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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Han
Familiennamen an, kehrte ins Eltern-
haus zurück u. lebte nach ihrer Mut-
ter Tode (1870) bei ihrer Schwester
in Berlin, wo sie nach längeren Lei-
den am 7. Jan. 1882 starb. Sie war
auch eine geschickte Zeichnerin u. gab
gern eigenhändige Jllustrationen zu
ihren Märchen u. Gesängen.

S:

Die
Windsbraut (M. für das reifere Kin-
desalter), 1865. - Vier deutsche Mär-
lein, 1872. - Des Knappen Siegwart
goldenes Buch (M. in altdeutscher
Form), 1872. - Die Aslaug-Saga,
1876. - König Dietrich und Königin
Gotelind (D.), 1880. - Auf dem
Wolfsbühel (E.), 1882. - Die Alfinge
(Altdeutsches kulturhistor. Zeitbild);
II, 1888.

*Hantel, Ernst Georg Herm.,


geb. am 20. Septbr. 1845 zu Frauen-
burg in Preußen, wo sein Vater Be-
sitzer der großen uralten Kopernikus-
Mühle war, erhielt seinen ersten Un-
terricht in der dortigen evangelischen
Stadtschule und kam im 13. Jahre in
das Haus seines Oheims, des Geh.
Medizinalrats A. Wiebe, in Danzig,
wo er 1866 das Gymnasium absol-
vierte. Zum Studium der Medizin
bezog er zunächst die Universität
Bonn, 1868 nach einer voraufgegan-
genen Reise durch Frankreich, Eng-
land und Belgien, die zu Würzburg,
setzte darauf seine Studien in Königs-
berg und Berlin fort und wurde hier
1870 zum Dr. med. promoviert. Bei
Ausbruch des Krieges meldete er sich
freiwillig zum Eintritt in die Armee.
Als Feld-Assistenzarzt im 2. Hannö-
verschen Dragoner-Regiment Nr. 16
nahm er an einer Reihe von Schlach-
ten teil. Nach seiner Rückkehr im Juli
1871 nahm er seine Studien in Kö-
nigsberg wieder auf u. ließ sich nach
abgelegtem Staatsexamen als Arzt
in Frauenburg und 1877 in Elbing
nieder, wo er fortan verblieb. Seine
im Jahre 1887 daselbst eingerichteten
Krankenträgerkolonnen erwiesen sich
1888 bei der großen Nogatüber-
[Spaltenumbruch]

Hae
schwemmung von unberechenbarem
Nutzen; unmittelbar darauf organi-
sierte er auch eine ständige freiwillige
Elbinger "Wasserwehr", welche von
der Regierung mit Stahlpontons
ausgerüstet wurde und mit der Ge-
samtleitung des deutschen Roten Kreu-
zes in organischen Zusammenhang
gebracht ist. H. starb am 27. Febr.
1908 in Rosenheim (Bayern), wo er
Heilung von schweren Leiden suchen
wollte.

S:

Von Kaiser und Reich
(Ge.), 1881. - Aus dem Siegesjahr
1870-71 (Kriegsfahrten, En.), 1884.
- Kahlberger Strandgut (Liederkranz
von baltischen Gestaden), 1885. -
Jnundations-Carmina (Ge.), 1888.
- Lieder und Gelegenheitsgedichte,
1888. - Das Lied, eine Parabel (D.),
1888. - Gloria (Erinnerung an den
Abschied Kaiser Wilhelms d. Gr. von
seinem Volk. D.), 1889. - Ander-
nacher Rheinlieder (Ge.), 1894. - Bis-
marck-Fahrt (Ep. G.), 1895. - Almen-
rausch, Edelweiß und Baltenrosen
(Ge.), 1898.

*Haentzsche(-Valett), Henny,


wurde am 13. Juli 1849 zu Elze in
Hannover als die Tochter des dor-
tigen Pastors H. Kayser geboren,
der 1855 nach Bienenbüttel in der
Lüneburger Heide versetzt ward. Hier
verlebte Henny im Kreise ihrer Ge-
schwister und der Pensionärinnen, die
dem Pfarrhause anvertraut wurden,
den größten Teil ihrer Kindheit und
Jugend. Jhren Unterricht erhielt sie
teils von dem Vater, teils von der
hochgebildeten Mutter, die 7 Jahre
lang Erzieherin in der Familie des
französischen Gesandten, Barons von
Talleyrand, gewesen war. Über der
wissenschaftlichen Ausbildung wurde
jedoch die Einführung in die Pflichten
einer guten Hausfrau nicht vernach-
lässigt. Längerer Aufenthalt in dem
Hause des dänischen Kammerherrn
von Moltke auf Ranzau in Holstein,
der ihr Gelegenheit bot, nicht nur
verschiedene fürstliche Personen ken-

*


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Han
Familiennamen an, kehrte ins Eltern-
haus zurück u. lebte nach ihrer Mut-
ter Tode (1870) bei ihrer Schweſter
in Berlin, wo ſie nach längeren Lei-
den am 7. Jan. 1882 ſtarb. Sie war
auch eine geſchickte Zeichnerin u. gab
gern eigenhändige Jlluſtrationen zu
ihren Märchen u. Geſängen.

S:

Die
Windsbraut (M. für das reifere Kin-
desalter), 1865. – Vier deutſche Mär-
lein, 1872. – Des Knappen Siegwart
goldenes Buch (M. in altdeutſcher
Form), 1872. – Die Aslaug-Saga,
1876. – König Dietrich und Königin
Gotelind (D.), 1880. – Auf dem
Wolfsbühel (E.), 1882. – Die Alfinge
(Altdeutſches kulturhiſtor. Zeitbild);
II, 1888.

*Hantel, Ernſt Georg Herm.,


geb. am 20. Septbr. 1845 zu Frauen-
burg in Preußen, wo ſein Vater Be-
ſitzer der großen uralten Kopernikus-
Mühle war, erhielt ſeinen erſten Un-
terricht in der dortigen evangeliſchen
Stadtſchule und kam im 13. Jahre in
das Haus ſeines Oheims, des Geh.
Medizinalrats A. Wiebe, in Danzig,
wo er 1866 das Gymnaſium abſol-
vierte. Zum Studium der Medizin
bezog er zunächſt die Univerſität
Bonn, 1868 nach einer voraufgegan-
genen Reiſe durch Frankreich, Eng-
land und Belgien, die zu Würzburg,
ſetzte darauf ſeine Studien in Königs-
berg und Berlin fort und wurde hier
1870 zum Dr. med. promoviert. Bei
Ausbruch des Krieges meldete er ſich
freiwillig zum Eintritt in die Armee.
Als Feld-Aſſiſtenzarzt im 2. Hannö-
verſchen Dragoner-Regiment Nr. 16
nahm er an einer Reihe von Schlach-
ten teil. Nach ſeiner Rückkehr im Juli
1871 nahm er ſeine Studien in Kö-
nigsberg wieder auf u. ließ ſich nach
abgelegtem Staatsexamen als Arzt
in Frauenburg und 1877 in Elbing
nieder, wo er fortan verblieb. Seine
im Jahre 1887 daſelbſt eingerichteten
Krankenträgerkolonnen erwieſen ſich
1888 bei der großen Nogatüber-
[Spaltenumbruch]

Hae
ſchwemmung von unberechenbarem
Nutzen; unmittelbar darauf organi-
ſierte er auch eine ſtändige freiwillige
Elbinger „Waſſerwehr“, welche von
der Regierung mit Stahlpontons
ausgerüſtet wurde und mit der Ge-
ſamtleitung des deutſchen Roten Kreu-
zes in organiſchen Zuſammenhang
gebracht iſt. H. ſtarb am 27. Febr.
1908 in Roſenheim (Bayern), wo er
Heilung von ſchweren Leiden ſuchen
wollte.

S:

Von Kaiſer und Reich
(Ge.), 1881. – Aus dem Siegesjahr
1870–71 (Kriegsfahrten, En.), 1884.
– Kahlberger Strandgut (Liederkranz
von baltiſchen Geſtaden), 1885. –
Jnundations-Carmina (Ge.), 1888.
– Lieder und Gelegenheitsgedichte,
1888. – Das Lied, eine Parabel (D.),
1888. – Gloria (Erinnerung an den
Abſchied Kaiſer Wilhelms d. Gr. von
ſeinem Volk. D.), 1889. – Ander-
nacher Rheinlieder (Ge.), 1894. – Bis-
marck-Fahrt (Ep. G.), 1895. – Almen-
rauſch, Edelweiß und Baltenroſen
(Ge.), 1898.

*Haentzſche(-Valett), Henny,


wurde am 13. Juli 1849 zu Elze in
Hannover als die Tochter des dor-
tigen Paſtors H. Kayſer geboren,
der 1855 nach Bienenbüttel in der
Lüneburger Heide verſetzt ward. Hier
verlebte Henny im Kreiſe ihrer Ge-
ſchwiſter und der Penſionärinnen, die
dem Pfarrhauſe anvertraut wurden,
den größten Teil ihrer Kindheit und
Jugend. Jhren Unterricht erhielt ſie
teils von dem Vater, teils von der
hochgebildeten Mutter, die 7 Jahre
lang Erzieherin in der Familie des
franzöſiſchen Geſandten, Barons von
Talleyrand, geweſen war. Über der
wiſſenſchaftlichen Ausbildung wurde
jedoch die Einführung in die Pflichten
einer guten Hausfrau nicht vernach-
läſſigt. Längerer Aufenthalt in dem
Hauſe des däniſchen Kammerherrn
von Moltke auf Ranzau in Holſtein,
der ihr Gelegenheit bot, nicht nur
verſchiedene fürſtliche Perſonen ken-

*
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[71/0075] Han Hae Familiennamen an, kehrte ins Eltern- haus zurück u. lebte nach ihrer Mut- ter Tode (1870) bei ihrer Schweſter in Berlin, wo ſie nach längeren Lei- den am 7. Jan. 1882 ſtarb. Sie war auch eine geſchickte Zeichnerin u. gab gern eigenhändige Jlluſtrationen zu ihren Märchen u. Geſängen. S: Die Windsbraut (M. für das reifere Kin- desalter), 1865. – Vier deutſche Mär- lein, 1872. – Des Knappen Siegwart goldenes Buch (M. in altdeutſcher Form), 1872. – Die Aslaug-Saga, 1876. – König Dietrich und Königin Gotelind (D.), 1880. – Auf dem Wolfsbühel (E.), 1882. – Die Alfinge (Altdeutſches kulturhiſtor. Zeitbild); II, 1888. *Hantel, Ernſt Georg Herm., geb. am 20. Septbr. 1845 zu Frauen- burg in Preußen, wo ſein Vater Be- ſitzer der großen uralten Kopernikus- Mühle war, erhielt ſeinen erſten Un- terricht in der dortigen evangeliſchen Stadtſchule und kam im 13. Jahre in das Haus ſeines Oheims, des Geh. Medizinalrats A. Wiebe, in Danzig, wo er 1866 das Gymnaſium abſol- vierte. Zum Studium der Medizin bezog er zunächſt die Univerſität Bonn, 1868 nach einer voraufgegan- genen Reiſe durch Frankreich, Eng- land und Belgien, die zu Würzburg, ſetzte darauf ſeine Studien in Königs- berg und Berlin fort und wurde hier 1870 zum Dr. med. promoviert. Bei Ausbruch des Krieges meldete er ſich freiwillig zum Eintritt in die Armee. Als Feld-Aſſiſtenzarzt im 2. Hannö- verſchen Dragoner-Regiment Nr. 16 nahm er an einer Reihe von Schlach- ten teil. Nach ſeiner Rückkehr im Juli 1871 nahm er ſeine Studien in Kö- nigsberg wieder auf u. ließ ſich nach abgelegtem Staatsexamen als Arzt in Frauenburg und 1877 in Elbing nieder, wo er fortan verblieb. Seine im Jahre 1887 daſelbſt eingerichteten Krankenträgerkolonnen erwieſen ſich 1888 bei der großen Nogatüber- ſchwemmung von unberechenbarem Nutzen; unmittelbar darauf organi- ſierte er auch eine ſtändige freiwillige Elbinger „Waſſerwehr“, welche von der Regierung mit Stahlpontons ausgerüſtet wurde und mit der Ge- ſamtleitung des deutſchen Roten Kreu- zes in organiſchen Zuſammenhang gebracht iſt. H. ſtarb am 27. Febr. 1908 in Roſenheim (Bayern), wo er Heilung von ſchweren Leiden ſuchen wollte. S: Von Kaiſer und Reich (Ge.), 1881. – Aus dem Siegesjahr 1870–71 (Kriegsfahrten, En.), 1884. – Kahlberger Strandgut (Liederkranz von baltiſchen Geſtaden), 1885. – Jnundations-Carmina (Ge.), 1888. – Lieder und Gelegenheitsgedichte, 1888. – Das Lied, eine Parabel (D.), 1888. – Gloria (Erinnerung an den Abſchied Kaiſer Wilhelms d. Gr. von ſeinem Volk. D.), 1889. – Ander- nacher Rheinlieder (Ge.), 1894. – Bis- marck-Fahrt (Ep. G.), 1895. – Almen- rauſch, Edelweiß und Baltenroſen (Ge.), 1898. *Haentzſche(-Valett), Henny, wurde am 13. Juli 1849 zu Elze in Hannover als die Tochter des dor- tigen Paſtors H. Kayſer geboren, der 1855 nach Bienenbüttel in der Lüneburger Heide verſetzt ward. Hier verlebte Henny im Kreiſe ihrer Ge- ſchwiſter und der Penſionärinnen, die dem Pfarrhauſe anvertraut wurden, den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend. Jhren Unterricht erhielt ſie teils von dem Vater, teils von der hochgebildeten Mutter, die 7 Jahre lang Erzieherin in der Familie des franzöſiſchen Geſandten, Barons von Talleyrand, geweſen war. Über der wiſſenſchaftlichen Ausbildung wurde jedoch die Einführung in die Pflichten einer guten Hausfrau nicht vernach- läſſigt. Längerer Aufenthalt in dem Hauſe des däniſchen Kammerherrn von Moltke auf Ranzau in Holſtein, der ihr Gelegenheit bot, nicht nur verſchiedene fürſtliche Perſonen ken- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 71. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/75>, abgerufen am 22.03.2019.