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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Prag, wo er seine Studien beendete,
war er gleichzeitig Hofmeister im
Hause des Barons Koller. Nachdem
er darauf noch mehrere Jahre als
Lehrer und Hofmeister in Verwen-
dung gestanden, wirkte er 1871-73
als Hauslehrer in Konstantinopel u.
ging nach seiner Rückkehr zur Jour-
nalistik über. Er wurde als Redak-
teur der "Neuen Zeit" nach Olmütz
berufen, 1879 aber zum Skriptor der
Olmützer Studienbibliothek ernannt,
deren Vorstand er seit 1892 ist. Außer
mehreren topographischen und bio-
graphischen Schriften veröffentlichte
er

S:

Der Ratsherr von Olmütz (Hist.
E.), 1891. - Um Sprache und Glau-
ben (R.), 1905.

*Müller-Amorbach, Wilhelm,


geb. am 22. Oktbr. 1843 zu Amorbach
in Unterfranken, frequentierte die
Lateinschule seiner Vaterstadt, wid-
mete sich auf kurze Zeit einem gewerb-
lichen Berufe, nahm dann aber seine
Studien wieder auf und absolvierte
1864 das Gymnasium zu Schwein-
furt. Jm Herbst d. J. bezog er die
Universität Würzburg, wo er Philo-
sophie und Jurisprudenz studierte,
wandte sich später der Advokatur zu
und ließ sich als Rechtsanwalt in
Aschaffenburg nieder, wo er 1898 zum
Justizrat ernannt wurde und am 14.
Dezbr. 1905 starb.

S:

Ein Gedenk-
buch (Lr.), 1868. - Für den Spessart
(Ein Dichterbuch; hrsg. mit M. Beil-
hack), 1880. - Der Dürrbacher Most-
geist (Poet. M.), 1882. - Waldfräu-
lein (von J. Chr. Frhr. von Zedlitz,
hrsg.), 1896. - Aus der Schelmenecke
(Schwänke), 1900. - Schlitzohr (Eine
Gesch. a. d. Spessart), 1902. - Wind-
verweht (Ge.), 1905.

*Müller-Baden, Emanuel,

geb.
am 27. März 1867 in Paris, studierte
in Deutschland Philosophie u. Tech-
nik und wandte sich später populär-
wissenschaftlichen Arbeiten zu. Als
bedeutendstes Werk gilt seine "Biblio-
thek des allgemeinen und praktischen
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Wissens" (VI, 1902-10), die er unter
Mitwirkung von 60 Mitarbeitern
herausgab. Für bestimmte Beamten-
kreise ist auch seine "Bibliothek des
allgemeinen und praktischen Wissens
für Militäranwärter" (III, 1905-10)
sehr wertvoll. M. hatte seinen Wohn-
sitz seit 1904 in Eisenach, lebt aber
seit 1908 in Stuttgart.

S:

Mephisto
(Moderner R.), 1907.

*Müller-Bertelmann, (früher:
Müller-Jrminger), Hans,

wur-
de am 27. März 1872 in Küsnacht
(Kt. Zürich) als Sohn des Seminar-
lehrers Heinrich Müller und seiner
Gattin Berta, geb. Jrminger ge-
boren, besuchte die dortige Seminar-
Übungsschule, siedelte nach dem Tode
des Vaters (1885) nach Zürich über,
absolvierte hier das Gymnasium und
studierte darauf in Zürich u. Berlin
Germanistik und Literaturgeschichte.
Große Förderung verdankt M. dem
für ihn zu früh verstorbenen Karl
Emil Franzos (s. d.!) in Berlin. Jm
Jahre 1899 verheiratete er sich mit
Anna Bertelmann aus München,
lebte zwei Jahre in Gersau u. Weg-
gis am Vierwaldstetter See, wo er an
der Verwirklichung seiner schriftstel-
lerischen Pläne arbeitete, und war
dann an verschiedenen Schulen (Zü-
rich, Aarau, Winterthur) als Hilfs-
lehrer tätig. Da er aber schließlich
einsah, daß er zum Lehrer nicht be-
rufen sei, beschloß er, sich ganz der
Schriftstellerei zu widmen. Er lebte
danach mehrere Jahre in Zürich und
seit 1910 in Rüschlikon bei Zürich.

S:

Gedichte, 1899.

*Müller-Bohn, Hermann,

wur-
de am 6. August 1855 zu Berlin als
viertes Kind eines Maurers geboren.
Der Vater starb früh, u. die Mutter
hatte mit ihren fünf Kindern der
Sorgen die Hülle u. Fülle. Nachdem
Hermann die Gemeindeschule u. eine
höhere Privatschule besucht hatte,
brachte ihn sein Vormund zu einem
Papierhändler in die Lehre. Aber da

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Mül
Prag, wo er ſeine Studien beendete,
war er gleichzeitig Hofmeiſter im
Hauſe des Barons Koller. Nachdem
er darauf noch mehrere Jahre als
Lehrer und Hofmeiſter in Verwen-
dung geſtanden, wirkte er 1871‒73
als Hauslehrer in Konſtantinopel u.
ging nach ſeiner Rückkehr zur Jour-
naliſtik über. Er wurde als Redak-
teur der „Neuen Zeit“ nach Olmütz
berufen, 1879 aber zum Skriptor der
Olmützer Studienbibliothek ernannt,
deren Vorſtand er ſeit 1892 iſt. Außer
mehreren topographiſchen und bio-
graphiſchen Schriften veröffentlichte
er

S:

Der Ratsherr von Olmütz (Hiſt.
E.), 1891. ‒ Um Sprache und Glau-
ben (R.), 1905.

*Müller-Amorbach, Wilhelm,


geb. am 22. Oktbr. 1843 zu Amorbach
in Unterfranken, frequentierte die
Lateinſchule ſeiner Vaterſtadt, wid-
mete ſich auf kurze Zeit einem gewerb-
lichen Berufe, nahm dann aber ſeine
Studien wieder auf und abſolvierte
1864 das Gymnaſium zu Schwein-
furt. Jm Herbſt d. J. bezog er die
Univerſität Würzburg, wo er Philo-
ſophie und Jurisprudenz ſtudierte,
wandte ſich ſpäter der Advokatur zu
und ließ ſich als Rechtsanwalt in
Aſchaffenburg nieder, wo er 1898 zum
Juſtizrat ernannt wurde und am 14.
Dezbr. 1905 ſtarb.

S:

Ein Gedenk-
buch (Lr.), 1868. ‒ Für den Speſſart
(Ein Dichterbuch; hrsg. mit M. Beil-
hack), 1880. ‒ Der Dürrbacher Moſt-
geiſt (Poet. M.), 1882. ‒ Waldfräu-
lein (von J. Chr. Frhr. von Zedlitz,
hrsg.), 1896. ‒ Aus der Schelmenecke
(Schwänke), 1900. ‒ Schlitzohr (Eine
Geſch. a. d. Speſſart), 1902. ‒ Wind-
verweht (Ge.), 1905.

*Müller-Baden, Emanuel,

geb.
am 27. März 1867 in Paris, ſtudierte
in Deutſchland Philoſophie u. Tech-
nik und wandte ſich ſpäter populär-
wiſſenſchaftlichen Arbeiten zu. Als
bedeutendſtes Werk gilt ſeine „Biblio-
thek des allgemeinen und praktiſchen
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Wiſſens“ (VI, 1902‒10), die er unter
Mitwirkung von 60 Mitarbeitern
herausgab. Für beſtimmte Beamten-
kreiſe iſt auch ſeine „Bibliothek des
allgemeinen und praktiſchen Wiſſens
für Militäranwärter“ (III, 1905‒10)
ſehr wertvoll. M. hatte ſeinen Wohn-
ſitz ſeit 1904 in Eiſenach, lebt aber
ſeit 1908 in Stuttgart.

S:

Mephiſto
(Moderner R.), 1907.

*Müller-Bertelmann, (früher:
Müller-Jrminger), Hans,

wur-
de am 27. März 1872 in Küsnacht
(Kt. Zürich) als Sohn des Seminar-
lehrers Heinrich Müller und ſeiner
Gattin Berta, geb. Jrminger ge-
boren, beſuchte die dortige Seminar-
Übungsſchule, ſiedelte nach dem Tode
des Vaters (1885) nach Zürich über,
abſolvierte hier das Gymnaſium und
ſtudierte darauf in Zürich u. Berlin
Germaniſtik und Literaturgeſchichte.
Große Förderung verdankt M. dem
für ihn zu früh verſtorbenen Karl
Emil Franzos (ſ. d.!) in Berlin. Jm
Jahre 1899 verheiratete er ſich mit
Anna Bertelmann aus München,
lebte zwei Jahre in Gerſau u. Weg-
gis am Vierwaldſtetter See, wo er an
der Verwirklichung ſeiner ſchriftſtel-
leriſchen Pläne arbeitete, und war
dann an verſchiedenen Schulen (Zü-
rich, Aarau, Winterthur) als Hilfs-
lehrer tätig. Da er aber ſchließlich
einſah, daß er zum Lehrer nicht be-
rufen ſei, beſchloß er, ſich ganz der
Schriftſtellerei zu widmen. Er lebte
danach mehrere Jahre in Zürich und
ſeit 1910 in Rüſchlikon bei Zürich.

S:

Gedichte, 1899.

*Müller-Bohn, Hermann,

wur-
de am 6. Auguſt 1855 zu Berlin als
viertes Kind eines Maurers geboren.
Der Vater ſtarb früh, u. die Mutter
hatte mit ihren fünf Kindern der
Sorgen die Hülle u. Fülle. Nachdem
Hermann die Gemeindeſchule u. eine
höhere Privatſchule beſucht hatte,
brachte ihn ſein Vormund zu einem
Papierhändler in die Lehre. Aber da

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[73/0077] Mül Mül Prag, wo er ſeine Studien beendete, war er gleichzeitig Hofmeiſter im Hauſe des Barons Koller. Nachdem er darauf noch mehrere Jahre als Lehrer und Hofmeiſter in Verwen- dung geſtanden, wirkte er 1871‒73 als Hauslehrer in Konſtantinopel u. ging nach ſeiner Rückkehr zur Jour- naliſtik über. Er wurde als Redak- teur der „Neuen Zeit“ nach Olmütz berufen, 1879 aber zum Skriptor der Olmützer Studienbibliothek ernannt, deren Vorſtand er ſeit 1892 iſt. Außer mehreren topographiſchen und bio- graphiſchen Schriften veröffentlichte er S: Der Ratsherr von Olmütz (Hiſt. E.), 1891. ‒ Um Sprache und Glau- ben (R.), 1905. *Müller-Amorbach, Wilhelm, geb. am 22. Oktbr. 1843 zu Amorbach in Unterfranken, frequentierte die Lateinſchule ſeiner Vaterſtadt, wid- mete ſich auf kurze Zeit einem gewerb- lichen Berufe, nahm dann aber ſeine Studien wieder auf und abſolvierte 1864 das Gymnaſium zu Schwein- furt. Jm Herbſt d. J. bezog er die Univerſität Würzburg, wo er Philo- ſophie und Jurisprudenz ſtudierte, wandte ſich ſpäter der Advokatur zu und ließ ſich als Rechtsanwalt in Aſchaffenburg nieder, wo er 1898 zum Juſtizrat ernannt wurde und am 14. Dezbr. 1905 ſtarb. S: Ein Gedenk- buch (Lr.), 1868. ‒ Für den Speſſart (Ein Dichterbuch; hrsg. mit M. Beil- hack), 1880. ‒ Der Dürrbacher Moſt- geiſt (Poet. M.), 1882. ‒ Waldfräu- lein (von J. Chr. Frhr. von Zedlitz, hrsg.), 1896. ‒ Aus der Schelmenecke (Schwänke), 1900. ‒ Schlitzohr (Eine Geſch. a. d. Speſſart), 1902. ‒ Wind- verweht (Ge.), 1905. *Müller-Baden, Emanuel, geb. am 27. März 1867 in Paris, ſtudierte in Deutſchland Philoſophie u. Tech- nik und wandte ſich ſpäter populär- wiſſenſchaftlichen Arbeiten zu. Als bedeutendſtes Werk gilt ſeine „Biblio- thek des allgemeinen und praktiſchen Wiſſens“ (VI, 1902‒10), die er unter Mitwirkung von 60 Mitarbeitern herausgab. Für beſtimmte Beamten- kreiſe iſt auch ſeine „Bibliothek des allgemeinen und praktiſchen Wiſſens für Militäranwärter“ (III, 1905‒10) ſehr wertvoll. M. hatte ſeinen Wohn- ſitz ſeit 1904 in Eiſenach, lebt aber ſeit 1908 in Stuttgart. S: Mephiſto (Moderner R.), 1907. *Müller-Bertelmann, (früher: Müller-Jrminger), Hans, wur- de am 27. März 1872 in Küsnacht (Kt. Zürich) als Sohn des Seminar- lehrers Heinrich Müller und ſeiner Gattin Berta, geb. Jrminger ge- boren, beſuchte die dortige Seminar- Übungsſchule, ſiedelte nach dem Tode des Vaters (1885) nach Zürich über, abſolvierte hier das Gymnaſium und ſtudierte darauf in Zürich u. Berlin Germaniſtik und Literaturgeſchichte. Große Förderung verdankt M. dem für ihn zu früh verſtorbenen Karl Emil Franzos (ſ. d.!) in Berlin. Jm Jahre 1899 verheiratete er ſich mit Anna Bertelmann aus München, lebte zwei Jahre in Gerſau u. Weg- gis am Vierwaldſtetter See, wo er an der Verwirklichung ſeiner ſchriftſtel- leriſchen Pläne arbeitete, und war dann an verſchiedenen Schulen (Zü- rich, Aarau, Winterthur) als Hilfs- lehrer tätig. Da er aber ſchließlich einſah, daß er zum Lehrer nicht be- rufen ſei, beſchloß er, ſich ganz der Schriftſtellerei zu widmen. Er lebte danach mehrere Jahre in Zürich und ſeit 1910 in Rüſchlikon bei Zürich. S: Gedichte, 1899. *Müller-Bohn, Hermann, wur- de am 6. Auguſt 1855 zu Berlin als viertes Kind eines Maurers geboren. Der Vater ſtarb früh, u. die Mutter hatte mit ihren fünf Kindern der Sorgen die Hülle u. Fülle. Nachdem Hermann die Gemeindeſchule u. eine höhere Privatſchule beſucht hatte, brachte ihn ſein Vormund zu einem Papierhändler in die Lehre. Aber da *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 73. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/77>, abgerufen am 22.02.2019.