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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Rei
auf seine Stelle verzichtete. Während
dieser Jahre trieb er mit ungeheurer
Energie und Ausdauer Privatstudien
in Philosophie, Philologie, moder-
nen Sprachen, Naturwissenschaften
usw., unternahm auch zu seiner wei-
teren Ausbildung größere Reisen
durch Österreich, Deutschland, Ober-
italien und Rußland. Seit 1903 ist
er öffentlich literarisch tätig u. lebt,
wenn er nicht auf Reisen ist, in
großer Zurückgezogenheit in seinem
Heimatorte.

S:

Gabrielle, ein Traum
aus dem Jnhaltsschatze der Briefe
von Abelard und Heloise, v. Kathe-
rine Mackay (Nachdichtung), 1904. -
Avalone. Ein Traummärchen (Dr.),
1905 (Sv.) - Die Sünde der Augen
(8 Nn.), 1909.

*Reimerdes, Ernst Edgar,


geb. am 21. Juli 1875 in Bad Bent-
heim (Grafschaft Bentheim der Prov.
Hannover) als der Sohn des Ober-
landesökonomiekommissars Karl R.,
kam nach dem Tode des Vaters (1882)
mit der Mutter nach Celle und be-
suchte hier das Gymnasium. Später
(1887-92) war er Schüler des Gym-
nasiums in Osnabrück und zuletzt des
Realgymnasiums in Osterode a. Harz.
Nach mancherlei Versuchen als Be-
amter, Apotheker und Landwirt ging
er 1896 zur Bühne. Jn Schweidnitz
(Schlesien) begann er ohne jede Vor-
bereitung seine Laufbahn; danach
spielte er in Leipzig, Freienwalde,
Berlin (am Belle-Alliance-Theater)
und am Residenztheater in Hannover,
gab aber 1900 das Bühnenleben auf
u. widmete sich nun durch acht Seme-
ster in Berlin und München literar-
historischen und philosophischen Stu-
dien. Noch einmal trat er 1904 in
nähere Beziehungen zur Bühne als
Dramaturg u. stellvertretender Direk-
tor des Stadttheaters in Konstanz,
lebt aber seitdem als freier Schrift-
steller teils in Celle, teils in Berlin.

S:

Klingende Akkorde (Ge.), 1901. -
Schicksalskampf (Ge. und Aphoris-
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Rei
men), 1904. - Die Nacht des Todes
(Berliner Geschn.), 1906.

Reimmichl,

Psd. für Sebastian
Rieger;
s. d.!

Reimmund, Hugo,

Pseud. für H.
A. Rattermann; s. d.!

Rein, Ludwig,

Pseud. für Lud-
wig Würkert;
s. d.!

Reinbold, Adelheid,

psd. Franz
Berthold,
wurde 1802 in Han-
nover als die Tochter eines Beamten
geboren u. entwickelte frühzeitig Sinn
für geistige Beschäftigung. Familien-
verhältnisse veranlaßten sie, eine Er-
zieherinstelle im Hause des Herrn von
Pereira in Wien zu übernehmen, die
sie sieben Jahre innehatte. Mit einer
Pension schied sie aus dieser Stellung,
und da ihre Versuche, anderweit eine
Stellung als Erzieherin zu erlangen,
erfolglos blieben, so griff sie zur
Feder, um dadurch für ihre jüngeren
Geschwister sorgen zu können. Sie
lebte zuletzt in Dresden, wo sie an
Tieck einen warmen Gönner fand, u.
starb dort am 14. Februar 1839.

S:

Novellen und Erzählungen; ein-
geführt von Ludwig Tieck, 1. Bd.,
1836. 2. Bd. u. d. T.: Prinz von
Massa (Dram. N.), 1837. - König
Sebastian, oder Wunderbare Rettung
und Untergang (R., hrsg. v. L. Tieck);
II, 1839. - Gesammelte Novellen
(hrsg. von L. Tieck); II, 1842.

Reinbold, Alwin,

Bruder der
Vorigen und Sohn des ehemaligen
Oberamtmanns R. in Celle, wurde
am 27. Oktbr. 1818 zu Mariengarten
im Hannöverschen geboren, trat 1836
als Kadett bei einem Jnfanterie-
regiment in österreichische Dienste,
wurde 1839 Offizier, gab aber bereits
1844 den Militärdienst wieder auf
und erwarb sich, nachdem er sich ver-
heiratet hatte, das Qualifikations-
zeugnis zum Postamtsdienst. Um die-
sen antreten zu können, bemühte er
sich, das zur Kaution erforderliche
Kapital in Tarnopol durch Unterricht
in fremden Sprachen zu erwerben

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Rei
auf ſeine Stelle verzichtete. Während
dieſer Jahre trieb er mit ungeheurer
Energie und Ausdauer Privatſtudien
in Philoſophie, Philologie, moder-
nen Sprachen, Naturwiſſenſchaften
uſw., unternahm auch zu ſeiner wei-
teren Ausbildung größere Reiſen
durch Öſterreich, Deutſchland, Ober-
italien und Rußland. Seit 1903 iſt
er öffentlich literariſch tätig u. lebt,
wenn er nicht auf Reiſen iſt, in
großer Zurückgezogenheit in ſeinem
Heimatorte.

S:

Gabrielle, ein Traum
aus dem Jnhaltsſchatze der Briefe
von Abélard und Héloiſe, v. Kathe-
rine Mackay (Nachdichtung), 1904. ‒
Avalone. Ein Traummärchen (Dr.),
1905 (Sv.) ‒ Die Sünde der Augen
(8 Nn.), 1909.

*Reimérdes, Ernſt Edgar,


geb. am 21. Juli 1875 in Bad Bent-
heim (Grafſchaft Bentheim der Prov.
Hannover) als der Sohn des Ober-
landesökonomiekommiſſars Karl R.,
kam nach dem Tode des Vaters (1882)
mit der Mutter nach Celle und be-
ſuchte hier das Gymnaſium. Später
(1887‒92) war er Schüler des Gym-
naſiums in Osnabrück und zuletzt des
Realgymnaſiums in Oſterode a. Harz.
Nach mancherlei Verſuchen als Be-
amter, Apotheker und Landwirt ging
er 1896 zur Bühne. Jn Schweidnitz
(Schleſien) begann er ohne jede Vor-
bereitung ſeine Laufbahn; danach
ſpielte er in Leipzig, Freienwalde,
Berlin (am Belle-Alliance-Theater)
und am Reſidenztheater in Hannover,
gab aber 1900 das Bühnenleben auf
u. widmete ſich nun durch acht Seme-
ſter in Berlin und München literar-
hiſtoriſchen und philoſophiſchen Stu-
dien. Noch einmal trat er 1904 in
nähere Beziehungen zur Bühne als
Dramaturg u. ſtellvertretender Direk-
tor des Stadttheaters in Konſtanz,
lebt aber ſeitdem als freier Schrift-
ſteller teils in Celle, teils in Berlin.

S:

Klingende Akkorde (Ge.), 1901. ‒
Schickſalskampf (Ge. und Aphoris-
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Rei
men), 1904. ‒ Die Nacht des Todes
(Berliner Geſchn.), 1906.

Reimmichl,

Pſd. für Sebaſtian
Rieger;
ſ. d.!

Reimmund, Hugo,

Pſeud. für H.
A. Rattermann; ſ. d.!

Rein, Ludwig,

Pſeud. für Lud-
wig Würkert;
ſ. d.!

Reinbold, Adelheid,

pſd. Franz
Berthold,
wurde 1802 in Han-
nover als die Tochter eines Beamten
geboren u. entwickelte frühzeitig Sinn
für geiſtige Beſchäftigung. Familien-
verhältniſſe veranlaßten ſie, eine Er-
zieherinſtelle im Hauſe des Herrn von
Pereira in Wien zu übernehmen, die
ſie ſieben Jahre innehatte. Mit einer
Penſion ſchied ſie aus dieſer Stellung,
und da ihre Verſuche, anderweit eine
Stellung als Erzieherin zu erlangen,
erfolglos blieben, ſo griff ſie zur
Feder, um dadurch für ihre jüngeren
Geſchwiſter ſorgen zu können. Sie
lebte zuletzt in Dresden, wo ſie an
Tieck einen warmen Gönner fand, u.
ſtarb dort am 14. Februar 1839.

S:

Novellen und Erzählungen; ein-
geführt von Ludwig Tieck, 1. Bd.,
1836. 2. Bd. u. d. T.: Prinz von
Maſſa (Dram. N.), 1837. ‒ König
Sebaſtian, oder Wunderbare Rettung
und Untergang (R., hrsg. v. L. Tieck);
II, 1839. ‒ Geſammelte Novellen
(hrsg. von L. Tieck); II, 1842.

Reinbold, Alwin,

Bruder der
Vorigen und Sohn des ehemaligen
Oberamtmanns R. in Celle, wurde
am 27. Oktbr. 1818 zu Mariengarten
im Hannöverſchen geboren, trat 1836
als Kadett bei einem Jnfanterie-
regiment in öſterreichiſche Dienſte,
wurde 1839 Offizier, gab aber bereits
1844 den Militärdienſt wieder auf
und erwarb ſich, nachdem er ſich ver-
heiratet hatte, das Qualifikations-
zeugnis zum Poſtamtsdienſt. Um die-
ſen antreten zu können, bemühte er
ſich, das zur Kaution erforderliche
Kapital in Tarnopol durch Unterricht
in fremden Sprachen zu erwerben

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[416/0420] Rei Rei auf ſeine Stelle verzichtete. Während dieſer Jahre trieb er mit ungeheurer Energie und Ausdauer Privatſtudien in Philoſophie, Philologie, moder- nen Sprachen, Naturwiſſenſchaften uſw., unternahm auch zu ſeiner wei- teren Ausbildung größere Reiſen durch Öſterreich, Deutſchland, Ober- italien und Rußland. Seit 1903 iſt er öffentlich literariſch tätig u. lebt, wenn er nicht auf Reiſen iſt, in großer Zurückgezogenheit in ſeinem Heimatorte. S: Gabrielle, ein Traum aus dem Jnhaltsſchatze der Briefe von Abélard und Héloiſe, v. Kathe- rine Mackay (Nachdichtung), 1904. ‒ Avalone. Ein Traummärchen (Dr.), 1905 (Sv.) ‒ Die Sünde der Augen (8 Nn.), 1909. *Reimérdes, Ernſt Edgar, geb. am 21. Juli 1875 in Bad Bent- heim (Grafſchaft Bentheim der Prov. Hannover) als der Sohn des Ober- landesökonomiekommiſſars Karl R., kam nach dem Tode des Vaters (1882) mit der Mutter nach Celle und be- ſuchte hier das Gymnaſium. Später (1887‒92) war er Schüler des Gym- naſiums in Osnabrück und zuletzt des Realgymnaſiums in Oſterode a. Harz. Nach mancherlei Verſuchen als Be- amter, Apotheker und Landwirt ging er 1896 zur Bühne. Jn Schweidnitz (Schleſien) begann er ohne jede Vor- bereitung ſeine Laufbahn; danach ſpielte er in Leipzig, Freienwalde, Berlin (am Belle-Alliance-Theater) und am Reſidenztheater in Hannover, gab aber 1900 das Bühnenleben auf u. widmete ſich nun durch acht Seme- ſter in Berlin und München literar- hiſtoriſchen und philoſophiſchen Stu- dien. Noch einmal trat er 1904 in nähere Beziehungen zur Bühne als Dramaturg u. ſtellvertretender Direk- tor des Stadttheaters in Konſtanz, lebt aber ſeitdem als freier Schrift- ſteller teils in Celle, teils in Berlin. S: Klingende Akkorde (Ge.), 1901. ‒ Schickſalskampf (Ge. und Aphoris- men), 1904. ‒ Die Nacht des Todes (Berliner Geſchn.), 1906. Reimmichl, Pſd. für Sebaſtian Rieger; ſ. d.! Reimmund, Hugo, Pſeud. für H. A. Rattermann; ſ. d.! Rein, Ludwig, Pſeud. für Lud- wig Würkert; ſ. d.! Reinbold, Adelheid, pſd. Franz Berthold, wurde 1802 in Han- nover als die Tochter eines Beamten geboren u. entwickelte frühzeitig Sinn für geiſtige Beſchäftigung. Familien- verhältniſſe veranlaßten ſie, eine Er- zieherinſtelle im Hauſe des Herrn von Pereira in Wien zu übernehmen, die ſie ſieben Jahre innehatte. Mit einer Penſion ſchied ſie aus dieſer Stellung, und da ihre Verſuche, anderweit eine Stellung als Erzieherin zu erlangen, erfolglos blieben, ſo griff ſie zur Feder, um dadurch für ihre jüngeren Geſchwiſter ſorgen zu können. Sie lebte zuletzt in Dresden, wo ſie an Tieck einen warmen Gönner fand, u. ſtarb dort am 14. Februar 1839. S: Novellen und Erzählungen; ein- geführt von Ludwig Tieck, 1. Bd., 1836. 2. Bd. u. d. T.: Prinz von Maſſa (Dram. N.), 1837. ‒ König Sebaſtian, oder Wunderbare Rettung und Untergang (R., hrsg. v. L. Tieck); II, 1839. ‒ Geſammelte Novellen (hrsg. von L. Tieck); II, 1842. Reinbold, Alwin, Bruder der Vorigen und Sohn des ehemaligen Oberamtmanns R. in Celle, wurde am 27. Oktbr. 1818 zu Mariengarten im Hannöverſchen geboren, trat 1836 als Kadett bei einem Jnfanterie- regiment in öſterreichiſche Dienſte, wurde 1839 Offizier, gab aber bereits 1844 den Militärdienſt wieder auf und erwarb ſich, nachdem er ſich ver- heiratet hatte, das Qualifikations- zeugnis zum Poſtamtsdienſt. Um die- ſen antreten zu können, bemühte er ſich, das zur Kaution erforderliche Kapital in Tarnopol durch Unterricht in fremden Sprachen zu erwerben *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 416. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/420>, abgerufen am 17.02.2019.