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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Kow
in der Bukowina geboren u. studierte
in Czernowitz, Lemberg, Wien und
Zürich, an dem letzteren Orte unter
den Professoren Semper und Kinkel.
Jm Jahre 1872 folgte er seinem Lehrer
Semper nach Wien und arbeitete un-
ter ihm und unter Baron Hasenauer
an den beiden Hofmuseen, dem Hof-
burgtheater u. dem kaiserlichen Jagd-
schlosse in Lainz bis zu Ende d. J. 1888.
Jm folgenden Jahre trat er unter
Kirschner in die Bauleitung der Hof-
burg gegen den Michaelerplatz und
1890 auch als Graphiker und Maler
in die Öffentlichkeit. Seine mit
dem Maler Max Levis angefertigten
Ölgemälde kaufte 1892 Richard Bong
in Berlin zu Reproduktionszwecken an,
darunter die Bilder "Überzählig" und
"Ballsouper". Neben dieser künstle-
rischen Tätigkeit wirkte K. auch als
Kunst-Berichterstatter für mehrere
Zeitungen und wurde 1891 zum
Schriftführer des Wiener Künstler-
klubs gewählt, in welchem er eine
Serie öffentlicher Vorträge hielt.

S:


Pußtasage. Barrikadenepisode (2 D.),
1893.

*Kowalek, Emerich,

geb. am 23.
März 1864 (n. a. 1862) zu Wien als
der Sohn eines höheren Eisenbahn-
beamten, absolvierte eine der Wiener
Realschulen, eignete sich aber in der
Erkenntnis von der Unzulänglichkeit
seiner Bildung durch eifriges Studium
noch nachträglich klassische Bildung an
u. beschäftigte sich besonders mit dem
Studium der Philosophie. Er wählte
die Laufbahn eines Beamten und ist
jetzt als niederösterr. Landesbeamter
in Wien tätig.

S:

Nein! Sechs Prä-
ludien (Nn.), 1893.

*Kowarz, Wilhelm Maria,

pseud.
W. M. Helm, wurde am 29. Juli
1873 in Freudenthal in Österreich-
Schlesien als der Sohn eines Advo-
katen geboren, besuchte die Volksschule
u. das Piaristen-Gymnasium daselbst
u. vollendete seine Gymnasialstudien
am deutsch. Obergymnasium in Krem-
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Kra
sier. Da starb plötzlich sein Vater, u.
um den Söhnen das Studium an
einer Hochschule zu ermöglichen, zog
die Mutter mit ihren vier Kindern im
Sommer 1891 nach Jnnsbruck. Hier
studierte K. die Rechte, war aber
nebenher für Tagesblätter emsig als
Schriftsteller tätig, um sich durch
solche Tätigkeit einen Teil seines
Unterhalts zu erwerben. Zu gleichem
Zwecke versah er während seiner Stu-
dienzeit Hofmeisterstellen in Klagen-
furt und Meran. Nach Beendigung
seiner Studien und Erlangung der
Würde eines Dr. jur. (1897), trat K.
zunächst beim Gericht, später aber bei
den k. k. Staatsbahnen in Dienst und
lebt jetzt als k. k. Sekretär in Linz
a. Donau.

S:

Blütentraum (Deutsche
M.), 1898. - Aus Odins Zeit (Mytho-
logische Nn.), 1900. - Das Eheglück
(N.), 1908.

Kowy, Jaques,

geb. am 11. Oktbr.
1834 in Wien, trat nach Absolvierung
der technischen Studien 1857 bei der
k. k. Südbahn ein, ging 1859 zur
Elisabeth-Westbahn und 1863 wieder
zur Südbahn zurück, an der er bis
1891 die Stelle eines Bureauchefs be-
kleidete. Jn diesem Jahre wurde er
zum Jnspektor und später zum Ober-
inspektor befördert. Er trat 1902 in
den Ruhestand und erhielt 1909 den
Titel eines kaiserl. Rats.

S:

Humo-
ristische Vorträge (mit Walter), 1886.
- Humoristische Vorträge; VI, 1890
bis 1909.

Kracher, Ferdinand,

geb. am 19.
Oktober 1846 in Wien als der Sohn
eines Riemermeisters, widmete sich
der Bühne und trat zum erstenmal
am 6. September 1863 im Meidlinger
Theater in Wien auf. Er fand da-
nach Engagement in Komorn, Tyr-
nau, Jnnsbruck, 1867 in Würzburg
und 1868 am Carl-Theater in Wien,
bis er am 1. Septbr. 1881 Mitglied
des dortigen Hofburgtheaters wurde.
Jn dieser Stellung befindet er sich
noch jetzt. Daneben war er als dra-

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Kow
in der Bukowina geboren u. ſtudierte
in Czernowitz, Lemberg, Wien und
Zürich, an dem letzteren Orte unter
den Profeſſoren Semper und Kinkel.
Jm Jahre 1872 folgte er ſeinem Lehrer
Semper nach Wien und arbeitete un-
ter ihm und unter Baron Haſenauer
an den beiden Hofmuſeen, dem Hof-
burgtheater u. dem kaiſerlichen Jagd-
ſchloſſe in Lainz bis zu Ende d. J. 1888.
Jm folgenden Jahre trat er unter
Kirſchner in die Bauleitung der Hof-
burg gegen den Michaelerplatz und
1890 auch als Graphiker und Maler
in die Öffentlichkeit. Seine mit
dem Maler Max Levis angefertigten
Ölgemälde kaufte 1892 Richard Bong
in Berlin zu Reproduktionszwecken an,
darunter die Bilder „Überzählig‟ und
„Ballſouper‟. Neben dieſer künſtle-
riſchen Tätigkeit wirkte K. auch als
Kunſt-Berichterſtatter für mehrere
Zeitungen und wurde 1891 zum
Schriftführer des Wiener Künſtler-
klubs gewählt, in welchem er eine
Serie öffentlicher Vorträge hielt.

S:


Pußtaſage. Barrikadenepiſode (2 D.),
1893.

*Kowalek, Emerich,

geb. am 23.
März 1864 (n. a. 1862) zu Wien als
der Sohn eines höheren Eiſenbahn-
beamten, abſolvierte eine der Wiener
Realſchulen, eignete ſich aber in der
Erkenntnis von der Unzulänglichkeit
ſeiner Bildung durch eifriges Studium
noch nachträglich klaſſiſche Bildung an
u. beſchäftigte ſich beſonders mit dem
Studium der Philoſophie. Er wählte
die Laufbahn eines Beamten und iſt
jetzt als niederöſterr. Landesbeamter
in Wien tätig.

S:

Nein! Sechs Prä-
ludien (Nn.), 1893.

*Kowarz, Wilhelm Maria,

pſeud.
W. M. Helm, wurde am 29. Juli
1873 in Freudenthal in Öſterreich-
Schleſien als der Sohn eines Advo-
katen geboren, beſuchte die Volksſchule
u. das Piariſten-Gymnaſium daſelbſt
u. vollendete ſeine Gymnaſialſtudien
am deutſch. Obergymnaſium in Krem-
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Kra
ſier. Da ſtarb plötzlich ſein Vater, u.
um den Söhnen das Studium an
einer Hochſchule zu ermöglichen, zog
die Mutter mit ihren vier Kindern im
Sommer 1891 nach Jnnsbruck. Hier
ſtudierte K. die Rechte, war aber
nebenher für Tagesblätter emſig als
Schriftſteller tätig, um ſich durch
ſolche Tätigkeit einen Teil ſeines
Unterhalts zu erwerben. Zu gleichem
Zwecke verſah er während ſeiner Stu-
dienzeit Hofmeiſterſtellen in Klagen-
furt und Meran. Nach Beendigung
ſeiner Studien und Erlangung der
Würde eines Dr. jur. (1897), trat K.
zunächſt beim Gericht, ſpäter aber bei
den k. k. Staatsbahnen in Dienſt und
lebt jetzt als k. k. Sekretär in Linz
a. Donau.

S:

Blütentraum (Deutſche
M.), 1898. ‒ Aus Odins Zeit (Mytho-
logiſche Nn.), 1900. ‒ Das Eheglück
(N.), 1908.

Kowy, Jaques,

geb. am 11. Oktbr.
1834 in Wien, trat nach Abſolvierung
der techniſchen Studien 1857 bei der
k. k. Südbahn ein, ging 1859 zur
Eliſabeth-Weſtbahn und 1863 wieder
zur Südbahn zurück, an der er bis
1891 die Stelle eines Bureauchefs be-
kleidete. Jn dieſem Jahre wurde er
zum Jnſpektor und ſpäter zum Ober-
inſpektor befördert. Er trat 1902 in
den Ruheſtand und erhielt 1909 den
Titel eines kaiſerl. Rats.

S:

Humo-
riſtiſche Vorträge (mit Walter), 1886.
‒ Humoriſtiſche Vorträge; VI, 1890
bis 1909.

Kracher, Ferdinand,

geb. am 19.
Oktober 1846 in Wien als der Sohn
eines Riemermeiſters, widmete ſich
der Bühne und trat zum erſtenmal
am 6. September 1863 im Meidlinger
Theater in Wien auf. Er fand da-
nach Engagement in Komorn, Tyr-
nau, Jnnsbruck, 1867 in Würzburg
und 1868 am Carl-Theater in Wien,
bis er am 1. Septbr. 1881 Mitglied
des dortigen Hofburgtheaters wurde.
Jn dieſer Stellung befindet er ſich
noch jetzt. Daneben war er als dra-

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[86/0090] Kow Kra in der Bukowina geboren u. ſtudierte in Czernowitz, Lemberg, Wien und Zürich, an dem letzteren Orte unter den Profeſſoren Semper und Kinkel. Jm Jahre 1872 folgte er ſeinem Lehrer Semper nach Wien und arbeitete un- ter ihm und unter Baron Haſenauer an den beiden Hofmuſeen, dem Hof- burgtheater u. dem kaiſerlichen Jagd- ſchloſſe in Lainz bis zu Ende d. J. 1888. Jm folgenden Jahre trat er unter Kirſchner in die Bauleitung der Hof- burg gegen den Michaelerplatz und 1890 auch als Graphiker und Maler in die Öffentlichkeit. Seine mit dem Maler Max Levis angefertigten Ölgemälde kaufte 1892 Richard Bong in Berlin zu Reproduktionszwecken an, darunter die Bilder „Überzählig‟ und „Ballſouper‟. Neben dieſer künſtle- riſchen Tätigkeit wirkte K. auch als Kunſt-Berichterſtatter für mehrere Zeitungen und wurde 1891 zum Schriftführer des Wiener Künſtler- klubs gewählt, in welchem er eine Serie öffentlicher Vorträge hielt. S: Pußtaſage. Barrikadenepiſode (2 D.), 1893. *Kowalek, Emerich, geb. am 23. März 1864 (n. a. 1862) zu Wien als der Sohn eines höheren Eiſenbahn- beamten, abſolvierte eine der Wiener Realſchulen, eignete ſich aber in der Erkenntnis von der Unzulänglichkeit ſeiner Bildung durch eifriges Studium noch nachträglich klaſſiſche Bildung an u. beſchäftigte ſich beſonders mit dem Studium der Philoſophie. Er wählte die Laufbahn eines Beamten und iſt jetzt als niederöſterr. Landesbeamter in Wien tätig. S: Nein! Sechs Prä- ludien (Nn.), 1893. *Kowarz, Wilhelm Maria, pſeud. W. M. Helm, wurde am 29. Juli 1873 in Freudenthal in Öſterreich- Schleſien als der Sohn eines Advo- katen geboren, beſuchte die Volksſchule u. das Piariſten-Gymnaſium daſelbſt u. vollendete ſeine Gymnaſialſtudien am deutſch. Obergymnaſium in Krem- ſier. Da ſtarb plötzlich ſein Vater, u. um den Söhnen das Studium an einer Hochſchule zu ermöglichen, zog die Mutter mit ihren vier Kindern im Sommer 1891 nach Jnnsbruck. Hier ſtudierte K. die Rechte, war aber nebenher für Tagesblätter emſig als Schriftſteller tätig, um ſich durch ſolche Tätigkeit einen Teil ſeines Unterhalts zu erwerben. Zu gleichem Zwecke verſah er während ſeiner Stu- dienzeit Hofmeiſterſtellen in Klagen- furt und Meran. Nach Beendigung ſeiner Studien und Erlangung der Würde eines Dr. jur. (1897), trat K. zunächſt beim Gericht, ſpäter aber bei den k. k. Staatsbahnen in Dienſt und lebt jetzt als k. k. Sekretär in Linz a. Donau. S: Blütentraum (Deutſche M.), 1898. ‒ Aus Odins Zeit (Mytho- logiſche Nn.), 1900. ‒ Das Eheglück (N.), 1908. Kowy, Jaques, geb. am 11. Oktbr. 1834 in Wien, trat nach Abſolvierung der techniſchen Studien 1857 bei der k. k. Südbahn ein, ging 1859 zur Eliſabeth-Weſtbahn und 1863 wieder zur Südbahn zurück, an der er bis 1891 die Stelle eines Bureauchefs be- kleidete. Jn dieſem Jahre wurde er zum Jnſpektor und ſpäter zum Ober- inſpektor befördert. Er trat 1902 in den Ruheſtand und erhielt 1909 den Titel eines kaiſerl. Rats. S: Humo- riſtiſche Vorträge (mit Walter), 1886. ‒ Humoriſtiſche Vorträge; VI, 1890 bis 1909. Kracher, Ferdinand, geb. am 19. Oktober 1846 in Wien als der Sohn eines Riemermeiſters, widmete ſich der Bühne und trat zum erſtenmal am 6. September 1863 im Meidlinger Theater in Wien auf. Er fand da- nach Engagement in Komorn, Tyr- nau, Jnnsbruck, 1867 in Würzburg und 1868 am Carl-Theater in Wien, bis er am 1. Septbr. 1881 Mitglied des dortigen Hofburgtheaters wurde. Jn dieſer Stellung befindet er ſich noch jetzt. Daneben war er als dra- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 86. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon04_1913/90>, abgerufen am 26.03.2019.