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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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eine Pension in Dresden, besuchte
hier bis Ostern 1897 das Königliche
Gymnasium und darauf das Luisen-
städtische Gymnasium in Berlin, das
er im Sommer 1899 als Primaner
verließ, um sich dem militärischen Be-
ruf zu widmen. Nach bestandener
Fähnrichsprüfung trat er als Fah-
nenjunker in das Unterelsässische Jn-
fanteriereg. Nr. 138 ein und wurde,
nachdem er noch eine Zeitlang die
Kriegsschule in Engers a. Rh. besucht
hatte, im Januar 1901 zum Leutnant
befördert. Jm Frühling 1905 unter-
zog er sich mit Erfolg der militärisch.
Dolmetscherprüfung f. das Englische;
aber ein Fußleiden sowie ein Wechsel
in seinen persönlichen Verhältnissen
bestimmte ihn, im Februar 1907 den
Abschied zu nehmen. Seit dieser Zeit
war er bei der königl. Polizeiverwal-
tung in Frankfurt a. Main informa-
torisch tätig, und nachdem er noch die
Polizeischule in Hannover besucht
hatte, wurde er im Oktober 1908
als kgl. Polizeikommissar in Frank-
furt a. M. angestellt.

S:

Aus Tag
und Sinnen (Ge.), 1907.

*Langheinrich, Franz,

wurde am
25. Mai 1864 in Leipzig als Sohn
eines unbemittelten Schneiders ge-
boren. An dem kleinen Lebensunter-
halt der Familie mußte er schon als
Volksschüler frühzeitig teilnehmen u.
für Vermehrung der Familienbedürf-
nisse mit sorgen. Mit 15 Jahren trat
er als Lehrling in eine Leipziger Buch-
handlung ein und besuchte die Buch-
händlerlehranstalt daselbst. Bald
wurde er auch Mitarbeiter an Tages-
zeitungen und Zeitschriften, bis ihn
die Berührung und Freundschaft mit
Max Klinger und Otto Greiner mehr
und mehr dem Studium der zeitge-
nössigen Kunst zuführte. Seit 1897 ist
er Redakteur des künstlerischen Teils
der Zeitschrift "Jugend" in München.
Jn dieser vielgestaltigen Tagesarbeit,
zu der auch die gesamte Herstellungs-
und Drucktechnik gehört, bleiben ihm
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nur wenige Mußestunden für litera-
rische Eigenarbeit übrig.

S:

Die Nacht
der Wunder (Weihnachtsspiel), 1905.
- An das Leben (Gedichtsammlg.),
1907.

*Laengin, Georg,

wurde am 31.
Oktober 1827 in dem badischen Mark-
gräfler Dorfe Buggingen als der
Sohn eines Wirts geboren, besuchte
zuerst die höhere Bürgerschule in dem
nahen Müllheim, hierauf das Gym-
nasium in Karlsruhe und studierte
dann in Heidelberg und Halle Theo-
logie. Nach beendigten Studien war
er erst einige Zeit in des Dichters
Hebel Heimatgegend im badischen
Wiesenthal tätig, und von dieser Zeit
datiert sich das Jnteresse, das L. für
jenen allemannischen Dichter empfand
und das ihn zur Abfassung seiner
Schrift veranlaßte "Johann Peter
Hebel. Ein Lebensbild" (1875), die
bis jetzt als die beste Biographie
Hebels angesehen werden muß. Jm
Jahre 1854 wurde L. Pastor in dem
Schwarzwaldstädtchen Schiltach im
hintern Kinzigtal, von wo er 1864
als Pastor nach Karlsruhe kam. Dort
wirkte er als Stadtpfarrer bis zu
seiner Pensionierung im Jahre 1897.
Er siedelte dann nach Freiburg i. B.
über, starb aber dort bereits am 13.
September 1897 plötzlich am Herz-
schlage.

S:

Aus unserer Zeit (Ge.),
1861. - Die Schlacht bei Belfort (G.),
1872. - Elsässische Sonette, 1872. -
Mark Aurel (Tr.), 1883. - Valeria
(Tr.), 1884. - Zur Bismarckfeier (3
Lr.), 1885. - Vierzig Jahre in Kämp-
fen u. Hoffen (Relig.-polititische Ge.),
1892.

*Langkamer, Margarete,

geborne
Kolberg, pseud. Richard Nord-
mann,
wurde am 29. Mai 1866 in
Wien geboren u. in einem Münchener
Pensionat erzogen. Sie vermählte
sich 1883 mil dem Schauspieler und
Regisseur Karl L., mit dem sie Nord-
amerika bereiste, und schloß sich nach
ihrer Heimkehr dem Münchener En-

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eine Penſion in Dresden, beſuchte
hier bis Oſtern 1897 das Königliche
Gymnaſium und darauf das Luiſen-
ſtädtiſche Gymnaſium in Berlin, das
er im Sommer 1899 als Primaner
verließ, um ſich dem militäriſchen Be-
ruf zu widmen. Nach beſtandener
Fähnrichsprüfung trat er als Fah-
nenjunker in das Unterelſäſſiſche Jn-
fanteriereg. Nr. 138 ein und wurde,
nachdem er noch eine Zeitlang die
Kriegsſchule in Engers a. Rh. beſucht
hatte, im Januar 1901 zum Leutnant
befördert. Jm Frühling 1905 unter-
zog er ſich mit Erfolg der militäriſch.
Dolmetſcherprüfung f. das Engliſche;
aber ein Fußleiden ſowie ein Wechſel
in ſeinen perſönlichen Verhältniſſen
beſtimmte ihn, im Februar 1907 den
Abſchied zu nehmen. Seit dieſer Zeit
war er bei der königl. Polizeiverwal-
tung in Frankfurt a. Main informa-
toriſch tätig, und nachdem er noch die
Polizeiſchule in Hannover beſucht
hatte, wurde er im Oktober 1908
als kgl. Polizeikommiſſar in Frank-
furt a. M. angeſtellt.

S:

Aus Tag
und Sinnen (Ge.), 1907.

*Langheinrich, Franz,

wurde am
25. Mai 1864 in Leipzig als Sohn
eines unbemittelten Schneiders ge-
boren. An dem kleinen Lebensunter-
halt der Familie mußte er ſchon als
Volksſchüler frühzeitig teilnehmen u.
für Vermehrung der Familienbedürf-
niſſe mit ſorgen. Mit 15 Jahren trat
er als Lehrling in eine Leipziger Buch-
handlung ein und beſuchte die Buch-
händlerlehranſtalt daſelbſt. Bald
wurde er auch Mitarbeiter an Tages-
zeitungen und Zeitſchriften, bis ihn
die Berührung und Freundſchaft mit
Max Klinger und Otto Greiner mehr
und mehr dem Studium der zeitge-
nöſſigen Kunſt zuführte. Seit 1897 iſt
er Redakteur des künſtleriſchen Teils
der Zeitſchrift „Jugend‟ in München.
Jn dieſer vielgeſtaltigen Tagesarbeit,
zu der auch die geſamte Herſtellungs-
und Drucktechnik gehört, bleiben ihm
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nur wenige Mußeſtunden für litera-
riſche Eigenarbeit übrig.

S:

Die Nacht
der Wunder (Weihnachtsſpiel), 1905.
‒ An das Leben (Gedichtſammlg.),
1907.

*Laengin, Georg,

wurde am 31.
Oktober 1827 in dem badiſchen Mark-
gräfler Dorfe Buggingen als der
Sohn eines Wirts geboren, beſuchte
zuerſt die höhere Bürgerſchule in dem
nahen Müllheim, hierauf das Gym-
naſium in Karlsruhe und ſtudierte
dann in Heidelberg und Halle Theo-
logie. Nach beendigten Studien war
er erſt einige Zeit in des Dichters
Hebel Heimatgegend im badiſchen
Wieſenthal tätig, und von dieſer Zeit
datiert ſich das Jntereſſe, das L. für
jenen allemanniſchen Dichter empfand
und das ihn zur Abfaſſung ſeiner
Schrift veranlaßte „Johann Peter
Hebel. Ein Lebensbild‟ (1875), die
bis jetzt als die beſte Biographie
Hebels angeſehen werden muß. Jm
Jahre 1854 wurde L. Paſtor in dem
Schwarzwaldſtädtchen Schiltach im
hintern Kinzigtal, von wo er 1864
als Paſtor nach Karlsruhe kam. Dort
wirkte er als Stadtpfarrer bis zu
ſeiner Penſionierung im Jahre 1897.
Er ſiedelte dann nach Freiburg i. B.
über, ſtarb aber dort bereits am 13.
September 1897 plötzlich am Herz-
ſchlage.

S:

Aus unſerer Zeit (Ge.),
1861. ‒ Die Schlacht bei Belfort (G.),
1872. ‒ Elſäſſiſche Sonette, 1872. ‒
Mark Aurel (Tr.), 1883. ‒ Valeria
(Tr.), 1884. ‒ Zur Bismarckfeier (3
Lr.), 1885. ‒ Vierzig Jahre in Kämp-
fen u. Hoffen (Relig.-polititiſche Ge.),
1892.

*Langkamer, Margarete,

geborne
Kolberg, pſeud. Richard Nord-
mann,
wurde am 29. Mai 1866 in
Wien geboren u. in einem Münchener
Penſionat erzogen. Sie vermählte
ſich 1883 mil dem Schauſpieler und
Regiſſeur Karl L., mit dem ſie Nord-
amerika bereiſte, und ſchloß ſich nach
ihrer Heimkehr dem Münchener En-

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[186/0190] Lan Lan eine Penſion in Dresden, beſuchte hier bis Oſtern 1897 das Königliche Gymnaſium und darauf das Luiſen- ſtädtiſche Gymnaſium in Berlin, das er im Sommer 1899 als Primaner verließ, um ſich dem militäriſchen Be- ruf zu widmen. Nach beſtandener Fähnrichsprüfung trat er als Fah- nenjunker in das Unterelſäſſiſche Jn- fanteriereg. Nr. 138 ein und wurde, nachdem er noch eine Zeitlang die Kriegsſchule in Engers a. Rh. beſucht hatte, im Januar 1901 zum Leutnant befördert. Jm Frühling 1905 unter- zog er ſich mit Erfolg der militäriſch. Dolmetſcherprüfung f. das Engliſche; aber ein Fußleiden ſowie ein Wechſel in ſeinen perſönlichen Verhältniſſen beſtimmte ihn, im Februar 1907 den Abſchied zu nehmen. Seit dieſer Zeit war er bei der königl. Polizeiverwal- tung in Frankfurt a. Main informa- toriſch tätig, und nachdem er noch die Polizeiſchule in Hannover beſucht hatte, wurde er im Oktober 1908 als kgl. Polizeikommiſſar in Frank- furt a. M. angeſtellt. S: Aus Tag und Sinnen (Ge.), 1907. *Langheinrich, Franz, wurde am 25. Mai 1864 in Leipzig als Sohn eines unbemittelten Schneiders ge- boren. An dem kleinen Lebensunter- halt der Familie mußte er ſchon als Volksſchüler frühzeitig teilnehmen u. für Vermehrung der Familienbedürf- niſſe mit ſorgen. Mit 15 Jahren trat er als Lehrling in eine Leipziger Buch- handlung ein und beſuchte die Buch- händlerlehranſtalt daſelbſt. Bald wurde er auch Mitarbeiter an Tages- zeitungen und Zeitſchriften, bis ihn die Berührung und Freundſchaft mit Max Klinger und Otto Greiner mehr und mehr dem Studium der zeitge- nöſſigen Kunſt zuführte. Seit 1897 iſt er Redakteur des künſtleriſchen Teils der Zeitſchrift „Jugend‟ in München. Jn dieſer vielgeſtaltigen Tagesarbeit, zu der auch die geſamte Herſtellungs- und Drucktechnik gehört, bleiben ihm nur wenige Mußeſtunden für litera- riſche Eigenarbeit übrig. S: Die Nacht der Wunder (Weihnachtsſpiel), 1905. ‒ An das Leben (Gedichtſammlg.), 1907. *Laengin, Georg, wurde am 31. Oktober 1827 in dem badiſchen Mark- gräfler Dorfe Buggingen als der Sohn eines Wirts geboren, beſuchte zuerſt die höhere Bürgerſchule in dem nahen Müllheim, hierauf das Gym- naſium in Karlsruhe und ſtudierte dann in Heidelberg und Halle Theo- logie. Nach beendigten Studien war er erſt einige Zeit in des Dichters Hebel Heimatgegend im badiſchen Wieſenthal tätig, und von dieſer Zeit datiert ſich das Jntereſſe, das L. für jenen allemanniſchen Dichter empfand und das ihn zur Abfaſſung ſeiner Schrift veranlaßte „Johann Peter Hebel. Ein Lebensbild‟ (1875), die bis jetzt als die beſte Biographie Hebels angeſehen werden muß. Jm Jahre 1854 wurde L. Paſtor in dem Schwarzwaldſtädtchen Schiltach im hintern Kinzigtal, von wo er 1864 als Paſtor nach Karlsruhe kam. Dort wirkte er als Stadtpfarrer bis zu ſeiner Penſionierung im Jahre 1897. Er ſiedelte dann nach Freiburg i. B. über, ſtarb aber dort bereits am 13. September 1897 plötzlich am Herz- ſchlage. S: Aus unſerer Zeit (Ge.), 1861. ‒ Die Schlacht bei Belfort (G.), 1872. ‒ Elſäſſiſche Sonette, 1872. ‒ Mark Aurel (Tr.), 1883. ‒ Valeria (Tr.), 1884. ‒ Zur Bismarckfeier (3 Lr.), 1885. ‒ Vierzig Jahre in Kämp- fen u. Hoffen (Relig.-polititiſche Ge.), 1892. *Langkamer, Margarete, geborne Kolberg, pſeud. Richard Nord- mann, wurde am 29. Mai 1866 in Wien geboren u. in einem Münchener Penſionat erzogen. Sie vermählte ſich 1883 mil dem Schauſpieler und Regiſſeur Karl L., mit dem ſie Nord- amerika bereiſte, und ſchloß ſich nach ihrer Heimkehr dem Münchener En- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 186. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/190>, abgerufen am 26.04.2018.