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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Poh
(Schlesien) als die jüngste Tochter
des Kaufmanns Adolf Bernhardt
geboren, kam 1864 mit den Eltern
nach Breslau und erhielt hier ihre
Ausbildung. Nachdem sie das Lehre-
rinnenexamen absolviert, verheiratete
sie sich mit 18 Jahren mit dem Fabri-
kanten Alfred Pohlidal und zog mit
ihm nach Leitmeritz in Böhmen und
zehn Jahre später nach Wien, wo sie,
nachdem sie 1904 Witwe geworden,
noch jetzt lebt. Durch Adam Müller-
Guttenbrunn ermuntert, trat sie 1890
zuerst mit Skizzen und Kritiken in der
"Deutschen Zeitung" und "Wiener
Mode" an die Öffentlichkeit.

S:


Psyche (Sensitive Nn.), 1893. - Ein
freigewordenes Weib (Komödie),
1896. - Felix (Familiendrama), 1901.
- Der Göttliche (R.), 1903. - Harald
Atterdal (R.), 1906. - Das Reich in
uns (R.), 1906. - Der Missionar
(Dr.), 1906. - Andreas Schroll (Dr.),
1906. - "Schilf-Lotte". Eine Dichter-
liebe (R.), 1910.

*Pohlman-(Hohenaspe), Ad.,


wurde am 25. Jan. 1854 in Hohen-
aspe bei Jtzehoe (Holstein) geboren,
wo sein Vater einen früher größeren,
jetzt parzellierten Landbesitz hatte, kam
mit seiner Familie in den sechziger
Jahren nach Eisenach, wo er das
Realgymnasium besuchte, seinen ein-
jährigen Militärdienst absolvierte,
der mit der Wahl zum Reserveossizier
schloß, und seine Lehrzeit im kauf-
männischen Berufe durchmachte. Die-
ser Beruf führte ihn darauf nach
Hamburg in das Geschäft seines
Oheims, des Senators Tesdorpf, da-
nach für drei Jahre in dessen Ge-
schäft nach London und endlich, um
sich auf eigene Füße zu stellen und
seinem Drange nach Kenntnis der
weiten Welt zu genügen, in eine Ver-
trauensstellung nach Bahia in Bra-
silien. Jm Jahre 1880 gründete er
in Pernambuco unter seinem Namen
ein noch heute blühendes Exporthaus,
das er später auf Maceio und Sano
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Poh
Paulo ausdehnte, und das ihm Ge-
legenheit bot, ausgedehnte Reisen
durch Brasilien, Nordamerika, Ka-
nada und Westeuropa zu unterneh-
men. Nach 15 jähriger Tätigkeit über-
gab er das Geschäft seinen Nachfol-
gern und kehrte nach Europa zurück,
wo er sich verheiratete. Nach länge-
ren Reisen weilte er einige Jahre auf
dem väterlichen Besitztum Hohenaspe,
hat aber seit 1888 seinen Wohnsitz
dauernd gewechselt. Seine Muße ver-
wandte er zu schriftstellerischer Tä-
tigkeit, besonders auf dem Gebiet der
Volkswirtschaft, auf dem er in sei-
nem Berufe reiche Erfahrungen ge-
sammelt hatte, und so schloß er sich
auch 1898 dem Bunde deutscher Bo-
denreformer an, wurde dessen stell-
vertretender Vorsitzender u. fleißiger
Mitarbeiter an dem Bundesorgan
"Die Bodenreform". Er lebt zurzeit
(1911) in Detmold. Von seinen Fach-
schriften fand besonders das "Laien-
brevier der Nationalökonomie" (1908)
eine gute Aufnahme.

S:

Gedichte
und Übersetzungen, 1895. - "1806"
(Schauspiel nach einer Erzählung
von O. L. Tesdorpf, frei bearbeitet),
1897.

*Pohlmann, Alfred,

entstammt
einer alten Pastorenfamilie u. wurde
am 18. Nov. 1849 zu Klein-Schwarz-
losen im Kr. Stendal (Altmark) als
Sohn des Pastors August P. geboren.
Jm Kreise von acht Geschwistern ver-
lebte er eine glückliche Kindheit, wenn
ihm auch die Sorgen seiner Eltern
bei dem damals noch kärglichen Ein-
kommen nicht verborgen blieben. Erst
mit 13 Jahren konnte ihn sein Vater
auf das Gymnasium in Stendal schik-
ken, wo die Kriegszeit 1864-71 ihn
zu verschiedenen patriotischen Gedich-
ten begeisterte. Ostern 1872 bestand
er sein Maturitätsexamen und bezog
zum Studium der Theologie die Uni-
versität in Halle, wohin seine 1869
verwitwete Mutter schon 1870 über-
gesiedelt war. Nach beendigter Stu-

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Poh
(Schleſien) als die jüngſte Tochter
des Kaufmanns Adolf Bernhardt
geboren, kam 1864 mit den Eltern
nach Breslau und erhielt hier ihre
Ausbildung. Nachdem ſie das Lehre-
rinnenexamen abſolviert, verheiratete
ſie ſich mit 18 Jahren mit dem Fabri-
kanten Alfred Pohlidal und zog mit
ihm nach Leitmeritz in Böhmen und
zehn Jahre ſpäter nach Wien, wo ſie,
nachdem ſie 1904 Witwe geworden,
noch jetzt lebt. Durch Adam Müller-
Guttenbrunn ermuntert, trat ſie 1890
zuerſt mit Skizzen und Kritiken in der
„Deutſchen Zeitung“ und „Wiener
Mode“ an die Öffentlichkeit.

S:


Pſyche (Senſitive Nn.), 1893. ‒ Ein
freigewordenes Weib (Komödie),
1896. ‒ Felix (Familiendrama), 1901.
‒ Der Göttliche (R.), 1903. ‒ Harald
Atterdal (R.), 1906. ‒ Das Reich in
uns (R.), 1906. ‒ Der Miſſionar
(Dr.), 1906. ‒ Andreas Schroll (Dr.),
1906. ‒ „Schilf-Lotte“. Eine Dichter-
liebe (R.), 1910.

*Pohlman-(Hohenaspe), Ad.,


wurde am 25. Jan. 1854 in Hohen-
aspe bei Jtzehoe (Holſtein) geboren,
wo ſein Vater einen früher größeren,
jetzt parzellierten Landbeſitz hatte, kam
mit ſeiner Familie in den ſechziger
Jahren nach Eiſenach, wo er das
Realgymnaſium beſuchte, ſeinen ein-
jährigen Militärdienſt abſolvierte,
der mit der Wahl zum Reſerveoſſizier
ſchloß, und ſeine Lehrzeit im kauf-
männiſchen Berufe durchmachte. Die-
ſer Beruf führte ihn darauf nach
Hamburg in das Geſchäft ſeines
Oheims, des Senators Tesdorpf, da-
nach für drei Jahre in deſſen Ge-
ſchäft nach London und endlich, um
ſich auf eigene Füße zu ſtellen und
ſeinem Drange nach Kenntnis der
weiten Welt zu genügen, in eine Ver-
trauensſtellung nach Bahia in Bra-
ſilien. Jm Jahre 1880 gründete er
in Pernambuco unter ſeinem Namen
ein noch heute blühendes Exporthaus,
das er ſpäter auf Maçeio und São
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Poh
Paulo ausdehnte, und das ihm Ge-
legenheit bot, ausgedehnte Reiſen
durch Braſilien, Nordamerika, Ka-
nada und Weſteuropa zu unterneh-
men. Nach 15 jähriger Tätigkeit über-
gab er das Geſchäft ſeinen Nachfol-
gern und kehrte nach Europa zurück,
wo er ſich verheiratete. Nach länge-
ren Reiſen weilte er einige Jahre auf
dem väterlichen Beſitztum Hohenaspe,
hat aber ſeit 1888 ſeinen Wohnſitz
dauernd gewechſelt. Seine Muße ver-
wandte er zu ſchriftſtelleriſcher Tä-
tigkeit, beſonders auf dem Gebiet der
Volkswirtſchaft, auf dem er in ſei-
nem Berufe reiche Erfahrungen ge-
ſammelt hatte, und ſo ſchloß er ſich
auch 1898 dem Bunde deutſcher Bo-
denreformer an, wurde deſſen ſtell-
vertretender Vorſitzender u. fleißiger
Mitarbeiter an dem Bundesorgan
„Die Bodenreform“. Er lebt zurzeit
(1911) in Detmold. Von ſeinen Fach-
ſchriften fand beſonders das „Laien-
brevier der Nationalökonomie“ (1908)
eine gute Aufnahme.

S:

Gedichte
und Überſetzungen, 1895. ‒ „1806“
(Schauſpiel nach einer Erzählung
von O. L. Tesdorpf, frei bearbeitet),
1897.

*Pohlmann, Alfred,

entſtammt
einer alten Paſtorenfamilie u. wurde
am 18. Nov. 1849 zu Klein-Schwarz-
loſen im Kr. Stendal (Altmark) als
Sohn des Paſtors Auguſt P. geboren.
Jm Kreiſe von acht Geſchwiſtern ver-
lebte er eine glückliche Kindheit, wenn
ihm auch die Sorgen ſeiner Eltern
bei dem damals noch kärglichen Ein-
kommen nicht verborgen blieben. Erſt
mit 13 Jahren konnte ihn ſein Vater
auf das Gymnaſium in Stendal ſchik-
ken, wo die Kriegszeit 1864-71 ihn
zu verſchiedenen patriotiſchen Gedich-
ten begeiſterte. Oſtern 1872 beſtand
er ſein Maturitätsexamen und bezog
zum Studium der Theologie die Uni-
verſität in Halle, wohin ſeine 1869
verwitwete Mutter ſchon 1870 über-
geſiedelt war. Nach beendigter Stu-

*
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[315/0319] Poh Poh (Schleſien) als die jüngſte Tochter des Kaufmanns Adolf Bernhardt geboren, kam 1864 mit den Eltern nach Breslau und erhielt hier ihre Ausbildung. Nachdem ſie das Lehre- rinnenexamen abſolviert, verheiratete ſie ſich mit 18 Jahren mit dem Fabri- kanten Alfred Pohlidal und zog mit ihm nach Leitmeritz in Böhmen und zehn Jahre ſpäter nach Wien, wo ſie, nachdem ſie 1904 Witwe geworden, noch jetzt lebt. Durch Adam Müller- Guttenbrunn ermuntert, trat ſie 1890 zuerſt mit Skizzen und Kritiken in der „Deutſchen Zeitung“ und „Wiener Mode“ an die Öffentlichkeit. S: Pſyche (Senſitive Nn.), 1893. ‒ Ein freigewordenes Weib (Komödie), 1896. ‒ Felix (Familiendrama), 1901. ‒ Der Göttliche (R.), 1903. ‒ Harald Atterdal (R.), 1906. ‒ Das Reich in uns (R.), 1906. ‒ Der Miſſionar (Dr.), 1906. ‒ Andreas Schroll (Dr.), 1906. ‒ „Schilf-Lotte“. Eine Dichter- liebe (R.), 1910. *Pohlman-(Hohenaspe), Ad., wurde am 25. Jan. 1854 in Hohen- aspe bei Jtzehoe (Holſtein) geboren, wo ſein Vater einen früher größeren, jetzt parzellierten Landbeſitz hatte, kam mit ſeiner Familie in den ſechziger Jahren nach Eiſenach, wo er das Realgymnaſium beſuchte, ſeinen ein- jährigen Militärdienſt abſolvierte, der mit der Wahl zum Reſerveoſſizier ſchloß, und ſeine Lehrzeit im kauf- männiſchen Berufe durchmachte. Die- ſer Beruf führte ihn darauf nach Hamburg in das Geſchäft ſeines Oheims, des Senators Tesdorpf, da- nach für drei Jahre in deſſen Ge- ſchäft nach London und endlich, um ſich auf eigene Füße zu ſtellen und ſeinem Drange nach Kenntnis der weiten Welt zu genügen, in eine Ver- trauensſtellung nach Bahia in Bra- ſilien. Jm Jahre 1880 gründete er in Pernambuco unter ſeinem Namen ein noch heute blühendes Exporthaus, das er ſpäter auf Maçeio und São Paulo ausdehnte, und das ihm Ge- legenheit bot, ausgedehnte Reiſen durch Braſilien, Nordamerika, Ka- nada und Weſteuropa zu unterneh- men. Nach 15 jähriger Tätigkeit über- gab er das Geſchäft ſeinen Nachfol- gern und kehrte nach Europa zurück, wo er ſich verheiratete. Nach länge- ren Reiſen weilte er einige Jahre auf dem väterlichen Beſitztum Hohenaspe, hat aber ſeit 1888 ſeinen Wohnſitz dauernd gewechſelt. Seine Muße ver- wandte er zu ſchriftſtelleriſcher Tä- tigkeit, beſonders auf dem Gebiet der Volkswirtſchaft, auf dem er in ſei- nem Berufe reiche Erfahrungen ge- ſammelt hatte, und ſo ſchloß er ſich auch 1898 dem Bunde deutſcher Bo- denreformer an, wurde deſſen ſtell- vertretender Vorſitzender u. fleißiger Mitarbeiter an dem Bundesorgan „Die Bodenreform“. Er lebt zurzeit (1911) in Detmold. Von ſeinen Fach- ſchriften fand beſonders das „Laien- brevier der Nationalökonomie“ (1908) eine gute Aufnahme. S: Gedichte und Überſetzungen, 1895. ‒ „1806“ (Schauſpiel nach einer Erzählung von O. L. Tesdorpf, frei bearbeitet), 1897. *Pohlmann, Alfred, entſtammt einer alten Paſtorenfamilie u. wurde am 18. Nov. 1849 zu Klein-Schwarz- loſen im Kr. Stendal (Altmark) als Sohn des Paſtors Auguſt P. geboren. Jm Kreiſe von acht Geſchwiſtern ver- lebte er eine glückliche Kindheit, wenn ihm auch die Sorgen ſeiner Eltern bei dem damals noch kärglichen Ein- kommen nicht verborgen blieben. Erſt mit 13 Jahren konnte ihn ſein Vater auf das Gymnaſium in Stendal ſchik- ken, wo die Kriegszeit 1864-71 ihn zu verſchiedenen patriotiſchen Gedich- ten begeiſterte. Oſtern 1872 beſtand er ſein Maturitätsexamen und bezog zum Studium der Theologie die Uni- verſität in Halle, wohin ſeine 1869 verwitwete Mutter ſchon 1870 über- geſiedelt war. Nach beendigter Stu- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 315. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/319>, abgerufen am 19.02.2019.