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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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seiner Rückkehr ward er Verwalter der
chemischen Fabrik in Köpenick u. nahm
nach zwei Jahren die Stelle als Kal-
kulator der städtischen Gasanstalten
in Berlin an, in welcher Stellung er
13 Jahre verblieb. Seitdem als
Schriftsteller tätig, wurde er 1873
Mitbesitzer und Chefredakteur d. (Rup-
piusschen) "Sonntagsblatts" u. 1878
Betriebsvorsteher der "Post". Später
wanderte er nach den Vereinigten
Staaten von Nordamerika aus, wo er
1891 in Philadelphia Redakteur der
"Neuen Welt" war, und jetzt (1894)
in Neuyork die "Neuyorker Revue"
redigiert.

S:

Berlin bei Gas und
Sonnenlicht, 1870. - Leben u. Lieben
(Sk. u. Bilder), 1869. - Aus den Kin-
derjahren der Weltstadt (von pseud.
F. Truloff), 1902. - Berliner Hu-
mor vor Jahrzehnten (8 Geschn. von
F. Truloff), 1901.

*Liebhold-Teichmann, Anna,


Tochter des Kreisgerichtsrats a. D.
Teichmann in Erfurt, wurde am 23.
Mai 1844 zu Kemberg in der Provinz
Sachsen geboren u. lebt seit 1883 als
Gattin des Professors Liebhold in
Rudolstadt.

S:

Aus den Thüringer
Bergen (Jd. in V.), 1878.

*Liebich, Konstantin Gebhard,


geb. am 9. Juni 1847 in Breslau als
der Sohn eines Uhrmachers, späteren
Auktionskommissars, verlor seinen
Vater bereits im 6. Jahre und fand
im folgenden Jahre Aufnahme in ein
Waisenhaus, wo er bis zu seiner Kon-
firmation blieb (1861). Dann trat
er bei einem Drechsler in die Lehre,
besuchte während seiner fünfjährigen
Lehrzeit fleißig die Fortbildungs-
schule u. arbeitete danach in verschie-
denen Städten, namentlich in Ber-
lin, als Geselle. Nach dem Feldzuge
1870/71, den er als freiwilliger Kran-
kenpfleger mitmachte, wanderte er von
Breslau nach Wien, wo er sich in jeder
Richtung vervollkommnete, wurde
1873 Werkführer in einer größeren
Galanteriewarenfabrik in Breslau
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und gründete 1874 mit beschränkten
Mitteln daselbst eine eigene Werkstatt,
die er trotz der Ungunst der Verhält-
nisse bis 1879 hielt. Dann zog er
aufs neue in die Fremde, arbeitete in
Köln und Antwerpen und seit 1880
in Berlin, wo es ihm schließlich ge-
lang, in der Journalistik festen Fuß
zu fassen. Er ist seit Jahren Bericht-
erstatter über politische, soziale, kirch-
liche und lokale Ereignisse für die
"Kreuzzeitung" u. den "Reichsboten".
An gemeinnützigen, sozialen Bestre-
bungen hat er sich stets sehr rege be-
teiligt. So regte er 1880 in Antwer-
pen die Gründung des "Allgemeinen
deutschen Vereins" an, gründete 1882
in Berlin den Verein "Dienst an Ar-
beitlosen", dessen Leiter er noch heute
ist, und war 1883 an der Errichtung
der Berliner Arbeiterkolonie betei-
ligt.

S:

Der Somnambule, der im
Schlafe geistig hellsehende Prediger,
oder: Des Arbeiters und Käthners
August Schüler Lebenslauf etc., 1883.
- Obdachlos (Bilder a. d. sozial. und
sittl. Elend der Arbeitlosen), 1894.
2. A. 1901. -- Jm Abgrund (Sozial.
R.), 1897.

*Liebisch, Rudolf,

wurde am 25.
Dezbr. 1861 zu St. Johann im Her-
zogtum Salzburg geboren, während
seine Eltern, Schauspieler bei einer
kleinen Gesellschaft, eben auf einer
Reise begriffen waren. Bis zu sei-
nem sechsten Jahre wanderte er mit
ihnen und fünf Geschwistern durch
Ober- und Niederösterreich, Tirol,
Südbayern, ganz Ungarn und Ga-
lizien. Jnzwischen hatte der Vater
die Photographie erlernt und machte
sich zu Anfang des Jahres 1867 in
Troppau seßhaft, von wo er 1869
nach Jägerndorf übersiedelte. Jn
beiden Städten besuchte Rudolf die
Schulen. Seine Hoffnung, studieren
zu können, scheiterte an der Mittel-
losigkeit, und so kam er mit 14 Jah-
ren zu einem Oheim in Breslau,
einem Bürstenmacher, in die Lehre.

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Lie
ſeiner Rückkehr ward er Verwalter der
chemiſchen Fabrik in Köpenick u. nahm
nach zwei Jahren die Stelle als Kal-
kulator der ſtädtiſchen Gasanſtalten
in Berlin an, in welcher Stellung er
13 Jahre verblieb. Seitdem als
Schriftſteller tätig, wurde er 1873
Mitbeſitzer und Chefredakteur d. (Rup-
piusſchen) „Sonntagsblatts‟ u. 1878
Betriebsvorſteher der „Poſt‟. Später
wanderte er nach den Vereinigten
Staaten von Nordamerika aus, wo er
1891 in Philadelphia Redakteur der
„Neuen Welt‟ war, und jetzt (1894)
in Neuyork die „Neuyorker Revue‟
redigiert.

S:

Berlin bei Gas und
Sonnenlicht, 1870. ‒ Leben u. Lieben
(Sk. u. Bilder), 1869. ‒ Aus den Kin-
derjahren der Weltſtadt (von pſeud.
F. Truloff), 1902. ‒ Berliner Hu-
mor vor Jahrzehnten (8 Geſchn. von
F. Truloff), 1901.

*Liebhold-Teichmann, Anna,


Tochter des Kreisgerichtsrats a. D.
Teichmann in Erfurt, wurde am 23.
Mai 1844 zu Kemberg in der Provinz
Sachſen geboren u. lebt ſeit 1883 als
Gattin des Profeſſors Liebhold in
Rudolſtadt.

S:

Aus den Thüringer
Bergen (Jd. in V.), 1878.

*Liebich, Konſtantin Gebhard,


geb. am 9. Juni 1847 in Breslau als
der Sohn eines Uhrmachers, ſpäteren
Auktionskommiſſars, verlor ſeinen
Vater bereits im 6. Jahre und fand
im folgenden Jahre Aufnahme in ein
Waiſenhaus, wo er bis zu ſeiner Kon-
firmation blieb (1861). Dann trat
er bei einem Drechſler in die Lehre,
beſuchte während ſeiner fünfjährigen
Lehrzeit fleißig die Fortbildungs-
ſchule u. arbeitete danach in verſchie-
denen Städten, namentlich in Ber-
lin, als Geſelle. Nach dem Feldzuge
1870/71, den er als freiwilliger Kran-
kenpfleger mitmachte, wanderte er von
Breslau nach Wien, wo er ſich in jeder
Richtung vervollkommnete, wurde
1873 Werkführer in einer größeren
Galanteriewarenfabrik in Breslau
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Lie
und gründete 1874 mit beſchränkten
Mitteln daſelbſt eine eigene Werkſtatt,
die er trotz der Ungunſt der Verhält-
niſſe bis 1879 hielt. Dann zog er
aufs neue in die Fremde, arbeitete in
Köln und Antwerpen und ſeit 1880
in Berlin, wo es ihm ſchließlich ge-
lang, in der Journaliſtik feſten Fuß
zu faſſen. Er iſt ſeit Jahren Bericht-
erſtatter über politiſche, ſoziale, kirch-
liche und lokale Ereigniſſe für die
„Kreuzzeitung‟ u. den „Reichsboten‟.
An gemeinnützigen, ſozialen Beſtre-
bungen hat er ſich ſtets ſehr rege be-
teiligt. So regte er 1880 in Antwer-
pen die Gründung des „Allgemeinen
deutſchen Vereins‟ an, gründete 1882
in Berlin den Verein „Dienſt an Ar-
beitloſen‟, deſſen Leiter er noch heute
iſt, und war 1883 an der Errichtung
der Berliner Arbeiterkolonie betei-
ligt.

S:

Der Somnambule, der im
Schlafe geiſtig hellſehende Prediger,
oder: Des Arbeiters und Käthners
Auguſt Schüler Lebenslauf ꝛc., 1883.
‒ Obdachlos (Bilder a. d. ſozial. und
ſittl. Elend der Arbeitloſen), 1894.
2. A. 1901. — Jm Abgrund (Sozial.
R.), 1897.

*Liebiſch, Rudolf,

wurde am 25.
Dezbr. 1861 zu St. Johann im Her-
zogtum Salzburg geboren, während
ſeine Eltern, Schauſpieler bei einer
kleinen Geſellſchaft, eben auf einer
Reiſe begriffen waren. Bis zu ſei-
nem ſechſten Jahre wanderte er mit
ihnen und fünf Geſchwiſtern durch
Ober- und Niederöſterreich, Tirol,
Südbayern, ganz Ungarn und Ga-
lizien. Jnzwiſchen hatte der Vater
die Photographie erlernt und machte
ſich zu Anfang des Jahres 1867 in
Troppau ſeßhaft, von wo er 1869
nach Jägerndorf überſiedelte. Jn
beiden Städten beſuchte Rudolf die
Schulen. Seine Hoffnung, ſtudieren
zu können, ſcheiterte an der Mittel-
loſigkeit, und ſo kam er mit 14 Jah-
ren zu einem Oheim in Breslau,
einem Bürſtenmacher, in die Lehre.

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[254/0258] Lie Lie ſeiner Rückkehr ward er Verwalter der chemiſchen Fabrik in Köpenick u. nahm nach zwei Jahren die Stelle als Kal- kulator der ſtädtiſchen Gasanſtalten in Berlin an, in welcher Stellung er 13 Jahre verblieb. Seitdem als Schriftſteller tätig, wurde er 1873 Mitbeſitzer und Chefredakteur d. (Rup- piusſchen) „Sonntagsblatts‟ u. 1878 Betriebsvorſteher der „Poſt‟. Später wanderte er nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika aus, wo er 1891 in Philadelphia Redakteur der „Neuen Welt‟ war, und jetzt (1894) in Neuyork die „Neuyorker Revue‟ redigiert. S: Berlin bei Gas und Sonnenlicht, 1870. ‒ Leben u. Lieben (Sk. u. Bilder), 1869. ‒ Aus den Kin- derjahren der Weltſtadt (von pſeud. F. Truloff), 1902. ‒ Berliner Hu- mor vor Jahrzehnten (8 Geſchn. von F. Truloff), 1901. *Liebhold-Teichmann, Anna, Tochter des Kreisgerichtsrats a. D. Teichmann in Erfurt, wurde am 23. Mai 1844 zu Kemberg in der Provinz Sachſen geboren u. lebt ſeit 1883 als Gattin des Profeſſors Liebhold in Rudolſtadt. S: Aus den Thüringer Bergen (Jd. in V.), 1878. *Liebich, Konſtantin Gebhard, geb. am 9. Juni 1847 in Breslau als der Sohn eines Uhrmachers, ſpäteren Auktionskommiſſars, verlor ſeinen Vater bereits im 6. Jahre und fand im folgenden Jahre Aufnahme in ein Waiſenhaus, wo er bis zu ſeiner Kon- firmation blieb (1861). Dann trat er bei einem Drechſler in die Lehre, beſuchte während ſeiner fünfjährigen Lehrzeit fleißig die Fortbildungs- ſchule u. arbeitete danach in verſchie- denen Städten, namentlich in Ber- lin, als Geſelle. Nach dem Feldzuge 1870/71, den er als freiwilliger Kran- kenpfleger mitmachte, wanderte er von Breslau nach Wien, wo er ſich in jeder Richtung vervollkommnete, wurde 1873 Werkführer in einer größeren Galanteriewarenfabrik in Breslau und gründete 1874 mit beſchränkten Mitteln daſelbſt eine eigene Werkſtatt, die er trotz der Ungunſt der Verhält- niſſe bis 1879 hielt. Dann zog er aufs neue in die Fremde, arbeitete in Köln und Antwerpen und ſeit 1880 in Berlin, wo es ihm ſchließlich ge- lang, in der Journaliſtik feſten Fuß zu faſſen. Er iſt ſeit Jahren Bericht- erſtatter über politiſche, ſoziale, kirch- liche und lokale Ereigniſſe für die „Kreuzzeitung‟ u. den „Reichsboten‟. An gemeinnützigen, ſozialen Beſtre- bungen hat er ſich ſtets ſehr rege be- teiligt. So regte er 1880 in Antwer- pen die Gründung des „Allgemeinen deutſchen Vereins‟ an, gründete 1882 in Berlin den Verein „Dienſt an Ar- beitloſen‟, deſſen Leiter er noch heute iſt, und war 1883 an der Errichtung der Berliner Arbeiterkolonie betei- ligt. S: Der Somnambule, der im Schlafe geiſtig hellſehende Prediger, oder: Des Arbeiters und Käthners Auguſt Schüler Lebenslauf ꝛc., 1883. ‒ Obdachlos (Bilder a. d. ſozial. und ſittl. Elend der Arbeitloſen), 1894. 2. A. 1901. — Jm Abgrund (Sozial. R.), 1897. *Liebiſch, Rudolf, wurde am 25. Dezbr. 1861 zu St. Johann im Her- zogtum Salzburg geboren, während ſeine Eltern, Schauſpieler bei einer kleinen Geſellſchaft, eben auf einer Reiſe begriffen waren. Bis zu ſei- nem ſechſten Jahre wanderte er mit ihnen und fünf Geſchwiſtern durch Ober- und Niederöſterreich, Tirol, Südbayern, ganz Ungarn und Ga- lizien. Jnzwiſchen hatte der Vater die Photographie erlernt und machte ſich zu Anfang des Jahres 1867 in Troppau ſeßhaft, von wo er 1869 nach Jägerndorf überſiedelte. Jn beiden Städten beſuchte Rudolf die Schulen. Seine Hoffnung, ſtudieren zu können, ſcheiterte an der Mittel- loſigkeit, und ſo kam er mit 14 Jah- ren zu einem Oheim in Breslau, einem Bürſtenmacher, in die Lehre. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 254. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/258>, abgerufen am 26.03.2019.