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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Rau
dann als Freiwilliger in das Mili-
tär und ging später in den kauf-
männischen Beruf über. Mit seiner
Verheiratung (1863) begann auch
seine schriftstellerische Tätigkeit, die
er zunächst als Feuilletonist der
"Augsburger Abendzeitung" zu-
wandte. Später schrieb er für die
"Gartenlaube", "Über Land und
Meer", "Vom Fels zum Meer" und
andere hervorragende Zeitschriften.
Jm Jahre 1877 hatte er als Be-
amter eine Stelle im königl. Ministe-
rium des Jnnern in München er-
halten, die er, zuletzt als Geh. Sekre-
tär, bis 1897 bekleidete. Seitdem
lebte er in München im Ruhestande
und verwertete seine Muße als
Schriftsteller. Er starb in der Nacht
vom 1. zum 2. August 1910.

S:


Lustige Abenteuer (Hum.), 1874.
- Münchener Skizzen; II, 1888. -
Allerhand G'schichten (Ernstes und
Heiteres aus dem bayer. Volksleben),
1889. - Auf dem Kriegspfad (Alpiner
Schw.), 1889. - Jm Nebel (Alpiner
Schw.), 1890. - Jägerblut (Volksst.),
1891. - Geächtet (Volksst.), 1891. -
Titel ohne Mittel (P.), 1892. - Kleine
Narren (Schw.), 1892. - Frau Wurzl
vom Viktualienmarkt (Ges. Briefe
an die "Münchener Neuesten Nach-
richten"), 1893. - Jn der Redaktion
(Schw.), 1893. - Kleopatra (P.),
1894. - Noch was! (Heitere Geschn.
a. d. Münchener Volksleben), 1894.
- Vereinsangelegenheiten (Schw.),
1894. - Buch der Reden und Toaste,
1895. - Der Baum der Erkenntnis
(Schw.), 1895. - Frau Wurzl (P.),
1897. - D' Schatzgräber (Volksst.),
1898. - Der Amerika-Seppl (P., mit
R. Manz), 1898. - Nudlmeier jun. in
Afrika und sonstige Reiseerlebnisse
des Redaktionspersonals der Welt-
schrift "G'schaftlhuber"), 1898. - Der
Berggeist (Schw.), 1898. - Die Ge-
neralprobe (Schw.), 1902. - Anno
48 (P., mit Konrad Dreher), 1901.
- Jn der Sommerfrische (desgl.),
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Rau
1902. - Die Generalprobe (Schw.),
1902. - Die Vereinsbrüder (Schw.),
1903. - Humoresken, 1903. - Schwä-
bische Frauen (Festsp.), 1904. - Der
Herr Graf (P.), 1904. - Das Ge-
heimnis (Volksst,), 1907. - Der Pa-
ragraphenschuster (P.), 1907.

*Rauh, Julius,

geb. am 14. Nov.
1878 als achtes Kind eines Straßen-
wärters in dem kleinen oberfränki-
schen Dörfchen Burghaig bei Kulm-
bach, hatte eine schwere Jugend
durchzumachen und mußte sich schon
frühe an die härteste Arbeit gewöh-
nen. Jn den letzten Jahren seiner
Schulzeit besserten sich die Verhält-
nisse der Eltern etwas, und diese
bestimmten ihren letzten Sohn für
das Lehrfach. Aber da starb der
Vater, als der Sohn zwölf Jahre
alt war, und alle Pläne wurden zu
Wasser. Jm Sommer 1891 kam nun
R. als Schriftsetzer in die Lehre nach
Kulmbach, und hier begann er nun
das Studium der deutschen Klassiker
Schiller, Goethe, Lessing und der
Werke Shakespeares nach den billigen
Ausgaben von Reclam und Meyer,
die er sich im Laufe der Lehrzeit vom
Munde absparte. Bald versuchte er
sich selbst als Dichter, und wenn auch
ein Bändchen seiner Gedichte 1896
nicht zum Drucke gelangte, so erwar-
ben sie ihm doch in dem Beurteiler
derselben, Prof. Dr. Franz Muncker,
auch für die Zukunft einen treuen
Berater. Jm Jahre 1899 trat R.,
seiner Militärpflicht zu genügen, in
das bayer. 7. Jnf.-Reg. zu Bayreuth
ein und wurde im zweiten Dienst-
jahre in die Druckerei des königl.
bayer. Kriegsministeriums nach Mün-
chen dirigiert. Während seiner Mili-
tärzeit begann er im Krankenzimmer
seine erste Erzählung zu schreiben, die
dann nach vier Jahren veröffentlicht
ward. Jm Jahre 1901 wandte sich
R. nach Schönebeck a. d. Elbe, wo er
als Buchdruckereifaktor und Bericht-
erstatter, in letzter Zeit auch als Hilfs-

*


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Rau
dann als Freiwilliger in das Mili-
tär und ging ſpäter in den kauf-
männiſchen Beruf über. Mit ſeiner
Verheiratung (1863) begann auch
ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit, die
er zunächſt als Feuilletoniſt der
„Augsburger Abendzeitung“ zu-
wandte. Später ſchrieb er für die
„Gartenlaube“, „Über Land und
Meer“, „Vom Fels zum Meer“ und
andere hervorragende Zeitſchriften.
Jm Jahre 1877 hatte er als Be-
amter eine Stelle im königl. Miniſte-
rium des Jnnern in München er-
halten, die er, zuletzt als Geh. Sekre-
tär, bis 1897 bekleidete. Seitdem
lebte er in München im Ruheſtande
und verwertete ſeine Muße als
Schriftſteller. Er ſtarb in der Nacht
vom 1. zum 2. Auguſt 1910.

S:


Luſtige Abenteuer (Hum.), 1874.
‒ Münchener Skizzen; II, 1888. ‒
Allerhand G’ſchichten (Ernſtes und
Heiteres aus dem bayer. Volksleben),
1889. ‒ Auf dem Kriegspfad (Alpiner
Schw.), 1889. ‒ Jm Nebel (Alpiner
Schw.), 1890. ‒ Jägerblut (Volksſt.),
1891. ‒ Geächtet (Volksſt.), 1891. ‒
Titel ohne Mittel (P.), 1892. ‒ Kleine
Narren (Schw.), 1892. ‒ Frau Wurzl
vom Viktualienmarkt (Geſ. Briefe
an die „Münchener Neueſten Nach-
richten“), 1893. ‒ Jn der Redaktion
(Schw.), 1893. ‒ Kleopatra (P.),
1894. ‒ Noch was! (Heitere Geſchn.
a. d. Münchener Volksleben), 1894.
‒ Vereinsangelegenheiten (Schw.),
1894. ‒ Buch der Reden und Toaſte,
1895. ‒ Der Baum der Erkenntnis
(Schw.), 1895. ‒ Frau Wurzl (P.),
1897. ‒ D’ Schatzgräber (Volksſt.),
1898. ‒ Der Amerika-Seppl (P., mit
R. Manz), 1898. ‒ Nudlmeier jun. in
Afrika und ſonſtige Reiſeerlebniſſe
des Redaktionsperſonals der Welt-
ſchrift „G’ſchaftlhuber“), 1898. ‒ Der
Berggeiſt (Schw.), 1898. ‒ Die Ge-
neralprobe (Schw.), 1902. ‒ Anno
48 (P., mit Konrad Dreher), 1901.
‒ Jn der Sommerfriſche (desgl.),
[Spaltenumbruch]

Rau
1902. ‒ Die Generalprobe (Schw.),
1902. ‒ Die Vereinsbrüder (Schw.),
1903. ‒ Humoresken, 1903. ‒ Schwä-
biſche Frauen (Feſtſp.), 1904. ‒ Der
Herr Graf (P.), 1904. ‒ Das Ge-
heimnis (Volksſt,), 1907. ‒ Der Pa-
ragraphenſchuſter (P.), 1907.

*Rauh, Julius,

geb. am 14. Nov.
1878 als achtes Kind eines Straßen-
wärters in dem kleinen oberfränki-
ſchen Dörfchen Burghaig bei Kulm-
bach, hatte eine ſchwere Jugend
durchzumachen und mußte ſich ſchon
frühe an die härteſte Arbeit gewöh-
nen. Jn den letzten Jahren ſeiner
Schulzeit beſſerten ſich die Verhält-
niſſe der Eltern etwas, und dieſe
beſtimmten ihren letzten Sohn für
das Lehrfach. Aber da ſtarb der
Vater, als der Sohn zwölf Jahre
alt war, und alle Pläne wurden zu
Waſſer. Jm Sommer 1891 kam nun
R. als Schriftſetzer in die Lehre nach
Kulmbach, und hier begann er nun
das Studium der deutſchen Klaſſiker
Schiller, Goethe, Leſſing und der
Werke Shakeſpeares nach den billigen
Ausgaben von Reclam und Meyer,
die er ſich im Laufe der Lehrzeit vom
Munde abſparte. Bald verſuchte er
ſich ſelbſt als Dichter, und wenn auch
ein Bändchen ſeiner Gedichte 1896
nicht zum Drucke gelangte, ſo erwar-
ben ſie ihm doch in dem Beurteiler
derſelben, Prof. Dr. Franz Muncker,
auch für die Zukunft einen treuen
Berater. Jm Jahre 1899 trat R.,
ſeiner Militärpflicht zu genügen, in
das bayer. 7. Jnf.-Reg. zu Bayreuth
ein und wurde im zweiten Dienſt-
jahre in die Druckerei des königl.
bayer. Kriegsminiſteriums nach Mün-
chen dirigiert. Während ſeiner Mili-
tärzeit begann er im Krankenzimmer
ſeine erſte Erzählung zu ſchreiben, die
dann nach vier Jahren veröffentlicht
ward. Jm Jahre 1901 wandte ſich
R. nach Schönebeck a. d. Elbe, wo er
als Buchdruckereifaktor und Bericht-
erſtatter, in letzter Zeit auch als Hilfs-

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[396/0400] Rau Rau dann als Freiwilliger in das Mili- tär und ging ſpäter in den kauf- männiſchen Beruf über. Mit ſeiner Verheiratung (1863) begann auch ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit, die er zunächſt als Feuilletoniſt der „Augsburger Abendzeitung“ zu- wandte. Später ſchrieb er für die „Gartenlaube“, „Über Land und Meer“, „Vom Fels zum Meer“ und andere hervorragende Zeitſchriften. Jm Jahre 1877 hatte er als Be- amter eine Stelle im königl. Miniſte- rium des Jnnern in München er- halten, die er, zuletzt als Geh. Sekre- tär, bis 1897 bekleidete. Seitdem lebte er in München im Ruheſtande und verwertete ſeine Muße als Schriftſteller. Er ſtarb in der Nacht vom 1. zum 2. Auguſt 1910. S: Luſtige Abenteuer (Hum.), 1874. ‒ Münchener Skizzen; II, 1888. ‒ Allerhand G’ſchichten (Ernſtes und Heiteres aus dem bayer. Volksleben), 1889. ‒ Auf dem Kriegspfad (Alpiner Schw.), 1889. ‒ Jm Nebel (Alpiner Schw.), 1890. ‒ Jägerblut (Volksſt.), 1891. ‒ Geächtet (Volksſt.), 1891. ‒ Titel ohne Mittel (P.), 1892. ‒ Kleine Narren (Schw.), 1892. ‒ Frau Wurzl vom Viktualienmarkt (Geſ. Briefe an die „Münchener Neueſten Nach- richten“), 1893. ‒ Jn der Redaktion (Schw.), 1893. ‒ Kleopatra (P.), 1894. ‒ Noch was! (Heitere Geſchn. a. d. Münchener Volksleben), 1894. ‒ Vereinsangelegenheiten (Schw.), 1894. ‒ Buch der Reden und Toaſte, 1895. ‒ Der Baum der Erkenntnis (Schw.), 1895. ‒ Frau Wurzl (P.), 1897. ‒ D’ Schatzgräber (Volksſt.), 1898. ‒ Der Amerika-Seppl (P., mit R. Manz), 1898. ‒ Nudlmeier jun. in Afrika und ſonſtige Reiſeerlebniſſe des Redaktionsperſonals der Welt- ſchrift „G’ſchaftlhuber“), 1898. ‒ Der Berggeiſt (Schw.), 1898. ‒ Die Ge- neralprobe (Schw.), 1902. ‒ Anno 48 (P., mit Konrad Dreher), 1901. ‒ Jn der Sommerfriſche (desgl.), 1902. ‒ Die Generalprobe (Schw.), 1902. ‒ Die Vereinsbrüder (Schw.), 1903. ‒ Humoresken, 1903. ‒ Schwä- biſche Frauen (Feſtſp.), 1904. ‒ Der Herr Graf (P.), 1904. ‒ Das Ge- heimnis (Volksſt,), 1907. ‒ Der Pa- ragraphenſchuſter (P.), 1907. *Rauh, Julius, geb. am 14. Nov. 1878 als achtes Kind eines Straßen- wärters in dem kleinen oberfränki- ſchen Dörfchen Burghaig bei Kulm- bach, hatte eine ſchwere Jugend durchzumachen und mußte ſich ſchon frühe an die härteſte Arbeit gewöh- nen. Jn den letzten Jahren ſeiner Schulzeit beſſerten ſich die Verhält- niſſe der Eltern etwas, und dieſe beſtimmten ihren letzten Sohn für das Lehrfach. Aber da ſtarb der Vater, als der Sohn zwölf Jahre alt war, und alle Pläne wurden zu Waſſer. Jm Sommer 1891 kam nun R. als Schriftſetzer in die Lehre nach Kulmbach, und hier begann er nun das Studium der deutſchen Klaſſiker Schiller, Goethe, Leſſing und der Werke Shakeſpeares nach den billigen Ausgaben von Reclam und Meyer, die er ſich im Laufe der Lehrzeit vom Munde abſparte. Bald verſuchte er ſich ſelbſt als Dichter, und wenn auch ein Bändchen ſeiner Gedichte 1896 nicht zum Drucke gelangte, ſo erwar- ben ſie ihm doch in dem Beurteiler derſelben, Prof. Dr. Franz Muncker, auch für die Zukunft einen treuen Berater. Jm Jahre 1899 trat R., ſeiner Militärpflicht zu genügen, in das bayer. 7. Jnf.-Reg. zu Bayreuth ein und wurde im zweiten Dienſt- jahre in die Druckerei des königl. bayer. Kriegsminiſteriums nach Mün- chen dirigiert. Während ſeiner Mili- tärzeit begann er im Krankenzimmer ſeine erſte Erzählung zu ſchreiben, die dann nach vier Jahren veröffentlicht ward. Jm Jahre 1901 wandte ſich R. nach Schönebeck a. d. Elbe, wo er als Buchdruckereifaktor und Bericht- erſtatter, in letzter Zeit auch als Hilfs- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 396. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/400>, abgerufen am 17.02.2019.