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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Pon
*Pontini, Rosa,

pseudon. Con-
stanze Monter,
wurde am 4. De-
zember 1844 zu Franzensbad in Böh-
men als das Kind wohlhabender El-
tern geboren. Obgleich früh verwaist,
erhielt sie doch eine gute Erziehung.
Schon in der Jugend machte sich bei
ihr der Drang zur Beschäftigung mit
Literatur und Poesie geltend. Ein-
gehendes Selbststudium sowie der
Verkehr mit all den wechselnden
Gästen ihres während der Saison
vielbesuchten Hauses und beständige
Anregung von seiten einzelner Freun-
de mit gleichem Streben mußten sie
bald aus der Rezeption zur Produk-
tion hinüberleiten, und so ist sie seit
dem Jahre 1863 an verschiedenen
Blättern Böhmens als Novellistin
tätig gewesen und in ihnen auch mit
lyrischen Gedichten vertreten. Die
Dichterin lebte fernerhin in Fran-
zensbad, und machte nur hin und
wieder zu körperlicher Kräftigung u.
geistiger Anregung kleinere oder grö-
ßere Ausflüge. Sie starb am 11. März
1899.

S:

Gedichte, 1874.

*Popert, Hermann Martin,


wurde am 12. Novbr. 1871 in Ham-
burg als Sohn des Kaufmanns Mar-
tin Anton P. geboren u. erhielt seine
Vorbildung auf dem Wilhelms-Gym-
nasium daselbst. Häufiger Aufenthalt
an der See erfüllte ihn mit starker
Liebe für das Meer, seine Küste und
seine Anwohner, besonders für die
Friesen, während in späteren Jahren
ein längerer Aufenthalt in England
und Norwegen in ihm den Pan-
germanismus als politische Überzeug-
ung weckte. P. studierte in Straßburg,
Leipzig und München die Rechte. Die
Beobachtung der studentischen Trink-
stätten ließ ihn in denselben bald die
Hauptquelle völkischen Verfalls er-
kennen und führte ihn schließlich zum
Studium der Alkoholfrage. Nachdem
er alle sogenannten Mäßigkeitsbestre-
bungen als nutzlos erkannt, wurde er
Abstinent u. steht seit Jahren in der
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Pop
vordersten Linie der Abstinenzbewe-
gung. Besonders bekämpft er in Wort
und Schrift den verderblichen Ein-
fluß des Alkoholkapitals, den es in
der Öffentlichkeit, besonders in der
Presse, ausübt. Jn seinem Berufe
war P. in seiner Vaterstadt tätig, als
Referendar, Assessor, Rechtsanwalt,
Verwaltungsbeamter, Amtsrichter u.
Landrichter, bis er mit Schluß des
Jahres 1909 aus dem Justizdienst
schied. Seiner Militärpflicht hatte P.
1893-94 beim Schützenregiment in
Dresden genügt, und gehört er als
Hauptmann der Landwehr noch jetzt
dem Heeresverbande an. Er widmet
sich jetzt ausschließlich seinen huma-
nitären und völkischen Bestrebungen
und gibt seit Reujahr 1912 mit Hans
Paasche die Halbmonatsschrift für
das Deutschtum unserer Zeit "Der
Vortrupp" heraus.

S:

Helmut Har-
ringa (Eine Gesch. a. unserer Zeit),
1910.

*Poppe, Franz,

* am 24. März
1834 zu Rastede im Großherzogtum
Oldenburg als der Sohn eines Leh-
rers, widmete sich 1849-52 auf dem
Seminare zu Oldenburg gleichfalls
dem Berufe eines Lehrers, wirkte als
solcher in Stuhr bei Bremen, in
Zwischenahn, in Bardenfleth und in
Sande (im Jeverlande), bis er 1862
als Hauptlehrer an einer Schule im
Stadtgebiete Oldenburg angestellt
wurde. Jm Jahre 1868 übernahm
P. die Redaktion des "Oldenburger
Schulblattes", die er bis 1870 führte,
und 1873 die des "Oldenburger Ge-
sellschafters", die einige Jahre in sei-
ner Hand lag. Jm Jahre 1877 folgte
P. einem Rufe als Lehrer an die
städtischen Schulen zu Frankfurt am
Main, doch nötigten ihn Gesundheits-
rücksichten, 1880 nach Oldenburg zu-
rückzukehren, wo er wieder eine An-
stellung als Hauptlehrer fand. We-
gen Kränklichkeit trat er im Herbst
1891 in den Ruhestand.

S:

Wih-
nachtsbom un Haßelstruck, 1867. -

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*Pontini, Roſa,

pſeudon. Con-
ſtanze Monter,
wurde am 4. De-
zember 1844 zu Franzensbad in Böh-
men als das Kind wohlhabender El-
tern geboren. Obgleich früh verwaiſt,
erhielt ſie doch eine gute Erziehung.
Schon in der Jugend machte ſich bei
ihr der Drang zur Beſchäftigung mit
Literatur und Poeſie geltend. Ein-
gehendes Selbſtſtudium ſowie der
Verkehr mit all den wechſelnden
Gäſten ihres während der Saiſon
vielbeſuchten Hauſes und beſtändige
Anregung von ſeiten einzelner Freun-
de mit gleichem Streben mußten ſie
bald aus der Rezeption zur Produk-
tion hinüberleiten, und ſo iſt ſie ſeit
dem Jahre 1863 an verſchiedenen
Blättern Böhmens als Novelliſtin
tätig geweſen und in ihnen auch mit
lyriſchen Gedichten vertreten. Die
Dichterin lebte fernerhin in Fran-
zensbad, und machte nur hin und
wieder zu körperlicher Kräftigung u.
geiſtiger Anregung kleinere oder grö-
ßere Ausflüge. Sie ſtarb am 11. März
1899.

S:

Gedichte, 1874.

*Popert, Hermann Martin,


wurde am 12. Novbr. 1871 in Ham-
burg als Sohn des Kaufmanns Mar-
tin Anton P. geboren u. erhielt ſeine
Vorbildung auf dem Wilhelms-Gym-
naſium daſelbſt. Häufiger Aufenthalt
an der See erfüllte ihn mit ſtarker
Liebe für das Meer, ſeine Küſte und
ſeine Anwohner, beſonders für die
Frieſen, während in ſpäteren Jahren
ein längerer Aufenthalt in England
und Norwegen in ihm den Pan-
germanismus als politiſche Überzeug-
ung weckte. P. ſtudierte in Straßburg,
Leipzig und München die Rechte. Die
Beobachtung der ſtudentiſchen Trink-
ſtätten ließ ihn in denſelben bald die
Hauptquelle völkiſchen Verfalls er-
kennen und führte ihn ſchließlich zum
Studium der Alkoholfrage. Nachdem
er alle ſogenannten Mäßigkeitsbeſtre-
bungen als nutzlos erkannt, wurde er
Abſtinent u. ſteht ſeit Jahren in der
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Pop
vorderſten Linie der Abſtinenzbewe-
gung. Beſonders bekämpft er in Wort
und Schrift den verderblichen Ein-
fluß des Alkoholkapitals, den es in
der Öffentlichkeit, beſonders in der
Preſſe, ausübt. Jn ſeinem Berufe
war P. in ſeiner Vaterſtadt tätig, als
Referendar, Aſſeſſor, Rechtsanwalt,
Verwaltungsbeamter, Amtsrichter u.
Landrichter, bis er mit Schluß des
Jahres 1909 aus dem Juſtizdienſt
ſchied. Seiner Militärpflicht hatte P.
1893‒94 beim Schützenregiment in
Dresden genügt, und gehört er als
Hauptmann der Landwehr noch jetzt
dem Heeresverbande an. Er widmet
ſich jetzt ausſchließlich ſeinen huma-
nitären und völkiſchen Beſtrebungen
und gibt ſeit Reujahr 1912 mit Hans
Paaſche die Halbmonatsſchrift für
das Deutſchtum unſerer Zeit „Der
Vortrupp“ heraus.

S:

Helmut Har-
ringa (Eine Geſch. a. unſerer Zeit),
1910.

*Poppe, Franz,

* am 24. März
1834 zu Raſtede im Großherzogtum
Oldenburg als der Sohn eines Leh-
rers, widmete ſich 1849‒52 auf dem
Seminare zu Oldenburg gleichfalls
dem Berufe eines Lehrers, wirkte als
ſolcher in Stuhr bei Bremen, in
Zwiſchenahn, in Bardenfleth und in
Sande (im Jeverlande), bis er 1862
als Hauptlehrer an einer Schule im
Stadtgebiete Oldenburg angeſtellt
wurde. Jm Jahre 1868 übernahm
P. die Redaktion des „Oldenburger
Schulblattes“, die er bis 1870 führte,
und 1873 die des „Oldenburger Ge-
ſellſchafters“, die einige Jahre in ſei-
ner Hand lag. Jm Jahre 1877 folgte
P. einem Rufe als Lehrer an die
ſtädtiſchen Schulen zu Frankfurt am
Main, doch nötigten ihn Geſundheits-
rückſichten, 1880 nach Oldenburg zu-
rückzukehren, wo er wieder eine An-
ſtellung als Hauptlehrer fand. We-
gen Kränklichkeit trat er im Herbſt
1891 in den Ruheſtand.

S:

Wih-
nachtsbom un Haßelſtruck, 1867. ‒

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[326/0330] Pon Pop *Pontini, Roſa, pſeudon. Con- ſtanze Monter, wurde am 4. De- zember 1844 zu Franzensbad in Böh- men als das Kind wohlhabender El- tern geboren. Obgleich früh verwaiſt, erhielt ſie doch eine gute Erziehung. Schon in der Jugend machte ſich bei ihr der Drang zur Beſchäftigung mit Literatur und Poeſie geltend. Ein- gehendes Selbſtſtudium ſowie der Verkehr mit all den wechſelnden Gäſten ihres während der Saiſon vielbeſuchten Hauſes und beſtändige Anregung von ſeiten einzelner Freun- de mit gleichem Streben mußten ſie bald aus der Rezeption zur Produk- tion hinüberleiten, und ſo iſt ſie ſeit dem Jahre 1863 an verſchiedenen Blättern Böhmens als Novelliſtin tätig geweſen und in ihnen auch mit lyriſchen Gedichten vertreten. Die Dichterin lebte fernerhin in Fran- zensbad, und machte nur hin und wieder zu körperlicher Kräftigung u. geiſtiger Anregung kleinere oder grö- ßere Ausflüge. Sie ſtarb am 11. März 1899. S: Gedichte, 1874. *Popert, Hermann Martin, wurde am 12. Novbr. 1871 in Ham- burg als Sohn des Kaufmanns Mar- tin Anton P. geboren u. erhielt ſeine Vorbildung auf dem Wilhelms-Gym- naſium daſelbſt. Häufiger Aufenthalt an der See erfüllte ihn mit ſtarker Liebe für das Meer, ſeine Küſte und ſeine Anwohner, beſonders für die Frieſen, während in ſpäteren Jahren ein längerer Aufenthalt in England und Norwegen in ihm den Pan- germanismus als politiſche Überzeug- ung weckte. P. ſtudierte in Straßburg, Leipzig und München die Rechte. Die Beobachtung der ſtudentiſchen Trink- ſtätten ließ ihn in denſelben bald die Hauptquelle völkiſchen Verfalls er- kennen und führte ihn ſchließlich zum Studium der Alkoholfrage. Nachdem er alle ſogenannten Mäßigkeitsbeſtre- bungen als nutzlos erkannt, wurde er Abſtinent u. ſteht ſeit Jahren in der vorderſten Linie der Abſtinenzbewe- gung. Beſonders bekämpft er in Wort und Schrift den verderblichen Ein- fluß des Alkoholkapitals, den es in der Öffentlichkeit, beſonders in der Preſſe, ausübt. Jn ſeinem Berufe war P. in ſeiner Vaterſtadt tätig, als Referendar, Aſſeſſor, Rechtsanwalt, Verwaltungsbeamter, Amtsrichter u. Landrichter, bis er mit Schluß des Jahres 1909 aus dem Juſtizdienſt ſchied. Seiner Militärpflicht hatte P. 1893‒94 beim Schützenregiment in Dresden genügt, und gehört er als Hauptmann der Landwehr noch jetzt dem Heeresverbande an. Er widmet ſich jetzt ausſchließlich ſeinen huma- nitären und völkiſchen Beſtrebungen und gibt ſeit Reujahr 1912 mit Hans Paaſche die Halbmonatsſchrift für das Deutſchtum unſerer Zeit „Der Vortrupp“ heraus. S: Helmut Har- ringa (Eine Geſch. a. unſerer Zeit), 1910. *Poppe, Franz, * am 24. März 1834 zu Raſtede im Großherzogtum Oldenburg als der Sohn eines Leh- rers, widmete ſich 1849‒52 auf dem Seminare zu Oldenburg gleichfalls dem Berufe eines Lehrers, wirkte als ſolcher in Stuhr bei Bremen, in Zwiſchenahn, in Bardenfleth und in Sande (im Jeverlande), bis er 1862 als Hauptlehrer an einer Schule im Stadtgebiete Oldenburg angeſtellt wurde. Jm Jahre 1868 übernahm P. die Redaktion des „Oldenburger Schulblattes“, die er bis 1870 führte, und 1873 die des „Oldenburger Ge- ſellſchafters“, die einige Jahre in ſei- ner Hand lag. Jm Jahre 1877 folgte P. einem Rufe als Lehrer an die ſtädtiſchen Schulen zu Frankfurt am Main, doch nötigten ihn Geſundheits- rückſichten, 1880 nach Oldenburg zu- rückzukehren, wo er wieder eine An- ſtellung als Hauptlehrer fand. We- gen Kränklichkeit trat er im Herbſt 1891 in den Ruheſtand. S: Wih- nachtsbom un Haßelſtruck, 1867. ‒ *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 326. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/330>, abgerufen am 21.03.2019.