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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wehrerinnenexamens als das Ziel
der Ausbildung der Tochter. Dieser
Beruf führte sie früh aus dem Hause,
zuerst an eine höhere Töchterschule
nach Hamburg, dann in die holstei-
nische Schweiz und 1899 nach Rathe-
now in der Mark Brandenburg, wo
sie fast sechs Jahre blieb und durch
den bekannten Pastor Ernst Ewers
(s. d.!) zur Mitarbeit an den gelesen-
sten Zeitschriften angeregt wurde.
Seit April 1905 wirkt sie an der
Oberstufe der städtischen höheren
Töchterschule in Düren (Rheinland).

S:

Heimatklänge (Andenken an Ost-
Holstein. Ge.), 1897. - Ein Rätsel-
märchen (Jugendschrift in Versen),
1900.

*Münter, Camilla,

geb. Kliem-
ke,
wurde am 2. Okt. 1853 in Mag-
deburg als Tochter eines höheren
Postbeamten geboren und kam nach
dem frühen Tode der Mutter als acht-
jähriges Mädchen in das traute Heim
ihrer Großmutter, der Freifrau Char-
lotte von Keyserlingk. Nach Absol-
vierung der höheren Töchterschule in
Magdeburg zog die Familie 1868 nach
Halle a. S., u. hier konnte Camilla in
der geistvollen Gesellschaft ihrer Groß-
mutter ihre Bildung allein vollenden.
Sie verheiratete sich dann mit dem
Oberingenieur F. Münter in Halle
zu einer glücklichen Ehe, der fünf Kin-
der entsprossen. Beim Tode zweier
dieser geliebten Wesen kam im heißen
Schmerz um dieselben die Poesie zum
Durchbruch, und angeregt durch die
wundervollen Kinderlieder der Frieda
Schanz, suchte und fand sie in ihrer
Muse den Trost für ihr Herz. Sie
lebt, nachdem sie auch im August 1906
ihren geliebten Gatten nach langer
Krankheit durch den Tod verloren
hatte, noch jetzt in Halle.

S:

Am
Untrüborn (Gedanken u. Ge., in Ge-
meinschaft mit ihrem Sohne Ferdi-
nand), 1900. - Mein Leid und Freud
im Liede (Ge.), 1910. - Gedichte, 1912.

*Münter, Ferdinand,

Sohn der
[Spaltenumbruch]

Mün
Vorigen und des Oberingenieurs F.
M., wurde am 12. November 1877 in
Halle a. S. geboren, widmete sich erst
der Bühne, studierte dann aber 1898
bis 1904 in Halle und Basel Philo-
sophie u. Naturwissenschaften. Nach
Erlangung des Doktorgrades ließ er
sich in Halle als Agrikulturtechniker
nieder.

S:

Am Untrüborn (Gedan-
ken u. Ge., mit seiner Mutter), 1900.
- Jm Spiegel (Nn. u. Sk.), 1903. -
Liebe? (Sk. für charakterstarke Men-
schen), 1905. - Selbstbetrug (Schsp.),
1905.

Münter, Karl,

wurde am 12. Fe-
bruar 1821 zu Verchen geboren, einem
kgl. preuß. Domänenamte in Pom-
mern, woselbst sein Vater die Stelle
des Amts-Aktuarius bekleidete. Nach
Besuch der Dorfschule u. nach neben-
bei genossenem Unterrichte beim Orts-
geistlichen kam er auf die lateinische
Schule in Demmin und 1836 aufs
Gymnasium in Stralsund. 1842-44
studierte er Theologie in Greifswald
und Berlin, absolvierte die Staats-
prüfungen, erhielt einen Ruf als
Subrektor des deutschen National-
Lyzeums nach Stockholm, konnte den-
selben aber wegen verschiedener, ihm
von der Regierung in den Weg ge-
legter Schwierigkeiten nicht anneh-
men und wanderte nun, darüber in-
digniert, 1854 nach Amerika aus.
Hier wirkte er seitdem als unabhän-
giger frei-protestantischer Prediger
im Westen, in Delaware (Jndiana).
Er + 1881 in Johannisburg (Jlli-
nois).

S:

Nu sünd wi in Amerika
(Plattdütsch Riemels), 1878.

*Müntzer, Maria August De-
sire,

geb. am 25. Februar 1888 in
Bergbieten im Unter-Elsaß als Sohn
eines Eigentümers, verlebte dort
einen großen Teil seiner Kindheit u.
kam dann mit seinen Eltern nach
Straßburg i. E., wo er das bischöf-
liche Gymnasium und später das Ly-
zeum besuchte u. seit 1906 dem Stu-
dium der Rechte oblag. Er ist der

*


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Mün
Wehrerinnenexamens als das Ziel
der Ausbildung der Tochter. Dieſer
Beruf führte ſie früh aus dem Hauſe,
zuerſt an eine höhere Töchterſchule
nach Hamburg, dann in die holſtei-
niſche Schweiz und 1899 nach Rathe-
now in der Mark Brandenburg, wo
ſie faſt ſechs Jahre blieb und durch
den bekannten Paſtor Ernſt Ewers
(ſ. d.!) zur Mitarbeit an den geleſen-
ſten Zeitſchriften angeregt wurde.
Seit April 1905 wirkt ſie an der
Oberſtufe der ſtädtiſchen höheren
Töchterſchule in Düren (Rheinland).

S:

Heimatklänge (Andenken an Oſt-
Holſtein. Ge.), 1897. ‒ Ein Rätſel-
märchen (Jugendſchrift in Verſen),
1900.

*Münter, Camilla,

geb. Kliem-
ke,
wurde am 2. Okt. 1853 in Mag-
deburg als Tochter eines höheren
Poſtbeamten geboren und kam nach
dem frühen Tode der Mutter als acht-
jähriges Mädchen in das traute Heim
ihrer Großmutter, der Freifrau Char-
lotte von Keyſerlingk. Nach Abſol-
vierung der höheren Töchterſchule in
Magdeburg zog die Familie 1868 nach
Halle a. S., u. hier konnte Camilla in
der geiſtvollen Geſellſchaft ihrer Groß-
mutter ihre Bildung allein vollenden.
Sie verheiratete ſich dann mit dem
Oberingenieur F. Münter in Halle
zu einer glücklichen Ehe, der fünf Kin-
der entſproſſen. Beim Tode zweier
dieſer geliebten Weſen kam im heißen
Schmerz um dieſelben die Poeſie zum
Durchbruch, und angeregt durch die
wundervollen Kinderlieder der Frieda
Schanz, ſuchte und fand ſie in ihrer
Muſe den Troſt für ihr Herz. Sie
lebt, nachdem ſie auch im Auguſt 1906
ihren geliebten Gatten nach langer
Krankheit durch den Tod verloren
hatte, noch jetzt in Halle.

S:

Am
Untrüborn (Gedanken u. Ge., in Ge-
meinſchaft mit ihrem Sohne Ferdi-
nand), 1900. ‒ Mein Leid und Freud
im Liede (Ge.), 1910. ‒ Gedichte, 1912.

*Münter, Ferdinand,

Sohn der
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Mün
Vorigen und des Oberingenieurs F.
M., wurde am 12. November 1877 in
Halle a. S. geboren, widmete ſich erſt
der Bühne, ſtudierte dann aber 1898
bis 1904 in Halle und Baſel Philo-
ſophie u. Naturwiſſenſchaften. Nach
Erlangung des Doktorgrades ließ er
ſich in Halle als Agrikulturtechniker
nieder.

S:

Am Untrüborn (Gedan-
ken u. Ge., mit ſeiner Mutter), 1900.
‒ Jm Spiegel (Nn. u. Sk.), 1903. ‒
Liebe? (Sk. für charakterſtarke Men-
ſchen), 1905. ‒ Selbſtbetrug (Schſp.),
1905.

Münter, Karl,

wurde am 12. Fe-
bruar 1821 zu Verchen geboren, einem
kgl. preuß. Domänenamte in Pom-
mern, woſelbſt ſein Vater die Stelle
des Amts-Aktuarius bekleidete. Nach
Beſuch der Dorfſchule u. nach neben-
bei genoſſenem Unterrichte beim Orts-
geiſtlichen kam er auf die lateiniſche
Schule in Demmin und 1836 aufs
Gymnaſium in Stralſund. 1842‒44
ſtudierte er Theologie in Greifswald
und Berlin, abſolvierte die Staats-
prüfungen, erhielt einen Ruf als
Subrektor des deutſchen National-
Lyzeums nach Stockholm, konnte den-
ſelben aber wegen verſchiedener, ihm
von der Regierung in den Weg ge-
legter Schwierigkeiten nicht anneh-
men und wanderte nun, darüber in-
digniert, 1854 nach Amerika aus.
Hier wirkte er ſeitdem als unabhän-
giger frei-proteſtantiſcher Prediger
im Weſten, in Delaware (Jndiana).
Er † 1881 in Johannisburg (Jlli-
nois).

S:

Nu ſünd wi in Amerika
(Plattdütſch Riemels), 1878.

*Müntzer, Maria Auguſt Dé-
ſiré,

geb. am 25. Februar 1888 in
Bergbieten im Unter-Elſaß als Sohn
eines Eigentümers, verlebte dort
einen großen Teil ſeiner Kindheit u.
kam dann mit ſeinen Eltern nach
Straßburg i. E., wo er das biſchöf-
liche Gymnaſium und ſpäter das Ly-
zeum beſuchte u. ſeit 1906 dem Stu-
dium der Rechte oblag. Er iſt der

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[87/0091] Mün Mün Wehrerinnenexamens als das Ziel der Ausbildung der Tochter. Dieſer Beruf führte ſie früh aus dem Hauſe, zuerſt an eine höhere Töchterſchule nach Hamburg, dann in die holſtei- niſche Schweiz und 1899 nach Rathe- now in der Mark Brandenburg, wo ſie faſt ſechs Jahre blieb und durch den bekannten Paſtor Ernſt Ewers (ſ. d.!) zur Mitarbeit an den geleſen- ſten Zeitſchriften angeregt wurde. Seit April 1905 wirkt ſie an der Oberſtufe der ſtädtiſchen höheren Töchterſchule in Düren (Rheinland). S: Heimatklänge (Andenken an Oſt- Holſtein. Ge.), 1897. ‒ Ein Rätſel- märchen (Jugendſchrift in Verſen), 1900. *Münter, Camilla, geb. Kliem- ke, wurde am 2. Okt. 1853 in Mag- deburg als Tochter eines höheren Poſtbeamten geboren und kam nach dem frühen Tode der Mutter als acht- jähriges Mädchen in das traute Heim ihrer Großmutter, der Freifrau Char- lotte von Keyſerlingk. Nach Abſol- vierung der höheren Töchterſchule in Magdeburg zog die Familie 1868 nach Halle a. S., u. hier konnte Camilla in der geiſtvollen Geſellſchaft ihrer Groß- mutter ihre Bildung allein vollenden. Sie verheiratete ſich dann mit dem Oberingenieur F. Münter in Halle zu einer glücklichen Ehe, der fünf Kin- der entſproſſen. Beim Tode zweier dieſer geliebten Weſen kam im heißen Schmerz um dieſelben die Poeſie zum Durchbruch, und angeregt durch die wundervollen Kinderlieder der Frieda Schanz, ſuchte und fand ſie in ihrer Muſe den Troſt für ihr Herz. Sie lebt, nachdem ſie auch im Auguſt 1906 ihren geliebten Gatten nach langer Krankheit durch den Tod verloren hatte, noch jetzt in Halle. S: Am Untrüborn (Gedanken u. Ge., in Ge- meinſchaft mit ihrem Sohne Ferdi- nand), 1900. ‒ Mein Leid und Freud im Liede (Ge.), 1910. ‒ Gedichte, 1912. *Münter, Ferdinand, Sohn der Vorigen und des Oberingenieurs F. M., wurde am 12. November 1877 in Halle a. S. geboren, widmete ſich erſt der Bühne, ſtudierte dann aber 1898 bis 1904 in Halle und Baſel Philo- ſophie u. Naturwiſſenſchaften. Nach Erlangung des Doktorgrades ließ er ſich in Halle als Agrikulturtechniker nieder. S: Am Untrüborn (Gedan- ken u. Ge., mit ſeiner Mutter), 1900. ‒ Jm Spiegel (Nn. u. Sk.), 1903. ‒ Liebe? (Sk. für charakterſtarke Men- ſchen), 1905. ‒ Selbſtbetrug (Schſp.), 1905. Münter, Karl, wurde am 12. Fe- bruar 1821 zu Verchen geboren, einem kgl. preuß. Domänenamte in Pom- mern, woſelbſt ſein Vater die Stelle des Amts-Aktuarius bekleidete. Nach Beſuch der Dorfſchule u. nach neben- bei genoſſenem Unterrichte beim Orts- geiſtlichen kam er auf die lateiniſche Schule in Demmin und 1836 aufs Gymnaſium in Stralſund. 1842‒44 ſtudierte er Theologie in Greifswald und Berlin, abſolvierte die Staats- prüfungen, erhielt einen Ruf als Subrektor des deutſchen National- Lyzeums nach Stockholm, konnte den- ſelben aber wegen verſchiedener, ihm von der Regierung in den Weg ge- legter Schwierigkeiten nicht anneh- men und wanderte nun, darüber in- digniert, 1854 nach Amerika aus. Hier wirkte er ſeitdem als unabhän- giger frei-proteſtantiſcher Prediger im Weſten, in Delaware (Jndiana). Er † 1881 in Johannisburg (Jlli- nois). S: Nu ſünd wi in Amerika (Plattdütſch Riemels), 1878. *Müntzer, Maria Auguſt Dé- ſiré, geb. am 25. Februar 1888 in Bergbieten im Unter-Elſaß als Sohn eines Eigentümers, verlebte dort einen großen Teil ſeiner Kindheit u. kam dann mit ſeinen Eltern nach Straßburg i. E., wo er das biſchöf- liche Gymnaſium und ſpäter das Ly- zeum beſuchte u. ſeit 1906 dem Stu- dium der Rechte oblag. Er iſt der *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 87. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon05_1913/91>, abgerufen am 23.03.2019.