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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kri
1884. - Vom Lebenswege (Gedichte),
1887.

*Krille, Otto,

geb. am 5. August
1878 in Börnersdorf bei Gottleuba
(Königr. Sachsen) als der Sohn eines
Maurers, der kurz vor dessen Geburt
tödlich verunglückte, und hatte daher
eine wenig erfreuliche Kindheit zu
durchleben. Den Schulunterricht er-
hielt er in der Dorfschule zu Zschaiten,
dann in der Bürgerschule zu Großen-
hain, kam mit 12 Jahren in die kgl.
sächs. Soldatenknaben-Erziehungs-
anstalt in Kleinstruppen u. im Oktbr.
1843 in die Unteroffizier-Vorschule zu
Marienberg, aus der er zu seiner
Freude, da der militärische Beruf
nichts Verlockendes für ihn hatte, im
Novbr. 1895 die Entlassung erhielt.
Dann lebte er bis 1900 als Fabrik-
arbeiter in Dresden, des Nachts und
des Sonntags bestrebt, die mangel-
hafte Schulbildung zu ergänzen. Nach-
dem er vom Oktober 1900-02 im 4.
sächsischen Feldartillerieregiment Nr.
48 seiner Militärpflicht genügt, wurde
er von befreundeter Seite in die Lage
versetzt, ein Jahr lang seiner systema-
tischen Ausbildung zu leben. Er über-
nahm darauf am 1. Januar 1904 die
Redaktion des "Volksblatts für Har-
burg", siedelte im November d. J. als
freier Schriftsteller nach Berlin über,
und lebt als solcher seit 1907 in Stutt-
gart.

S:

Sonnensehnsucht (D.), 1903.
- Aus engen Gassen (Ge.), 1904. -
Aus Welt u. Einsamkeit (Ge.), 1906.
- Neue Fahrt (Ge.), 1908.

*Krische, Paul,

wurde am 1. Mai
1878 in Göttingen als Sproß eines
alten, dort ansässigen Bürgerge-
schlechts geboren, besuchte das königl.
humanistische Gymnasium daselbst bis
zur Erlangung der Berechtigung zum
einjährigen Dienst (1894) und wurde
dann Kaufmann. Aber schon nach
einem Jahre kehrte er zum Gymna-
sium zurück, erlangte Ostern 1898 das
Zeugnis der Reife und bezog nun die
Georgia-Augusta in Göttingen, an
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Kri
der er neben allgemein bildenden
Wissenschaften Naturwissenschaften
(speziell Chemie, Physik, Mineralogie)
und Volkswirtschaft studierte. Diese
Zeit ward verschiedentlich durch län-
gere Auslandreisen nach Jtalien,
Frankreich, der Schweiz und Öster-
reich unterbrochen. Nach erfolgter
Promotion (Januar 1903) unter-
nahm er wiederum größere Reisen
nach Frankreich, Belgien u. Holland
zur Vervollkommnung seiner Sprach-
kenntnisse und wurde Ostern 1904
Assistent an der Landwirtschaftl. Ver-
suchsstation in Köslin (Pommern),
wo er sich als Fachmann besonders
mit der Agrikulturchemie und ver-
wandten Fragen beschäftigte. Seit
dem 1. März 1906 ist er wissenschaft-
licher Dezernent und Bibliothekar
am Kalisyndikat in Berlin und leitet
die Zeitschrift "Die Ernährung der
Pflanze".

S:

Worte, Werte, Werke
(Lebensfragen der Gegenwart), 1907.
- Jmmortellen (Lose Blätter), 1909.
- Hein Träumerlein (Aus d. jungen
Leben eines Wahrheitsuchers), 1910.
- Von der Reinheit des Mannes (Be-
kenntnisse eines Vaters für s. Sohn),
1910.

*Kritzinger, Friedrich Wilhelm,


geb. 1816 zu Lehnin in der Mark
Brandenburg, erhielt seine wissen-
schaftliche Vorbildung auf dem Gym-
nasium zu Brandenburg und studierte
darauf in Berlin vorzugsweise unter
Neander Theologie. Er war dann viele
Jahre Hauslehrer, zuletzt in Pyritz in
Pommern, wurde 1850 Rektor zu Nau-
gard u. 1852 Direktor des neuerrichte-
ten Lehrerinnenseminars zu Droyßig
bei Zeitz. Jm J. 1885 wurde ihm der
Titel eines Schulrats verliehen. Am
1. Juli 1890 trat er in den Ruhestand
u. siedelte nach Naumburg über, starb
aber schon am 12. Juli d. J.

S:

Le-
bensblüten in Liedern, 1857. - Weih-
nachtsbüchlein für Schule und Haus
(Lr.), 1866. - Pilgerklänge (Ge.),
1885.

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Kri
1884. ‒ Vom Lebenswege (Gedichte),
1887.

*Krille, Otto,

geb. am 5. Auguſt
1878 in Börnersdorf bei Gottleuba
(Königr. Sachſen) als der Sohn eines
Maurers, der kurz vor deſſen Geburt
tödlich verunglückte, und hatte daher
eine wenig erfreuliche Kindheit zu
durchleben. Den Schulunterricht er-
hielt er in der Dorfſchule zu Zſchaiten,
dann in der Bürgerſchule zu Großen-
hain, kam mit 12 Jahren in die kgl.
ſächſ. Soldatenknaben-Erziehungs-
anſtalt in Kleinſtruppen u. im Oktbr.
1843 in die Unteroffizier-Vorſchule zu
Marienberg, aus der er zu ſeiner
Freude, da der militäriſche Beruf
nichts Verlockendes für ihn hatte, im
Novbr. 1895 die Entlaſſung erhielt.
Dann lebte er bis 1900 als Fabrik-
arbeiter in Dresden, des Nachts und
des Sonntags beſtrebt, die mangel-
hafte Schulbildung zu ergänzen. Nach-
dem er vom Oktober 1900‒02 im 4.
ſächſiſchen Feldartillerieregiment Nr.
48 ſeiner Militärpflicht genügt, wurde
er von befreundeter Seite in die Lage
verſetzt, ein Jahr lang ſeiner ſyſtema-
tiſchen Ausbildung zu leben. Er über-
nahm darauf am 1. Januar 1904 die
Redaktion des „Volksblatts für Har-
burg‟, ſiedelte im November d. J. als
freier Schriftſteller nach Berlin über,
und lebt als ſolcher ſeit 1907 in Stutt-
gart.

S:

Sonnenſehnſucht (D.), 1903.
‒ Aus engen Gaſſen (Ge.), 1904. ‒
Aus Welt u. Einſamkeit (Ge.), 1906.
‒ Neue Fahrt (Ge.), 1908.

*Kriſche, Paul,

wurde am 1. Mai
1878 in Göttingen als Sproß eines
alten, dort anſäſſigen Bürgerge-
ſchlechts geboren, beſuchte das königl.
humaniſtiſche Gymnaſium daſelbſt bis
zur Erlangung der Berechtigung zum
einjährigen Dienſt (1894) und wurde
dann Kaufmann. Aber ſchon nach
einem Jahre kehrte er zum Gymna-
ſium zurück, erlangte Oſtern 1898 das
Zeugnis der Reife und bezog nun die
Georgia-Auguſta in Göttingen, an
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Kri
der er neben allgemein bildenden
Wiſſenſchaften Naturwiſſenſchaften
(ſpeziell Chemie, Phyſik, Mineralogie)
und Volkswirtſchaft ſtudierte. Dieſe
Zeit ward verſchiedentlich durch län-
gere Auslandreiſen nach Jtalien,
Frankreich, der Schweiz und Öſter-
reich unterbrochen. Nach erfolgter
Promotion (Januar 1903) unter-
nahm er wiederum größere Reiſen
nach Frankreich, Belgien u. Holland
zur Vervollkommnung ſeiner Sprach-
kenntniſſe und wurde Oſtern 1904
Aſſiſtent an der Landwirtſchaftl. Ver-
ſuchsſtation in Köslin (Pommern),
wo er ſich als Fachmann beſonders
mit der Agrikulturchemie und ver-
wandten Fragen beſchäftigte. Seit
dem 1. März 1906 iſt er wiſſenſchaft-
licher Dezernent und Bibliothekar
am Kaliſyndikat in Berlin und leitet
die Zeitſchrift „Die Ernährung der
Pflanze‟.

S:

Worte, Werte, Werke
(Lebensfragen der Gegenwart), 1907.
‒ Jmmortellen (Loſe Blätter), 1909.
‒ Hein Träumerlein (Aus d. jungen
Leben eines Wahrheitſuchers), 1910.
‒ Von der Reinheit des Mannes (Be-
kenntniſſe eines Vaters für ſ. Sohn),
1910.

*Kritzinger, Friedrich Wilhelm,


geb. 1816 zu Lehnin in der Mark
Brandenburg, erhielt ſeine wiſſen-
ſchaftliche Vorbildung auf dem Gym-
naſium zu Brandenburg und ſtudierte
darauf in Berlin vorzugsweiſe unter
Neander Theologie. Er war dann viele
Jahre Hauslehrer, zuletzt in Pyritz in
Pommern, wurde 1850 Rektor zu Nau-
gard u. 1852 Direktor des neuerrichte-
ten Lehrerinnenſeminars zu Droyßig
bei Zeitz. Jm J. 1885 wurde ihm der
Titel eines Schulrats verliehen. Am
1. Juli 1890 trat er in den Ruheſtand
u. ſiedelte nach Naumburg über, ſtarb
aber ſchon am 12. Juli d. J.

S:

Le-
bensblüten in Liedern, 1857. ‒ Weih-
nachtsbüchlein für Schule und Haus
(Lr.), 1866. ‒ Pilgerklänge (Ge.),
1885.

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[116/0120] Kri Kri 1884. ‒ Vom Lebenswege (Gedichte), 1887. *Krille, Otto, geb. am 5. Auguſt 1878 in Börnersdorf bei Gottleuba (Königr. Sachſen) als der Sohn eines Maurers, der kurz vor deſſen Geburt tödlich verunglückte, und hatte daher eine wenig erfreuliche Kindheit zu durchleben. Den Schulunterricht er- hielt er in der Dorfſchule zu Zſchaiten, dann in der Bürgerſchule zu Großen- hain, kam mit 12 Jahren in die kgl. ſächſ. Soldatenknaben-Erziehungs- anſtalt in Kleinſtruppen u. im Oktbr. 1843 in die Unteroffizier-Vorſchule zu Marienberg, aus der er zu ſeiner Freude, da der militäriſche Beruf nichts Verlockendes für ihn hatte, im Novbr. 1895 die Entlaſſung erhielt. Dann lebte er bis 1900 als Fabrik- arbeiter in Dresden, des Nachts und des Sonntags beſtrebt, die mangel- hafte Schulbildung zu ergänzen. Nach- dem er vom Oktober 1900‒02 im 4. ſächſiſchen Feldartillerieregiment Nr. 48 ſeiner Militärpflicht genügt, wurde er von befreundeter Seite in die Lage verſetzt, ein Jahr lang ſeiner ſyſtema- tiſchen Ausbildung zu leben. Er über- nahm darauf am 1. Januar 1904 die Redaktion des „Volksblatts für Har- burg‟, ſiedelte im November d. J. als freier Schriftſteller nach Berlin über, und lebt als ſolcher ſeit 1907 in Stutt- gart. S: Sonnenſehnſucht (D.), 1903. ‒ Aus engen Gaſſen (Ge.), 1904. ‒ Aus Welt u. Einſamkeit (Ge.), 1906. ‒ Neue Fahrt (Ge.), 1908. *Kriſche, Paul, wurde am 1. Mai 1878 in Göttingen als Sproß eines alten, dort anſäſſigen Bürgerge- ſchlechts geboren, beſuchte das königl. humaniſtiſche Gymnaſium daſelbſt bis zur Erlangung der Berechtigung zum einjährigen Dienſt (1894) und wurde dann Kaufmann. Aber ſchon nach einem Jahre kehrte er zum Gymna- ſium zurück, erlangte Oſtern 1898 das Zeugnis der Reife und bezog nun die Georgia-Auguſta in Göttingen, an der er neben allgemein bildenden Wiſſenſchaften Naturwiſſenſchaften (ſpeziell Chemie, Phyſik, Mineralogie) und Volkswirtſchaft ſtudierte. Dieſe Zeit ward verſchiedentlich durch län- gere Auslandreiſen nach Jtalien, Frankreich, der Schweiz und Öſter- reich unterbrochen. Nach erfolgter Promotion (Januar 1903) unter- nahm er wiederum größere Reiſen nach Frankreich, Belgien u. Holland zur Vervollkommnung ſeiner Sprach- kenntniſſe und wurde Oſtern 1904 Aſſiſtent an der Landwirtſchaftl. Ver- ſuchsſtation in Köslin (Pommern), wo er ſich als Fachmann beſonders mit der Agrikulturchemie und ver- wandten Fragen beſchäftigte. Seit dem 1. März 1906 iſt er wiſſenſchaft- licher Dezernent und Bibliothekar am Kaliſyndikat in Berlin und leitet die Zeitſchrift „Die Ernährung der Pflanze‟. S: Worte, Werte, Werke (Lebensfragen der Gegenwart), 1907. ‒ Jmmortellen (Loſe Blätter), 1909. ‒ Hein Träumerlein (Aus d. jungen Leben eines Wahrheitſuchers), 1910. ‒ Von der Reinheit des Mannes (Be- kenntniſſe eines Vaters für ſ. Sohn), 1910. *Kritzinger, Friedrich Wilhelm, geb. 1816 zu Lehnin in der Mark Brandenburg, erhielt ſeine wiſſen- ſchaftliche Vorbildung auf dem Gym- naſium zu Brandenburg und ſtudierte darauf in Berlin vorzugsweiſe unter Neander Theologie. Er war dann viele Jahre Hauslehrer, zuletzt in Pyritz in Pommern, wurde 1850 Rektor zu Nau- gard u. 1852 Direktor des neuerrichte- ten Lehrerinnenſeminars zu Droyßig bei Zeitz. Jm J. 1885 wurde ihm der Titel eines Schulrats verliehen. Am 1. Juli 1890 trat er in den Ruheſtand u. ſiedelte nach Naumburg über, ſtarb aber ſchon am 12. Juli d. J. S: Le- bensblüten in Liedern, 1857. ‒ Weih- nachtsbüchlein für Schule und Haus (Lr.), 1866. ‒ Pilgerklänge (Ge.), 1885. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 116. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/120>, abgerufen am 23.03.2019.