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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Katz
Jn den Tod gejagt. Vor dem Selbst-
mord (2 En.), 1898. - Ungelöste Rät-
sel (2 Nn.: Geopfert. Der Zauber-
trank), 1898.

*Katzenberger, Fridolin,

wurde
am 11. Febr. 1853 zu Karlsruhe in
Baden als der Sohn eines Eisen-
bahnbeamten geboren, absolvierte
das Gymnasium seiner Vaterstadt
und bezog nach einer größeren Fuß-
tour durch Elsaß, die Schweiz, Ober-
italien, Tirol, Bayern, Württemberg
und Hessen die Universität Heidel-
berg, an der er Geschichte der Philo-
sophie, Ästhetik u. Volkswirtschafts-
lehre studierte. Dann wurde er in
Karlsruhe zum Zeichner ausgebildet
u. hatte nacheinander beim Wasser-,
Straßen-, Hoch- und Eisenbahnbau
Verwendung gefunden, auch mehrere
Jahre als Katastergeometer gearbei-
tet, aber bisher noch in keinem Be-
rufe rechte Befriedigung gefunden.
Eben im Begriff, sich dem Studium
der katholischen Theologie zuzuwen-
den, zwang ihn ein in Kitzingen am
Main drohender Fabrikkonkurs, wel-
cher die Sicherheit eines größeren
von der Familie angelegten Kapitals
in Frage stellte, sich dorthin zu be-
geben, um zu retten, was irgend
möglich war. Hier lernte K. die Fa-
brikation von Schokolade u. Zucker-
waren kennen u. wurde, da der Zu-
sammenbruch des Geschäfts nicht
mehr abzuwenden war, vom Gerichte
zum Geschäftsführer bestellt, als wel-
cher er einen großen Teil Süddeutsch-
lands bereiste. Daneben hatte er be-
reits 1883 den Verlag der "Kitzinger
Zeitung" mit einer Buchdruckerei an-
gekauft und sich in Kitzingen seinen
häuslichen Herd gegründet; aber schon
nach drei Jahren zwangen ihn schwere
politische Kämpfe aus den freundlich-
sten Lebensverhältnissen in Kitzingen
zu scheiden u. sich nach weiteren ziel-
losen Reisen durch Thüringen in Hof
an der Saale anzukaufen, wo er als
Buchdruckereibesitzer und Redakteur
[Spaltenumbruch]

Kau
des "Hofer Tageblatts" bis zu seinem
Tode, 27. Mai 1897, tätig war.

S:


Wirre Blätter (Ge.), 1880. 3. Aufl.
1895.

Katzer, Friedrich,

* am 7. Febr.
1844 in Ebensee, Oberösterreich, be-
suchte die Schule in Gmunden und
machte seine klassischen Studien unter
der Leitung der Jesuiten in Frein-
berg (Österreich). Jm Jahre 1864
folgte er dem Rufe des Jndianer-
missionars in Minnesotta, Fr. Pierz,
in der Absicht, selbst auch unter den
Jndianern tätig zu sein. Durch be-
sondere Umstände kam er aber in das
Priesterseminar (Salesianum) zu Mil-
waukee, wo er 1865 Mathematik zu
lehren anfing, 1866 die Priesterweihe
und 1867 die Professur der Dogmatik
und Philosophie erhielt. Diese Stelle
bekleidete er bis 1874, worauf er dem
neuernannten Bischofe von Green-
bay, Wisconsin, als dessen Sekretär
und Kanzler folgte, wurde 1885 sel-
ber zum Bischof von Greenbay er-
nannt und 1890 als Erzbischof nach
Milwaukee berufen, wo er im August
1903 starb.

S:

Kampf der Gegen-
wart (Dr.), 1873. - Der Treue Lohn
(Allegor. Festsp.), 1875. - Die Ver-
mählung (Festged.), 1875.

*Kauders, Albert,

* am 20. Jan.
1854 in Prag, absolvierte daselbst
seine juristischen Studien u. wandte
sich dann schriftstellerischer Tätigkeit
zu. Mit Dr. Gold war er mehrere
Jahre Redakteur der "Schach-Zei-
tung". Seit 1882 Redakteur der
"Extrapost" und seit 1885 Redakteur
am "Wiener Fremdenblatt" entwik-
kelte er umfassende Tätigkeit als
Kunstästhetiker u. Musikkritiker. Jn
letzterer Eigenschaft ist er noch heute
bei der "Wiener Allgemeinen Zei-
tung" u. dem "Neuen Wiener Jour-
nal" in Wien tätig. K. ist auch Mu-
siker und Komponist der von ihm ge-
dichteten Opern.

S:

Der Schatz des
Rhampsinit (O.), 1887. - Walter von
der Vogelweide (Romant. O.), 1896.

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Katz
Jn den Tod gejagt. Vor dem Selbſt-
mord (2 En.), 1898. – Ungelöſte Rät-
ſel (2 Nn.: Geopfert. Der Zauber-
trank), 1898.

*Katzenberger, Fridolin,

wurde
am 11. Febr. 1853 zu Karlsruhe in
Baden als der Sohn eines Eiſen-
bahnbeamten geboren, abſolvierte
das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt
und bezog nach einer größeren Fuß-
tour durch Elſaß, die Schweiz, Ober-
italien, Tirol, Bayern, Württemberg
und Heſſen die Univerſität Heidel-
berg, an der er Geſchichte der Philo-
ſophie, Äſthetik u. Volkswirtſchafts-
lehre ſtudierte. Dann wurde er in
Karlsruhe zum Zeichner ausgebildet
u. hatte nacheinander beim Waſſer-,
Straßen-, Hoch- und Eiſenbahnbau
Verwendung gefunden, auch mehrere
Jahre als Kataſtergeometer gearbei-
tet, aber bisher noch in keinem Be-
rufe rechte Befriedigung gefunden.
Eben im Begriff, ſich dem Studium
der katholiſchen Theologie zuzuwen-
den, zwang ihn ein in Kitzingen am
Main drohender Fabrikkonkurs, wel-
cher die Sicherheit eines größeren
von der Familie angelegten Kapitals
in Frage ſtellte, ſich dorthin zu be-
geben, um zu retten, was irgend
möglich war. Hier lernte K. die Fa-
brikation von Schokolade u. Zucker-
waren kennen u. wurde, da der Zu-
ſammenbruch des Geſchäfts nicht
mehr abzuwenden war, vom Gerichte
zum Geſchäftsführer beſtellt, als wel-
cher er einen großen Teil Süddeutſch-
lands bereiſte. Daneben hatte er be-
reits 1883 den Verlag der „Kitzinger
Zeitung“ mit einer Buchdruckerei an-
gekauft und ſich in Kitzingen ſeinen
häuslichen Herd gegründet; aber ſchon
nach drei Jahren zwangen ihn ſchwere
politiſche Kämpfe aus den freundlich-
ſten Lebensverhältniſſen in Kitzingen
zu ſcheiden u. ſich nach weiteren ziel-
loſen Reiſen durch Thüringen in Hof
an der Saale anzukaufen, wo er als
Buchdruckereibeſitzer und Redakteur
[Spaltenumbruch]

Kau
des „Hofer Tageblatts“ bis zu ſeinem
Tode, 27. Mai 1897, tätig war.

S:


Wirre Blätter (Ge.), 1880. 3. Aufl.
1895.

Katzer, Friedrich,

* am 7. Febr.
1844 in Ebenſee, Oberöſterreich, be-
ſuchte die Schule in Gmunden und
machte ſeine klaſſiſchen Studien unter
der Leitung der Jeſuiten in Frein-
berg (Öſterreich). Jm Jahre 1864
folgte er dem Rufe des Jndianer-
miſſionars in Minneſotta, Fr. Pierz,
in der Abſicht, ſelbſt auch unter den
Jndianern tätig zu ſein. Durch be-
ſondere Umſtände kam er aber in das
Prieſterſeminar (Saleſianum) zu Mil-
waukee, wo er 1865 Mathematik zu
lehren anfing, 1866 die Prieſterweihe
und 1867 die Profeſſur der Dogmatik
und Philoſophie erhielt. Dieſe Stelle
bekleidete er bis 1874, worauf er dem
neuernannten Biſchofe von Green-
bay, Wisconſin, als deſſen Sekretär
und Kanzler folgte, wurde 1885 ſel-
ber zum Biſchof von Greenbay er-
nannt und 1890 als Erzbiſchof nach
Milwaukee berufen, wo er im Auguſt
1903 ſtarb.

S:

Kampf der Gegen-
wart (Dr.), 1873. – Der Treue Lohn
(Allegor. Feſtſp.), 1875. – Die Ver-
mählung (Feſtged.), 1875.

*Kauders, Albert,

* am 20. Jan.
1854 in Prag, abſolvierte daſelbſt
ſeine juriſtiſchen Studien u. wandte
ſich dann ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit
zu. Mit Dr. Gold war er mehrere
Jahre Redakteur der „Schach-Zei-
tung“. Seit 1882 Redakteur der
„Extrapoſt“ und ſeit 1885 Redakteur
am „Wiener Fremdenblatt“ entwik-
kelte er umfaſſende Tätigkeit als
Kunſtäſthetiker u. Muſikkritiker. Jn
letzterer Eigenſchaft iſt er noch heute
bei der „Wiener Allgemeinen Zei-
tung“ u. dem „Neuen Wiener Jour-
nal“ in Wien tätig. K. iſt auch Mu-
ſiker und Komponiſt der von ihm ge-
dichteten Opern.

S:

Der Schatz des
Rhampſinit (O.), 1887. – Walter von
der Vogelweide (Romant. O.), 1896.

* 27*
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[419/0423] Katz Kau Jn den Tod gejagt. Vor dem Selbſt- mord (2 En.), 1898. – Ungelöſte Rät- ſel (2 Nn.: Geopfert. Der Zauber- trank), 1898. *Katzenberger, Fridolin, wurde am 11. Febr. 1853 zu Karlsruhe in Baden als der Sohn eines Eiſen- bahnbeamten geboren, abſolvierte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und bezog nach einer größeren Fuß- tour durch Elſaß, die Schweiz, Ober- italien, Tirol, Bayern, Württemberg und Heſſen die Univerſität Heidel- berg, an der er Geſchichte der Philo- ſophie, Äſthetik u. Volkswirtſchafts- lehre ſtudierte. Dann wurde er in Karlsruhe zum Zeichner ausgebildet u. hatte nacheinander beim Waſſer-, Straßen-, Hoch- und Eiſenbahnbau Verwendung gefunden, auch mehrere Jahre als Kataſtergeometer gearbei- tet, aber bisher noch in keinem Be- rufe rechte Befriedigung gefunden. Eben im Begriff, ſich dem Studium der katholiſchen Theologie zuzuwen- den, zwang ihn ein in Kitzingen am Main drohender Fabrikkonkurs, wel- cher die Sicherheit eines größeren von der Familie angelegten Kapitals in Frage ſtellte, ſich dorthin zu be- geben, um zu retten, was irgend möglich war. Hier lernte K. die Fa- brikation von Schokolade u. Zucker- waren kennen u. wurde, da der Zu- ſammenbruch des Geſchäfts nicht mehr abzuwenden war, vom Gerichte zum Geſchäftsführer beſtellt, als wel- cher er einen großen Teil Süddeutſch- lands bereiſte. Daneben hatte er be- reits 1883 den Verlag der „Kitzinger Zeitung“ mit einer Buchdruckerei an- gekauft und ſich in Kitzingen ſeinen häuslichen Herd gegründet; aber ſchon nach drei Jahren zwangen ihn ſchwere politiſche Kämpfe aus den freundlich- ſten Lebensverhältniſſen in Kitzingen zu ſcheiden u. ſich nach weiteren ziel- loſen Reiſen durch Thüringen in Hof an der Saale anzukaufen, wo er als Buchdruckereibeſitzer und Redakteur des „Hofer Tageblatts“ bis zu ſeinem Tode, 27. Mai 1897, tätig war. S: Wirre Blätter (Ge.), 1880. 3. Aufl. 1895. Katzer, Friedrich, * am 7. Febr. 1844 in Ebenſee, Oberöſterreich, be- ſuchte die Schule in Gmunden und machte ſeine klaſſiſchen Studien unter der Leitung der Jeſuiten in Frein- berg (Öſterreich). Jm Jahre 1864 folgte er dem Rufe des Jndianer- miſſionars in Minneſotta, Fr. Pierz, in der Abſicht, ſelbſt auch unter den Jndianern tätig zu ſein. Durch be- ſondere Umſtände kam er aber in das Prieſterſeminar (Saleſianum) zu Mil- waukee, wo er 1865 Mathematik zu lehren anfing, 1866 die Prieſterweihe und 1867 die Profeſſur der Dogmatik und Philoſophie erhielt. Dieſe Stelle bekleidete er bis 1874, worauf er dem neuernannten Biſchofe von Green- bay, Wisconſin, als deſſen Sekretär und Kanzler folgte, wurde 1885 ſel- ber zum Biſchof von Greenbay er- nannt und 1890 als Erzbiſchof nach Milwaukee berufen, wo er im Auguſt 1903 ſtarb. S: Kampf der Gegen- wart (Dr.), 1873. – Der Treue Lohn (Allegor. Feſtſp.), 1875. – Die Ver- mählung (Feſtged.), 1875. *Kauders, Albert, * am 20. Jan. 1854 in Prag, abſolvierte daſelbſt ſeine juriſtiſchen Studien u. wandte ſich dann ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit zu. Mit Dr. Gold war er mehrere Jahre Redakteur der „Schach-Zei- tung“. Seit 1882 Redakteur der „Extrapoſt“ und ſeit 1885 Redakteur am „Wiener Fremdenblatt“ entwik- kelte er umfaſſende Tätigkeit als Kunſtäſthetiker u. Muſikkritiker. Jn letzterer Eigenſchaft iſt er noch heute bei der „Wiener Allgemeinen Zei- tung“ u. dem „Neuen Wiener Jour- nal“ in Wien tätig. K. iſt auch Mu- ſiker und Komponiſt der von ihm ge- dichteten Opern. S: Der Schatz des Rhampſinit (O.), 1887. – Walter von der Vogelweide (Romant. O.), 1896. * 27*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 419. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/423>, abgerufen am 21.03.2019.