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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kug
wesens in Preußen entworfen, der je-
doch nicht zur Ausführung gelangte.
Er starb plötzlich am 18. März 1858.

S:

Skizzenbuch (Ge., musikal. Kom-
positionen, Radierungen), 1830. - Le-
genden, 1831. - Liederbuch für deut-
sche Künstler (mit Rob. Reinick), 1833.
- Der letzte Wendenfürst (N.) von F.
Th. Erwin (pseud.); II, 1837. - Ge-
dichte, 1840. - Belletristische Schrif-
ten; VIII, 1851-52 [Jnhalt: Hans
von Baisen (Tr.). - Doge und Doga-
resse (Tr.). - Die tatarische Gesandt-
schaft (Schsp.). - Pertinax (Tr.). -
Kleine Dramen - Jakobäa (Tr., 1850).
- Erzählungen (sep. 1859)]. - Lieder-
hefte. Mit Dichterbildnissen, 1852. -
Geschichte Friedrichs des Großen. Mit
Einleitg. hrsg. von Dr. Max Mend-
heim, 1902.

Kugler, Johannes,

Sohn des Vo-
rigen, wurde 1840 in Berlin geboren.
Nach einer an nachhaltigen geistigen
Eindrücken überaus reichen Kindheit
wandte sich der geistvvlle Jüngling
zuerst dem Studium der Naturwissen-
schaften zu, vertauschte aber dann die
akademischen Hörsäle mit den Ateliers
bedeutender Künstler und warf sich
endlich ganz der Malerei in die Arme.
Von früher Jugend an durch ein im-
mer wachsendes Nervenleiden in sei-
nen geistigen Bestrebungen gehemmt,
gestaltete sich sein Leben zu einem
heldenhaften Kampfe seines von edlem
Ehrgeize entflammten Geistes mit
einem siechen Körper. Jn München,
Weimar, Rom und zuletzt wieder in
München hat er diesen Kampf tapfer
gekämpft, bis seine Kraft erschöpft war
und er im Übermaß seiner Schmerzen
zum Selbstmord schritt. Er endete sein
Leben in der Nacht vom 12. auf dem
13. Dezbr. 1873.

S:

Jm Fegefeuer
(Eine Gesch. a. d. Natur, mit biogr.
Einleitung hrsg. von Ad. Wilbrandt),
1874.

*Kügler, G.,

geb. 1846 in Wal-
tersdorf (Böhmen) als der Sohn
eines Schuldirektors, besuchte die
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Kuh
Gymnasien in Saaz und Böhmisch-
Leipa u. studierte danach in Leitmeritz
Theologie. Nach Empfang der Prie-
sterweihe wirkte er als Seelsorger in
Graber, Kreibitz, Gablonz, Schönborn
und Königswalde, mußte dann aber
infolge eines sich in seinem Berufe zu-
gezogenen Herzleidens in den Ruhe-
stand treten, und nahm er danach sei-
nen Wohnsitz in Rumburg (Nordböh-
men).

S:

's Lisl vom Stolzenhof
(Volksst.), 1900. - Die Mooshütte
(Volksschsp.), 1904. - Eine Gemeinde-
wahl (Volksschausp.), 1904. - Das
Wunder in Bethanien (Bibl. Dr.),
1904.

Kuh, Emil,

wurde am 13. Dezbr.
1828 zu Wien von jüdischen Eltern,
die später nach Triest verzogen, geb.,
studierte in Wien bis 1846 Philo-
sophie, Welt- und Literaturgeschichte
und übernahm im folgenden Jahre
das Handelsgeschäft seines Vaters in
Triest, das er aber 1848 wieder auf-
gab. Er trat durch Vermittelung seines
Onkels 1854 in die Dienste der Nord-
bahn, schied jedoch 1857 aus diesem
Verhältnis, um sich literarisch zu be-
schäftigen. Nach einem kurzen Auf-
enthalte in Berlin kehrte er 1858 nach
Wien zurück, trat hier zum Christen-
tum über, leitete 1861 das Feuilleton
der "Österreichischen Zeitung" u. 1862
das der "Wiener Presse". Jm Jahre
1864 erhielt er die Professur für deut-
sche Sprache und Literatur an der
Wiener Handelsakademie, mußte aber
nach einigen Jahren aus Gesund-
heitsrücksichten sein Amt aufgeben und
endlich aus gleichen Gründen seinen
Aufenthalt in Meran nehmen. Hier
starb er am 30. (29.) Dezember 1876.
Seit 1849 mit Fr. Hebbel eng be-
freundet, schrieb er schon 1854 eine
Charakteristik desselben und gab seine
"Sämtlichen Werke" (XII, 1865-68)
heraus.

S:

Drei Erzählungen, 1857.
- Gedichte, 1858. - Dichterbuch aus
Österreich (Anthol.), 1863. - Biogra-
phie Friedr. Hebbels; II, 1877. 2. A.

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[Spaltenumbruch]

Kug
weſens in Preußen entworfen, der je-
doch nicht zur Ausführung gelangte.
Er ſtarb plötzlich am 18. März 1858.

S:

Skizzenbuch (Ge., muſikal. Kom-
poſitionen, Radierungen), 1830. ‒ Le-
genden, 1831. ‒ Liederbuch für deut-
ſche Künſtler (mit Rob. Reinick), 1833.
‒ Der letzte Wendenfürſt (N.) von F.
Th. Erwin (pſeud.); II, 1837. ‒ Ge-
dichte, 1840. ‒ Belletriſtiſche Schrif-
ten; VIII, 1851‒52 [Jnhalt: Hans
von Baiſen (Tr.). ‒ Doge und Doga-
reſſe (Tr.). ‒ Die tatariſche Geſandt-
ſchaft (Schſp.). ‒ Pertinax (Tr.). ‒
Kleine Dramen ‒ Jakobäa (Tr., 1850).
‒ Erzählungen (ſep. 1859)]. ‒ Lieder-
hefte. Mit Dichterbildniſſen, 1852. ‒
Geſchichte Friedrichs des Großen. Mit
Einleitg. hrsg. von Dr. Max Mend-
heim, 1902.

Kugler, Johannes,

Sohn des Vo-
rigen, wurde 1840 in Berlin geboren.
Nach einer an nachhaltigen geiſtigen
Eindrücken überaus reichen Kindheit
wandte ſich der geiſtvvlle Jüngling
zuerſt dem Studium der Naturwiſſen-
ſchaften zu, vertauſchte aber dann die
akademiſchen Hörſäle mit den Ateliers
bedeutender Künſtler und warf ſich
endlich ganz der Malerei in die Arme.
Von früher Jugend an durch ein im-
mer wachſendes Nervenleiden in ſei-
nen geiſtigen Beſtrebungen gehemmt,
geſtaltete ſich ſein Leben zu einem
heldenhaften Kampfe ſeines von edlem
Ehrgeize entflammten Geiſtes mit
einem ſiechen Körper. Jn München,
Weimar, Rom und zuletzt wieder in
München hat er dieſen Kampf tapfer
gekämpft, bis ſeine Kraft erſchöpft war
und er im Übermaß ſeiner Schmerzen
zum Selbſtmord ſchritt. Er endete ſein
Leben in der Nacht vom 12. auf dem
13. Dezbr. 1873.

S:

Jm Fegefeuer
(Eine Geſch. a. d. Natur, mit biogr.
Einleitung hrsg. von Ad. Wilbrandt),
1874.

*Kügler, G.,

geb. 1846 in Wal-
tersdorf (Böhmen) als der Sohn
eines Schuldirektors, beſuchte die
[Spaltenumbruch]

Kuh
Gymnaſien in Saaz und Böhmiſch-
Leipa u. ſtudierte danach in Leitmeritz
Theologie. Nach Empfang der Prie-
ſterweihe wirkte er als Seelſorger in
Graber, Kreibitz, Gablonz, Schönborn
und Königswalde, mußte dann aber
infolge eines ſich in ſeinem Berufe zu-
gezogenen Herzleidens in den Ruhe-
ſtand treten, und nahm er danach ſei-
nen Wohnſitz in Rumburg (Nordböh-
men).

S:

’s Lisl vom Stolzenhof
(Volksſt.), 1900. ‒ Die Mooshütte
(Volksſchſp.), 1904. ‒ Eine Gemeinde-
wahl (Volksſchauſp.), 1904. ‒ Das
Wunder in Bethanien (Bibl. Dr.),
1904.

Kuh, Emil,

wurde am 13. Dezbr.
1828 zu Wien von jüdiſchen Eltern,
die ſpäter nach Trieſt verzogen, geb.,
ſtudierte in Wien bis 1846 Philo-
ſophie, Welt- und Literaturgeſchichte
und übernahm im folgenden Jahre
das Handelsgeſchäft ſeines Vaters in
Trieſt, das er aber 1848 wieder auf-
gab. Er trat durch Vermittelung ſeines
Onkels 1854 in die Dienſte der Nord-
bahn, ſchied jedoch 1857 aus dieſem
Verhältnis, um ſich literariſch zu be-
ſchäftigen. Nach einem kurzen Auf-
enthalte in Berlin kehrte er 1858 nach
Wien zurück, trat hier zum Chriſten-
tum über, leitete 1861 das Feuilleton
der „Öſterreichiſchen Zeitung‟ u. 1862
das der „Wiener Preſſe‟. Jm Jahre
1864 erhielt er die Profeſſur für deut-
ſche Sprache und Literatur an der
Wiener Handelsakademie, mußte aber
nach einigen Jahren aus Geſund-
heitsrückſichten ſein Amt aufgeben und
endlich aus gleichen Gründen ſeinen
Aufenthalt in Meran nehmen. Hier
ſtarb er am 30. (29.) Dezember 1876.
Seit 1849 mit Fr. Hebbel eng be-
freundet, ſchrieb er ſchon 1854 eine
Charakteriſtik desſelben und gab ſeine
„Sämtlichen Werke‟ (XII, 1865‒68)
heraus.

S:

Drei Erzählungen, 1857.
‒ Gedichte, 1858. ‒ Dichterbuch aus
Öſterreich (Anthol.), 1863. ‒ Biogra-
phie Friedr. Hebbels; II, 1877. 2. A.

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 131. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/135>, abgerufen am 27.03.2019.