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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Len
Fritz, wurde am 11. Juli 1864 zu
Querstedt im Kreise Stendal als der
Sohn eines Kossäten geb., der neben
seiner Landwirtschaft einen Viehyan-
del betrieb. Er besuchte die Dorfschule
seines Ortes, empfing dann den Pri-
vatunterricht des Pastors Pohlmann
in Badingen, u. dieser bestimmte ihn
auch, den Lehrerberuf zu erwählen.
Nachdem er seit 1880 in Osterburg die
Präparandie u. das Seminar besucht
hatte, wurde er 1884 Lehrer in Garde-
legen, siedelte aber schon im folgenden
Jahre nach Halberstadt über, wo er
noch jetzt im Amte steht.

S:

Lose
Blätter (Ge., Gedanken und Volks-
schauspiele [Aus Deutschlands großen
Tagen. - Widukind]), 1889. 2. A. 1899.
- Neue Klänge (Ge.), 1901. - Eine
indische Geschichte, 1902. - Erzählun-
gen aus dem Volksleben, 1904. -
Poetisches Allerlei, 1904. - Unter dem
Sternenhimmel (E.). Der verlorene
Sohn (E.). Aus stillen Stunden (Ge.),
1907. - Lieder der Einsamkeit, 1908.

Lenz, Leo,

Pseudon. für Johann
Rudolf Schwanzara; s. d.!

*Lenz, Karl Ludwig,

wurde am
20. (nicht 15.) September 1813 (nicht
1823) zu Berlin als der Sohn eines
Steinmetzen geb., erhielt seine wissen-
schaftliche Vorbildung auf dem Joa-
chimsthalschen Gymnasium und auf
dem zum grauen Kloster in Berlin u.
besuchte danach d. Universität daselbst.
Er betrat frühe die journalistische
Laufbahn und wurde 1839 Redakteur
des "Freimütigen". Jm Jahre 1841
siedelte er nach Hamburg über, wurde
hier Redakteur der "Neuen Hambur-
ger Zeitung", erwarb aber noch in
demselben Jahre das Hamburger
Blatt "Der Freischütz", das bis 1873
unter seiner Leitung erschien u. seiner
Zeit zu den gelesensten Blättern ge-
hörte. Daneben redigierte er von
1859 72 das illustrierte Wochenblatt
"Omnibus", Jm August 1862 erwarb
er sich in Jena die Würde eines Dr.
phil.
Jm Jahre 1872 übernahm er die
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Len
literarische Leitung des "Allgemeinen
Vereins für deutsche Literatur", die
er bis 1884 führte, siedelte 1875 nach
Berlin über u. trat noch in demselben
Jahre in die Redaktion des belletri-
stischen Teils des "Bazar" ein, der er
bis 1886 angehörte. Seitdem lebte er
als unabhängiger Schriftsteller in
Berlin und starb daselbst am 2. Okt.
1896.

S:

Walhalla. Altdeutsche Sagen
und Volksbücher, neu bearb., 1837. -
Perlen der deutschen Literatur (An-
thol.), 1838. - Tausch u. Täuschungen
(Lsp.), 1838. - Der Kolporteur (P.),
1838. - Das Kunstkabinett (Kom.
Szene mit Ges.), 1840. - Berlin und
die Berliner (Lebens- u. Sittenbilder),
1840. - Deutsche Dichter und Denker,
1860. - Die Kunst zu unterhalten,
1892. - Zahlreiche humorist. Schrift-
chen; z. B. Nante anf der Berlin-
Potsdamer Eisenbahn; 5 Hefte 1839-
1841.

*Lenz, Philipp,

Sohn des Vorigen,
wurde am 15. März 1850 in Hamburg
geb., besuchte das dortige Johanneum,
widmete sich in Jena und Leipzig dem
Studium der Staatswissenschaften u.
erwarb sich 1872 die Würde eines Dr.
phil.
Jm Jahre 1880 ging er im Dienst
des Auswärtigen Amtes nach China,
fungierte mehrere Jahre als Dol-
metscher der deutschen Gesandtschaft
in Peking und ward 1890 zum Vize-
konsul und nach einigen Jahren zum
Konsul in Tschifu ernannt.

S:

Mi-
litärische Humoresken, 5 Bdchn.,
1876-78.

Lenzen, Maria,

geb. di Sebre-
gondi,
wurde am 18. Dezbr. 1814
zu Dorsten in Westfalen als die Toch-
ter eines Arztes geboren, erhielt ihren
ersten Unterricht im elterlichen Hause
durch einen Großoheim, den früheren
Guardian des Minoritenklosters in
Soest, besuchte dann die öffentliche
Schule u. vom 11. bis 14. Jahre das
Pensionat der Ursulinerinnen daselbst
und kehrte darauf in das Elternhaus
zurück, um unter der Leitung der

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Len
Fritz, wurde am 11. Juli 1864 zu
Querſtedt im Kreiſe Stendal als der
Sohn eines Koſſäten geb., der neben
ſeiner Landwirtſchaft einen Viehyan-
del betrieb. Er beſuchte die Dorfſchule
ſeines Ortes, empfing dann den Pri-
vatunterricht des Paſtors Pohlmann
in Badingen, u. dieſer beſtimmte ihn
auch, den Lehrerberuf zu erwählen.
Nachdem er ſeit 1880 in Oſterburg die
Präparandie u. das Seminar beſucht
hatte, wurde er 1884 Lehrer in Garde-
legen, ſiedelte aber ſchon im folgenden
Jahre nach Halberſtadt über, wo er
noch jetzt im Amte ſteht.

S:

Loſe
Blätter (Ge., Gedanken und Volks-
ſchauſpiele [Aus Deutſchlands großen
Tagen. ‒ Widukind]), 1889. 2. A. 1899.
‒ Neue Klänge (Ge.), 1901. ‒ Eine
indiſche Geſchichte, 1902. ‒ Erzählun-
gen aus dem Volksleben, 1904. ‒
Poetiſches Allerlei, 1904. ‒ Unter dem
Sternenhimmel (E.). Der verlorene
Sohn (E.). Aus ſtillen Stunden (Ge.),
1907. ‒ Lieder der Einſamkeit, 1908.

Lenz, Leo,

Pſeudon. für Johann
Rudolf Schwanzara; ſ. d.!

*Lenz, Karl Ludwig,

wurde am
20. (nicht 15.) September 1813 (nicht
1823) zu Berlin als der Sohn eines
Steinmetzen geb., erhielt ſeine wiſſen-
ſchaftliche Vorbildung auf dem Joa-
chimsthalſchen Gymnaſium und auf
dem zum grauen Kloſter in Berlin u.
beſuchte danach d. Univerſität daſelbſt.
Er betrat frühe die journaliſtiſche
Laufbahn und wurde 1839 Redakteur
des „Freimütigen‟. Jm Jahre 1841
ſiedelte er nach Hamburg über, wurde
hier Redakteur der „Neuen Hambur-
ger Zeitung‟, erwarb aber noch in
demſelben Jahre das Hamburger
Blatt „Der Freiſchütz‟, das bis 1873
unter ſeiner Leitung erſchien u. ſeiner
Zeit zu den geleſenſten Blättern ge-
hörte. Daneben redigierte er von
1859 72 das illuſtrierte Wochenblatt
„Omnibus‟, Jm Auguſt 1862 erwarb
er ſich in Jena die Würde eines Dr.
phil.
Jm Jahre 1872 übernahm er die
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Len
literariſche Leitung des „Allgemeinen
Vereins für deutſche Literatur‟, die
er bis 1884 führte, ſiedelte 1875 nach
Berlin über u. trat noch in demſelben
Jahre in die Redaktion des belletri-
ſtiſchen Teils des „Bazar‟ ein, der er
bis 1886 angehörte. Seitdem lebte er
als unabhängiger Schriftſteller in
Berlin und ſtarb daſelbſt am 2. Okt.
1896.

S:

Walhalla. Altdeutſche Sagen
und Volksbücher, neu bearb., 1837. ‒
Perlen der deutſchen Literatur (An-
thol.), 1838. ‒ Tauſch u. Täuſchungen
(Lſp.), 1838. ‒ Der Kolporteur (P.),
1838. ‒ Das Kunſtkabinett (Kom.
Szene mit Geſ.), 1840. ‒ Berlin und
die Berliner (Lebens- u. Sittenbilder),
1840. ‒ Deutſche Dichter und Denker,
1860. ‒ Die Kunſt zu unterhalten,
1892. ‒ Zahlreiche humoriſt. Schrift-
chen; z. B. Nante anf der Berlin-
Potsdamer Eiſenbahn; 5 Hefte 1839‒
1841.

*Lenz, Philipp,

Sohn des Vorigen,
wurde am 15. März 1850 in Hamburg
geb., beſuchte das dortige Johanneum,
widmete ſich in Jena und Leipzig dem
Studium der Staatswiſſenſchaften u.
erwarb ſich 1872 die Würde eines Dr.
phil.
Jm Jahre 1880 ging er im Dienſt
des Auswärtigen Amtes nach China,
fungierte mehrere Jahre als Dol-
metſcher der deutſchen Geſandtſchaft
in Peking und ward 1890 zum Vize-
konſul und nach einigen Jahren zum
Konſul in Tſchifu ernannt.

S:

Mi-
litäriſche Humoresken, 5 Bdchn.,
1876‒78.

Lenzen, Maria,

geb. di Sebre-
gondi,
wurde am 18. Dezbr. 1814
zu Dorſten in Weſtfalen als die Toch-
ter eines Arztes geboren, erhielt ihren
erſten Unterricht im elterlichen Hauſe
durch einen Großoheim, den früheren
Guardian des Minoritenkloſters in
Soeſt, beſuchte dann die öffentliche
Schule u. vom 11. bis 14. Jahre das
Penſionat der Urſulinerinnen daſelbſt
und kehrte darauf in das Elternhaus
zurück, um unter der Leitung der

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[231/0235] Len Len Fritz, wurde am 11. Juli 1864 zu Querſtedt im Kreiſe Stendal als der Sohn eines Koſſäten geb., der neben ſeiner Landwirtſchaft einen Viehyan- del betrieb. Er beſuchte die Dorfſchule ſeines Ortes, empfing dann den Pri- vatunterricht des Paſtors Pohlmann in Badingen, u. dieſer beſtimmte ihn auch, den Lehrerberuf zu erwählen. Nachdem er ſeit 1880 in Oſterburg die Präparandie u. das Seminar beſucht hatte, wurde er 1884 Lehrer in Garde- legen, ſiedelte aber ſchon im folgenden Jahre nach Halberſtadt über, wo er noch jetzt im Amte ſteht. S: Loſe Blätter (Ge., Gedanken und Volks- ſchauſpiele [Aus Deutſchlands großen Tagen. ‒ Widukind]), 1889. 2. A. 1899. ‒ Neue Klänge (Ge.), 1901. ‒ Eine indiſche Geſchichte, 1902. ‒ Erzählun- gen aus dem Volksleben, 1904. ‒ Poetiſches Allerlei, 1904. ‒ Unter dem Sternenhimmel (E.). Der verlorene Sohn (E.). Aus ſtillen Stunden (Ge.), 1907. ‒ Lieder der Einſamkeit, 1908. Lenz, Leo, Pſeudon. für Johann Rudolf Schwanzara; ſ. d.! *Lenz, Karl Ludwig, wurde am 20. (nicht 15.) September 1813 (nicht 1823) zu Berlin als der Sohn eines Steinmetzen geb., erhielt ſeine wiſſen- ſchaftliche Vorbildung auf dem Joa- chimsthalſchen Gymnaſium und auf dem zum grauen Kloſter in Berlin u. beſuchte danach d. Univerſität daſelbſt. Er betrat frühe die journaliſtiſche Laufbahn und wurde 1839 Redakteur des „Freimütigen‟. Jm Jahre 1841 ſiedelte er nach Hamburg über, wurde hier Redakteur der „Neuen Hambur- ger Zeitung‟, erwarb aber noch in demſelben Jahre das Hamburger Blatt „Der Freiſchütz‟, das bis 1873 unter ſeiner Leitung erſchien u. ſeiner Zeit zu den geleſenſten Blättern ge- hörte. Daneben redigierte er von 1859 72 das illuſtrierte Wochenblatt „Omnibus‟, Jm Auguſt 1862 erwarb er ſich in Jena die Würde eines Dr. phil. Jm Jahre 1872 übernahm er die literariſche Leitung des „Allgemeinen Vereins für deutſche Literatur‟, die er bis 1884 führte, ſiedelte 1875 nach Berlin über u. trat noch in demſelben Jahre in die Redaktion des belletri- ſtiſchen Teils des „Bazar‟ ein, der er bis 1886 angehörte. Seitdem lebte er als unabhängiger Schriftſteller in Berlin und ſtarb daſelbſt am 2. Okt. 1896. S: Walhalla. Altdeutſche Sagen und Volksbücher, neu bearb., 1837. ‒ Perlen der deutſchen Literatur (An- thol.), 1838. ‒ Tauſch u. Täuſchungen (Lſp.), 1838. ‒ Der Kolporteur (P.), 1838. ‒ Das Kunſtkabinett (Kom. Szene mit Geſ.), 1840. ‒ Berlin und die Berliner (Lebens- u. Sittenbilder), 1840. ‒ Deutſche Dichter und Denker, 1860. ‒ Die Kunſt zu unterhalten, 1892. ‒ Zahlreiche humoriſt. Schrift- chen; z. B. Nante anf der Berlin- Potsdamer Eiſenbahn; 5 Hefte 1839‒ 1841. *Lenz, Philipp, Sohn des Vorigen, wurde am 15. März 1850 in Hamburg geb., beſuchte das dortige Johanneum, widmete ſich in Jena und Leipzig dem Studium der Staatswiſſenſchaften u. erwarb ſich 1872 die Würde eines Dr. phil. Jm Jahre 1880 ging er im Dienſt des Auswärtigen Amtes nach China, fungierte mehrere Jahre als Dol- metſcher der deutſchen Geſandtſchaft in Peking und ward 1890 zum Vize- konſul und nach einigen Jahren zum Konſul in Tſchifu ernannt. S: Mi- litäriſche Humoresken, 5 Bdchn., 1876‒78. Lenzen, Maria, geb. di Sebre- gondi, wurde am 18. Dezbr. 1814 zu Dorſten in Weſtfalen als die Toch- ter eines Arztes geboren, erhielt ihren erſten Unterricht im elterlichen Hauſe durch einen Großoheim, den früheren Guardian des Minoritenkloſters in Soeſt, beſuchte dann die öffentliche Schule u. vom 11. bis 14. Jahre das Penſionat der Urſulinerinnen daſelbſt und kehrte darauf in das Elternhaus zurück, um unter der Leitung der *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 231. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/235>, abgerufen am 19.03.2019.