Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Mei
wanderte, ohne einen gelehrten Beruf
ergriffen zu haben, in jugendlichem
Alter nach Nordamerika aus u. ließ
sich nach längerem Umherziehen in
Texas nieder. Mehrjährige Reisen ver-
mittelten ihm eine umfassende Kennt-
nis der politischen u. wirtschaftlichen
Verhältnisse in den wichtigsten über-
seeischen Kolonien der großen Welt-
mächte. Nach Europa zurückgekehrt,
war er vorübergehend in Paris und
Zürich als Redakteur tätig, kehrte
dann um die Mitte der achtziger Jahre,
als die deutsche Kolonialbewegung um
sich griff, nach Berlin zurück und ent-
faltete hier eine umfassende agitato-
rische Wirksamkeit für die Kolonial-
politik. Besonders bemühte er sich,
für dieselbe die breiten Schichten des
Volkes durch die Presse zu erwärmen.
Jm Jahre 1887 übernahm er die Re-
daktion der "Deutschen Kolonialzei-
tung", des amtlichen Organs der
Kolonialgesellschaft, die er bis 1899
leitete u. gründete darauf die "Kolo-
niale Zeitschrift". 1888 gab er das
"Koloniale Jahrbuch" und seit 1889
den "Kolonialkalender" heraus. Jm
Jahre 1894 besuchte er Ostafrika und
gab als Ergebnis dieser Reise sein
Werk "Aus dem Lande der Suaheli"
(1895) heraus. Eine überaus rege
Tätigkeit entfaltete er 1896 anläßlich
der ersten deutschen kolonialen Aus-
stellung in Berlin und redigierte im
Anschluß daran sein großes Werk
"Deutschland und seine Kolonien in
Wort und Bild" (1896. 2. A. 1901).
Nach Niederlegung der Redaktion der
"Kolonialzeitung" war er vorüber-
gehend (1899) Direktor des Kolonial-
museums u. später zweier kolonialer
Gesellschaften. Er starb in Berlin am
11. April 1903. Außer mehreren kolo-
nialen Fachschriften veröffentlichte er

S:

Aus dem Kreolenlande (En.), 1888,
1896. - Kreolische und märkische Ge-
schichten, 1896. - Texanisches und
Kreolisches (En.: Der Fall des Alamo.
- Rollings Plantage), 1896. - Der
[Spaltenumbruch]

Mei
arme Sidi Abderrachman (Eine ost-
afrik. Gesch.), 1897. - Aus drei Welt-
teilen (Gesammelte Nn., Sk. u. En.);
II, 1900-01.

Meinecke, Karl,

* 1837 in Olden-
burg, studierte in Leipzig u. Göttin-
gen Medizin, betrieb aber dabei mehr
und mehr literarische und ästhetische
Studien und wanderte 1858 nach
Neuyork aus. Jm folgenden Jahre
trat er in die Redaktion des "Belle-
tristischen Journals", war auch viele
Jahre Mitarbeiter an den in Leipzig
erscheinenden "Grenzboten". Er endete
1875 durch Selbstmord.

S:

Früh-
lings-Kuren (Studie in Hexametern),
1869.

*Meinecke, Wilhelm,

geb. am 4.
Febr. 1877 in Neinstedt, einem Dorfe
im Harz, wo sein Vater eine kleine
Mühlsteinfabrik betrieb, wollte sich
dem technischen Berufe widmen und
war zwei Jahre im Staatsdienst als
Hilfszeichner tätig. Sein Plan, nun
das Technikum zu besuchen, wurde
durch die nach des Vaters Tode ein-
getretenen Verluste vereitelt. So
wurde er Arbeiter in einer großen
Fabrik und hatte hier während eines
Jahres reiche Gelegenheit, Licht und
Schatten der sozialen Frage kennen
zu lernen. Danach erwählte er einen
festen Beruf, indem er in ein kauf-
männisches Kontor eintrat. Jn die-
sem Berufe ist er noch jetzt (1911) in
Halle a. Saale tätig.

S:

Burgschei-
dungen (Ein Dr. deutscher Gesch.),
1910.

Meinen, Johannes,

Pseudon. für
Julius Koch; s. d.!

Meinhard, Heinrich,

Pseud. für
Konrad Schmidt; s. d.!

Meinhardt, Adalbert,

Pseud. für
Marie Hirsch; s. d.!

Meinhold, Aurel Emanuel,


Sohn des bekannten Dichters der
"Bernsteinhexe", wurde am 26. Aug.
1829 in Krummin auf der Jnsel
Usedom geboren, erhielt den ersten
Unterricht von seinem Vater und von

* 27*


[Spaltenumbruch]

Mei
wanderte, ohne einen gelehrten Beruf
ergriffen zu haben, in jugendlichem
Alter nach Nordamerika aus u. ließ
ſich nach längerem Umherziehen in
Texas nieder. Mehrjährige Reiſen ver-
mittelten ihm eine umfaſſende Kennt-
nis der politiſchen u. wirtſchaftlichen
Verhältniſſe in den wichtigſten über-
ſeeiſchen Kolonien der großen Welt-
mächte. Nach Europa zurückgekehrt,
war er vorübergehend in Paris und
Zürich als Redakteur tätig, kehrte
dann um die Mitte der achtziger Jahre,
als die deutſche Kolonialbewegung um
ſich griff, nach Berlin zurück und ent-
faltete hier eine umfaſſende agitato-
riſche Wirkſamkeit für die Kolonial-
politik. Beſonders bemühte er ſich,
für dieſelbe die breiten Schichten des
Volkes durch die Preſſe zu erwärmen.
Jm Jahre 1887 übernahm er die Re-
daktion der „Deutſchen Kolonialzei-
tung‟, des amtlichen Organs der
Kolonialgeſellſchaft, die er bis 1899
leitete u. gründete darauf die „Kolo-
niale Zeitſchrift‟. 1888 gab er das
„Koloniale Jahrbuch‟ und ſeit 1889
den „Kolonialkalender‟ heraus. Jm
Jahre 1894 beſuchte er Oſtafrika und
gab als Ergebnis dieſer Reiſe ſein
Werk „Aus dem Lande der Suaheli‟
(1895) heraus. Eine überaus rege
Tätigkeit entfaltete er 1896 anläßlich
der erſten deutſchen kolonialen Aus-
ſtellung in Berlin und redigierte im
Anſchluß daran ſein großes Werk
„Deutſchland und ſeine Kolonien in
Wort und Bild‟ (1896. 2. A. 1901).
Nach Niederlegung der Redaktion der
„Kolonialzeitung‟ war er vorüber-
gehend (1899) Direktor des Kolonial-
muſeums u. ſpäter zweier kolonialer
Geſellſchaften. Er ſtarb in Berlin am
11. April 1903. Außer mehreren kolo-
nialen Fachſchriften veröffentlichte er

S:

Aus dem Kreolenlande (En.), 1888,
1896. ‒ Kreoliſche und märkiſche Ge-
ſchichten, 1896. ‒ Texaniſches und
Kreoliſches (En.: Der Fall des Alamo.
‒ Rollings Plantage), 1896. ‒ Der
[Spaltenumbruch]

Mei
arme Sidi Abderrachman (Eine oſt-
afrik. Geſch.), 1897. ‒ Aus drei Welt-
teilen (Geſammelte Nn., Sk. u. En.);
II, 1900‒01.

Meinecke, Karl,

* 1837 in Olden-
burg, ſtudierte in Leipzig u. Göttin-
gen Medizin, betrieb aber dabei mehr
und mehr literariſche und äſthetiſche
Studien und wanderte 1858 nach
Neuyork aus. Jm folgenden Jahre
trat er in die Redaktion des „Belle-
triſtiſchen Journals‟, war auch viele
Jahre Mitarbeiter an den in Leipzig
erſcheinenden „Grenzboten‟. Er endete
1875 durch Selbſtmord.

S:

Früh-
lings-Kuren (Studie in Hexametern),
1869.

*Meinecke, Wilhelm,

geb. am 4.
Febr. 1877 in Neinſtedt, einem Dorfe
im Harz, wo ſein Vater eine kleine
Mühlſteinfabrik betrieb, wollte ſich
dem techniſchen Berufe widmen und
war zwei Jahre im Staatsdienſt als
Hilfszeichner tätig. Sein Plan, nun
das Technikum zu beſuchen, wurde
durch die nach des Vaters Tode ein-
getretenen Verluſte vereitelt. So
wurde er Arbeiter in einer großen
Fabrik und hatte hier während eines
Jahres reiche Gelegenheit, Licht und
Schatten der ſozialen Frage kennen
zu lernen. Danach erwählte er einen
feſten Beruf, indem er in ein kauf-
männiſches Kontor eintrat. Jn die-
ſem Berufe iſt er noch jetzt (1911) in
Halle a. Saale tätig.

S:

Burgſchei-
dungen (Ein Dr. deutſcher Geſch.),
1910.

Meinen, Johannes,

Pſeudon. für
Julius Koch; ſ. d.!

Meinhard, Heinrich,

Pſeud. für
Konrad Schmidt; ſ. d.!

Meinhardt, Adalbert,

Pſeud. für
Marie Hirſch; ſ. d.!

Meinhold, Aurel Emanuel,


Sohn des bekannten Dichters der
„Bernſteinhexe‟, wurde am 26. Aug.
1829 in Krummin auf der Jnſel
Uſedom geboren, erhielt den erſten
Unterricht von ſeinem Vater und von

* 27*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0423" n="419"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Mei</hi></fw><lb/>
wanderte, ohne einen gelehrten Beruf<lb/>
ergriffen zu haben, in jugendlichem<lb/>
Alter nach Nordamerika aus u. ließ<lb/>
&#x017F;ich nach längerem Umherziehen in<lb/>
Texas nieder. Mehrjährige Rei&#x017F;en ver-<lb/>
mittelten ihm eine umfa&#x017F;&#x017F;ende Kennt-<lb/>
nis der politi&#x017F;chen u. wirt&#x017F;chaftlichen<lb/>
Verhältni&#x017F;&#x017F;e in den wichtig&#x017F;ten über-<lb/>
&#x017F;eei&#x017F;chen Kolonien der großen Welt-<lb/>
mächte. Nach Europa zurückgekehrt,<lb/>
war er vorübergehend in Paris und<lb/>
Zürich als Redakteur tätig, kehrte<lb/>
dann um die Mitte der achtziger Jahre,<lb/>
als die deut&#x017F;che Kolonialbewegung um<lb/>
&#x017F;ich griff, nach Berlin zurück und ent-<lb/>
faltete hier eine umfa&#x017F;&#x017F;ende agitato-<lb/>
ri&#x017F;che Wirk&#x017F;amkeit für die Kolonial-<lb/>
politik. Be&#x017F;onders bemühte er &#x017F;ich,<lb/>
für die&#x017F;elbe die breiten Schichten des<lb/>
Volkes durch die Pre&#x017F;&#x017F;e zu erwärmen.<lb/>
Jm Jahre 1887 übernahm er die Re-<lb/>
daktion der &#x201E;Deut&#x017F;chen Kolonialzei-<lb/>
tung&#x201F;, des amtlichen Organs der<lb/>
Kolonialge&#x017F;ell&#x017F;chaft, die er bis 1899<lb/>
leitete u. gründete darauf die &#x201E;Kolo-<lb/>
niale Zeit&#x017F;chrift&#x201F;. 1888 gab er das<lb/>
&#x201E;Koloniale Jahrbuch&#x201F; und &#x017F;eit 1889<lb/>
den &#x201E;Kolonialkalender&#x201F; heraus. Jm<lb/>
Jahre 1894 be&#x017F;uchte er O&#x017F;tafrika und<lb/>
gab als Ergebnis die&#x017F;er Rei&#x017F;e &#x017F;ein<lb/>
Werk &#x201E;Aus dem Lande der Suaheli&#x201F;<lb/>
(1895) heraus. Eine überaus rege<lb/>
Tätigkeit entfaltete er 1896 anläßlich<lb/>
der er&#x017F;ten deut&#x017F;chen kolonialen Aus-<lb/>
&#x017F;tellung in Berlin und redigierte im<lb/>
An&#x017F;chluß daran &#x017F;ein großes Werk<lb/>
&#x201E;Deut&#x017F;chland und &#x017F;eine Kolonien in<lb/>
Wort und Bild&#x201F; (1896. 2. A. 1901).<lb/>
Nach Niederlegung der Redaktion der<lb/>
&#x201E;Kolonialzeitung&#x201F; war er vorüber-<lb/>
gehend (1899) Direktor des Kolonial-<lb/>
mu&#x017F;eums u. &#x017F;päter zweier kolonialer<lb/>
Ge&#x017F;ell&#x017F;chaften. Er &#x017F;tarb in Berlin am<lb/>
11. April 1903. Außer mehreren kolo-<lb/>
nialen Fach&#x017F;chriften veröffentlichte er<lb/></p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Aus dem Kreolenlande (En.), 1888,<lb/>
1896. &#x2012; Kreoli&#x017F;che und märki&#x017F;che Ge-<lb/>
&#x017F;chichten, 1896. &#x2012; Texani&#x017F;ches und<lb/>
Kreoli&#x017F;ches (En.: Der Fall des Alamo.<lb/>
&#x2012; Rollings Plantage), 1896. &#x2012; Der<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Mei</hi></fw><lb/>
arme Sidi Abderrachman (Eine o&#x017F;t-<lb/>
afrik. Ge&#x017F;ch.), 1897. &#x2012; Aus drei Welt-<lb/>
teilen (Ge&#x017F;ammelte Nn., Sk. u. En.);<lb/><hi rendition="#aq">II,</hi> 1900&#x2012;01.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Meinecke,</hi> Karl,</head>
        <p> * 1837 in Olden-<lb/>
burg, &#x017F;tudierte in Leipzig u. Göttin-<lb/>
gen Medizin, betrieb aber dabei mehr<lb/>
und mehr literari&#x017F;che und ä&#x017F;theti&#x017F;che<lb/>
Studien und wanderte 1858 nach<lb/>
Neuyork aus. Jm folgenden Jahre<lb/>
trat er in die Redaktion des &#x201E;Belle-<lb/>
tri&#x017F;ti&#x017F;chen Journals&#x201F;, war auch viele<lb/>
Jahre Mitarbeiter an den in Leipzig<lb/>
er&#x017F;cheinenden &#x201E;Grenzboten&#x201F;. Er endete<lb/>
1875 durch Selb&#x017F;tmord. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Früh-<lb/>
lings-Kuren (Studie in Hexametern),<lb/>
1869.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Meinecke,</hi> Wilhelm,</head>
        <p> geb. am 4.<lb/>
Febr. 1877 in Nein&#x017F;tedt, einem Dorfe<lb/>
im Harz, wo &#x017F;ein Vater eine kleine<lb/>
Mühl&#x017F;teinfabrik betrieb, wollte &#x017F;ich<lb/>
dem techni&#x017F;chen Berufe widmen und<lb/>
war zwei Jahre im Staatsdien&#x017F;t als<lb/>
Hilfszeichner tätig. Sein Plan, nun<lb/>
das Technikum zu be&#x017F;uchen, wurde<lb/>
durch die nach des Vaters Tode ein-<lb/>
getretenen Verlu&#x017F;te vereitelt. So<lb/>
wurde er Arbeiter in einer großen<lb/>
Fabrik und hatte hier während eines<lb/>
Jahres reiche Gelegenheit, Licht und<lb/>
Schatten der &#x017F;ozialen Frage kennen<lb/>
zu lernen. Danach erwählte er einen<lb/>
fe&#x017F;ten Beruf, indem er in ein kauf-<lb/>
männi&#x017F;ches Kontor eintrat. Jn die-<lb/>
&#x017F;em Berufe i&#x017F;t er noch jetzt (1911) in<lb/>
Halle a. Saale tätig. </p>
      </div><lb/>
      <div type="bibliography" n="1">
        <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
        <p> Burg&#x017F;chei-<lb/>
dungen (Ein Dr. deut&#x017F;cher Ge&#x017F;ch.),<lb/>
1910.</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Meinen,</hi> Johannes,</head>
        <p> P&#x017F;eudon. für<lb/><hi rendition="#g">Julius Ko</hi>ch; &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Meinhard,</hi> Heinrich,</head>
        <p> P&#x017F;eud. für<lb/><hi rendition="#g">Konrad Schmidt;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Meinhardt,</hi> Adalbert,</head>
        <p> P&#x017F;eud. für<lb/><hi rendition="#g">Marie Hir&#x017F;ch;</hi> &#x017F;. d.!</p><lb/>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Meinhold,</hi><hi rendition="#g">Aurel</hi> Emanuel,</head>
        <p><lb/>
Sohn des bekannten Dichters der<lb/>
&#x201E;Bern&#x017F;teinhexe&#x201F;, wurde am 26. Aug.<lb/>
1829 in Krummin auf der Jn&#x017F;el<lb/>
U&#x017F;edom geboren, erhielt den er&#x017F;ten<lb/>
Unterricht von &#x017F;einem Vater und von<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">* 27*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[419/0423] Mei Mei wanderte, ohne einen gelehrten Beruf ergriffen zu haben, in jugendlichem Alter nach Nordamerika aus u. ließ ſich nach längerem Umherziehen in Texas nieder. Mehrjährige Reiſen ver- mittelten ihm eine umfaſſende Kennt- nis der politiſchen u. wirtſchaftlichen Verhältniſſe in den wichtigſten über- ſeeiſchen Kolonien der großen Welt- mächte. Nach Europa zurückgekehrt, war er vorübergehend in Paris und Zürich als Redakteur tätig, kehrte dann um die Mitte der achtziger Jahre, als die deutſche Kolonialbewegung um ſich griff, nach Berlin zurück und ent- faltete hier eine umfaſſende agitato- riſche Wirkſamkeit für die Kolonial- politik. Beſonders bemühte er ſich, für dieſelbe die breiten Schichten des Volkes durch die Preſſe zu erwärmen. Jm Jahre 1887 übernahm er die Re- daktion der „Deutſchen Kolonialzei- tung‟, des amtlichen Organs der Kolonialgeſellſchaft, die er bis 1899 leitete u. gründete darauf die „Kolo- niale Zeitſchrift‟. 1888 gab er das „Koloniale Jahrbuch‟ und ſeit 1889 den „Kolonialkalender‟ heraus. Jm Jahre 1894 beſuchte er Oſtafrika und gab als Ergebnis dieſer Reiſe ſein Werk „Aus dem Lande der Suaheli‟ (1895) heraus. Eine überaus rege Tätigkeit entfaltete er 1896 anläßlich der erſten deutſchen kolonialen Aus- ſtellung in Berlin und redigierte im Anſchluß daran ſein großes Werk „Deutſchland und ſeine Kolonien in Wort und Bild‟ (1896. 2. A. 1901). Nach Niederlegung der Redaktion der „Kolonialzeitung‟ war er vorüber- gehend (1899) Direktor des Kolonial- muſeums u. ſpäter zweier kolonialer Geſellſchaften. Er ſtarb in Berlin am 11. April 1903. Außer mehreren kolo- nialen Fachſchriften veröffentlichte er S: Aus dem Kreolenlande (En.), 1888, 1896. ‒ Kreoliſche und märkiſche Ge- ſchichten, 1896. ‒ Texaniſches und Kreoliſches (En.: Der Fall des Alamo. ‒ Rollings Plantage), 1896. ‒ Der arme Sidi Abderrachman (Eine oſt- afrik. Geſch.), 1897. ‒ Aus drei Welt- teilen (Geſammelte Nn., Sk. u. En.); II, 1900‒01. Meinecke, Karl, * 1837 in Olden- burg, ſtudierte in Leipzig u. Göttin- gen Medizin, betrieb aber dabei mehr und mehr literariſche und äſthetiſche Studien und wanderte 1858 nach Neuyork aus. Jm folgenden Jahre trat er in die Redaktion des „Belle- triſtiſchen Journals‟, war auch viele Jahre Mitarbeiter an den in Leipzig erſcheinenden „Grenzboten‟. Er endete 1875 durch Selbſtmord. S: Früh- lings-Kuren (Studie in Hexametern), 1869. *Meinecke, Wilhelm, geb. am 4. Febr. 1877 in Neinſtedt, einem Dorfe im Harz, wo ſein Vater eine kleine Mühlſteinfabrik betrieb, wollte ſich dem techniſchen Berufe widmen und war zwei Jahre im Staatsdienſt als Hilfszeichner tätig. Sein Plan, nun das Technikum zu beſuchen, wurde durch die nach des Vaters Tode ein- getretenen Verluſte vereitelt. So wurde er Arbeiter in einer großen Fabrik und hatte hier während eines Jahres reiche Gelegenheit, Licht und Schatten der ſozialen Frage kennen zu lernen. Danach erwählte er einen feſten Beruf, indem er in ein kauf- männiſches Kontor eintrat. Jn die- ſem Berufe iſt er noch jetzt (1911) in Halle a. Saale tätig. S: Burgſchei- dungen (Ein Dr. deutſcher Geſch.), 1910. Meinen, Johannes, Pſeudon. für Julius Koch; ſ. d.! Meinhard, Heinrich, Pſeud. für Konrad Schmidt; ſ. d.! Meinhardt, Adalbert, Pſeud. für Marie Hirſch; ſ. d.! Meinhold, Aurel Emanuel, Sohn des bekannten Dichters der „Bernſteinhexe‟, wurde am 26. Aug. 1829 in Krummin auf der Jnſel Uſedom geboren, erhielt den erſten Unterricht von ſeinem Vater und von * 27*

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/423
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 419. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/423>, abgerufen am 14.11.2018.