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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kam
*Kammerer, Wilhelm,

geb. am
21. August 1847 auf der einsam, aber
idyllisch gelegenen Damminmühle bei
Lahr (Baden), wurde frühzeitig durch
die liebliche Umgebung des Eltern-
hauses zu sinniger Naturbetrachtung
und stiller Gefühlsverinnerlichung
angeregt; jedoch gestaltete sich letztere
erst in den reiferen Mannesjahren zu
lebhafterer Anteilnahme am literari-
schen Leben u. infolge dessen zu einer
tiefen Neigung, sich selbst dichterisch
zu versuchen, aus. K. besuchte das
Gymnasium in Lahr, studierte kurze
Zeit an der polytechnischen Schule in
Karlsruhe u. trat dann in den staat-
lichen Verwaltungsdienst, aus dem
er sich wegen leidender Gesundheit
vor einigen Jahren in den Ruhestand
zurückzog. Er lebt in Durlach.

S:

O
Schwarzwald, o Heimat, wie bist du
so schön! (Ge.), 1906. - Jm Mai (Ein
Sträußchen Schneeglöckchen, Primeln
und Pfingstnelken a. d. Schwarzwald.
Ge.), 1906.

*Kaemmerer, Franz,

pseud. Ka.
Em. Merer, entstammt einer alten
Lehrerfamilie und wurde am 15. Ok-
tober 1876 in Lindenhof, Kreis Be-
rent (Westpreußen), geboren, verlebte
seine Kindheit infolge Versetzungen
seines Vaters in Lautenburg, Neu-
Zielun, wo er das polnisch-russische
Grenzleben kennen lernte, u. Thorn.
Hier besuchte er die Knabenmittel-
schule und das Gymnasium und kam
mit 14 Jahren zu einem Schlosser in
die Lehre, wo er fast ein Jahr ver-
weilte. Da ließ sich endlich der Vater
bestimmen, den Sohn dem Lehrer-
beruf zuzuführen. Dieser besuchte
nun die Präparandenanstalt in Reh-
den, Ostern 1894-97 das Seminar in
Graudenz, wurde dann Lehrer in
Marienwerder, 1903 in Polnisch-
Okonin bei Groß-Schliewitz in West-
preußen und 1907 in Graudenz.

S:


Gedichte, 1901. - Frührot (Schsp.),
1905.

Kamp, Otto,

* am 9. Aug. 1850
[Spaltenumbruch]

Käm
zu Koblenz, kam mit seinen Eltern
1852 nach Köln und besuchte hier seit
1860 das Realgymnasium, das er im
Herbst 1868 absolvierte. Er widmete
sich dann dem Kaufmannsstande, be-
reitete sich jedoch gleichzeitig auf das
Gymnasial-Abiturientenexamen vor,
das er zu Ostern 1873 in Köln be-
stand, und studierte darauf in Bonn
Philosophie und Philologie. Nach-
dem er dort seine Oberlehrerprüfung
abgelegt hatte und in Tübingen zum
Dr. phil. promoviert worden war,
erhielt er im Herbst 1876 eine An-
stellung als Lehrer an der höheren
Mädchenschule (Elisabeth-Schule) zu
Frankfurt a. M., an der er, seit 1895
als Professor, bis zu seiner Pensio-
nierung (Michaelis 1900) tätig war.
Danach verlegte er 1902 seinen Wohn-
sitz nach Bonn.

S:

Der Volkszähler
(Lsp.), 1881. - Auf der Patentjagd
(Dr. Zeitbild), 1884. - Wen wählen
Sie? (Lsp.), 1882. - Festspiel zur Ein-
weihung des Niederwalddenkmals,
1883. - Die Goldmacher von Straß-
burg, 1884. - Armeleutslieder, 1885.
- Melanie und Adolar, oder: Stadt-
und Landkinder (Ep.), 1887. - Dem
Kaiser (Festgruß), 1887. - Die Kampf-
genossen (Festsp.), 1887. - Aura, filia
und andere Studentenlieder, 1903.

*Kämpchen, Heinrich,

ein Volks-
dichter, wurde am 23. Mai 1847 in
Altendorf a. d. Ruhr (Kreis Hattin-
gen, Westfalen) geboren. Urgroß-
vater, Großvater und Vater waren
Bergleute. Der letztere hatte die
Bochumer Bergschule besucht, ward
zuletzt Obersteiger auf Zeche "Maria
Anna und Steinbank" zu Höntrup
und war ein eifriger Freund der Lek-
türe, welche Neigung sich auch auf
den Sohn übertrug. Dieser besuchte
die Elementarschule in Höntrup und
wurde nach seiner Konfirmation auch
Bergmann, erhielt aber noch zwei
Jahre hindurch Privatunterricht. 24
Jahre lang war er ohne Unterbre-
chung auf der Zeche "Hasenwinkel"

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Kam
*Kammerer, Wilhelm,

geb. am
21. Auguſt 1847 auf der einſam, aber
idylliſch gelegenen Damminmühle bei
Lahr (Baden), wurde frühzeitig durch
die liebliche Umgebung des Eltern-
hauſes zu ſinniger Naturbetrachtung
und ſtiller Gefühlsverinnerlichung
angeregt; jedoch geſtaltete ſich letztere
erſt in den reiferen Mannesjahren zu
lebhafterer Anteilnahme am literari-
ſchen Leben u. infolge deſſen zu einer
tiefen Neigung, ſich ſelbſt dichteriſch
zu verſuchen, aus. K. beſuchte das
Gymnaſium in Lahr, ſtudierte kurze
Zeit an der polytechniſchen Schule in
Karlsruhe u. trat dann in den ſtaat-
lichen Verwaltungsdienſt, aus dem
er ſich wegen leidender Geſundheit
vor einigen Jahren in den Ruheſtand
zurückzog. Er lebt in Durlach.

S:

O
Schwarzwald, o Heimat, wie biſt du
ſo ſchön! (Ge.), 1906. – Jm Mai (Ein
Sträußchen Schneeglöckchen, Primeln
und Pfingſtnelken a. d. Schwarzwald.
Ge.), 1906.

*Kaemmerer, Franz,

pſeud. Ka.
Em. Merer, entſtammt einer alten
Lehrerfamilie und wurde am 15. Ok-
tober 1876 in Lindenhof, Kreis Be-
rent (Weſtpreußen), geboren, verlebte
ſeine Kindheit infolge Verſetzungen
ſeines Vaters in Lautenburg, Neu-
Zielun, wo er das polniſch-ruſſiſche
Grenzleben kennen lernte, u. Thorn.
Hier beſuchte er die Knabenmittel-
ſchule und das Gymnaſium und kam
mit 14 Jahren zu einem Schloſſer in
die Lehre, wo er faſt ein Jahr ver-
weilte. Da ließ ſich endlich der Vater
beſtimmen, den Sohn dem Lehrer-
beruf zuzuführen. Dieſer beſuchte
nun die Präparandenanſtalt in Reh-
den, Oſtern 1894–97 das Seminar in
Graudenz, wurde dann Lehrer in
Marienwerder, 1903 in Polniſch-
Okonin bei Groß-Schliewitz in Weſt-
preußen und 1907 in Graudenz.

S:


Gedichte, 1901. – Frührot (Schſp.),
1905.

Kamp, Otto,

* am 9. Aug. 1850
[Spaltenumbruch]

Käm
zu Koblenz, kam mit ſeinen Eltern
1852 nach Köln und beſuchte hier ſeit
1860 das Realgymnaſium, das er im
Herbſt 1868 abſolvierte. Er widmete
ſich dann dem Kaufmannsſtande, be-
reitete ſich jedoch gleichzeitig auf das
Gymnaſial-Abiturientenexamen vor,
das er zu Oſtern 1873 in Köln be-
ſtand, und ſtudierte darauf in Bonn
Philoſophie und Philologie. Nach-
dem er dort ſeine Oberlehrerprüfung
abgelegt hatte und in Tübingen zum
Dr. phil. promoviert worden war,
erhielt er im Herbſt 1876 eine An-
ſtellung als Lehrer an der höheren
Mädchenſchule (Eliſabeth-Schule) zu
Frankfurt a. M., an der er, ſeit 1895
als Profeſſor, bis zu ſeiner Penſio-
nierung (Michaelis 1900) tätig war.
Danach verlegte er 1902 ſeinen Wohn-
ſitz nach Bonn.

S:

Der Volkszähler
(Lſp.), 1881. – Auf der Patentjagd
(Dr. Zeitbild), 1884. – Wen wählen
Sie? (Lſp.), 1882. – Feſtſpiel zur Ein-
weihung des Niederwalddenkmals,
1883. – Die Goldmacher von Straß-
burg, 1884. – Armeleutslieder, 1885.
– Melanie und Adolar, oder: Stadt-
und Landkinder (Ep.), 1887. – Dem
Kaiſer (Feſtgruß), 1887. – Die Kampf-
genoſſen (Feſtſp.), 1887. – Aura, filia
und andere Studentenlieder, 1903.

*Kämpchen, Heinrich,

ein Volks-
dichter, wurde am 23. Mai 1847 in
Altendorf a. d. Ruhr (Kreis Hattin-
gen, Weſtfalen) geboren. Urgroß-
vater, Großvater und Vater waren
Bergleute. Der letztere hatte die
Bochumer Bergſchule beſucht, ward
zuletzt Oberſteiger auf Zeche „Maria
Anna und Steinbank“ zu Höntrup
und war ein eifriger Freund der Lek-
türe, welche Neigung ſich auch auf
den Sohn übertrug. Dieſer beſuchte
die Elementarſchule in Höntrup und
wurde nach ſeiner Konfirmation auch
Bergmann, erhielt aber noch zwei
Jahre hindurch Privatunterricht. 24
Jahre lang war er ohne Unterbre-
chung auf der Zeche „Haſenwinkel“

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[405/0409] Kam Käm *Kammerer, Wilhelm, geb. am 21. Auguſt 1847 auf der einſam, aber idylliſch gelegenen Damminmühle bei Lahr (Baden), wurde frühzeitig durch die liebliche Umgebung des Eltern- hauſes zu ſinniger Naturbetrachtung und ſtiller Gefühlsverinnerlichung angeregt; jedoch geſtaltete ſich letztere erſt in den reiferen Mannesjahren zu lebhafterer Anteilnahme am literari- ſchen Leben u. infolge deſſen zu einer tiefen Neigung, ſich ſelbſt dichteriſch zu verſuchen, aus. K. beſuchte das Gymnaſium in Lahr, ſtudierte kurze Zeit an der polytechniſchen Schule in Karlsruhe u. trat dann in den ſtaat- lichen Verwaltungsdienſt, aus dem er ſich wegen leidender Geſundheit vor einigen Jahren in den Ruheſtand zurückzog. Er lebt in Durlach. S: O Schwarzwald, o Heimat, wie biſt du ſo ſchön! (Ge.), 1906. – Jm Mai (Ein Sträußchen Schneeglöckchen, Primeln und Pfingſtnelken a. d. Schwarzwald. Ge.), 1906. *Kaemmerer, Franz, pſeud. Ka. Em. Merer, entſtammt einer alten Lehrerfamilie und wurde am 15. Ok- tober 1876 in Lindenhof, Kreis Be- rent (Weſtpreußen), geboren, verlebte ſeine Kindheit infolge Verſetzungen ſeines Vaters in Lautenburg, Neu- Zielun, wo er das polniſch-ruſſiſche Grenzleben kennen lernte, u. Thorn. Hier beſuchte er die Knabenmittel- ſchule und das Gymnaſium und kam mit 14 Jahren zu einem Schloſſer in die Lehre, wo er faſt ein Jahr ver- weilte. Da ließ ſich endlich der Vater beſtimmen, den Sohn dem Lehrer- beruf zuzuführen. Dieſer beſuchte nun die Präparandenanſtalt in Reh- den, Oſtern 1894–97 das Seminar in Graudenz, wurde dann Lehrer in Marienwerder, 1903 in Polniſch- Okonin bei Groß-Schliewitz in Weſt- preußen und 1907 in Graudenz. S: Gedichte, 1901. – Frührot (Schſp.), 1905. Kamp, Otto, * am 9. Aug. 1850 zu Koblenz, kam mit ſeinen Eltern 1852 nach Köln und beſuchte hier ſeit 1860 das Realgymnaſium, das er im Herbſt 1868 abſolvierte. Er widmete ſich dann dem Kaufmannsſtande, be- reitete ſich jedoch gleichzeitig auf das Gymnaſial-Abiturientenexamen vor, das er zu Oſtern 1873 in Köln be- ſtand, und ſtudierte darauf in Bonn Philoſophie und Philologie. Nach- dem er dort ſeine Oberlehrerprüfung abgelegt hatte und in Tübingen zum Dr. phil. promoviert worden war, erhielt er im Herbſt 1876 eine An- ſtellung als Lehrer an der höheren Mädchenſchule (Eliſabeth-Schule) zu Frankfurt a. M., an der er, ſeit 1895 als Profeſſor, bis zu ſeiner Penſio- nierung (Michaelis 1900) tätig war. Danach verlegte er 1902 ſeinen Wohn- ſitz nach Bonn. S: Der Volkszähler (Lſp.), 1881. – Auf der Patentjagd (Dr. Zeitbild), 1884. – Wen wählen Sie? (Lſp.), 1882. – Feſtſpiel zur Ein- weihung des Niederwalddenkmals, 1883. – Die Goldmacher von Straß- burg, 1884. – Armeleutslieder, 1885. – Melanie und Adolar, oder: Stadt- und Landkinder (Ep.), 1887. – Dem Kaiſer (Feſtgruß), 1887. – Die Kampf- genoſſen (Feſtſp.), 1887. – Aura, filia und andere Studentenlieder, 1903. *Kämpchen, Heinrich, ein Volks- dichter, wurde am 23. Mai 1847 in Altendorf a. d. Ruhr (Kreis Hattin- gen, Weſtfalen) geboren. Urgroß- vater, Großvater und Vater waren Bergleute. Der letztere hatte die Bochumer Bergſchule beſucht, ward zuletzt Oberſteiger auf Zeche „Maria Anna und Steinbank“ zu Höntrup und war ein eifriger Freund der Lek- türe, welche Neigung ſich auch auf den Sohn übertrug. Dieſer beſuchte die Elementarſchule in Höntrup und wurde nach ſeiner Konfirmation auch Bergmann, erhielt aber noch zwei Jahre hindurch Privatunterricht. 24 Jahre lang war er ohne Unterbre- chung auf der Zeche „Haſenwinkel“ *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 405. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/409>, abgerufen am 24.03.2019.