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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Gedanke nahm ihn so sehr gefangen,
daß er noch unterwegs, ehe er sein
Heim erreichte, den Plan zu seinem
Künstlerroman "Der Jnselkönig" ent-
warf. Jn sechs Wochen war der fünf-
bändige Roman fertig u. wurde dem
"Verlagskontor in Grimma u. Leip-
zig" zum Verlag angeboten. Als nach
Jahresfrist keine Entscheidung erfolgt
war, reklamierte L. seinen Roman,
erhielt aber die Antwort: der Roman
sei seit einem Jahre gedruckt, der Ver-
leger aber -- tot. Dieser Mitteilung
lag ein einziges Exemplar seines
Romans bei, dem man folgenden
Titel gegeben hatte: "Der Jnselkönig.
Roman aus Herloßsohns nachgelasse-
nen Papieren v. Philipp Galen."
Dieses ihm gewissermaßen aufge-
drungene Pseudonym hat L. denn
auch für die Folge beibehalten. Jm
Jahre 1857 wurde L. als Stabsarzt
nach Potsdam versetzt und trat 1878
mit dem Charakter eines Oberstabs-
arztes in den Ruhestand. Am 27.
April 1897 war es ihm vergönnt, die
Feier seiner goldenen Hochzeit zu be-
gehen, bei welcher Gelegenheit es die
Potsdamer an reichen Ehrungen nicht
fehlen ließen. L. starb am 20. Febr.
1899.

S:

Folgende Romane: Der
Jnselkönig; V, 1852. - Der Jrre von
St. James; IV, 1854. 9. A. 1906. -
Fritz Stilling; IV, 1854. - Walter
Lund; III, 1855. - Andreas Burns
und seine Familie; IV, 1856. - Baron
Brandau u. seine Junker; II, 1858. -
Emery Glandon; III, 1859. - Der
Strandvogt von Jasmund; IV, 1859.
- Der Sohn des Gärtners; IV, 1861.
- Die Jnsulaner; IV, 1861. - Nach
zwanzig Jahren (R.); III, 1864. -
Der Leuchtturm auf Kap Wrath; III,
1862. - Der grüne Pelz; IV, 1863.
4. A. 1905. - Der Erbe von Bettys
Ruh; IV, 1866. - Jane, die Jüdin;
III, 1867. - Die Tochter des Diplo-
maten; IV, 1867. - Das Jrrlicht von
Argentieres; III, 1868. - Walram
Forst, der Demagoge; IV, 1868. -
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Der Löwe von Luzern; V, 1869. 3. A.
1906. - Der Friedensengel; III, 1870.
- Jrene, die Träumerin; III, 1873. -
Der Alte vom Berge; III, 1873. -
Der Rastelbinder; III, 1874. - Der
Einsiedler vom Abendberg; III, 1876.
- Die Moselnixe; III, 1877. - Frei
vom Joch; III, 1878. - Auch die
Sterne können reden; IV, 1878. - Die
Perle von der Oie; IV, 1880. - Der
Pechvogel und andere Erzählungen,
1883. - Der Meier von Montjardin;
II, 1891. - Das Drama: Friedrich in
Rheinsberg, 1871. - Philipp Galens
gesammelte Schriften, 1905 ff.

*Lange, Karl Friedrich Wilhelm,


* am 4. März 1830 zu Quedlinburg
als der Sohn eines praktischen Arztes,
studierte in Berlin und Halle Theo-
logie, war danach vier Jahre lang
Hauslehrer in einem schlesisch. Pfarr-
hause, wurde 1859 Schloßprediger
des Grafen v. Stolberg-Wernigerode
bei Landeshut, 1860 Pastor in Janno-
witz b. Hirschberg, 1868 auch Superin-
tendent und Kreisschulinspektor des
Schönauer Kreises, 1871 Superinten-
dent u. Stadtschulinspektor in Oppeln
und gleichzeitig als geistlicher Rat
Mitglied der dortigen Regierung. Jm
Jahre 1873 wurde er als Konsistorial-
rat und Mitglied des Konsistoriums
nach Breslau versetzt, 1880 als Hof-
und Schloßprediger, Konsistorialrat
und Kircheninspektor nach Hannover
berufen, trat im Herbst 1884 in den
Ruhestand und siedelte nach Janno-
witz in Schlesien über. Hier verweilte
er bis zu seinem Tode, am 2. Juni
1907.

S:

Treue Liebe (Ge. über Per-
petua und Suso), 1878. - Dr. Martin
Luther und Graf Erbach (Schsp. nach
Armin Steins E.,) 1883. - Apollyon,
der Gegenchristus (E.), 1895.

*Lange, Karl,

geb. am 16. Febr.
1848 zu Nordwalde in Westfalen als
der Sohn des Schauspielerpaares
Christian und Katharina L., verlor
schon im Alter von 13 Jahren seinen
Vater und mußte nun zur Ernährung

* 12*


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Gedanke nahm ihn ſo ſehr gefangen,
daß er noch unterwegs, ehe er ſein
Heim erreichte, den Plan zu ſeinem
Künſtlerroman „Der Jnſelkönig‟ ent-
warf. Jn ſechs Wochen war der fünf-
bändige Roman fertig u. wurde dem
„Verlagskontor in Grimma u. Leip-
zig‟ zum Verlag angeboten. Als nach
Jahresfriſt keine Entſcheidung erfolgt
war, reklamierte L. ſeinen Roman,
erhielt aber die Antwort: der Roman
ſei ſeit einem Jahre gedruckt, der Ver-
leger aber — tot. Dieſer Mitteilung
lag ein einziges Exemplar ſeines
Romans bei, dem man folgenden
Titel gegeben hatte: „Der Jnſelkönig.
Roman aus Herloßſohns nachgelaſſe-
nen Papieren v. Philipp Galen.
Dieſes ihm gewiſſermaßen aufge-
drungene Pſeudonym hat L. denn
auch für die Folge beibehalten. Jm
Jahre 1857 wurde L. als Stabsarzt
nach Potsdam verſetzt und trat 1878
mit dem Charakter eines Oberſtabs-
arztes in den Ruheſtand. Am 27.
April 1897 war es ihm vergönnt, die
Feier ſeiner goldenen Hochzeit zu be-
gehen, bei welcher Gelegenheit es die
Potsdamer an reichen Ehrungen nicht
fehlen ließen. L. ſtarb am 20. Febr.
1899.

S:

Folgende Romane: Der
Jnſelkönig; V, 1852. ‒ Der Jrre von
St. James; IV, 1854. 9. A. 1906. ‒
Fritz Stilling; IV, 1854. ‒ Walter
Lund; III, 1855. ‒ Andreas Burns
und ſeine Familie; IV, 1856. ‒ Baron
Brandau u. ſeine Junker; II, 1858. ‒
Emery Glandon; III, 1859. ‒ Der
Strandvogt von Jasmund; IV, 1859.
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‒ Die Jnſulaner; IV, 1861. ‒ Nach
zwanzig Jahren (R.); III, 1864. ‒
Der Leuchtturm auf Kap Wrath; III,
1862. ‒ Der grüne Pelz; IV, 1863.
4. A. 1905. ‒ Der Erbe von Bettys
Ruh; IV, 1866. ‒ Jane, die Jüdin;
III, 1867. ‒ Die Tochter des Diplo-
maten; IV, 1867. ‒ Das Jrrlicht von
Argentières; III, 1868. ‒ Walram
Forſt, der Demagoge; IV, 1868. ‒
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Lan
Der Löwe von Luzern; V, 1869. 3. A.
1906. ‒ Der Friedensengel; III, 1870.
‒ Jrene, die Träumerin; III, 1873. ‒
Der Alte vom Berge; III, 1873. ‒
Der Raſtelbinder; III, 1874. ‒ Der
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vom Joch; III, 1878. ‒ Auch die
Sterne können reden; IV, 1878. ‒ Die
Perle von der Oie; IV, 1880. ‒ Der
Pechvogel und andere Erzählungen,
1883. ‒ Der Meier von Montjardin;
II, 1891. ‒ Das Drama: Friedrich in
Rheinsberg, 1871. ‒ Philipp Galens
geſammelte Schriften, 1905 ff.

*Lange, Karl Friedrich Wilhelm,


* am 4. März 1830 zu Quedlinburg
als der Sohn eines praktiſchen Arztes,
ſtudierte in Berlin und Halle Theo-
logie, war danach vier Jahre lang
Hauslehrer in einem ſchleſiſch. Pfarr-
hauſe, wurde 1859 Schloßprediger
des Grafen v. Stolberg-Wernigerode
bei Landeshut, 1860 Paſtor in Janno-
witz b. Hirſchberg, 1868 auch Superin-
tendent und Kreisſchulinſpektor des
Schönauer Kreiſes, 1871 Superinten-
dent u. Stadtſchulinſpektor in Oppeln
und gleichzeitig als geiſtlicher Rat
Mitglied der dortigen Regierung. Jm
Jahre 1873 wurde er als Konſiſtorial-
rat und Mitglied des Konſiſtoriums
nach Breslau verſetzt, 1880 als Hof-
und Schloßprediger, Konſiſtorialrat
und Kircheninſpektor nach Hannover
berufen, trat im Herbſt 1884 in den
Ruheſtand und ſiedelte nach Janno-
witz in Schleſien über. Hier verweilte
er bis zu ſeinem Tode, am 2. Juni
1907.

S:

Treue Liebe (Ge. über Per-
petua und Suſo), 1878. ‒ Dr. Martin
Luther und Graf Erbach (Schſp. nach
Armin Steins E.,) 1883. ‒ Apollyon,
der Gegenchriſtus (E.), 1895.

*Lange, Karl,

geb. am 16. Febr.
1848 zu Nordwalde in Weſtfalen als
der Sohn des Schauſpielerpaares
Chriſtian und Katharina L., verlor
ſchon im Alter von 13 Jahren ſeinen
Vater und mußte nun zur Ernährung

* 12*
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[179/0183] Lan Lan Gedanke nahm ihn ſo ſehr gefangen, daß er noch unterwegs, ehe er ſein Heim erreichte, den Plan zu ſeinem Künſtlerroman „Der Jnſelkönig‟ ent- warf. Jn ſechs Wochen war der fünf- bändige Roman fertig u. wurde dem „Verlagskontor in Grimma u. Leip- zig‟ zum Verlag angeboten. Als nach Jahresfriſt keine Entſcheidung erfolgt war, reklamierte L. ſeinen Roman, erhielt aber die Antwort: der Roman ſei ſeit einem Jahre gedruckt, der Ver- leger aber — tot. Dieſer Mitteilung lag ein einziges Exemplar ſeines Romans bei, dem man folgenden Titel gegeben hatte: „Der Jnſelkönig. Roman aus Herloßſohns nachgelaſſe- nen Papieren v. Philipp Galen.‟ Dieſes ihm gewiſſermaßen aufge- drungene Pſeudonym hat L. denn auch für die Folge beibehalten. Jm Jahre 1857 wurde L. als Stabsarzt nach Potsdam verſetzt und trat 1878 mit dem Charakter eines Oberſtabs- arztes in den Ruheſtand. Am 27. April 1897 war es ihm vergönnt, die Feier ſeiner goldenen Hochzeit zu be- gehen, bei welcher Gelegenheit es die Potsdamer an reichen Ehrungen nicht fehlen ließen. L. ſtarb am 20. Febr. 1899. S: Folgende Romane: Der Jnſelkönig; V, 1852. ‒ Der Jrre von St. James; IV, 1854. 9. A. 1906. ‒ Fritz Stilling; IV, 1854. ‒ Walter Lund; III, 1855. ‒ Andreas Burns und ſeine Familie; IV, 1856. ‒ Baron Brandau u. ſeine Junker; II, 1858. ‒ Emery Glandon; III, 1859. ‒ Der Strandvogt von Jasmund; IV, 1859. ‒ Der Sohn des Gärtners; IV, 1861. ‒ Die Jnſulaner; IV, 1861. ‒ Nach zwanzig Jahren (R.); III, 1864. ‒ Der Leuchtturm auf Kap Wrath; III, 1862. ‒ Der grüne Pelz; IV, 1863. 4. A. 1905. ‒ Der Erbe von Bettys Ruh; IV, 1866. ‒ Jane, die Jüdin; III, 1867. ‒ Die Tochter des Diplo- maten; IV, 1867. ‒ Das Jrrlicht von Argentières; III, 1868. ‒ Walram Forſt, der Demagoge; IV, 1868. ‒ Der Löwe von Luzern; V, 1869. 3. A. 1906. ‒ Der Friedensengel; III, 1870. ‒ Jrene, die Träumerin; III, 1873. ‒ Der Alte vom Berge; III, 1873. ‒ Der Raſtelbinder; III, 1874. ‒ Der Einſiedler vom Abendberg; III, 1876. ‒ Die Moſelnixe; III, 1877. ‒ Frei vom Joch; III, 1878. ‒ Auch die Sterne können reden; IV, 1878. ‒ Die Perle von der Oie; IV, 1880. ‒ Der Pechvogel und andere Erzählungen, 1883. ‒ Der Meier von Montjardin; II, 1891. ‒ Das Drama: Friedrich in Rheinsberg, 1871. ‒ Philipp Galens geſammelte Schriften, 1905 ff. *Lange, Karl Friedrich Wilhelm, * am 4. März 1830 zu Quedlinburg als der Sohn eines praktiſchen Arztes, ſtudierte in Berlin und Halle Theo- logie, war danach vier Jahre lang Hauslehrer in einem ſchleſiſch. Pfarr- hauſe, wurde 1859 Schloßprediger des Grafen v. Stolberg-Wernigerode bei Landeshut, 1860 Paſtor in Janno- witz b. Hirſchberg, 1868 auch Superin- tendent und Kreisſchulinſpektor des Schönauer Kreiſes, 1871 Superinten- dent u. Stadtſchulinſpektor in Oppeln und gleichzeitig als geiſtlicher Rat Mitglied der dortigen Regierung. Jm Jahre 1873 wurde er als Konſiſtorial- rat und Mitglied des Konſiſtoriums nach Breslau verſetzt, 1880 als Hof- und Schloßprediger, Konſiſtorialrat und Kircheninſpektor nach Hannover berufen, trat im Herbſt 1884 in den Ruheſtand und ſiedelte nach Janno- witz in Schleſien über. Hier verweilte er bis zu ſeinem Tode, am 2. Juni 1907. S: Treue Liebe (Ge. über Per- petua und Suſo), 1878. ‒ Dr. Martin Luther und Graf Erbach (Schſp. nach Armin Steins E.,) 1883. ‒ Apollyon, der Gegenchriſtus (E.), 1895. *Lange, Karl, geb. am 16. Febr. 1848 zu Nordwalde in Weſtfalen als der Sohn des Schauſpielerpaares Chriſtian und Katharina L., verlor ſchon im Alter von 13 Jahren ſeinen Vater und mußte nun zur Ernährung * 12*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 179. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/183>, abgerufen am 22.03.2019.