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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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westfälische Heimat u. ihre Nachbarge-
biete, 1909. - Kornblumen un Hiegen-
rausen ('n Strauß füört Hus), 1911.

*Prusse, Ulrich Ludwig Friedrich
Maximilian,

wurde am 13. Febr. 1848
zu Trachenberg in Schlesien als Sohn
des dortigen Geistlichen Karl P. ge-
boren, der später als Superintendent
nach Kreuzburg (Oberschlesien) kam.
Er besuchte das Gymnasium zu Öls
in Schlesien und trat darauf als
Avantageur in das preußische Heer.
Als Offizier nahm er 1870-71 an dem
Feldzuge gegen Frankreich teil. Dar-
auf beschäftigte er sich mit Sprach-
und literarischen Studien und der
Vorbereitung junger Leute für die
Militärexamina, war seit 1877 acht
Jahre lang als Jnspektor an meh-
reren preußischen Strafanstalten im
Staatsdienste tätig, ließ sich aber
infolge der durch die Strapazen des
Feldzuges herbeigeführten körper-
lichen Leiden pensionieren und wid-
mete sich hinfort schriftstellerischer
Tätigkeit. Die von ihm 1885 in Ber-
lin gegründete poetische Zeitschrift
"Freyja" bestand infolge des damals
immer mehr anwachsenden Naturalis-
mus nicht lange. Jn der Folge wech-
selte er seit 1886 seinen Wohnsitz
mehrmals; er lebte in Warmbrunn,
Berlin, Olbersdorf bei Zittau, Bres-
lau, wieder in Berlin, Krummhübel
und seit 1909 in Greiffenberg (Schle-
sien). P. ist auch als Liederkomponist
hervorgetreten.

S:

Ein deutsches
Fürstenpaar (Lyr.-ep. D.), 1883. -
Dramatische Fragmente, 1885. - Kai-
serjubellieder, 1886. - Rudolf von
Habsburg (Hist. Schsp.), 1886. -
Mirjam (Tr.), 1886. - Rolf Gernau
(Dr.), 1886. - Arminius (T.), 1886.
- Kreuz und Halbmond (Ritterschsp.),
1887. - Stralsund (Volksschausp.),
1877. - Reineke in der Falle (Dram.
Humoreske), 1887. - Das Handwerk
in der Poesie, 3. A. 1887. - Aus
Kampf und Frieden (Ge.), 1897. -
Jm Selbstverlag erschienen: Jm
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Pru
Kampf der Richtung (Dr.), 1887. -
Politik und Liebe (Schsp.), 1897. -
Melechsala (Libretto), 1897. - Der
Wild- und Rheingraf (desgl.), 1897.
- "Der König soll's entscheiden"
(Volksdr.), 1897. - Die Hexenlori
(Dr.), 1897. - Kriegsfahrten der
Liebe (Lsp.), 1903. - Das Lied vom
Kaiser Friedrich (Heldendichtung),
1903. - Widukind, der Sachsenher-
zog (Dr.), 1897. N. A. 1903. - Ulys-
ses (Lsp.), 1903. - Vineta (Volks-
schsp.), 1903. - Sunhilde (Helden-
drama), 1903. - Belladonna (Sit-
tendrama), 1903. - Deine Lieder,
1906. - Am Brunnen von Pytho
(Epigr.), 1906. - Zu Füßen der
Koppe (Ge.), 1907. - Jm Strahl der
Sonne (Tragikom.), 1908. - Hues-
kar und Torrejo (Dr.), 1908. - Zu
Füßen der Koppe (Stimmungsbilder
a. d. Bergen), 1908. - Um ein Weib
(Dr.), 1909. - Brunhildens Rache
(Dr.), 1909. - Hortense (Epos), 1909.
- Der blinde Geiger (Dr.), 1910. -
Burg Zion (Tr.), 1911.

Prutz, Robert Eduard,

wurde
als der Sohn eines Kaufmanns am
30. Mai 1816 zu Stettin geboren, be-
suchte das dortige Gymnasium und
studierte seit 1834 in Berlin, Bres-
lau u. Halle Philologie, Philosophie
und Geschichte. Nachdem er 1838 in
Halle promoviert hatte, unternahm
er eine größere Reise, kehrte dann
nach dieser Stadt zurück u. trat nun
mit Arnold Ruge u. den von ihm ge-
gründeten "Halleschen Jahrbüchern"
(später "Deutschen Jahrbüchern") in
Verbindung, wodurch er unmittelbar
in die damalige sogenannte liberale
Bewegung hineingezogen wurde.
Gleichzeitig beschäftigte er sich mit
literar-historischen Studien, deren
Früchte im Laufe der nächstfolgenden
Jahre in mehreren Werken zutage
traten. Mancherlei Unannehmlichkei-
ten wegen seiner liberalen Richtung
bewogen ihn, 1840 nach Dresden u.
1841 nach Jena überzusiedeln, wo er

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Pru
weſtfäliſche Heimat u. ihre Nachbarge-
biete, 1909. ‒ Kornblumen un Hiegen-
rauſen (’n Strauß füört Hus), 1911.

*Pruſſe, Ulrich Ludwig Friedrich
Maximilian,

wurde am 13. Febr. 1848
zu Trachenberg in Schleſien als Sohn
des dortigen Geiſtlichen Karl P. ge-
boren, der ſpäter als Superintendent
nach Kreuzburg (Oberſchleſien) kam.
Er beſuchte das Gymnaſium zu Öls
in Schleſien und trat darauf als
Avantageur in das preußiſche Heer.
Als Offizier nahm er 1870‒71 an dem
Feldzuge gegen Frankreich teil. Dar-
auf beſchäftigte er ſich mit Sprach-
und literariſchen Studien und der
Vorbereitung junger Leute für die
Militärexamina, war ſeit 1877 acht
Jahre lang als Jnſpektor an meh-
reren preußiſchen Strafanſtalten im
Staatsdienſte tätig, ließ ſich aber
infolge der durch die Strapazen des
Feldzuges herbeigeführten körper-
lichen Leiden penſionieren und wid-
mete ſich hinfort ſchriftſtelleriſcher
Tätigkeit. Die von ihm 1885 in Ber-
lin gegründete poetiſche Zeitſchrift
„Freyja“ beſtand infolge des damals
immer mehr anwachſenden Naturalis-
mus nicht lange. Jn der Folge wech-
ſelte er ſeit 1886 ſeinen Wohnſitz
mehrmals; er lebte in Warmbrunn,
Berlin, Olbersdorf bei Zittau, Bres-
lau, wieder in Berlin, Krummhübel
und ſeit 1909 in Greiffenberg (Schle-
ſien). P. iſt auch als Liederkomponiſt
hervorgetreten.

S:

Ein deutſches
Fürſtenpaar (Lyr.-ep. D.), 1883. ‒
Dramatiſche Fragmente, 1885. ‒ Kai-
ſerjubellieder, 1886. ‒ Rudolf von
Habsburg (Hiſt. Schſp.), 1886. ‒
Mirjam (Tr.), 1886. ‒ Rolf Gernau
(Dr.), 1886. ‒ Arminius (T.), 1886.
‒ Kreuz und Halbmond (Ritterſchſp.),
1887. ‒ Stralſund (Volksſchauſp.),
1877. ‒ Reineke in der Falle (Dram.
Humoreske), 1887. ‒ Das Handwerk
in der Poeſie, 3. A. 1887. ‒ Aus
Kampf und Frieden (Ge.), 1897. ‒
Jm Selbſtverlag erſchienen: Jm
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Pru
Kampf der Richtung (Dr.), 1887. ‒
Politik und Liebe (Schſp.), 1897. ‒
Melechſala (Libretto), 1897. ‒ Der
Wild- und Rheingraf (desgl.), 1897.
‒ „Der König ſoll’s entſcheiden“
(Volksdr.), 1897. ‒ Die Hexenlori
(Dr.), 1897. ‒ Kriegsfahrten der
Liebe (Lſp.), 1903. ‒ Das Lied vom
Kaiſer Friedrich (Heldendichtung),
1903. ‒ Widukind, der Sachſenher-
zog (Dr.), 1897. N. A. 1903. ‒ Ulyſ-
ſes (Lſp.), 1903. ‒ Vineta (Volks-
ſchſp.), 1903. ‒ Sunhilde (Helden-
drama), 1903. ‒ Belladonna (Sit-
tendrama), 1903. ‒ Deine Lieder,
1906. ‒ Am Brunnen von Pytho
(Epigr.), 1906. ‒ Zu Füßen der
Koppe (Ge.), 1907. ‒ Jm Strahl der
Sonne (Tragikom.), 1908. ‒ Hues-
kar und Torrejo (Dr.), 1908. ‒ Zu
Füßen der Koppe (Stimmungsbilder
a. d. Bergen), 1908. ‒ Um ein Weib
(Dr.), 1909. ‒ Brunhildens Rache
(Dr.), 1909. ‒ Hortenſe (Epos), 1909.
‒ Der blinde Geiger (Dr.), 1910. ‒
Burg Zion (Tr.), 1911.

Prutz, Robert Eduard,

wurde
als der Sohn eines Kaufmanns am
30. Mai 1816 zu Stettin geboren, be-
ſuchte das dortige Gymnaſium und
ſtudierte ſeit 1834 in Berlin, Bres-
lau u. Halle Philologie, Philoſophie
und Geſchichte. Nachdem er 1838 in
Halle promoviert hatte, unternahm
er eine größere Reiſe, kehrte dann
nach dieſer Stadt zurück u. trat nun
mit Arnold Ruge u. den von ihm ge-
gründeten „Halleſchen Jahrbüchern“
(ſpäter „Deutſchen Jahrbüchern“) in
Verbindung, wodurch er unmittelbar
in die damalige ſogenannte liberale
Bewegung hineingezogen wurde.
Gleichzeitig beſchäftigte er ſich mit
literar-hiſtoriſchen Studien, deren
Früchte im Laufe der nächſtfolgenden
Jahre in mehreren Werken zutage
traten. Mancherlei Unannehmlichkei-
ten wegen ſeiner liberalen Richtung
bewogen ihn, 1840 nach Dresden u.
1841 nach Jena überzuſiedeln, wo er

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[358/0362] Pru Pru weſtfäliſche Heimat u. ihre Nachbarge- biete, 1909. ‒ Kornblumen un Hiegen- rauſen (’n Strauß füört Hus), 1911. *Pruſſe, Ulrich Ludwig Friedrich Maximilian, wurde am 13. Febr. 1848 zu Trachenberg in Schleſien als Sohn des dortigen Geiſtlichen Karl P. ge- boren, der ſpäter als Superintendent nach Kreuzburg (Oberſchleſien) kam. Er beſuchte das Gymnaſium zu Öls in Schleſien und trat darauf als Avantageur in das preußiſche Heer. Als Offizier nahm er 1870‒71 an dem Feldzuge gegen Frankreich teil. Dar- auf beſchäftigte er ſich mit Sprach- und literariſchen Studien und der Vorbereitung junger Leute für die Militärexamina, war ſeit 1877 acht Jahre lang als Jnſpektor an meh- reren preußiſchen Strafanſtalten im Staatsdienſte tätig, ließ ſich aber infolge der durch die Strapazen des Feldzuges herbeigeführten körper- lichen Leiden penſionieren und wid- mete ſich hinfort ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit. Die von ihm 1885 in Ber- lin gegründete poetiſche Zeitſchrift „Freyja“ beſtand infolge des damals immer mehr anwachſenden Naturalis- mus nicht lange. Jn der Folge wech- ſelte er ſeit 1886 ſeinen Wohnſitz mehrmals; er lebte in Warmbrunn, Berlin, Olbersdorf bei Zittau, Bres- lau, wieder in Berlin, Krummhübel und ſeit 1909 in Greiffenberg (Schle- ſien). P. iſt auch als Liederkomponiſt hervorgetreten. S: Ein deutſches Fürſtenpaar (Lyr.-ep. D.), 1883. ‒ Dramatiſche Fragmente, 1885. ‒ Kai- ſerjubellieder, 1886. ‒ Rudolf von Habsburg (Hiſt. Schſp.), 1886. ‒ Mirjam (Tr.), 1886. ‒ Rolf Gernau (Dr.), 1886. ‒ Arminius (T.), 1886. ‒ Kreuz und Halbmond (Ritterſchſp.), 1887. ‒ Stralſund (Volksſchauſp.), 1877. ‒ Reineke in der Falle (Dram. Humoreske), 1887. ‒ Das Handwerk in der Poeſie, 3. A. 1887. ‒ Aus Kampf und Frieden (Ge.), 1897. ‒ Jm Selbſtverlag erſchienen: Jm Kampf der Richtung (Dr.), 1887. ‒ Politik und Liebe (Schſp.), 1897. ‒ Melechſala (Libretto), 1897. ‒ Der Wild- und Rheingraf (desgl.), 1897. ‒ „Der König ſoll’s entſcheiden“ (Volksdr.), 1897. ‒ Die Hexenlori (Dr.), 1897. ‒ Kriegsfahrten der Liebe (Lſp.), 1903. ‒ Das Lied vom Kaiſer Friedrich (Heldendichtung), 1903. ‒ Widukind, der Sachſenher- zog (Dr.), 1897. N. A. 1903. ‒ Ulyſ- ſes (Lſp.), 1903. ‒ Vineta (Volks- ſchſp.), 1903. ‒ Sunhilde (Helden- drama), 1903. ‒ Belladonna (Sit- tendrama), 1903. ‒ Deine Lieder, 1906. ‒ Am Brunnen von Pytho (Epigr.), 1906. ‒ Zu Füßen der Koppe (Ge.), 1907. ‒ Jm Strahl der Sonne (Tragikom.), 1908. ‒ Hues- kar und Torrejo (Dr.), 1908. ‒ Zu Füßen der Koppe (Stimmungsbilder a. d. Bergen), 1908. ‒ Um ein Weib (Dr.), 1909. ‒ Brunhildens Rache (Dr.), 1909. ‒ Hortenſe (Epos), 1909. ‒ Der blinde Geiger (Dr.), 1910. ‒ Burg Zion (Tr.), 1911. Prutz, Robert Eduard, wurde als der Sohn eines Kaufmanns am 30. Mai 1816 zu Stettin geboren, be- ſuchte das dortige Gymnaſium und ſtudierte ſeit 1834 in Berlin, Bres- lau u. Halle Philologie, Philoſophie und Geſchichte. Nachdem er 1838 in Halle promoviert hatte, unternahm er eine größere Reiſe, kehrte dann nach dieſer Stadt zurück u. trat nun mit Arnold Ruge u. den von ihm ge- gründeten „Halleſchen Jahrbüchern“ (ſpäter „Deutſchen Jahrbüchern“) in Verbindung, wodurch er unmittelbar in die damalige ſogenannte liberale Bewegung hineingezogen wurde. Gleichzeitig beſchäftigte er ſich mit literar-hiſtoriſchen Studien, deren Früchte im Laufe der nächſtfolgenden Jahre in mehreren Werken zutage traten. Mancherlei Unannehmlichkei- ten wegen ſeiner liberalen Richtung bewogen ihn, 1840 nach Dresden u. 1841 nach Jena überzuſiedeln, wo er *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 358. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/362>, abgerufen am 18.02.2019.