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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bureaus der "Süddeutschen Feuer-
versicherungsbank" einzutreten. Aber
diesen Beruf hatte er bald satt, so
daß er nach einem halben Jahre sei-
nen Abschied nahm. Er hörte nun
zwei Semester ästhetische und lite-
raturgeschichtliche Vorlesungen am
Polytechnikum und an der Univer-
sität, lebte dann in Rom und Mün-
chen als Schriftsteller und trat hier
1899 in die Redaktion des "Simpli-
cissimus" ein, der er einige Jahre an-
gehörte.

S:

Der kleine Herr Friede-
mann (Nn.), 1898. - Die Budden-
brooks. Verfall einer Familie (R.);
II, 1901. 50. A. 1909. - Tristan
(6 Nn.), 1903. 4. A. 1904. - Fiorenza
(Dr.), 1906. - Bilse und ich, 1. bis
3. A. 1906. - Königliche Hoheit (R.),
1909.

Mann, Wilhelm,

pseud. Franz
Warnow,
wurde am 20. Juli 1843
in Rostock geboren und widmete sich
nach gründlicher Gymnasialbildung
dem Kaufmannsstande; doch betrach-
tete er seinen Beruf stets nur als
Mittel zum Zweck und ordnete die
kaufmännische Tätigkeit immer sei-
nen wissenschaftlichen und literari-
schen Bestrebungen unter. Er un-
ternahm häufig längere Reisen durch
den größten Teil von Europa, be-
suchte Nordafrika u. nahm längeren
Aufenthalt in Frankreich, Spanien,
Jtalien, England, Skandinavien u.
Rußland, beschränkt aber jetzt seine
Reisen mehr auf Deutschland. Er
lebt seit 1895 in Berlin.

S:

Phöbus,
1885. - Jus, 1886. - Trinitas III.
Jupiter, 1887. - Bilder a. d. Gegen-
wart, 1. Band. Der Chauvinismus
(Zeitbild), 1890.

Mannhardt, Wilhelm Johann
Emanuel,

wurde am 26. März 1831
zu Friedrichstadt in Schleswig als
der Sohn eines mennonitischen Geist-
lichen geboren, kam mit seinen Eltern
1836 nach Danzig und besuchte hier
seit 1842 das Gymnasium, freilich
mit vielen Unterbrechungen, da er

Man
[Spaltenumbruch]
von Geburt an klein und schwächlich
war und vom 7. Jahr an noch an
einer stets zunehmenden Rückgrats-
verkrümmung litt. Er studierte von
1851-54 in Berlin u. Tübingen Phi-
lologie, namentlich deutsche Sprache
u. Altertumskunde. Nachdem er pro-
moviert, siedelte er 1855 nach Berlin
über, wo er bis 1859 die in Göttin-
gen erscheinende "Zeitschrift für
Deutsche Mythologie und Sitten-
kunde" redigierte. Jnzwischen hatte
er sich 1858 in Berlin als Privat-
dozent habilitiert, zog sich aber 1863
aus Gesundheitsrücksichten nach Dan-
zig zurück, wo er anfänglich eine
Stelle als Bibliothekar bekleidete,
später aber als Privatmann lebte u.
sich gänzlich dem Plan widmete, zur
Grundlegung des streng wissenschaft-
lichen Aufbaues zunächst der germa-
nischen Mythologie ein Urkunden-
buch der Volksüberlieferung ins Le-
ben zu rufen. Als Bausteine zu die-
sem Werke hat er veröffentlicht:
Germanische Mythen-Forschungen
(1857). - Die Götterwelt der deut-
schen und nordischen Völker; 1. Tl.:
Die Götter (1860). - Weihnachts-
blüten in Sitten und Sage (1864).
- Roggenwolf u. Roggenhund (1866).
- Korndämonen (1868). - Wald- u.
Feldkulte (II, 1875-77). - Klythia
(1876). Er starb am 25. Dez. 1880.

S:

Gedichte (n. seinem Tode hrsg.),
1881.

*Mannheimer, Theodor Karl,


geb. am 18. Juni 1875 in Wien als
Sohn des (1896 +) Schriftstellers
Gustav M., absolvierte daselbst die
Volksschule, die Realschule und Han-
delsakademie und trachtete in der
Folge danach, durch das Studium
der neueren Sprachen und den Be-
such des Abendgymnasiums der Orien-
talischen Sprachschule sich für den
Beruf eines Schriftstellers weiter
auszubilden. Kleine Erfolge als Re-
zitator eigener und fremder Dich-
tungen bewogen ihn, auch noch Rhe-

*


Man
[Spaltenumbruch]
Bureaus der „Süddeutſchen Feuer-
verſicherungsbank‟ einzutreten. Aber
dieſen Beruf hatte er bald ſatt, ſo
daß er nach einem halben Jahre ſei-
nen Abſchied nahm. Er hörte nun
zwei Semeſter äſthetiſche und lite-
raturgeſchichtliche Vorleſungen am
Polytechnikum und an der Univer-
ſität, lebte dann in Rom und Mün-
chen als Schriftſteller und trat hier
1899 in die Redaktion des „Simpli-
ciſſimus‟ ein, der er einige Jahre an-
gehörte.

S:

Der kleine Herr Friede-
mann (Nn.), 1898. ‒ Die Budden-
brooks. Verfall einer Familie (R.);
II, 1901. 50. A. 1909. ‒ Triſtan
(6 Nn.), 1903. 4. A. 1904. ‒ Fiorenza
(Dr.), 1906. ‒ Bilſe und ich, 1. bis
3. A. 1906. ‒ Königliche Hoheit (R.),
1909.

Mann, Wilhelm,

pſeud. Franz
Warnow,
wurde am 20. Juli 1843
in Roſtock geboren und widmete ſich
nach gründlicher Gymnaſialbildung
dem Kaufmannsſtande; doch betrach-
tete er ſeinen Beruf ſtets nur als
Mittel zum Zweck und ordnete die
kaufmänniſche Tätigkeit immer ſei-
nen wiſſenſchaftlichen und literari-
ſchen Beſtrebungen unter. Er un-
ternahm häufig längere Reiſen durch
den größten Teil von Europa, be-
ſuchte Nordafrika u. nahm längeren
Aufenthalt in Frankreich, Spanien,
Jtalien, England, Skandinavien u.
Rußland, beſchränkt aber jetzt ſeine
Reiſen mehr auf Deutſchland. Er
lebt ſeit 1895 in Berlin.

S:

Phöbus,
1885. ‒ Jus, 1886. ‒ Trinitas III.
Jupiter, 1887. ‒ Bilder a. d. Gegen-
wart, 1. Band. Der Chauvinismus
(Zeitbild), 1890.

Mannhardt, Wilhelm Johann
Emanuel,

wurde am 26. März 1831
zu Friedrichſtadt in Schleswig als
der Sohn eines mennonitiſchen Geiſt-
lichen geboren, kam mit ſeinen Eltern
1836 nach Danzig und beſuchte hier
ſeit 1842 das Gymnaſium, freilich
mit vielen Unterbrechungen, da er

Man
[Spaltenumbruch]
von Geburt an klein und ſchwächlich
war und vom 7. Jahr an noch an
einer ſtets zunehmenden Rückgrats-
verkrümmung litt. Er ſtudierte von
1851‒54 in Berlin u. Tübingen Phi-
lologie, namentlich deutſche Sprache
u. Altertumskunde. Nachdem er pro-
moviert, ſiedelte er 1855 nach Berlin
über, wo er bis 1859 die in Göttin-
gen erſcheinende „Zeitſchrift für
Deutſche Mythologie und Sitten-
kunde‟ redigierte. Jnzwiſchen hatte
er ſich 1858 in Berlin als Privat-
dozent habilitiert, zog ſich aber 1863
aus Geſundheitsrückſichten nach Dan-
zig zurück, wo er anfänglich eine
Stelle als Bibliothekar bekleidete,
ſpäter aber als Privatmann lebte u.
ſich gänzlich dem Plan widmete, zur
Grundlegung des ſtreng wiſſenſchaft-
lichen Aufbaues zunächſt der germa-
niſchen Mythologie ein Urkunden-
buch der Volksüberlieferung ins Le-
ben zu rufen. Als Bauſteine zu die-
ſem Werke hat er veröffentlicht:
Germaniſche Mythen-Forſchungen
(1857). ‒ Die Götterwelt der deut-
ſchen und nordiſchen Völker; 1. Tl.:
Die Götter (1860). ‒ Weihnachts-
blüten in Sitten und Sage (1864).
‒ Roggenwolf u. Roggenhund (1866).
‒ Korndämonen (1868). ‒ Wald- u.
Feldkulte (II, 1875‒77). ‒ Klythia
(1876). Er ſtarb am 25. Dez. 1880.

S:

Gedichte (n. ſeinem Tode hrsg.),
1881.

*Mannheimer, Theodor Karl,


geb. am 18. Juni 1875 in Wien als
Sohn des (1896 †) Schriftſtellers
Guſtav M., abſolvierte daſelbſt die
Volksſchule, die Realſchule und Han-
delsakademie und trachtete in der
Folge danach, durch das Studium
der neueren Sprachen und den Be-
ſuch des Abendgymnaſiums der Orien-
taliſchen Sprachſchule ſich für den
Beruf eines Schriftſtellers weiter
auszubilden. Kleine Erfolge als Re-
zitator eigener und fremder Dich-
tungen bewogen ihn, auch noch Rhe-

*
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[360/0364] Man Man Bureaus der „Süddeutſchen Feuer- verſicherungsbank‟ einzutreten. Aber dieſen Beruf hatte er bald ſatt, ſo daß er nach einem halben Jahre ſei- nen Abſchied nahm. Er hörte nun zwei Semeſter äſthetiſche und lite- raturgeſchichtliche Vorleſungen am Polytechnikum und an der Univer- ſität, lebte dann in Rom und Mün- chen als Schriftſteller und trat hier 1899 in die Redaktion des „Simpli- ciſſimus‟ ein, der er einige Jahre an- gehörte. S: Der kleine Herr Friede- mann (Nn.), 1898. ‒ Die Budden- brooks. Verfall einer Familie (R.); II, 1901. 50. A. 1909. ‒ Triſtan (6 Nn.), 1903. 4. A. 1904. ‒ Fiorenza (Dr.), 1906. ‒ Bilſe und ich, 1. bis 3. A. 1906. ‒ Königliche Hoheit (R.), 1909. Mann, Wilhelm, pſeud. Franz Warnow, wurde am 20. Juli 1843 in Roſtock geboren und widmete ſich nach gründlicher Gymnaſialbildung dem Kaufmannsſtande; doch betrach- tete er ſeinen Beruf ſtets nur als Mittel zum Zweck und ordnete die kaufmänniſche Tätigkeit immer ſei- nen wiſſenſchaftlichen und literari- ſchen Beſtrebungen unter. Er un- ternahm häufig längere Reiſen durch den größten Teil von Europa, be- ſuchte Nordafrika u. nahm längeren Aufenthalt in Frankreich, Spanien, Jtalien, England, Skandinavien u. Rußland, beſchränkt aber jetzt ſeine Reiſen mehr auf Deutſchland. Er lebt ſeit 1895 in Berlin. S: Phöbus, 1885. ‒ Jus, 1886. ‒ Trinitas III. Jupiter, 1887. ‒ Bilder a. d. Gegen- wart, 1. Band. Der Chauvinismus (Zeitbild), 1890. Mannhardt, Wilhelm Johann Emanuel, wurde am 26. März 1831 zu Friedrichſtadt in Schleswig als der Sohn eines mennonitiſchen Geiſt- lichen geboren, kam mit ſeinen Eltern 1836 nach Danzig und beſuchte hier ſeit 1842 das Gymnaſium, freilich mit vielen Unterbrechungen, da er von Geburt an klein und ſchwächlich war und vom 7. Jahr an noch an einer ſtets zunehmenden Rückgrats- verkrümmung litt. Er ſtudierte von 1851‒54 in Berlin u. Tübingen Phi- lologie, namentlich deutſche Sprache u. Altertumskunde. Nachdem er pro- moviert, ſiedelte er 1855 nach Berlin über, wo er bis 1859 die in Göttin- gen erſcheinende „Zeitſchrift für Deutſche Mythologie und Sitten- kunde‟ redigierte. Jnzwiſchen hatte er ſich 1858 in Berlin als Privat- dozent habilitiert, zog ſich aber 1863 aus Geſundheitsrückſichten nach Dan- zig zurück, wo er anfänglich eine Stelle als Bibliothekar bekleidete, ſpäter aber als Privatmann lebte u. ſich gänzlich dem Plan widmete, zur Grundlegung des ſtreng wiſſenſchaft- lichen Aufbaues zunächſt der germa- niſchen Mythologie ein Urkunden- buch der Volksüberlieferung ins Le- ben zu rufen. Als Bauſteine zu die- ſem Werke hat er veröffentlicht: Germaniſche Mythen-Forſchungen (1857). ‒ Die Götterwelt der deut- ſchen und nordiſchen Völker; 1. Tl.: Die Götter (1860). ‒ Weihnachts- blüten in Sitten und Sage (1864). ‒ Roggenwolf u. Roggenhund (1866). ‒ Korndämonen (1868). ‒ Wald- u. Feldkulte (II, 1875‒77). ‒ Klythia (1876). Er ſtarb am 25. Dez. 1880. S: Gedichte (n. ſeinem Tode hrsg.), 1881. *Mannheimer, Theodor Karl, geb. am 18. Juni 1875 in Wien als Sohn des (1896 †) Schriftſtellers Guſtav M., abſolvierte daſelbſt die Volksſchule, die Realſchule und Han- delsakademie und trachtete in der Folge danach, durch das Studium der neueren Sprachen und den Be- ſuch des Abendgymnaſiums der Orien- taliſchen Sprachſchule ſich für den Beruf eines Schriftſtellers weiter auszubilden. Kleine Erfolge als Re- zitator eigener und fremder Dich- tungen bewogen ihn, auch noch Rhe- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 360. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/364>, abgerufen am 18.03.2019.