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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Har
Spruch u. Lied (Ge.), 1865. - Bruch-
stücke aus dem Leben eines süddeut-
schen Theologen (Autobiogr.); II,
1872-75.

Harmening, Ernst Karl Julius,


* am 28. Januar 1854 zu Bückeburg,
besuchte das dortige Gymnasium,
wo er durch den Direktor desselben,
Dr. Burchardt, die ersten Anregungen
zu einem tieferen Eindringen in die
deutsche und fremde Literatur emp-
fing, studierte seit Ostern 1872 in
Jena und ein Semester in Halle die
Rechte und wurde, da er in sein enge-
res Heimatland nicht zurückkehren
mochte, nach abgelegter Staatsprü-
fung im Herbst 1875 dem Stadtgericht
Eisenach zur Beschäftigung überwie-
sen. Hier blieb er vier Jahre, pro-
movierte inzwischen (1876) in Jena
zum Dr. jur. und erhielt nach Ab-
legung der zweiten juristischen Prü-
fung (1878) dauernde Anstellung am
Appellationsgericht daselbst. Am 1.
Oktober 1879 kam er als Assessor an
das Oberlandesgericht zu Jena, an
dem er sich im Mai 1882 als Rechts-
anwalt niederließ. Jm Jahre 1890
wurde er vom 2. Wahlkreise des Groß-
herzogtums Sachsen-Weimar in den
deutschen Reichstag gewählt, dem er
bis zu seiner Auflösung 1893 ange-
hörte.

S:

Matthias Overstolz (R.);
II, 1881. - Mirjam. Hohes Lied der
Liebe, 1881. - Erde und Eden (Ge.),
1883. - Südslawische Volkslieder.
Aus der Sammlung von Fr. S. Kuhac
übertrag., 1886. - Osterburg (Tage-
buchblätter), 1891.

Harms, Johann Kaspar Georg
Christian,

* am 8. April 1819 zu
Ellwürden im Oldenburgischen, bil-
dete sich erst auf dem Seminar zu
Oldenburg zum Volksschullehrer, be-
suchte dann noch die Universität Ber-
lin und wurde 1843 bei Gründung
der Oberrealschule in Oldenburg als
Lehrer an derselben angestellt u. 1872
zum Professor ernannt. Neben sei-
nem Lehramt versah er auch seit 1852
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Har
die Leitung der Gewerbeschule, die er
auch nach seiner Pensionierung noch
eine Zeitlang innehatte; ferner war
er 1862-77 Mitglied der Ackerbau-
schulkommission, 1876-88 Mitglied
der städtischen Schulkommission für
höhere Schulen, 1869 Mitglied der
Kommission zur Beratung des See-
schiffer-Prüfungswesens u. seit 1879
mit dem wissenschaftlichen Rechnungs-
abschluß der Landes-Witwen-, Wai-
sen- und Leibrenten-Kasse betraut.
Er trat 1888 in den Ruhestand und
starb am 8. November 1896. Außer
mehreren Schulschriften veröffent-
lichte er

S:

Fabeln, Parabeln und
Rätsel für die Jugend (Originaldich-
tungen), 1847.

Harms, Georg Ludwig Detlev
Theodor,

wurde am 5. Mai 1808 zu
Waldrode in der Provinz Hannover
geboren, wo sein Vater damals Rek-
tor und zweiter Prediger war, wuchs
in den einfachsten Verhältnissen eines
kinderreichen Landpfarrhauses auf,
besuchte seit 1825 das Gymnasium in
Celle und studierte 1827-30 in Göt-
tingen Theologie. Als Hauslehrer
im Lauenburgischen, im Hause eines
Kammerherrn von Linstow, schloß er
sich jenem Kreise der "Erweckten" an,
welche in jener Zeit aus der ratio-
nalistischen Strömung in die modern-
pietistische übergingen, und gründete
1834 in Lauenburg einen Missions-
verein, der neben der Heidenmission
auch Werke der sogenannten inneren
Mission betrieb. 1839 in die Heimat
zurückgekehrt, wirkte er teils als Ge-
hilfe seines Vaters, teils als Haus-
lehrer in Lüneburg eifrig und erfolg-
reich in Predigt u. Seelsorge, wurde
dann 1844 seinem alternden Vater
als Hilfsprediger in Hermannsburg
beigegeben u. nach dessen Tode 1849
auf Wunsch der Gemeinde zum Pastor
daselbst ernannt. Von dem Gedanken
ausgehend, daß die Mission sich mit
der Kolonisation verbinden müsse,
gründete er sofort in Hermannsburg

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Har
Spruch u. Lied (Ge.), 1865. – Bruch-
ſtücke aus dem Leben eines ſüddeut-
ſchen Theologen (Autobiogr.); II,
1872–75.

Harmening, Ernſt Karl Julius,


* am 28. Januar 1854 zu Bückeburg,
beſuchte das dortige Gymnaſium,
wo er durch den Direktor desſelben,
Dr. Burchardt, die erſten Anregungen
zu einem tieferen Eindringen in die
deutſche und fremde Literatur emp-
fing, ſtudierte ſeit Oſtern 1872 in
Jena und ein Semeſter in Halle die
Rechte und wurde, da er in ſein enge-
res Heimatland nicht zurückkehren
mochte, nach abgelegter Staatsprü-
fung im Herbſt 1875 dem Stadtgericht
Eiſenach zur Beſchäftigung überwie-
ſen. Hier blieb er vier Jahre, pro-
movierte inzwiſchen (1876) in Jena
zum Dr. jur. und erhielt nach Ab-
legung der zweiten juriſtiſchen Prü-
fung (1878) dauernde Anſtellung am
Appellationsgericht daſelbſt. Am 1.
Oktober 1879 kam er als Aſſeſſor an
das Oberlandesgericht zu Jena, an
dem er ſich im Mai 1882 als Rechts-
anwalt niederließ. Jm Jahre 1890
wurde er vom 2. Wahlkreiſe des Groß-
herzogtums Sachſen-Weimar in den
deutſchen Reichstag gewählt, dem er
bis zu ſeiner Auflöſung 1893 ange-
hörte.

S:

Matthias Overſtolz (R.);
II, 1881. – Mirjam. Hohes Lied der
Liebe, 1881. – Erde und Eden (Ge.),
1883. – Südſlawiſche Volkslieder.
Aus der Sammlung von Fr. S. Kuhac
übertrag., 1886. – Oſterburg (Tage-
buchblätter), 1891.

Harms, Johann Kaſpar Georg
Chriſtian,

* am 8. April 1819 zu
Ellwürden im Oldenburgiſchen, bil-
dete ſich erſt auf dem Seminar zu
Oldenburg zum Volksſchullehrer, be-
ſuchte dann noch die Univerſität Ber-
lin und wurde 1843 bei Gründung
der Oberrealſchule in Oldenburg als
Lehrer an derſelben angeſtellt u. 1872
zum Profeſſor ernannt. Neben ſei-
nem Lehramt verſah er auch ſeit 1852
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Har
die Leitung der Gewerbeſchule, die er
auch nach ſeiner Penſionierung noch
eine Zeitlang innehatte; ferner war
er 1862–77 Mitglied der Ackerbau-
ſchulkommiſſion, 1876–88 Mitglied
der ſtädtiſchen Schulkommiſſion für
höhere Schulen, 1869 Mitglied der
Kommiſſion zur Beratung des See-
ſchiffer-Prüfungsweſens u. ſeit 1879
mit dem wiſſenſchaftlichen Rechnungs-
abſchluß der Landes-Witwen-, Wai-
ſen- und Leibrenten-Kaſſe betraut.
Er trat 1888 in den Ruheſtand und
ſtarb am 8. November 1896. Außer
mehreren Schulſchriften veröffent-
lichte er

S:

Fabeln, Parabeln und
Rätſel für die Jugend (Originaldich-
tungen), 1847.

Harms, Georg Ludwig Detlev
Theodor,

wurde am 5. Mai 1808 zu
Waldrode in der Provinz Hannover
geboren, wo ſein Vater damals Rek-
tor und zweiter Prediger war, wuchs
in den einfachſten Verhältniſſen eines
kinderreichen Landpfarrhauſes auf,
beſuchte ſeit 1825 das Gymnaſium in
Celle und ſtudierte 1827–30 in Göt-
tingen Theologie. Als Hauslehrer
im Lauenburgiſchen, im Hauſe eines
Kammerherrn von Linſtow, ſchloß er
ſich jenem Kreiſe der „Erweckten“ an,
welche in jener Zeit aus der ratio-
naliſtiſchen Strömung in die modern-
pietiſtiſche übergingen, und gründete
1834 in Lauenburg einen Miſſions-
verein, der neben der Heidenmiſſion
auch Werke der ſogenannten inneren
Miſſion betrieb. 1839 in die Heimat
zurückgekehrt, wirkte er teils als Ge-
hilfe ſeines Vaters, teils als Haus-
lehrer in Lüneburg eifrig und erfolg-
reich in Predigt u. Seelſorge, wurde
dann 1844 ſeinem alternden Vater
als Hilfsprediger in Hermannsburg
beigegeben u. nach deſſen Tode 1849
auf Wunſch der Gemeinde zum Paſtor
daſelbſt ernannt. Von dem Gedanken
ausgehend, daß die Miſſion ſich mit
der Koloniſation verbinden müſſe,
gründete er ſofort in Hermannsburg

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[78/0082] Har Har Spruch u. Lied (Ge.), 1865. – Bruch- ſtücke aus dem Leben eines ſüddeut- ſchen Theologen (Autobiogr.); II, 1872–75. Harmening, Ernſt Karl Julius, * am 28. Januar 1854 zu Bückeburg, beſuchte das dortige Gymnaſium, wo er durch den Direktor desſelben, Dr. Burchardt, die erſten Anregungen zu einem tieferen Eindringen in die deutſche und fremde Literatur emp- fing, ſtudierte ſeit Oſtern 1872 in Jena und ein Semeſter in Halle die Rechte und wurde, da er in ſein enge- res Heimatland nicht zurückkehren mochte, nach abgelegter Staatsprü- fung im Herbſt 1875 dem Stadtgericht Eiſenach zur Beſchäftigung überwie- ſen. Hier blieb er vier Jahre, pro- movierte inzwiſchen (1876) in Jena zum Dr. jur. und erhielt nach Ab- legung der zweiten juriſtiſchen Prü- fung (1878) dauernde Anſtellung am Appellationsgericht daſelbſt. Am 1. Oktober 1879 kam er als Aſſeſſor an das Oberlandesgericht zu Jena, an dem er ſich im Mai 1882 als Rechts- anwalt niederließ. Jm Jahre 1890 wurde er vom 2. Wahlkreiſe des Groß- herzogtums Sachſen-Weimar in den deutſchen Reichstag gewählt, dem er bis zu ſeiner Auflöſung 1893 ange- hörte. S: Matthias Overſtolz (R.); II, 1881. – Mirjam. Hohes Lied der Liebe, 1881. – Erde und Eden (Ge.), 1883. – Südſlawiſche Volkslieder. Aus der Sammlung von Fr. S. Kuhac übertrag., 1886. – Oſterburg (Tage- buchblätter), 1891. Harms, Johann Kaſpar Georg Chriſtian, * am 8. April 1819 zu Ellwürden im Oldenburgiſchen, bil- dete ſich erſt auf dem Seminar zu Oldenburg zum Volksſchullehrer, be- ſuchte dann noch die Univerſität Ber- lin und wurde 1843 bei Gründung der Oberrealſchule in Oldenburg als Lehrer an derſelben angeſtellt u. 1872 zum Profeſſor ernannt. Neben ſei- nem Lehramt verſah er auch ſeit 1852 die Leitung der Gewerbeſchule, die er auch nach ſeiner Penſionierung noch eine Zeitlang innehatte; ferner war er 1862–77 Mitglied der Ackerbau- ſchulkommiſſion, 1876–88 Mitglied der ſtädtiſchen Schulkommiſſion für höhere Schulen, 1869 Mitglied der Kommiſſion zur Beratung des See- ſchiffer-Prüfungsweſens u. ſeit 1879 mit dem wiſſenſchaftlichen Rechnungs- abſchluß der Landes-Witwen-, Wai- ſen- und Leibrenten-Kaſſe betraut. Er trat 1888 in den Ruheſtand und ſtarb am 8. November 1896. Außer mehreren Schulſchriften veröffent- lichte er S: Fabeln, Parabeln und Rätſel für die Jugend (Originaldich- tungen), 1847. Harms, Georg Ludwig Detlev Theodor, wurde am 5. Mai 1808 zu Waldrode in der Provinz Hannover geboren, wo ſein Vater damals Rek- tor und zweiter Prediger war, wuchs in den einfachſten Verhältniſſen eines kinderreichen Landpfarrhauſes auf, beſuchte ſeit 1825 das Gymnaſium in Celle und ſtudierte 1827–30 in Göt- tingen Theologie. Als Hauslehrer im Lauenburgiſchen, im Hauſe eines Kammerherrn von Linſtow, ſchloß er ſich jenem Kreiſe der „Erweckten“ an, welche in jener Zeit aus der ratio- naliſtiſchen Strömung in die modern- pietiſtiſche übergingen, und gründete 1834 in Lauenburg einen Miſſions- verein, der neben der Heidenmiſſion auch Werke der ſogenannten inneren Miſſion betrieb. 1839 in die Heimat zurückgekehrt, wirkte er teils als Ge- hilfe ſeines Vaters, teils als Haus- lehrer in Lüneburg eifrig und erfolg- reich in Predigt u. Seelſorge, wurde dann 1844 ſeinem alternden Vater als Hilfsprediger in Hermannsburg beigegeben u. nach deſſen Tode 1849 auf Wunſch der Gemeinde zum Paſtor daſelbſt ernannt. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Miſſion ſich mit der Koloniſation verbinden müſſe, gründete er ſofort in Hermannsburg *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 78. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon03_1913/82>, abgerufen am 19.03.2019.