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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Mich
Nach langjährig. Wanderungen durch
ganz Europa, Amerika u. einen Teil
Afrikas, wählte er die Malerkunst zu
seinem Berufe und gab sich dem Stu-
dium derselben in Düsseldorf, Mün-
chen u. Dresden hin. Als Maler zählt
er zu den tüchtigsten Koloristen der
Gegenwart und beherrscht das Gebiet
der Tier-, Figuren- und Landschafts-
malerei in gleichem Maße. Seit 1876
lebte M. in Weimar, dann zog er für
mehrere Jahre nach Südamerika und
hielt sich nach seiner Rückkehr in Mün-
chen (1885), später (1889) in Frank-
furt a. M. auf und vollendete hier ein
größeres Werk über Brasilien.

S:

Du
sollst nicht lügen (Lsp. n. d. Engl.),
1877. - Herr Schwebe (Lsp.), 1877. -
Therese (Dr.), 1878. - Melitta und
Elisabeth (Schsp.), 1880. - Er ist kein
Mädchen (Lsp.), 1880. - Jrrwege
(Schsp.), 1881. - Buch der Katzen
(mit eigenen Jllustr.), 1876. - Buch
der Esel, 1884.

*Michels, Max,

geb. am 16. Jan.
1874 in Stavenhagen (Mecklenburg)
als Sohn eines ehrsamen Handwer-
kers, besuchte das Progymnasium da-
selbst und kam nach dem Tode seines
Vaters (1889) zu einem Kaufmann
in Parchim in die Lehre. Ein hier
auftretendes Lungenbluten machte
eine längere Erholung an der See in
Warnemünde nötig. Nachdem er län-
gere Zeit als Gehilfe hier und da in
Stellung gewesen, gründete er 1896
in Marnitz, einem größeren Dorfe bei
Parchim, welchen Ort er aus Gesund-
heitsrücksichten gewählt hatte, ein
Manufakturgeschäft. Hier hatte er
Gelegenheit, das Seelenleben des Vol-
kes, seine Eigenart, Sitten und Ge-
wohnheiten gründlich kennen zu ler-
nen, wodurch sein dichterisches Talent
zur Betätigung gedrängt wurde. Jm
Jahre 1911 gab er sein Geschäft auf,
um sich ganz d. plattdeutschen Schrift-
stellerei zu widmen.

S:

Spaß un
Jrnst (Ge. in plattd. Mdt.); 1. Bd.
1910.

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Mich
*Michen, Franz,

pseud. Franz
von Salzburg,
entstammt einer
französischen Emigrantenfamilie und
wurde am 15. Novbr. 1877 in Salz-
burg geboren. Er wuchs in kleinen
Verhältnissen auf, und von einem ge-
regelten Studium war bei den be-
schränkten Mitteln der Familie keine
Rede. Da galt es denn bald, sich selbst
sein Brot zu verdienen. 1894 trat M.
als Stenograph bei einem wöchent-
lich erscheinenden finanziellen Fach-
blatte ein, aber schon im folgenden
Jahre machte der große Börsenkrach
dieser Tätigkeit ein Ende. M. wurde
nun Sekretär bei einem Jmpresario,
mit dem er einen Sommer lang das
gesamte Salzkammergut durchzog,
ging zu Anfang d. J. 1897 als Ste-
nograph zu einem Advokaten nach
Teplitz und im Oktober d. J. nach
Wien, wo es ihm glückte, als Redak-
teur bei der "Deutschen Zeitung"
festen Fuß zu fassen. Jetzt benutzte er
jede freie Stunde, seine Studien zu
erweitern, hörte auch an der Univer-
sität Vorlesungen über verschiedene
philosophische Dißiplinen und fand
endlich auch Muße, auf schöngeistigem
Gebiete schriftstellerisch tätig zu sein.
Jm Jahre 1906 durch einen Studien-
preis des österr. Unterrichtsministe-
riums ausgezeichnet, konnte er den
Winter 1906-07 zu Studienzwecken
in Paris verleben. Seit Anfang 1908
gehört er der Redaktion des "Deut-
schen Volksblatts" in Wien an.

S:


Des Weibes Sünde (Ein Dutzend
Dutzendgeschn.), 1904. - Was die
Lagune erzählt (Nn.), 1904.

*Michler, Karl,

* am 8. Dezbr.
1868 zu Mustin bei Ratzeburg im
Lauenburgischen, kam mit seinem Va-
ter, einem Militärbeamten, nach Hage-
nau im Elsaß und später nach Wies-
baden, wo er nach Besuch einer Mit-
telschule sich dem Kaufmannsstande
widmete. Mit kurzen Unterbrechun-
gen (Gotha, Schierstein am Rhein)
hat er immer in Wiesbaden seinem

*


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Mich
Nach langjährig. Wanderungen durch
ganz Europa, Amerika u. einen Teil
Afrikas, wählte er die Malerkunſt zu
ſeinem Berufe und gab ſich dem Stu-
dium derſelben in Düſſeldorf, Mün-
chen u. Dresden hin. Als Maler zählt
er zu den tüchtigſten Koloriſten der
Gegenwart und beherrſcht das Gebiet
der Tier-, Figuren- und Landſchafts-
malerei in gleichem Maße. Seit 1876
lebte M. in Weimar, dann zog er für
mehrere Jahre nach Südamerika und
hielt ſich nach ſeiner Rückkehr in Mün-
chen (1885), ſpäter (1889) in Frank-
furt a. M. auf und vollendete hier ein
größeres Werk über Braſilien.

S:

Du
ſollſt nicht lügen (Lſp. n. d. Engl.),
1877. ‒ Herr Schwebe (Lſp.), 1877. ‒
Thereſe (Dr.), 1878. ‒ Melitta und
Eliſabeth (Schſp.), 1880. ‒ Er iſt kein
Mädchen (Lſp.), 1880. ‒ Jrrwege
(Schſp.), 1881. ‒ Buch der Katzen
(mit eigenen Jlluſtr.), 1876. ‒ Buch
der Eſel, 1884.

*Michels, Max,

geb. am 16. Jan.
1874 in Stavenhagen (Mecklenburg)
als Sohn eines ehrſamen Handwer-
kers, beſuchte das Progymnaſium da-
ſelbſt und kam nach dem Tode ſeines
Vaters (1889) zu einem Kaufmann
in Parchim in die Lehre. Ein hier
auftretendes Lungenbluten machte
eine längere Erholung an der See in
Warnemünde nötig. Nachdem er län-
gere Zeit als Gehilfe hier und da in
Stellung geweſen, gründete er 1896
in Marnitz, einem größeren Dorfe bei
Parchim, welchen Ort er aus Geſund-
heitsrückſichten gewählt hatte, ein
Manufakturgeſchäft. Hier hatte er
Gelegenheit, das Seelenleben des Vol-
kes, ſeine Eigenart, Sitten und Ge-
wohnheiten gründlich kennen zu ler-
nen, wodurch ſein dichteriſches Talent
zur Betätigung gedrängt wurde. Jm
Jahre 1911 gab er ſein Geſchäft auf,
um ſich ganz d. plattdeutſchen Schrift-
ſtellerei zu widmen.

S:

Spaß un
Jrnſt (Ge. in plattd. Mdt.); 1. Bd.
1910.

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Mich
*Michen, Franz,

pſeud. Franz
von Salzburg,
entſtammt einer
franzöſiſchen Emigrantenfamilie und
wurde am 15. Novbr. 1877 in Salz-
burg geboren. Er wuchs in kleinen
Verhältniſſen auf, und von einem ge-
regelten Studium war bei den be-
ſchränkten Mitteln der Familie keine
Rede. Da galt es denn bald, ſich ſelbſt
ſein Brot zu verdienen. 1894 trat M.
als Stenograph bei einem wöchent-
lich erſcheinenden finanziellen Fach-
blatte ein, aber ſchon im folgenden
Jahre machte der große Börſenkrach
dieſer Tätigkeit ein Ende. M. wurde
nun Sekretär bei einem Jmpreſario,
mit dem er einen Sommer lang das
geſamte Salzkammergut durchzog,
ging zu Anfang d. J. 1897 als Ste-
nograph zu einem Advokaten nach
Teplitz und im Oktober d. J. nach
Wien, wo es ihm glückte, als Redak-
teur bei der „Deutſchen Zeitung‟
feſten Fuß zu faſſen. Jetzt benutzte er
jede freie Stunde, ſeine Studien zu
erweitern, hörte auch an der Univer-
ſität Vorleſungen über verſchiedene
philoſophiſche Diſziplinen und fand
endlich auch Muße, auf ſchöngeiſtigem
Gebiete ſchriftſtelleriſch tätig zu ſein.
Jm Jahre 1906 durch einen Studien-
preis des öſterr. Unterrichtsminiſte-
riums ausgezeichnet, konnte er den
Winter 1906-07 zu Studienzwecken
in Paris verleben. Seit Anfang 1908
gehört er der Redaktion des „Deut-
ſchen Volksblatts‟ in Wien an.

S:


Des Weibes Sünde (Ein Dutzend
Dutzendgeſchn.), 1904. ‒ Was die
Lagune erzählt (Nn.), 1904.

*Michler, Karl,

* am 8. Dezbr.
1868 zu Muſtin bei Ratzeburg im
Lauenburgiſchen, kam mit ſeinem Va-
ter, einem Militärbeamten, nach Hage-
nau im Elſaß und ſpäter nach Wies-
baden, wo er nach Beſuch einer Mit-
telſchule ſich dem Kaufmannsſtande
widmete. Mit kurzen Unterbrechun-
gen (Gotha, Schierſtein am Rhein)
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[471/0475] Mich Mich Nach langjährig. Wanderungen durch ganz Europa, Amerika u. einen Teil Afrikas, wählte er die Malerkunſt zu ſeinem Berufe und gab ſich dem Stu- dium derſelben in Düſſeldorf, Mün- chen u. Dresden hin. Als Maler zählt er zu den tüchtigſten Koloriſten der Gegenwart und beherrſcht das Gebiet der Tier-, Figuren- und Landſchafts- malerei in gleichem Maße. Seit 1876 lebte M. in Weimar, dann zog er für mehrere Jahre nach Südamerika und hielt ſich nach ſeiner Rückkehr in Mün- chen (1885), ſpäter (1889) in Frank- furt a. M. auf und vollendete hier ein größeres Werk über Braſilien. S: Du ſollſt nicht lügen (Lſp. n. d. Engl.), 1877. ‒ Herr Schwebe (Lſp.), 1877. ‒ Thereſe (Dr.), 1878. ‒ Melitta und Eliſabeth (Schſp.), 1880. ‒ Er iſt kein Mädchen (Lſp.), 1880. ‒ Jrrwege (Schſp.), 1881. ‒ Buch der Katzen (mit eigenen Jlluſtr.), 1876. ‒ Buch der Eſel, 1884. *Michels, Max, geb. am 16. Jan. 1874 in Stavenhagen (Mecklenburg) als Sohn eines ehrſamen Handwer- kers, beſuchte das Progymnaſium da- ſelbſt und kam nach dem Tode ſeines Vaters (1889) zu einem Kaufmann in Parchim in die Lehre. Ein hier auftretendes Lungenbluten machte eine längere Erholung an der See in Warnemünde nötig. Nachdem er län- gere Zeit als Gehilfe hier und da in Stellung geweſen, gründete er 1896 in Marnitz, einem größeren Dorfe bei Parchim, welchen Ort er aus Geſund- heitsrückſichten gewählt hatte, ein Manufakturgeſchäft. Hier hatte er Gelegenheit, das Seelenleben des Vol- kes, ſeine Eigenart, Sitten und Ge- wohnheiten gründlich kennen zu ler- nen, wodurch ſein dichteriſches Talent zur Betätigung gedrängt wurde. Jm Jahre 1911 gab er ſein Geſchäft auf, um ſich ganz d. plattdeutſchen Schrift- ſtellerei zu widmen. S: Spaß un Jrnſt (Ge. in plattd. Mdt.); 1. Bd. 1910. *Michen, Franz, pſeud. Franz von Salzburg, entſtammt einer franzöſiſchen Emigrantenfamilie und wurde am 15. Novbr. 1877 in Salz- burg geboren. Er wuchs in kleinen Verhältniſſen auf, und von einem ge- regelten Studium war bei den be- ſchränkten Mitteln der Familie keine Rede. Da galt es denn bald, ſich ſelbſt ſein Brot zu verdienen. 1894 trat M. als Stenograph bei einem wöchent- lich erſcheinenden finanziellen Fach- blatte ein, aber ſchon im folgenden Jahre machte der große Börſenkrach dieſer Tätigkeit ein Ende. M. wurde nun Sekretär bei einem Jmpreſario, mit dem er einen Sommer lang das geſamte Salzkammergut durchzog, ging zu Anfang d. J. 1897 als Ste- nograph zu einem Advokaten nach Teplitz und im Oktober d. J. nach Wien, wo es ihm glückte, als Redak- teur bei der „Deutſchen Zeitung‟ feſten Fuß zu faſſen. Jetzt benutzte er jede freie Stunde, ſeine Studien zu erweitern, hörte auch an der Univer- ſität Vorleſungen über verſchiedene philoſophiſche Diſziplinen und fand endlich auch Muße, auf ſchöngeiſtigem Gebiete ſchriftſtelleriſch tätig zu ſein. Jm Jahre 1906 durch einen Studien- preis des öſterr. Unterrichtsminiſte- riums ausgezeichnet, konnte er den Winter 1906-07 zu Studienzwecken in Paris verleben. Seit Anfang 1908 gehört er der Redaktion des „Deut- ſchen Volksblatts‟ in Wien an. S: Des Weibes Sünde (Ein Dutzend Dutzendgeſchn.), 1904. ‒ Was die Lagune erzählt (Nn.), 1904. *Michler, Karl, * am 8. Dezbr. 1868 zu Muſtin bei Ratzeburg im Lauenburgiſchen, kam mit ſeinem Va- ter, einem Militärbeamten, nach Hage- nau im Elſaß und ſpäter nach Wies- baden, wo er nach Beſuch einer Mit- telſchule ſich dem Kaufmannsſtande widmete. Mit kurzen Unterbrechun- gen (Gotha, Schierſtein am Rhein) hat er immer in Wiesbaden ſeinem *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 471. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/475>, abgerufen am 27.03.2019.