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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Hun
*Hunziker, Jakob,

geb. am 28.
Juli 1861 zu Obermuhen im Kanton
Aargau der Schweiz, wuchs in klein-
bäuerlichen Verhältnissen auf, übte
aber schon vom 12. Jahre an im stil-
len seine poetischen Kräfte. Er durch-
lief die Primar-, Bezirksschule u. das
Seminar und wurde 1881 Lehrer an
der Oberschule zu Biberstein. Hier
gewann er als Leiter der Dorfbühne
die Überzeugung, daß die Förderung
der schweizerischen Bühnenliteratur
not tue, und er entschloß sich, diesem
Genre sich speziell zuzuwenden. Gleich
sein erstes Volksschauspiel, mit dem
er 1890 an die Öffentlichkeit trat,
machte ihn als Volksdichter vorteil-
haft bekannt; noch größere Anerken-
nung fand er mit seinem Festspiel
"Pestalozzis Armenschule", das über-
all in der Schweiz zur Aufführung
gelangte. Später wurde H. als Ober-
lehrer nach Rombach, Gemeinde Küt-
tigen (Kanton Aargau) versetzt, wo
er auch gleichzeitig als Erziehungs-
rat tätig ist.

S:

Die Mordnacht zu
Brugg (Schsp. mit Ges.), 1890. 3. A.
1906. - Die Hochzeit auf Toggenburg
(Schsp. mit Ges.), 1894. - Diethelm
v. Toggenburg (Tr.), 1894. - Pesta-
lozzis Armenschule Neuhof (Festsp.),
1895. 2. A. 1896. - Schützenmayen
zu Baden (Schsp.), 1896. - Argovias
Wiegenfeier (Zentenarfestsp.), 1903.

*Hunziker(-Thommen), Marie,


geb. am 7. April 1839 in dem Städt-
chen Waldenburg (Kanton Baselland)
als die jüngste Tochter des Seilers
Martin Thommen, der nebenher
ein Verkaufsgeschäft betrieb, besuchte
bis zum 14. Jahre die Primarschule
des Orts und kam dann nach Mou-
tier im Berner Jura, um in einer
Pension sich Fertigkeit in dem Ge-
brauch der französischen Sprache an-
zueignen. Nach 16 Monaten kehrte
sie ins Elternhaus zurück, empfing
nun den Konfirmandenunterricht
durch den bekannten Pfarrer u. Dich-
ter Friedrich Oser von Basel, der
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Hus
auch das erwachende poetische Talent
der jungen Marie nach Kräften zu
fördern wußte, und war dann nach
der Konfirmation im Geschäft der
Eltern tätig, bis sie sich 1864 mit
einem Angestellten in dem Schuh-
fabrikationsgeschäft in Schönenwerd
a. d. Aare verheiratete und ihr Heim
in dem dicht dabei gelegenen Nieder-
Göschen aufschlug. Jm Jahre 1872
übersiedelten die Gatten nach Aarau
in das elterliche Haus, um den Kin-
dern einen besseren Unterricht zu er-
möglichen. Leid und Freud sind der
Dichterin nicht erspart geblieben.
Jhre Tochter, die sich 1889 äußerst
glücklich verheiratet hatte, starb im
Juni 1891, und ihr Gatte, der 1880
als Teilhaber in ein Aarauer Band-
fabrikationsgeschäft eingetreten war,
folgte der Tochter im Dezbr. 1892 im
Tode nach. Seit 1896 lebte sie in
einem selbst geschaffenen, schön ge-
legenen Heim vor den Toren Aaraus
und ist daselbst am 7. Februar 1907
gestorben.

S:

Endliches und Ewiges
(Ge.), 1901.

Hüppe, Felix,

wurde im Jahre
1836 zu Heiden, einem Dorfe bei Bor-
ken in Westfalen, geboren und verlor
seinen Vater sehr frühe. Jndes war
er nicht unbemittelt, und so besuchte
er das Gymnasium und später die
Akademie zu Münster. Jm Jahre
1858 verheiratete er sich und zog sich
auf sein Gut Viktorsruhe bei Xanten
zurück, wo er sich fünf Jahre lang
der Landwirtschaft widmete. Liebe
zu den Studien trieb ihn dann aber
auf die Universität Bonn, wo er von
1863-66 Medizin studierte und die
Doktorwürde erlangte. Seitdem lebte
er abwechselnd auf seinem Gute und
in Bonn. Er starb 1883.

S:

Reli-
giöse Gedichte, 1857. - Gedichte,
1858. - Geistliche Gedichte zum Besten
eines Krankenhauses, o. J.

*Huschak, Joseph Andreas,

* am
8. Juni 1834 zu Krumau in Böhmen,
trat 1851 aus den Gymnasialstudien

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Hun
*Hunziker, Jakob,

geb. am 28.
Juli 1861 zu Obermuhen im Kanton
Aargau der Schweiz, wuchs in klein-
bäuerlichen Verhältniſſen auf, übte
aber ſchon vom 12. Jahre an im ſtil-
len ſeine poetiſchen Kräfte. Er durch-
lief die Primar-, Bezirksſchule u. das
Seminar und wurde 1881 Lehrer an
der Oberſchule zu Biberſtein. Hier
gewann er als Leiter der Dorfbühne
die Überzeugung, daß die Förderung
der ſchweizeriſchen Bühnenliteratur
not tue, und er entſchloß ſich, dieſem
Genre ſich ſpeziell zuzuwenden. Gleich
ſein erſtes Volksſchauſpiel, mit dem
er 1890 an die Öffentlichkeit trat,
machte ihn als Volksdichter vorteil-
haft bekannt; noch größere Anerken-
nung fand er mit ſeinem Feſtſpiel
„Peſtalozzis Armenſchule“, das über-
all in der Schweiz zur Aufführung
gelangte. Später wurde H. als Ober-
lehrer nach Rombach, Gemeinde Küt-
tigen (Kanton Aargau) verſetzt, wo
er auch gleichzeitig als Erziehungs-
rat tätig iſt.

S:

Die Mordnacht zu
Brugg (Schſp. mit Geſ.), 1890. 3. A.
1906. – Die Hochzeit auf Toggenburg
(Schſp. mit Geſ.), 1894. – Diethelm
v. Toggenburg (Tr.), 1894. – Peſta-
lozzis Armenſchule Neuhof (Feſtſp.),
1895. 2. A. 1896. – Schützenmayen
zu Baden (Schſp.), 1896. – Argovias
Wiegenfeier (Zentenarfeſtſp.), 1903.

*Hunziker(-Thommen), Marie,


geb. am 7. April 1839 in dem Städt-
chen Waldenburg (Kanton Baſelland)
als die jüngſte Tochter des Seilers
Martin Thommen, der nebenher
ein Verkaufsgeſchäft betrieb, beſuchte
bis zum 14. Jahre die Primarſchule
des Orts und kam dann nach Mou-
tier im Berner Jura, um in einer
Penſion ſich Fertigkeit in dem Ge-
brauch der franzöſiſchen Sprache an-
zueignen. Nach 16 Monaten kehrte
ſie ins Elternhaus zurück, empfing
nun den Konfirmandenunterricht
durch den bekannten Pfarrer u. Dich-
ter Friedrich Oſer von Baſel, der
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Huſ
auch das erwachende poetiſche Talent
der jungen Marie nach Kräften zu
fördern wußte, und war dann nach
der Konfirmation im Geſchäft der
Eltern tätig, bis ſie ſich 1864 mit
einem Angeſtellten in dem Schuh-
fabrikationsgeſchäft in Schönenwerd
a. d. Aare verheiratete und ihr Heim
in dem dicht dabei gelegenen Nieder-
Göschen aufſchlug. Jm Jahre 1872
überſiedelten die Gatten nach Aarau
in das elterliche Haus, um den Kin-
dern einen beſſeren Unterricht zu er-
möglichen. Leid und Freud ſind der
Dichterin nicht erſpart geblieben.
Jhre Tochter, die ſich 1889 äußerſt
glücklich verheiratet hatte, ſtarb im
Juni 1891, und ihr Gatte, der 1880
als Teilhaber in ein Aarauer Band-
fabrikationsgeſchäft eingetreten war,
folgte der Tochter im Dezbr. 1892 im
Tode nach. Seit 1896 lebte ſie in
einem ſelbſt geſchaffenen, ſchön ge-
legenen Heim vor den Toren Aaraus
und iſt daſelbſt am 7. Februar 1907
geſtorben.

S:

Endliches und Ewiges
(Ge.), 1901.

Hüppe, Felix,

wurde im Jahre
1836 zu Heiden, einem Dorfe bei Bor-
ken in Weſtfalen, geboren und verlor
ſeinen Vater ſehr frühe. Jndes war
er nicht unbemittelt, und ſo beſuchte
er das Gymnaſium und ſpäter die
Akademie zu Münſter. Jm Jahre
1858 verheiratete er ſich und zog ſich
auf ſein Gut Viktorsruhe bei Xanten
zurück, wo er ſich fünf Jahre lang
der Landwirtſchaft widmete. Liebe
zu den Studien trieb ihn dann aber
auf die Univerſität Bonn, wo er von
1863–66 Medizin ſtudierte und die
Doktorwürde erlangte. Seitdem lebte
er abwechſelnd auf ſeinem Gute und
in Bonn. Er ſtarb 1883.

S:

Reli-
giöſe Gedichte, 1857. – Gedichte,
1858. – Geiſtliche Gedichte zum Beſten
eines Krankenhauſes, o. J.

*Huſchak, Joſeph Andreas,

* am
8. Juni 1834 zu Krumau in Böhmen,
trat 1851 aus den Gymnaſialſtudien

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[320/0324] Hun Huſ *Hunziker, Jakob, geb. am 28. Juli 1861 zu Obermuhen im Kanton Aargau der Schweiz, wuchs in klein- bäuerlichen Verhältniſſen auf, übte aber ſchon vom 12. Jahre an im ſtil- len ſeine poetiſchen Kräfte. Er durch- lief die Primar-, Bezirksſchule u. das Seminar und wurde 1881 Lehrer an der Oberſchule zu Biberſtein. Hier gewann er als Leiter der Dorfbühne die Überzeugung, daß die Förderung der ſchweizeriſchen Bühnenliteratur not tue, und er entſchloß ſich, dieſem Genre ſich ſpeziell zuzuwenden. Gleich ſein erſtes Volksſchauſpiel, mit dem er 1890 an die Öffentlichkeit trat, machte ihn als Volksdichter vorteil- haft bekannt; noch größere Anerken- nung fand er mit ſeinem Feſtſpiel „Peſtalozzis Armenſchule“, das über- all in der Schweiz zur Aufführung gelangte. Später wurde H. als Ober- lehrer nach Rombach, Gemeinde Küt- tigen (Kanton Aargau) verſetzt, wo er auch gleichzeitig als Erziehungs- rat tätig iſt. S: Die Mordnacht zu Brugg (Schſp. mit Geſ.), 1890. 3. A. 1906. – Die Hochzeit auf Toggenburg (Schſp. mit Geſ.), 1894. – Diethelm v. Toggenburg (Tr.), 1894. – Peſta- lozzis Armenſchule Neuhof (Feſtſp.), 1895. 2. A. 1896. – Schützenmayen zu Baden (Schſp.), 1896. – Argovias Wiegenfeier (Zentenarfeſtſp.), 1903. *Hunziker(-Thommen), Marie, geb. am 7. April 1839 in dem Städt- chen Waldenburg (Kanton Baſelland) als die jüngſte Tochter des Seilers Martin Thommen, der nebenher ein Verkaufsgeſchäft betrieb, beſuchte bis zum 14. Jahre die Primarſchule des Orts und kam dann nach Mou- tier im Berner Jura, um in einer Penſion ſich Fertigkeit in dem Ge- brauch der franzöſiſchen Sprache an- zueignen. Nach 16 Monaten kehrte ſie ins Elternhaus zurück, empfing nun den Konfirmandenunterricht durch den bekannten Pfarrer u. Dich- ter Friedrich Oſer von Baſel, der auch das erwachende poetiſche Talent der jungen Marie nach Kräften zu fördern wußte, und war dann nach der Konfirmation im Geſchäft der Eltern tätig, bis ſie ſich 1864 mit einem Angeſtellten in dem Schuh- fabrikationsgeſchäft in Schönenwerd a. d. Aare verheiratete und ihr Heim in dem dicht dabei gelegenen Nieder- Göschen aufſchlug. Jm Jahre 1872 überſiedelten die Gatten nach Aarau in das elterliche Haus, um den Kin- dern einen beſſeren Unterricht zu er- möglichen. Leid und Freud ſind der Dichterin nicht erſpart geblieben. Jhre Tochter, die ſich 1889 äußerſt glücklich verheiratet hatte, ſtarb im Juni 1891, und ihr Gatte, der 1880 als Teilhaber in ein Aarauer Band- fabrikationsgeſchäft eingetreten war, folgte der Tochter im Dezbr. 1892 im Tode nach. Seit 1896 lebte ſie in einem ſelbſt geſchaffenen, ſchön ge- legenen Heim vor den Toren Aaraus und iſt daſelbſt am 7. Februar 1907 geſtorben. S: Endliches und Ewiges (Ge.), 1901. Hüppe, Felix, wurde im Jahre 1836 zu Heiden, einem Dorfe bei Bor- ken in Weſtfalen, geboren und verlor ſeinen Vater ſehr frühe. Jndes war er nicht unbemittelt, und ſo beſuchte er das Gymnaſium und ſpäter die Akademie zu Münſter. Jm Jahre 1858 verheiratete er ſich und zog ſich auf ſein Gut Viktorsruhe bei Xanten zurück, wo er ſich fünf Jahre lang der Landwirtſchaft widmete. Liebe zu den Studien trieb ihn dann aber auf die Univerſität Bonn, wo er von 1863–66 Medizin ſtudierte und die Doktorwürde erlangte. Seitdem lebte er abwechſelnd auf ſeinem Gute und in Bonn. Er ſtarb 1883. S: Reli- giöſe Gedichte, 1857. – Gedichte, 1858. – Geiſtliche Gedichte zum Beſten eines Krankenhauſes, o. J. *Huſchak, Joſeph Andreas, * am 8. Juni 1834 zu Krumau in Böhmen, trat 1851 aus den Gymnaſialſtudien *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 320. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/324>, abgerufen am 23.03.2019.