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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Lüt
Admiralszimmers im dortigen Rats-
keller und 1889 die Herstellung von
22 Porträts Lübecker Bürgermeister
in ebensoviel Nischen der Nordfassade
des Rathauses übertrug. Seit 1890
war L. Leiter einer von ihm gegrün-
deten Kunstschule daselbst und Kon-
servator der Gemälde-Sammlung.

S:

Dänische Volksmärchen von
Svend Grundtvig, deutsch, 1878. -
Die Hovard Jsfjordings-Sage, nach
dem altisländ. Urtexte übers., 1879.
- Die Sage von Fridthjofr dem Ver-
wegenen, nach dem altisländ. Urtexte
übers., 1880. - Die gesamte Litera-
tur Walthers v. d. Vogelweide, 1881.
- König und Marschall (Sangdrama
a. d. Dänischen übers.), 1882. - Ge-
dichte eines Malers, 1885.

*Lüttwitz, Arthur Maria Frei-
herr v.,

pseud. Arthur Dein, geb.
1829 zu Simmenau in Schlesien, er-
hielt seine Bildung auf einem Bres-
laner Gymnasium und trat kurz vor
dem Abiturientenexamen, bewogen
durch die politischen Verhältnisse,
1848 in das 1. Garderegiment zu
Potsdam ein; doch schon nach Ablauf
seines Dienstjahres quittierte er den
Militärdienst, wandte sich in Torgau
wieder den Gymnasialstudien zu und
studierte darauf in Bonn, Breslau
und Berlin die Rechte. Da ihm sein
Vater 1852 einen ausgedehnten Be-
sitz in Galizien zur selbständigen Be-
wirtschaftung übergab, mußte L. der
juristischen Laufbahn entsagen; da-
gegen wurde er während eines sie-
benjährigen Aufenthalts in Galizien,
den er in fast völliger Einsamkeit
verlebte, zu poetischen Arbeiten hin-
gedrängt. Nachdem er dann seine
Herrschaft verkauft, lebte er auf dem
väterlichen Gute in Schlesien, u. als
auch dieses 1866 in fremde Hände
überging, begab er sich nach Paris,
wo er sich mit einer reichen Kreolin
verheiratete. Während er nun hin-
fort den Sommer auf seinem Jagd-
hause im Taunus weilte, war er im
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Lutz
Winter immer auf Reisen. Seine
glückliche Ehe währte nur 6 Jahre;
seine Gattin starb auf einer Reise in
Spanien, und mit ihrem Tode war
auch er für die Welt und ihre Freu-
den gestorben. Er trat (1872) zur
katholischen Kirche über und lebt seit-
dem als Einsiedler mitten in der
Welt, zur Zeit in Berlin.

S:

Baron
Leinau (Dr.), 1878. - Aus vergan-
genen Tagen (Ge.), 1878. - Va ban-
que
(Dr.), 1878. - Das Hemd des
Glücklichen (Lose Blätter aus mei-
nem ungeschriebenen Tagebuche),
1894. 3. A. u. d. T.: Das Hemd des
Glücklichen (Bunte Bilder a. d. Leben
eines Konvertiten), 1896. 16. T. 1910.

Lüty, Hermann,

geb. am 28. Sept.
1824 zu Senftenberg in der Nieder-
lausitz, studierte die Rechte, wurde
1864 Stadtgerichtsrat in Berlin,
1879 Landgerichtsdirektor daselbst,
und trat als solcher im Herbst 1888
in den Ruhestand. Er siedelte bald
darauf nach Heidelberg über u. starb
nach kurzem, schwerem Leiden im Bade
Engelberg am 24. August 1901.

S:


Ein Strauß (Ge.), 1851.

Lutz, Hede,

bekannt unter ihrem
Mädchennamen Hede von Trapp,
wurde 1877 als Tochter eines See-
offiziers geboren, verbrachte ihre
Schulzeit in Pola (Jstrien), Eisenach
und Graz und besuchte dann zu wei-
terer Ausbildung noch die Jnstitute
für k. k. Offizierstöchter in Ödenburg
und Wien. Seit 1901 lebt sie als
Gattin des k. k. Marine-Elektro-Jn-
genieurs L. in Pola.

S:

Jstrianischer
Rosengarten (Nn. und Ge.), 1906. -
Jn Schatten und Licht (R.), 1907.

*Lutz, Ernst Konrad,

pseud. Paul
Gerstner,
und Ernst Konrad,
wurde am 31. Okt. 1856 zu Würzburg
geboren, absolvierte das Gymnasium
daselbst und studierte darauf an der
dortigen Universität Philologie,
wurde aber kurz vor seinem Staats-
examen von der Universität verwie-
sen. Er führte nun als Schreiber

*


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Lüt
Admiralszimmers im dortigen Rats-
keller und 1889 die Herſtellung von
22 Porträts Lübecker Bürgermeiſter
in ebenſoviel Niſchen der Nordfaſſade
des Rathauſes übertrug. Seit 1890
war L. Leiter einer von ihm gegrün-
deten Kunſtſchule daſelbſt und Kon-
ſervator der Gemälde-Sammlung.

S:

Däniſche Volksmärchen von
Svend Grundtvig, deutſch, 1878. ‒
Die Hovard Jsfjordings-Sage, nach
dem altisländ. Urtexte überſ., 1879.
‒ Die Sage von Fridthjofr dem Ver-
wegenen, nach dem altisländ. Urtexte
überſ., 1880. ‒ Die geſamte Litera-
tur Walthers v. d. Vogelweide, 1881.
‒ König und Marſchall (Sangdrama
a. d. Däniſchen überſ.), 1882. ‒ Ge-
dichte eines Malers, 1885.

*Lüttwitz, Arthur Maria Frei-
herr v.,

pſeud. Arthur Dein, geb.
1829 zu Simmenau in Schleſien, er-
hielt ſeine Bildung auf einem Bres-
laner Gymnaſium und trat kurz vor
dem Abiturientenexamen, bewogen
durch die politiſchen Verhältniſſe,
1848 in das 1. Garderegiment zu
Potsdam ein; doch ſchon nach Ablauf
ſeines Dienſtjahres quittierte er den
Militärdienſt, wandte ſich in Torgau
wieder den Gymnaſialſtudien zu und
ſtudierte darauf in Bonn, Breslau
und Berlin die Rechte. Da ihm ſein
Vater 1852 einen ausgedehnten Be-
ſitz in Galizien zur ſelbſtändigen Be-
wirtſchaftung übergab, mußte L. der
juriſtiſchen Laufbahn entſagen; da-
gegen wurde er während eines ſie-
benjährigen Aufenthalts in Galizien,
den er in faſt völliger Einſamkeit
verlebte, zu poetiſchen Arbeiten hin-
gedrängt. Nachdem er dann ſeine
Herrſchaft verkauft, lebte er auf dem
väterlichen Gute in Schleſien, u. als
auch dieſes 1866 in fremde Hände
überging, begab er ſich nach Paris,
wo er ſich mit einer reichen Kreolin
verheiratete. Während er nun hin-
fort den Sommer auf ſeinem Jagd-
hauſe im Taunus weilte, war er im
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Lutz
Winter immer auf Reiſen. Seine
glückliche Ehe währte nur 6 Jahre;
ſeine Gattin ſtarb auf einer Reiſe in
Spanien, und mit ihrem Tode war
auch er für die Welt und ihre Freu-
den geſtorben. Er trat (1872) zur
katholiſchen Kirche über und lebt ſeit-
dem als Einſiedler mitten in der
Welt, zur Zeit in Berlin.

S:

Baron
Leinau (Dr.), 1878. ‒ Aus vergan-
genen Tagen (Ge.), 1878. ‒ Va ban-
que
(Dr.), 1878. ‒ Das Hemd des
Glücklichen (Loſe Blätter aus mei-
nem ungeſchriebenen Tagebuche),
1894. 3. A. u. d. T.: Das Hemd des
Glücklichen (Bunte Bilder a. d. Leben
eines Konvertiten), 1896. 16. T. 1910.

Lüty, Hermann,

geb. am 28. Sept.
1824 zu Senftenberg in der Nieder-
lauſitz, ſtudierte die Rechte, wurde
1864 Stadtgerichtsrat in Berlin,
1879 Landgerichtsdirektor daſelbſt,
und trat als ſolcher im Herbſt 1888
in den Ruheſtand. Er ſiedelte bald
darauf nach Heidelberg über u. ſtarb
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Bade
Engelberg am 24. Auguſt 1901.

S:


Ein Strauß (Ge.), 1851.

Lutz, Hede,

bekannt unter ihrem
Mädchennamen Hede von Trapp,
wurde 1877 als Tochter eines See-
offiziers geboren, verbrachte ihre
Schulzeit in Pola (Jſtrien), Eiſenach
und Graz und beſuchte dann zu wei-
terer Ausbildung noch die Jnſtitute
für k. k. Offizierstöchter in Ödenburg
und Wien. Seit 1901 lebt ſie als
Gattin des k. k. Marine-Elektro-Jn-
genieurs L. in Pola.

S:

Jſtrianiſcher
Roſengarten (Nn. und Ge.), 1906. ‒
Jn Schatten und Licht (R.), 1907.

*Lutz, Ernſt Konrad,

pſeud. Paul
Gerſtner,
und Ernſt Konrad,
wurde am 31. Okt. 1856 zu Würzburg
geboren, abſolvierte das Gymnaſium
daſelbſt und ſtudierte darauf an der
dortigen Univerſität Philologie,
wurde aber kurz vor ſeinem Staats-
examen von der Univerſität verwie-
ſen. Er führte nun als Schreiber

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[331/0335] Lüt Lutz Admiralszimmers im dortigen Rats- keller und 1889 die Herſtellung von 22 Porträts Lübecker Bürgermeiſter in ebenſoviel Niſchen der Nordfaſſade des Rathauſes übertrug. Seit 1890 war L. Leiter einer von ihm gegrün- deten Kunſtſchule daſelbſt und Kon- ſervator der Gemälde-Sammlung. S: Däniſche Volksmärchen von Svend Grundtvig, deutſch, 1878. ‒ Die Hovard Jsfjordings-Sage, nach dem altisländ. Urtexte überſ., 1879. ‒ Die Sage von Fridthjofr dem Ver- wegenen, nach dem altisländ. Urtexte überſ., 1880. ‒ Die geſamte Litera- tur Walthers v. d. Vogelweide, 1881. ‒ König und Marſchall (Sangdrama a. d. Däniſchen überſ.), 1882. ‒ Ge- dichte eines Malers, 1885. *Lüttwitz, Arthur Maria Frei- herr v., pſeud. Arthur Dein, geb. 1829 zu Simmenau in Schleſien, er- hielt ſeine Bildung auf einem Bres- laner Gymnaſium und trat kurz vor dem Abiturientenexamen, bewogen durch die politiſchen Verhältniſſe, 1848 in das 1. Garderegiment zu Potsdam ein; doch ſchon nach Ablauf ſeines Dienſtjahres quittierte er den Militärdienſt, wandte ſich in Torgau wieder den Gymnaſialſtudien zu und ſtudierte darauf in Bonn, Breslau und Berlin die Rechte. Da ihm ſein Vater 1852 einen ausgedehnten Be- ſitz in Galizien zur ſelbſtändigen Be- wirtſchaftung übergab, mußte L. der juriſtiſchen Laufbahn entſagen; da- gegen wurde er während eines ſie- benjährigen Aufenthalts in Galizien, den er in faſt völliger Einſamkeit verlebte, zu poetiſchen Arbeiten hin- gedrängt. Nachdem er dann ſeine Herrſchaft verkauft, lebte er auf dem väterlichen Gute in Schleſien, u. als auch dieſes 1866 in fremde Hände überging, begab er ſich nach Paris, wo er ſich mit einer reichen Kreolin verheiratete. Während er nun hin- fort den Sommer auf ſeinem Jagd- hauſe im Taunus weilte, war er im Winter immer auf Reiſen. Seine glückliche Ehe währte nur 6 Jahre; ſeine Gattin ſtarb auf einer Reiſe in Spanien, und mit ihrem Tode war auch er für die Welt und ihre Freu- den geſtorben. Er trat (1872) zur katholiſchen Kirche über und lebt ſeit- dem als Einſiedler mitten in der Welt, zur Zeit in Berlin. S: Baron Leinau (Dr.), 1878. ‒ Aus vergan- genen Tagen (Ge.), 1878. ‒ Va ban- que (Dr.), 1878. ‒ Das Hemd des Glücklichen (Loſe Blätter aus mei- nem ungeſchriebenen Tagebuche), 1894. 3. A. u. d. T.: Das Hemd des Glücklichen (Bunte Bilder a. d. Leben eines Konvertiten), 1896. 16. T. 1910. Lüty, Hermann, geb. am 28. Sept. 1824 zu Senftenberg in der Nieder- lauſitz, ſtudierte die Rechte, wurde 1864 Stadtgerichtsrat in Berlin, 1879 Landgerichtsdirektor daſelbſt, und trat als ſolcher im Herbſt 1888 in den Ruheſtand. Er ſiedelte bald darauf nach Heidelberg über u. ſtarb nach kurzem, ſchwerem Leiden im Bade Engelberg am 24. Auguſt 1901. S: Ein Strauß (Ge.), 1851. Lutz, Hede, bekannt unter ihrem Mädchennamen Hede von Trapp, wurde 1877 als Tochter eines See- offiziers geboren, verbrachte ihre Schulzeit in Pola (Jſtrien), Eiſenach und Graz und beſuchte dann zu wei- terer Ausbildung noch die Jnſtitute für k. k. Offizierstöchter in Ödenburg und Wien. Seit 1901 lebt ſie als Gattin des k. k. Marine-Elektro-Jn- genieurs L. in Pola. S: Jſtrianiſcher Roſengarten (Nn. und Ge.), 1906. ‒ Jn Schatten und Licht (R.), 1907. *Lutz, Ernſt Konrad, pſeud. Paul Gerſtner, und Ernſt Konrad, wurde am 31. Okt. 1856 zu Würzburg geboren, abſolvierte das Gymnaſium daſelbſt und ſtudierte darauf an der dortigen Univerſität Philologie, wurde aber kurz vor ſeinem Staats- examen von der Univerſität verwie- ſen. Er führte nun als Schreiber *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 331. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/335>, abgerufen am 18.03.2019.