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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ries
Freier (R.), 1911. - Wolgalieder
(R.), 1912. - Feuerzauber. Das lahme
Lorchen (2 En.), 1912.

*Riesen, Gertrud,

pseud. V. Wie-
sen,
wurde am 19. Mai 1848 auf
dem ihrem Vater, dem Gutsbesitzer
Kleist, gehörigen Rittergute Per-
kuiken (Kreis Wehlau in Ostpreußen)
geboren und verlebte dort ihre Kind-
heit und erste Jugend. Der Mangel
an Spielgefährten -- sie war die
einzige Tochter ihrer Eltern -- machte
ihr schon frühe die Bücher zu Freun-
den, und mit besonderer Vorliebe
las sie die Bühnenwerke deutscher
Dichter. Jm Alter von 20 Jahren
verheiratete sie sich mit einem preu-
ßischen Offizier, dem sie in seine Gar-
nison Rendsburg und drei Jahre
später nach Königsberg i. Pr. folgte.
Zwar bot diese Stadt für geistiges
Jnteresse vielfach reiche Anregung;
aber erst 1891, als die Gatten nach
Graudenz übersiedelten, wo die Stille
und Einförmigkeit des Lebens inner-
halb der Festungsmauern der Gattin
ausreichende Muße zu schriftstelleri-
schen Arbeiten gewährte, hat sie es
gewagt, mit einigen kleinen Novel-
letten an die Öffentlichkeit zu treten.
Nachdem ihr Gatte als Oberstleut-
nant den Abschied aus dem Heere ge-
nommen, ließen sich die Gatten in
Schöneberg bei Berlin nieder.

S:


Frauenrechte (Lsp.), 1897. - Die An-
sichtspostkarte (Lsp.), 1898. - Logier-
besuch (Lsp.), 1899. - Freie Wahl
(Lsp.), 1900. - Der Vierzehnte (Lsp.),
1900. - Eine kleine Gefälligkeit (Lsp.),
1901. - Der Schatzgräber u. anderes
(Novelletten), 1902. - Aus der Ju-
gendzeit (Lsp.), 1902. - Kurerfolge
(Schw.), 1903. - Die Spielgefährten
(R.); II, 1906. - Aus unserer lieben
Garnison (Heitere Erlebnisse), 1908.
- Die Leute sagen (R.), 1911. - Auf
freier Bahn (R.), 1912.

*Riesenthal, Julius Adolf Os-
kar
von,

* am 18. Septbr. 1830 in
Breslau, erhielt seine Gymnasialbil-
[Spaltenumbruch]

Rieß
dung nach dem frühen Tode seines
Vaters in Öls u. trat im April 1849,
um sich dem Forstfach zu widmen, als
Lehrling in die königl. Oberförsterei
Poppelau (Kreis Oppeln) ein. Nach-
dem er von Ostern 1850-51 als Ein-
jährig-Freiwilliger im 6. Jägerba-
taillon zu Breslau gedient, besuchte
er bis zum Herbst 1852 die Forst-
akademie zu Eberswalde und lebte
dann zur Ausbildung in seinem Be-
ruf in den verschiedensten Forst- und
Jagdrevieren in Preußen, Russisch-
Polen u. Mecklenburg. 1865 trat er
wieder in den Staatsdienst zurück,
wurde Oberförster in der Tucheler
Heide des Reg.-Bez. Marienwerder
und kam 1871 in gleicher Eigenschaft
nach Altenkirchen im Westerwald.
Einen zweijährigen Urlaub benutzte
er zur Abfassung seines berühmten
Werkes "Die Raubvögel Deutsch-
lands und des angrenzenden Mittel-
europas" (1876), wozu er die Jllu-
strationen selbst nach der Natur zeich-
nete. Seit 1879 war R. als kgl. Ober-
förster im Ministerium für Land-
wirtschaft, Domänen und Forsten in
Berlin angeftellt und hatte seinen
Wohnsitz in Charlottenburg. Er trat
1896 in den Ruhestand und starb am
22. Januar 1898.

S:

Bilder a. d.
Tucheler Heide (Galgenhumoristische
Gesänge), 1870. - Aus Wald u. Welt
(Bilder aus meines Freundes Skiz-
zenbuch), 1878. - Onkel Martin.
Zugvögel (2 En.), 1899. - Die Stie-
fel des Herrn Oberforstmeisters, der
verrückte Keiler und andere lustige
Geschichten und Gedichte, 1903.

Riesler, Ulrich,

Pseud. für Wil-
helm Molitor;
s. d.!

Rieß, Agnes,

wurde am 8. Mai
1842 zu Veltheim am Fallstein im
Harz geboren. Obwohl die Tochter
eines Lehrers, hat sie doch kaum
einen geregelten Unterricht erhalten,
wurde vielmehr als Älteste zur Lei-
tung ihrer jüngeren Geschwister be-
rufen. Mit 17 Jahren kam sie in

*


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Rieſ
Freier (R.), 1911. ‒ Wolgalieder
(R.), 1912. ‒ Feuerzauber. Das lahme
Lorchen (2 En.), 1912.

*Rieſen, Gertrud,

pſeud. V. Wie-
ſen,
wurde am 19. Mai 1848 auf
dem ihrem Vater, dem Gutsbeſitzer
Kleiſt, gehörigen Rittergute Per-
kuiken (Kreis Wehlau in Oſtpreußen)
geboren und verlebte dort ihre Kind-
heit und erſte Jugend. Der Mangel
an Spielgefährten — ſie war die
einzige Tochter ihrer Eltern — machte
ihr ſchon frühe die Bücher zu Freun-
den, und mit beſonderer Vorliebe
las ſie die Bühnenwerke deutſcher
Dichter. Jm Alter von 20 Jahren
verheiratete ſie ſich mit einem preu-
ßiſchen Offizier, dem ſie in ſeine Gar-
niſon Rendsburg und drei Jahre
ſpäter nach Königsberg i. Pr. folgte.
Zwar bot dieſe Stadt für geiſtiges
Jntereſſe vielfach reiche Anregung;
aber erſt 1891, als die Gatten nach
Graudenz überſiedelten, wo die Stille
und Einförmigkeit des Lebens inner-
halb der Feſtungsmauern der Gattin
ausreichende Muße zu ſchriftſtelleri-
ſchen Arbeiten gewährte, hat ſie es
gewagt, mit einigen kleinen Novel-
letten an die Öffentlichkeit zu treten.
Nachdem ihr Gatte als Oberſtleut-
nant den Abſchied aus dem Heere ge-
nommen, ließen ſich die Gatten in
Schöneberg bei Berlin nieder.

S:


Frauenrechte (Lſp.), 1897. ‒ Die An-
ſichtspoſtkarte (Lſp.), 1898. ‒ Logier-
beſuch (Lſp.), 1899. ‒ Freie Wahl
(Lſp.), 1900. ‒ Der Vierzehnte (Lſp.),
1900. ‒ Eine kleine Gefälligkeit (Lſp.),
1901. ‒ Der Schatzgräber u. anderes
(Novelletten), 1902. ‒ Aus der Ju-
gendzeit (Lſp.), 1902. ‒ Kurerfolge
(Schw.), 1903. ‒ Die Spielgefährten
(R.); II, 1906. ‒ Aus unſerer lieben
Garniſon (Heitere Erlebniſſe), 1908.
‒ Die Leute ſagen (R.), 1911. ‒ Auf
freier Bahn (R.), 1912.

*Rieſenthal, Julius Adolf Os-
kar
von,

* am 18. Septbr. 1830 in
Breslau, erhielt ſeine Gymnaſialbil-
[Spaltenumbruch]

Rieß
dung nach dem frühen Tode ſeines
Vaters in Öls u. trat im April 1849,
um ſich dem Forſtfach zu widmen, als
Lehrling in die königl. Oberförſterei
Poppelau (Kreis Oppeln) ein. Nach-
dem er von Oſtern 1850‒51 als Ein-
jährig-Freiwilliger im 6. Jägerba-
taillon zu Breslau gedient, beſuchte
er bis zum Herbſt 1852 die Forſt-
akademie zu Eberswalde und lebte
dann zur Ausbildung in ſeinem Be-
ruf in den verſchiedenſten Forſt- und
Jagdrevieren in Preußen, Ruſſiſch-
Polen u. Mecklenburg. 1865 trat er
wieder in den Staatsdienſt zurück,
wurde Oberförſter in der Tucheler
Heide des Reg.-Bez. Marienwerder
und kam 1871 in gleicher Eigenſchaft
nach Altenkirchen im Weſterwald.
Einen zweijährigen Urlaub benutzte
er zur Abfaſſung ſeines berühmten
Werkes „Die Raubvögel Deutſch-
lands und des angrenzenden Mittel-
europas“ (1876), wozu er die Jllu-
ſtrationen ſelbſt nach der Natur zeich-
nete. Seit 1879 war R. als kgl. Ober-
förſter im Miniſterium für Land-
wirtſchaft, Domänen und Forſten in
Berlin angeftellt und hatte ſeinen
Wohnſitz in Charlottenburg. Er trat
1896 in den Ruheſtand und ſtarb am
22. Januar 1898.

S:

Bilder a. d.
Tucheler Heide (Galgenhumoriſtiſche
Geſänge), 1870. ‒ Aus Wald u. Welt
(Bilder aus meines Freundes Skiz-
zenbuch), 1878. ‒ Onkel Martin.
Zugvögel (2 En.), 1899. ‒ Die Stie-
fel des Herrn Oberforſtmeiſters, der
verrückte Keiler und andere luſtige
Geſchichten und Gedichte, 1903.

Riesler, Ulrich,

Pſeud. für Wil-
helm Molitor;
ſ. d.!

Rieß, Agnes,

wurde am 8. Mai
1842 zu Veltheim am Fallſtein im
Harz geboren. Obwohl die Tochter
eines Lehrers, hat ſie doch kaum
einen geregelten Unterricht erhalten,
wurde vielmehr als Älteſte zur Lei-
tung ihrer jüngeren Geſchwiſter be-
rufen. Mit 17 Jahren kam ſie in

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[473/0477] Rieſ Rieß Freier (R.), 1911. ‒ Wolgalieder (R.), 1912. ‒ Feuerzauber. Das lahme Lorchen (2 En.), 1912. *Rieſen, Gertrud, pſeud. V. Wie- ſen, wurde am 19. Mai 1848 auf dem ihrem Vater, dem Gutsbeſitzer Kleiſt, gehörigen Rittergute Per- kuiken (Kreis Wehlau in Oſtpreußen) geboren und verlebte dort ihre Kind- heit und erſte Jugend. Der Mangel an Spielgefährten — ſie war die einzige Tochter ihrer Eltern — machte ihr ſchon frühe die Bücher zu Freun- den, und mit beſonderer Vorliebe las ſie die Bühnenwerke deutſcher Dichter. Jm Alter von 20 Jahren verheiratete ſie ſich mit einem preu- ßiſchen Offizier, dem ſie in ſeine Gar- niſon Rendsburg und drei Jahre ſpäter nach Königsberg i. Pr. folgte. Zwar bot dieſe Stadt für geiſtiges Jntereſſe vielfach reiche Anregung; aber erſt 1891, als die Gatten nach Graudenz überſiedelten, wo die Stille und Einförmigkeit des Lebens inner- halb der Feſtungsmauern der Gattin ausreichende Muße zu ſchriftſtelleri- ſchen Arbeiten gewährte, hat ſie es gewagt, mit einigen kleinen Novel- letten an die Öffentlichkeit zu treten. Nachdem ihr Gatte als Oberſtleut- nant den Abſchied aus dem Heere ge- nommen, ließen ſich die Gatten in Schöneberg bei Berlin nieder. S: Frauenrechte (Lſp.), 1897. ‒ Die An- ſichtspoſtkarte (Lſp.), 1898. ‒ Logier- beſuch (Lſp.), 1899. ‒ Freie Wahl (Lſp.), 1900. ‒ Der Vierzehnte (Lſp.), 1900. ‒ Eine kleine Gefälligkeit (Lſp.), 1901. ‒ Der Schatzgräber u. anderes (Novelletten), 1902. ‒ Aus der Ju- gendzeit (Lſp.), 1902. ‒ Kurerfolge (Schw.), 1903. ‒ Die Spielgefährten (R.); II, 1906. ‒ Aus unſerer lieben Garniſon (Heitere Erlebniſſe), 1908. ‒ Die Leute ſagen (R.), 1911. ‒ Auf freier Bahn (R.), 1912. *Rieſenthal, Julius Adolf Os- kar von, * am 18. Septbr. 1830 in Breslau, erhielt ſeine Gymnaſialbil- dung nach dem frühen Tode ſeines Vaters in Öls u. trat im April 1849, um ſich dem Forſtfach zu widmen, als Lehrling in die königl. Oberförſterei Poppelau (Kreis Oppeln) ein. Nach- dem er von Oſtern 1850‒51 als Ein- jährig-Freiwilliger im 6. Jägerba- taillon zu Breslau gedient, beſuchte er bis zum Herbſt 1852 die Forſt- akademie zu Eberswalde und lebte dann zur Ausbildung in ſeinem Be- ruf in den verſchiedenſten Forſt- und Jagdrevieren in Preußen, Ruſſiſch- Polen u. Mecklenburg. 1865 trat er wieder in den Staatsdienſt zurück, wurde Oberförſter in der Tucheler Heide des Reg.-Bez. Marienwerder und kam 1871 in gleicher Eigenſchaft nach Altenkirchen im Weſterwald. Einen zweijährigen Urlaub benutzte er zur Abfaſſung ſeines berühmten Werkes „Die Raubvögel Deutſch- lands und des angrenzenden Mittel- europas“ (1876), wozu er die Jllu- ſtrationen ſelbſt nach der Natur zeich- nete. Seit 1879 war R. als kgl. Ober- förſter im Miniſterium für Land- wirtſchaft, Domänen und Forſten in Berlin angeftellt und hatte ſeinen Wohnſitz in Charlottenburg. Er trat 1896 in den Ruheſtand und ſtarb am 22. Januar 1898. S: Bilder a. d. Tucheler Heide (Galgenhumoriſtiſche Geſänge), 1870. ‒ Aus Wald u. Welt (Bilder aus meines Freundes Skiz- zenbuch), 1878. ‒ Onkel Martin. Zugvögel (2 En.), 1899. ‒ Die Stie- fel des Herrn Oberforſtmeiſters, der verrückte Keiler und andere luſtige Geſchichten und Gedichte, 1903. Riesler, Ulrich, Pſeud. für Wil- helm Molitor; ſ. d.! Rieß, Agnes, wurde am 8. Mai 1842 zu Veltheim am Fallſtein im Harz geboren. Obwohl die Tochter eines Lehrers, hat ſie doch kaum einen geregelten Unterricht erhalten, wurde vielmehr als Älteſte zur Lei- tung ihrer jüngeren Geſchwiſter be- rufen. Mit 17 Jahren kam ſie in *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 473. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/477>, abgerufen am 18.02.2019.