1855 eine Anstellung als Leh-
rer an der 1853 gestifteten Realschule
der israelitischen Religionsgesellschaft
in Frankfurt a. M., an der ihm Ostern
1877 das Direktorat übertragen
wurde. Daneben leitete er seit 1883
auch die dortige israelitische Volks-

*


[Spaltenumbruch]

Hir
Kaufmanns, lebte als ſolcher in Wien,
Frankfurt a. M. und jetzt in Hanno-
ver, wo er 1861 ein eigenes Geſchäft
begründete. Nachdem er 1879 ſich
von dieſem zurückgezogen, widmete er
ſich nur literariſchen Arbeiten und
übernahm 1883 die Redaktion und
Herausgabe des Organs der geſetzes-
treuen Juden „Jeſchurun“, das ſein
Vater gegründet hatte und von dem
Sohn in eine Wochenſchrift umge-
wandelt wurde, und das er bis 1890
leitete.

S:

Die Walldorfer (R.),
1882. – Anna Pelzer (R.), 1890.

*Hirſch, Marie,

pſeud. Adalbert
Meinhardt,
entſtammt einer an-
geſehenen Wiener Familie und wurde
in Hamburg, wohin ihre Eltern von
Wien aus übergeſiedelt waren, am
12. März 1848 geboren. Früh ver-
waiſt, wurde ſie von ihren älteren
Geſchwiſtern erzogen, die ſich auch
ſonſt als höchſt einflußreich auf ihr
Denken und Fühlen erwieſen. Nach-
dem ſie bis zum 10. Jahre im Hauſe
unterrichtet worden, beſuchte ſie 1858
bis 1863 die Töchterſchule des Dr.
Valentin Noodt, darauf ein Jahr
lang die Selekta des Fräulein Eleo-
nore Göttſche und ſetzte dann die
weiteren Studien in der Literatur,
im Malen uſw. im Hauſe fort. Jm
Frühling 1870 unternahm ſie mit
ihren älteren Geſchwiſtern ihre erſte
größere Reiſe nach Jtalien, der dann
ſpäter noch mehrere folgten, ſo z. B.
1878 in die Pyrenäen, 1879 nach
England, 1881 nach Rom und Sizi-
lien, 1892 nach Athen, Konſtantino-
pel, 1894 nach Spanien und Tanger,
1896 nach Rom, Neapel, Ravello ꝛc.
Auf ihrer erſten Reiſe hatte ſie durch
eine Freundin Anregung zur Erler-
nung des Spaniſchen erhalten, und
ihre erſte ſchriftſtelleriſche Arbeit war
eine Überſetzung aus dieſer Sprache,
„Die kahle Mariquita von Don Juan
Eugenio Hartzenbuſch“, welche durch
Paul Heyſes Vermittelung 1877 in
der „Süddeutſchen Preſſe“ erſchien.
[Spaltenumbruch]

Hir
Die Schriftſtellerin lebt noch jetzt in
Hamburg.

S:

Reiſenovellen (Schloß
Polia. – Der Bildhauer von Caute-
rets. – Frau Antje. – Regatta), 1885.
– Vier Novellen (Alt-Heidelberg. –
Georg Hanſen. – Die Mönche von
Fontana. – Der Falke), 1887. – Wes-
halb? (Neue Nn.), 1889 (Jnhalt:
Weshalb? – Jm Nonnengarten. –
Eine Studienreiſe.) – Reiſe- u. Hei-
matnovellen, 1891. – Das blaue
Buch (Mn. u. Sk.), 1892. – Heinz
Kirchner (Aus den Briefen einer Mut-
ter an ihre Mutter), 1893. 4. Aufl.
1906. – Mimen (Moderne Zwiege-
ſpräche), 1895. – Norddeutſche Leute
(Nn.), 1895. – Das Leben iſt golden
(3 Nn.), 1897. – Stilleben, 1898. –
Allerleirauh, 1900. – Catarina, das
Leben einer Färberstochter, 1902. –
Mädchen und Frauen, 1903. – Frau
Hellfrieds Winterpoſt, 1904. – Auf
dem Heilwigshof (E.), 1906. – Glück-
ſuchende Menſchen (En.), 1907. – Fa-
vara (Tr.), 1909.

Hirſch, Mendel,

geb. am 3. März
1833 in Oldenburg als der älteſte
Sohn eines Rabbiners, der ſpäter die
Rabbinate in Emden (ſeit 1841), in
Nikolsburg (ſeit 1847) und in Frank-
furt a. M. (ſeit 1851) bekleidete, er-
hielt ſeine Schulbildung auf dem
Gymnaſium in Emden und Nikols-
burg und zuletzt 1850–51 auf dem
akademiſchen Gymnaſium in Ham-
burg, der Geburtsſtadt ſeines Vaters,
und bezog Oſtern 1851 die Univer-
ſität Bonn, die er aber nach einem
Semeſter mit Berlin vertauſchte. Hier
ſtudierte er bis Oſtern 1854 Philo-
ſophie, Pſychologie, Literatur und
Geſchichte, erwarb ſich dann in Tü-
bingen die Doktorwürde und erlangte
ſchon 1855 eine Anſtellung als Leh-
rer an der 1853 geſtifteten Realſchule
der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft
in Frankfurt a. M., an der ihm Oſtern
1877 das Direktorat übertragen
wurde. Daneben leitete er ſeit 1883
auch die dortige iſraelitiſche Volks-

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0228" n="224"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Hir</hi></fw><lb/>
Kaufmanns, lebte als &#x017F;olcher in Wien,<lb/>
Frankfurt a. M. und jetzt in Hanno-<lb/>
ver, wo er 1861 ein eigenes Ge&#x017F;chäft<lb/>
begründete. Nachdem er 1879 &#x017F;ich<lb/>
von die&#x017F;em zurückgezogen, widmete er<lb/>
&#x017F;ich nur literari&#x017F;chen Arbeiten und<lb/>
übernahm 1883 die Redaktion und<lb/>
Herausgabe des Organs der ge&#x017F;etzes-<lb/>
treuen Juden &#x201E;Je&#x017F;churun&#x201C;, das &#x017F;ein<lb/>
Vater gegründet hatte und von dem<lb/>
Sohn in eine Wochen&#x017F;chrift umge-<lb/>
wandelt wurde, und das er bis 1890<lb/>
leitete. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Die Walldorfer (R.),<lb/>
1882. &#x2013; Anna Pelzer (R.), 1890.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Hir&#x017F;ch,</hi> Marie,</head>
        <p> p&#x017F;eud. <hi rendition="#g">Adalbert<lb/>
Meinhardt,</hi> ent&#x017F;tammt einer an-<lb/>
ge&#x017F;ehenen Wiener Familie und wurde<lb/>
in Hamburg, wohin ihre Eltern von<lb/>
Wien aus überge&#x017F;iedelt waren, am<lb/>
12. März 1848 geboren. Früh ver-<lb/>
wai&#x017F;t, wurde &#x017F;ie von ihren älteren<lb/>
Ge&#x017F;chwi&#x017F;tern erzogen, die &#x017F;ich auch<lb/>
&#x017F;on&#x017F;t als höch&#x017F;t einflußreich auf ihr<lb/>
Denken und Fühlen erwie&#x017F;en. Nach-<lb/>
dem &#x017F;ie bis zum 10. Jahre im Hau&#x017F;e<lb/>
unterrichtet worden, be&#x017F;uchte &#x017F;ie 1858<lb/>
bis 1863 die Töchter&#x017F;chule des <hi rendition="#aq">Dr.</hi><lb/>
Valentin Noodt, darauf ein Jahr<lb/>
lang die Selekta des Fräulein Eleo-<lb/>
nore Gött&#x017F;che und &#x017F;etzte dann die<lb/>
weiteren Studien in der Literatur,<lb/>
im Malen u&#x017F;w. im Hau&#x017F;e fort. Jm<lb/>
Frühling 1870 unternahm &#x017F;ie mit<lb/>
ihren älteren Ge&#x017F;chwi&#x017F;tern ihre er&#x017F;te<lb/>
größere Rei&#x017F;e nach Jtalien, der dann<lb/>
&#x017F;päter noch mehrere folgten, &#x017F;o z. B.<lb/>
1878 in die Pyrenäen, 1879 nach<lb/>
England, 1881 nach Rom und Sizi-<lb/>
lien, 1892 nach Athen, Kon&#x017F;tantino-<lb/>
pel, 1894 nach Spanien und Tanger,<lb/>
1896 nach Rom, Neapel, Ravello &#xA75B;c.<lb/>
Auf ihrer er&#x017F;ten Rei&#x017F;e hatte &#x017F;ie durch<lb/>
eine Freundin Anregung zur Erler-<lb/>
nung des Spani&#x017F;chen erhalten, und<lb/>
ihre er&#x017F;te &#x017F;chrift&#x017F;telleri&#x017F;che Arbeit war<lb/>
eine Über&#x017F;etzung aus die&#x017F;er Sprache,<lb/>
&#x201E;Die kahle Mariquita von Don Juan<lb/>
Eugenio Hartzenbu&#x017F;ch&#x201C;, welche durch<lb/>
Paul Hey&#x017F;es Vermittelung 1877 in<lb/>
der &#x201E;Süddeut&#x017F;chen Pre&#x017F;&#x017F;e&#x201C; er&#x017F;chien.<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Hir</hi></fw><lb/>
Die Schrift&#x017F;tellerin lebt noch jetzt in<lb/>
Hamburg. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Rei&#x017F;enovellen (Schloß<lb/>
Polia. &#x2013; Der Bildhauer von Caute-<lb/>
rets. &#x2013; Frau Antje. &#x2013; Regatta), 1885.<lb/>
&#x2013; Vier Novellen (Alt-Heidelberg. &#x2013;<lb/>
Georg Han&#x017F;en. &#x2013; Die Mönche von<lb/>
Fontana. &#x2013; Der Falke), 1887. &#x2013; Wes-<lb/>
halb? (Neue Nn.), 1889 (Jnhalt:<lb/>
Weshalb? &#x2013; Jm Nonnengarten. &#x2013;<lb/>
Eine Studienrei&#x017F;e.) &#x2013; Rei&#x017F;e- u. Hei-<lb/>
matnovellen, 1891. &#x2013; Das blaue<lb/>
Buch (Mn. u. Sk.), 1892. &#x2013; Heinz<lb/>
Kirchner (Aus den Briefen einer Mut-<lb/>
ter an ihre Mutter), 1893. 4. Aufl.<lb/>
1906. &#x2013; Mimen (Moderne Zwiege-<lb/>
&#x017F;präche), 1895. &#x2013; Norddeut&#x017F;che Leute<lb/>
(Nn.), 1895. &#x2013; Das Leben i&#x017F;t golden<lb/>
(3 Nn.), 1897. &#x2013; Stilleben, 1898. &#x2013;<lb/>
Allerleirauh, 1900. &#x2013; Catarina, das<lb/>
Leben einer Färberstochter, 1902. &#x2013;<lb/>
Mädchen und Frauen, 1903. &#x2013; Frau<lb/>
Hellfrieds Winterpo&#x017F;t, 1904. &#x2013; Auf<lb/>
dem Heilwigshof (E.), 1906. &#x2013; Glück-<lb/>
&#x017F;uchende Men&#x017F;chen (En.), 1907. &#x2013; Fa-<lb/>
vara (Tr.), 1909.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Hir&#x017F;ch,</hi> Mendel,</head>
        <p> geb. am 3. März<lb/>
1833 in Oldenburg als der älte&#x017F;te<lb/>
Sohn eines Rabbiners, der &#x017F;päter die<lb/>
Rabbinate in Emden (&#x017F;eit 1841), in<lb/>
Nikolsburg (&#x017F;eit 1847) und in Frank-<lb/>
furt a. M. (&#x017F;eit 1851) bekleidete, er-<lb/>
hielt &#x017F;eine Schulbildung auf dem<lb/>
Gymna&#x017F;ium in Emden und Nikols-<lb/>
burg und zuletzt 1850&#x2013;51 auf dem<lb/>
akademi&#x017F;chen Gymna&#x017F;ium in Ham-<lb/>
burg, der Geburts&#x017F;tadt &#x017F;eines Vaters,<lb/>
und bezog O&#x017F;tern 1851 die Univer-<lb/>
&#x017F;ität Bonn, die er aber nach einem<lb/>
Seme&#x017F;ter mit Berlin vertau&#x017F;chte. Hier<lb/>
&#x017F;tudierte er bis O&#x017F;tern 1854 Philo-<lb/>
&#x017F;ophie, P&#x017F;ychologie, Literatur und<lb/>
Ge&#x017F;chichte, erwarb &#x017F;ich dann in Tü-<lb/>
bingen die Doktorwürde und erlangte<lb/>
&#x017F;chon 1855 eine An&#x017F;tellung als Leh-<lb/>
rer an der 1853 ge&#x017F;tifteten Real&#x017F;chule<lb/>
der i&#x017F;raeliti&#x017F;chen Religionsge&#x017F;ell&#x017F;chaft<lb/>
in Frankfurt a. M., an der ihm O&#x017F;tern<lb/>
1877 das Direktorat übertragen<lb/>
wurde. Daneben leitete er &#x017F;eit 1883<lb/>
auch die dortige i&#x017F;raeliti&#x017F;che Volks-<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[224/0228] Hir Hir Kaufmanns, lebte als ſolcher in Wien, Frankfurt a. M. und jetzt in Hanno- ver, wo er 1861 ein eigenes Geſchäft begründete. Nachdem er 1879 ſich von dieſem zurückgezogen, widmete er ſich nur literariſchen Arbeiten und übernahm 1883 die Redaktion und Herausgabe des Organs der geſetzes- treuen Juden „Jeſchurun“, das ſein Vater gegründet hatte und von dem Sohn in eine Wochenſchrift umge- wandelt wurde, und das er bis 1890 leitete. S: Die Walldorfer (R.), 1882. – Anna Pelzer (R.), 1890. *Hirſch, Marie, pſeud. Adalbert Meinhardt, entſtammt einer an- geſehenen Wiener Familie und wurde in Hamburg, wohin ihre Eltern von Wien aus übergeſiedelt waren, am 12. März 1848 geboren. Früh ver- waiſt, wurde ſie von ihren älteren Geſchwiſtern erzogen, die ſich auch ſonſt als höchſt einflußreich auf ihr Denken und Fühlen erwieſen. Nach- dem ſie bis zum 10. Jahre im Hauſe unterrichtet worden, beſuchte ſie 1858 bis 1863 die Töchterſchule des Dr. Valentin Noodt, darauf ein Jahr lang die Selekta des Fräulein Eleo- nore Göttſche und ſetzte dann die weiteren Studien in der Literatur, im Malen uſw. im Hauſe fort. Jm Frühling 1870 unternahm ſie mit ihren älteren Geſchwiſtern ihre erſte größere Reiſe nach Jtalien, der dann ſpäter noch mehrere folgten, ſo z. B. 1878 in die Pyrenäen, 1879 nach England, 1881 nach Rom und Sizi- lien, 1892 nach Athen, Konſtantino- pel, 1894 nach Spanien und Tanger, 1896 nach Rom, Neapel, Ravello ꝛc. Auf ihrer erſten Reiſe hatte ſie durch eine Freundin Anregung zur Erler- nung des Spaniſchen erhalten, und ihre erſte ſchriftſtelleriſche Arbeit war eine Überſetzung aus dieſer Sprache, „Die kahle Mariquita von Don Juan Eugenio Hartzenbuſch“, welche durch Paul Heyſes Vermittelung 1877 in der „Süddeutſchen Preſſe“ erſchien. Die Schriftſtellerin lebt noch jetzt in Hamburg. S: Reiſenovellen (Schloß Polia. – Der Bildhauer von Caute- rets. – Frau Antje. – Regatta), 1885. – Vier Novellen (Alt-Heidelberg. – Georg Hanſen. – Die Mönche von Fontana. – Der Falke), 1887. – Wes- halb? (Neue Nn.), 1889 (Jnhalt: Weshalb? – Jm Nonnengarten. – Eine Studienreiſe.) – Reiſe- u. Hei- matnovellen, 1891. – Das blaue Buch (Mn. u. Sk.), 1892. – Heinz Kirchner (Aus den Briefen einer Mut- ter an ihre Mutter), 1893. 4. Aufl. 1906. – Mimen (Moderne Zwiege- ſpräche), 1895. – Norddeutſche Leute (Nn.), 1895. – Das Leben iſt golden (3 Nn.), 1897. – Stilleben, 1898. – Allerleirauh, 1900. – Catarina, das Leben einer Färberstochter, 1902. – Mädchen und Frauen, 1903. – Frau Hellfrieds Winterpoſt, 1904. – Auf dem Heilwigshof (E.), 1906. – Glück- ſuchende Menſchen (En.), 1907. – Fa- vara (Tr.), 1909. Hirſch, Mendel, geb. am 3. März 1833 in Oldenburg als der älteſte Sohn eines Rabbiners, der ſpäter die Rabbinate in Emden (ſeit 1841), in Nikolsburg (ſeit 1847) und in Frank- furt a. M. (ſeit 1851) bekleidete, er- hielt ſeine Schulbildung auf dem Gymnaſium in Emden und Nikols- burg und zuletzt 1850–51 auf dem akademiſchen Gymnaſium in Ham- burg, der Geburtsſtadt ſeines Vaters, und bezog Oſtern 1851 die Univer- ſität Bonn, die er aber nach einem Semeſter mit Berlin vertauſchte. Hier ſtudierte er bis Oſtern 1854 Philo- ſophie, Pſychologie, Literatur und Geſchichte, erwarb ſich dann in Tü- bingen die Doktorwürde und erlangte ſchon 1855 eine Anſtellung als Leh- rer an der 1853 geſtifteten Realſchule der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft in Frankfurt a. M., an der ihm Oſtern 1877 das Direktorat übertragen wurde. Daneben leitete er ſeit 1883 auch die dortige iſraelitiſche Volks- *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/228
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 224. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/228>, abgerufen am 26.03.2019.