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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Luc
Referendar beschäftigt war. Als
Assessor siedelte er mit seiner Gattin
nach Halle, ein Jahr später nach Eis-
leben über, bis er nach wiederum
einem Jahre als Amtsrichter nach
Körlin in Pommern und 1909 nach
Charlottenburg versetzt ward. Jn
allen diesen Jahren war Käthe L.
als Schriftstellerin außerordentlich
rührig, denn sie schrieb mehr als 300
Prosaarbeiten für Tageszeitungen.
Jm Buchhandel erschien bisher nur

S:

Der Kampf der Frau ums Recht
(R.), 1903.

*Lucas, Eduard,

geb. am 13. Juni
1855 zu Elberfeld als der Sohn eines
Verlagsbuchhändlers, besuchte 1864
bis 1870 das dortige Gymnasium,
dann ein Jahr lang das Jnstitut
Breidenstein zu Grenchen in der
Schweiz, um seine Kenntnisse in den
neueren Sprachen zu vervollkomm-
nen, u. widmete sich dann dem Buch-
handel. Nachdem er 1875-76 in Ber-
lin seiner Militärpflicht genügt hatte
und 1877-79 in Leipzig, London und
Paris in Buchdruckereien als Volon-
tär tätig gewesen war, übernahm
er am 1. Septbr. 1879 die väterliche
Verlagsbuchhandlung in Elberfeld
u. den Verlag der "Elberfelder Zei-
tung". Von jeher mit großem Jn-
teresse die dramatische Kunst, speziell
die Oper verfolgend, trat er 1879 in
den Aufsichtsrat des Elberfelder
Stadttheaters ein; auch bearbeitete
er die in seinem Verlage erscheinende
"Operntext-Bibliothek". Er starb am
11. Juli 1899.

S:

Gesch. des Elber-
felder Stadttheaters, 1888. - Sühne
(Schausp.), 1894.

*Lucas, Stanislaus,

geb. am 1.
Mai 1852 in Breslau, kam im Alter
von vier Jahren nach Ost-Galizien,
wo sein Vater Direktor einer Zucker-
fabrik wurde, besuchte dort bis zu
seinem zehnten Jahre eine polnische
Stadtschule, wo er zwar Polnisch u.
Russisch, aber nur mäßig Deutsch
sprechen lernte, und kam dann zurück
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Luc
nach Breslau, um hier seinen Unter-
richt auf einem Gymnasium zu er-
halten. Nach Absolvierung desselben
bildete er sich praktisch und akade-
misch zum Jngenieur für landwirt-
schaftliche Gewerbe aus und ging
dann nach Rußland, wo er vier Jahre
im Gouvernement Wolhynien und
neun Jahre im Gouvern. Charkow
in Zuckerfabriken, zuletzt als Leiter,
tätig war. Damals fand er Ge-
legenheit, auf großen Reisen ganz
Rußland und außerdem Finnland,
Schweden, Dänemark, Österreich-
Ungarn und die Balkanhalbinsel
kennen zu lernen. Zuletzt war er
mehrere Jahre Direktor eines gro-
ßen industriellen Etablissements in
der Provinz Posen, bis er 1893 in
die Laufbahn eines Schriftstellers
übertrat. Als solcher lebte er in Bres-
lau bis zu seinem Tode am 1. Jan.
1910.

S:

Der Senator (E. a. d. Zeit
Diokletians), 1895. - Graf Gaschin
(R.); III, 1896. - Steppenstürme
(Lr. aus dem russischen Leben), 1899.
2. Aufl. 1900. - Der Dämon (R. aus
d. russischen Nihilistenleben), 1900. -
Jn der Heimat Mirza-Schaffys (Kul-
turbilder a. d. Kaukasus), 1905.

*Lucerna, Camilla,

pseud. Ca-
milla Leonhard,
wurde 1868 zu
Riva in Südtirol als die Tochter des
k. k. Auditeurs Hans L. geboren, lebt
seit einer Reihe von Jahren als Leh-
rerin der französischen Sprache am
Mädchengymnasium in Agram (Kroa-
tien). Außer dem in kroatischer
Sprache abgefaßten Drama "Je-
dinae" (1903) veröffentliche sie

S:


Gedichte, 1893. - Zlatorog (O.), 1900.
- Die südslavische Ballade von "Asan
Agas Gattin" und ihre Nachbildung
durch Goethe, 1905. - Studienblätt-
chen zur Literaturgeschichte des süd-
slavischen Küstenlandes (Die Hirten
von Arbe. - Der Einsiedler von St.
Andrea. - Fischfang und Fischerge-
spräche), 1910. - Das Märchen. Goe-
thes Naturphilosophie als Kunstwerk.

*


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Luc
Referendar beſchäftigt war. Als
Aſſeſſor ſiedelte er mit ſeiner Gattin
nach Halle, ein Jahr ſpäter nach Eis-
leben über, bis er nach wiederum
einem Jahre als Amtsrichter nach
Körlin in Pommern und 1909 nach
Charlottenburg verſetzt ward. Jn
allen dieſen Jahren war Käthe L.
als Schriftſtellerin außerordentlich
rührig, denn ſie ſchrieb mehr als 300
Proſaarbeiten für Tageszeitungen.
Jm Buchhandel erſchien bisher nur

S:

Der Kampf der Frau ums Recht
(R.), 1903.

*Lucas, Eduard,

geb. am 13. Juni
1855 zu Elberfeld als der Sohn eines
Verlagsbuchhändlers, beſuchte 1864
bis 1870 das dortige Gymnaſium,
dann ein Jahr lang das Jnſtitut
Breidenſtein zu Grenchen in der
Schweiz, um ſeine Kenntniſſe in den
neueren Sprachen zu vervollkomm-
nen, u. widmete ſich dann dem Buch-
handel. Nachdem er 1875‒76 in Ber-
lin ſeiner Militärpflicht genügt hatte
und 1877‒79 in Leipzig, London und
Paris in Buchdruckereien als Volon-
tär tätig geweſen war, übernahm
er am 1. Septbr. 1879 die väterliche
Verlagsbuchhandlung in Elberfeld
u. den Verlag der „Elberfelder Zei-
tung‟. Von jeher mit großem Jn-
tereſſe die dramatiſche Kunſt, ſpeziell
die Oper verfolgend, trat er 1879 in
den Aufſichtsrat des Elberfelder
Stadttheaters ein; auch bearbeitete
er die in ſeinem Verlage erſcheinende
„Operntext-Bibliothek‟. Er ſtarb am
11. Juli 1899.

S:

Geſch. des Elber-
felder Stadttheaters, 1888. ‒ Sühne
(Schauſp.), 1894.

*Lucas, Stanislaus,

geb. am 1.
Mai 1852 in Breslau, kam im Alter
von vier Jahren nach Oſt-Galizien,
wo ſein Vater Direktor einer Zucker-
fabrik wurde, beſuchte dort bis zu
ſeinem zehnten Jahre eine polniſche
Stadtſchule, wo er zwar Polniſch u.
Ruſſiſch, aber nur mäßig Deutſch
ſprechen lernte, und kam dann zurück
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Luc
nach Breslau, um hier ſeinen Unter-
richt auf einem Gymnaſium zu er-
halten. Nach Abſolvierung desſelben
bildete er ſich praktiſch und akade-
miſch zum Jngenieur für landwirt-
ſchaftliche Gewerbe aus und ging
dann nach Rußland, wo er vier Jahre
im Gouvernement Wolhynien und
neun Jahre im Gouvern. Charkow
in Zuckerfabriken, zuletzt als Leiter,
tätig war. Damals fand er Ge-
legenheit, auf großen Reiſen ganz
Rußland und außerdem Finnland,
Schweden, Dänemark, Öſterreich-
Ungarn und die Balkanhalbinſel
kennen zu lernen. Zuletzt war er
mehrere Jahre Direktor eines gro-
ßen induſtriellen Etabliſſements in
der Provinz Poſen, bis er 1893 in
die Laufbahn eines Schriftſtellers
übertrat. Als ſolcher lebte er in Bres-
lau bis zu ſeinem Tode am 1. Jan.
1910.

S:

Der Senator (E. a. d. Zeit
Diokletians), 1895. ‒ Graf Gaſchin
(R.); III, 1896. ‒ Steppenſtürme
(Lr. aus dem ruſſiſchen Leben), 1899.
2. Aufl. 1900. ‒ Der Dämon (R. aus
d. ruſſiſchen Nihiliſtenleben), 1900. ‒
Jn der Heimat Mirza-Schaffys (Kul-
turbilder a. d. Kaukaſus), 1905.

*Lucerna, Camilla,

pſeud. Ca-
milla Leonhard,
wurde 1868 zu
Riva in Südtirol als die Tochter des
k. k. Auditeurs Hans L. geboren, lebt
ſeit einer Reihe von Jahren als Leh-
rerin der franzöſiſchen Sprache am
Mädchengymnaſium in Agram (Kroa-
tien). Außer dem in kroatiſcher
Sprache abgefaßten Drama „Je-
dinae‟ (1903) veröffentliche ſie

S:


Gedichte, 1893. ‒ Zlatorog (O.), 1900.
‒ Die ſüdſlaviſche Ballade von „Aſan
Agas Gattin‟ und ihre Nachbildung
durch Goethe, 1905. ‒ Studienblätt-
chen zur Literaturgeſchichte des ſüd-
ſlaviſchen Küſtenlandes (Die Hirten
von Arbe. ‒ Der Einſiedler von St.
Andrea. ‒ Fiſchfang und Fiſcherge-
ſpräche), 1910. ‒ Das Märchen. Goe-
thes Naturphiloſophie als Kunſtwerk.

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[318/0322] Luc Luc Referendar beſchäftigt war. Als Aſſeſſor ſiedelte er mit ſeiner Gattin nach Halle, ein Jahr ſpäter nach Eis- leben über, bis er nach wiederum einem Jahre als Amtsrichter nach Körlin in Pommern und 1909 nach Charlottenburg verſetzt ward. Jn allen dieſen Jahren war Käthe L. als Schriftſtellerin außerordentlich rührig, denn ſie ſchrieb mehr als 300 Proſaarbeiten für Tageszeitungen. Jm Buchhandel erſchien bisher nur S: Der Kampf der Frau ums Recht (R.), 1903. *Lucas, Eduard, geb. am 13. Juni 1855 zu Elberfeld als der Sohn eines Verlagsbuchhändlers, beſuchte 1864 bis 1870 das dortige Gymnaſium, dann ein Jahr lang das Jnſtitut Breidenſtein zu Grenchen in der Schweiz, um ſeine Kenntniſſe in den neueren Sprachen zu vervollkomm- nen, u. widmete ſich dann dem Buch- handel. Nachdem er 1875‒76 in Ber- lin ſeiner Militärpflicht genügt hatte und 1877‒79 in Leipzig, London und Paris in Buchdruckereien als Volon- tär tätig geweſen war, übernahm er am 1. Septbr. 1879 die väterliche Verlagsbuchhandlung in Elberfeld u. den Verlag der „Elberfelder Zei- tung‟. Von jeher mit großem Jn- tereſſe die dramatiſche Kunſt, ſpeziell die Oper verfolgend, trat er 1879 in den Aufſichtsrat des Elberfelder Stadttheaters ein; auch bearbeitete er die in ſeinem Verlage erſcheinende „Operntext-Bibliothek‟. Er ſtarb am 11. Juli 1899. S: Geſch. des Elber- felder Stadttheaters, 1888. ‒ Sühne (Schauſp.), 1894. *Lucas, Stanislaus, geb. am 1. Mai 1852 in Breslau, kam im Alter von vier Jahren nach Oſt-Galizien, wo ſein Vater Direktor einer Zucker- fabrik wurde, beſuchte dort bis zu ſeinem zehnten Jahre eine polniſche Stadtſchule, wo er zwar Polniſch u. Ruſſiſch, aber nur mäßig Deutſch ſprechen lernte, und kam dann zurück nach Breslau, um hier ſeinen Unter- richt auf einem Gymnaſium zu er- halten. Nach Abſolvierung desſelben bildete er ſich praktiſch und akade- miſch zum Jngenieur für landwirt- ſchaftliche Gewerbe aus und ging dann nach Rußland, wo er vier Jahre im Gouvernement Wolhynien und neun Jahre im Gouvern. Charkow in Zuckerfabriken, zuletzt als Leiter, tätig war. Damals fand er Ge- legenheit, auf großen Reiſen ganz Rußland und außerdem Finnland, Schweden, Dänemark, Öſterreich- Ungarn und die Balkanhalbinſel kennen zu lernen. Zuletzt war er mehrere Jahre Direktor eines gro- ßen induſtriellen Etabliſſements in der Provinz Poſen, bis er 1893 in die Laufbahn eines Schriftſtellers übertrat. Als ſolcher lebte er in Bres- lau bis zu ſeinem Tode am 1. Jan. 1910. S: Der Senator (E. a. d. Zeit Diokletians), 1895. ‒ Graf Gaſchin (R.); III, 1896. ‒ Steppenſtürme (Lr. aus dem ruſſiſchen Leben), 1899. 2. Aufl. 1900. ‒ Der Dämon (R. aus d. ruſſiſchen Nihiliſtenleben), 1900. ‒ Jn der Heimat Mirza-Schaffys (Kul- turbilder a. d. Kaukaſus), 1905. *Lucerna, Camilla, pſeud. Ca- milla Leonhard, wurde 1868 zu Riva in Südtirol als die Tochter des k. k. Auditeurs Hans L. geboren, lebt ſeit einer Reihe von Jahren als Leh- rerin der franzöſiſchen Sprache am Mädchengymnaſium in Agram (Kroa- tien). Außer dem in kroatiſcher Sprache abgefaßten Drama „Je- dinae‟ (1903) veröffentliche ſie S: Gedichte, 1893. ‒ Zlatorog (O.), 1900. ‒ Die ſüdſlaviſche Ballade von „Aſan Agas Gattin‟ und ihre Nachbildung durch Goethe, 1905. ‒ Studienblätt- chen zur Literaturgeſchichte des ſüd- ſlaviſchen Küſtenlandes (Die Hirten von Arbe. ‒ Der Einſiedler von St. Andrea. ‒ Fiſchfang und Fiſcherge- ſpräche), 1910. ‒ Das Märchen. Goe- thes Naturphiloſophie als Kunſtwerk. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 318. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/322>, abgerufen am 27.03.2019.