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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wil
stoph von Graßhoff, gestifteten Er-
ziehungsfond konnte die wissenschaft-
liche Bildung des Knaben sorgfältig
gepflegt und derselbe nach umfassen-
der Vorbereitung durch Oberschulrat
Hesse und Professor Kehrein früh-
zeitig auf kunstbildende Reisen ins
Ausland gesendet werden. Hier ent-
wickelte sich der ihm bis heute treu
gebliebene Sammelfleiß, auf welchen
seine scharfsinnigen Jnformatoren
und seine fürsorglichen Eltern hin-
gewirkt, und für welchen seine bände-
reichen, stilvoll illustrierten ethno-
graphischen u. kunstkritischen Notizen,
seine Raritätenbibliothek, seine reich-
haltigen Münz- und Bildersamm-
lungen zeugen. Er widmete sich keinem
bestimmten Lebensberufe, hospitierte
zeitweise an den Universitäten Göt-
tingen, Gießen und Bonn, beschäftigte
sich mit Musik, Malerei, wandte dem
Theater sein besonderes Jnteresse zu
und bekleidete zuerst in Stuttgart,
dann in Berlin eine einflußreiche Stel-
lung bei der königl. Theaterintendan-
tur. Doch gab er 1870 auch diese auf,
um hinfort literarisch tätig zu sein.
Er starb 1886.

S:

Nur praktisch
(Lsp.), 1870. - Onkel Hagestolz (Lsp.),
1871. - Zünftler u. Patrizier (Schsp.),
1874. - Mesalliance auf dem Lande
(Lsp.), 1874. - Sibirien, oder: Die
Deklassierten vom 14. Dezember (R.);
II, 1874. - Prinzeß Kätherle (Lsp.),
1875. - Kurfürst Joachim Hektor und
der Münzjude (Schsp.), 1875. - Da-
maskus, oder: Judenverfolgung im
Heiligen Lande (R.); III, 1876.

Wilibald, Detlev,

Pseudon. für
D. W. Freiherr von Bieder-
mann;
s. d.!

Wilibald, W.,

Psend. für Joachim
Wilhelm Wulff; s. d.!

*Wilisch, Erich Gustav,

geb. am
11. Juni 1843 im Königreich Sachsen,
studierte in Leipzig Philologie, pro-
movierte zum Doktor und wurde 1867
Lehrer am Gymnasium in Zittau, wo
er, seit 1884 als Professor, bis 1908
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Wil
im Amte stand. Als Oberstudienrat
trat er dann in Pension.

S:

Der
letzte Ritter vom Oybin (E. i. V.),
1879. 2. A. 1909. - Johannisnacht
(Romant. M.), 1889.

Wilken, Heinrich,

geb. am 27. Jan.
1835 zu Thorn, erlernte in Danzig
die Buchdruckerei und ging in seinem
21. Jahre zum Theater über, dem er
seit dieser Zeit ununterbrochen an-
gehörte. Nachdem er bei Direktor
L'Arronge seine Laufbahn begonnen
und später bei größeren und kleineren
Bühnen (in Kiel, Hannover, Posen,
Hamburg, Berlin) als Gesangskomi-
ker und Tenorbuffo tätig gewesen,
engagierte ihn 1869 der Direktor
Wallner für seine Bühne in Berlin,
und Direktor Lebrun, der Pächter des
Wallnertheaters, wußte ihn, als im
Mai 1873 sein Kontrakt ablief, mit
bedeutend erhöhter Gage auf fernere
fünf Jahre an diese Bühne zu fesseln.
Jm Jahre 1878 übernahm W. die
Direktion des Zentralhallentheaters
in Hamburg, kehrte nach einigen
Jahren an das Wallnertheater in
Berlin zurück und übernahm am 1.
Oktober 1883 die Leitung des Zentral-
theaters in Berlin. Er starb am 21.
Mai 1886.

S:

Elzevir (Genrebild),
1869. - Zwei von der Nadel (Schw.),
1871. - Jm Charakter (Schw.), 1876.
- Migräne (Lsp., mit G. Kadelburg),
1876. - Verschiedene Possen etc. mit
A. L'Arronge und G. v. Moser; s. d.!
- Aufgeführt wurden noch: Fünf
Minuten Berliner. - Auf eigenen
Füßen. - Dienstmann 112. - Unsere
Tochter. - Auf hoher See. - Tante
Preciosa. - Ehrliche Arbeit u. a. m.

Will, Josa,

pseud. Josephus
Wilden,
wurde am 29. Febr. 1868
in Nagy-Maros (Ungarn) als Toch-
ter eines Eisenbahnbeamten geboren
und verlebte ihre Kindheit u. Jugend
fast nur auf dem Lande. Daher kam
es wohl auch, daß sie trotz großer
Lernbegier außer einigen Sprachen
und etwas Musik wenig Schulkennt-

*


[Spaltenumbruch]

Wil
ſtoph von Graßhoff, geſtifteten Er-
ziehungsfond konnte die wiſſenſchaft-
liche Bildung des Knaben ſorgfältig
gepflegt und derſelbe nach umfaſſen-
der Vorbereitung durch Oberſchulrat
Heſſe und Profeſſor Kehrein früh-
zeitig auf kunſtbildende Reiſen ins
Ausland geſendet werden. Hier ent-
wickelte ſich der ihm bis heute treu
gebliebene Sammelfleiß, auf welchen
ſeine ſcharfſinnigen Jnformatoren
und ſeine fürſorglichen Eltern hin-
gewirkt, und für welchen ſeine bände-
reichen, ſtilvoll illuſtrierten ethno-
graphiſchen u. kunſtkritiſchen Notizen,
ſeine Raritätenbibliothek, ſeine reich-
haltigen Münz- und Bilderſamm-
lungen zeugen. Er widmete ſich keinem
beſtimmten Lebensberufe, hoſpitierte
zeitweiſe an den Univerſitäten Göt-
tingen, Gießen und Bonn, beſchäftigte
ſich mit Muſik, Malerei, wandte dem
Theater ſein beſonderes Jntereſſe zu
und bekleidete zuerſt in Stuttgart,
dann in Berlin eine einflußreiche Stel-
lung bei der königl. Theaterintendan-
tur. Doch gab er 1870 auch dieſe auf,
um hinfort literariſch tätig zu ſein.
Er ſtarb 1886.

S:

Nur praktiſch
(Lſp.), 1870. – Onkel Hageſtolz (Lſp.),
1871. – Zünftler u. Patrizier (Schſp.),
1874. – Mesalliance auf dem Lande
(Lſp.), 1874. – Sibirien, oder: Die
Deklaſſierten vom 14. Dezember (R.);
II, 1874. – Prinzeß Kätherle (Lſp.),
1875. – Kurfürſt Joachim Hektor und
der Münzjude (Schſp.), 1875. – Da-
maskus, oder: Judenverfolgung im
Heiligen Lande (R.); III, 1876.

Wilibald, Detlev,

Pſeudon. für
D. W. Freiherr von Bieder-
mann;
ſ. d.!

Wilibald, W.,

Pſend. für Joachim
Wilhelm Wulff; ſ. d.!

*Wiliſch, Erich Guſtav,

geb. am
11. Juni 1843 im Königreich Sachſen,
ſtudierte in Leipzig Philologie, pro-
movierte zum Doktor und wurde 1867
Lehrer am Gymnaſium in Zittau, wo
er, ſeit 1884 als Profeſſor, bis 1908
[Spaltenumbruch]

Wil
im Amte ſtand. Als Oberſtudienrat
trat er dann in Penſion.

S:

Der
letzte Ritter vom Oybin (E. i. V.),
1879. 2. A. 1909. – Johannisnacht
(Romant. M.), 1889.

Wilken, Heinrich,

geb. am 27. Jan.
1835 zu Thorn, erlernte in Danzig
die Buchdruckerei und ging in ſeinem
21. Jahre zum Theater über, dem er
ſeit dieſer Zeit ununterbrochen an-
gehörte. Nachdem er bei Direktor
L’Arronge ſeine Laufbahn begonnen
und ſpäter bei größeren und kleineren
Bühnen (in Kiel, Hannover, Poſen,
Hamburg, Berlin) als Geſangskomi-
ker und Tenorbuffo tätig geweſen,
engagierte ihn 1869 der Direktor
Wallner für ſeine Bühne in Berlin,
und Direktor Lebrun, der Pächter des
Wallnertheaters, wußte ihn, als im
Mai 1873 ſein Kontrakt ablief, mit
bedeutend erhöhter Gage auf fernere
fünf Jahre an dieſe Bühne zu feſſeln.
Jm Jahre 1878 übernahm W. die
Direktion des Zentralhallentheaters
in Hamburg, kehrte nach einigen
Jahren an das Wallnertheater in
Berlin zurück und übernahm am 1.
Oktober 1883 die Leitung des Zentral-
theaters in Berlin. Er ſtarb am 21.
Mai 1886.

S:

Elzevir (Genrebild),
1869. – Zwei von der Nadel (Schw.),
1871. – Jm Charakter (Schw.), 1876.
– Migräne (Lſp., mit G. Kadelburg),
1876. – Verſchiedene Poſſen ꝛc. mit
A. L’Arronge und G. v. Moſer; ſ. d.!
– Aufgeführt wurden noch: Fünf
Minuten Berliner. – Auf eigenen
Füßen. – Dienſtmann 112. – Unſere
Tochter. – Auf hoher See. – Tante
Precioſa. – Ehrliche Arbeit u. a. m.

Will, Joſa,

pſeud. Joſephus
Wilden,
wurde am 29. Febr. 1868
in Nagy-Máros (Ungarn) als Toch-
ter eines Eiſenbahnbeamten geboren
und verlebte ihre Kindheit u. Jugend
faſt nur auf dem Lande. Daher kam
es wohl auch, daß ſie trotz großer
Lernbegier außer einigen Sprachen
und etwas Muſik wenig Schulkennt-

*
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[452/0456] Wil Wil ſtoph von Graßhoff, geſtifteten Er- ziehungsfond konnte die wiſſenſchaft- liche Bildung des Knaben ſorgfältig gepflegt und derſelbe nach umfaſſen- der Vorbereitung durch Oberſchulrat Heſſe und Profeſſor Kehrein früh- zeitig auf kunſtbildende Reiſen ins Ausland geſendet werden. Hier ent- wickelte ſich der ihm bis heute treu gebliebene Sammelfleiß, auf welchen ſeine ſcharfſinnigen Jnformatoren und ſeine fürſorglichen Eltern hin- gewirkt, und für welchen ſeine bände- reichen, ſtilvoll illuſtrierten ethno- graphiſchen u. kunſtkritiſchen Notizen, ſeine Raritätenbibliothek, ſeine reich- haltigen Münz- und Bilderſamm- lungen zeugen. Er widmete ſich keinem beſtimmten Lebensberufe, hoſpitierte zeitweiſe an den Univerſitäten Göt- tingen, Gießen und Bonn, beſchäftigte ſich mit Muſik, Malerei, wandte dem Theater ſein beſonderes Jntereſſe zu und bekleidete zuerſt in Stuttgart, dann in Berlin eine einflußreiche Stel- lung bei der königl. Theaterintendan- tur. Doch gab er 1870 auch dieſe auf, um hinfort literariſch tätig zu ſein. Er ſtarb 1886. S: Nur praktiſch (Lſp.), 1870. – Onkel Hageſtolz (Lſp.), 1871. – Zünftler u. Patrizier (Schſp.), 1874. – Mesalliance auf dem Lande (Lſp.), 1874. – Sibirien, oder: Die Deklaſſierten vom 14. Dezember (R.); II, 1874. – Prinzeß Kätherle (Lſp.), 1875. – Kurfürſt Joachim Hektor und der Münzjude (Schſp.), 1875. – Da- maskus, oder: Judenverfolgung im Heiligen Lande (R.); III, 1876. Wilibald, Detlev, Pſeudon. für D. W. Freiherr von Bieder- mann; ſ. d.! Wilibald, W., Pſend. für Joachim Wilhelm Wulff; ſ. d.! *Wiliſch, Erich Guſtav, geb. am 11. Juni 1843 im Königreich Sachſen, ſtudierte in Leipzig Philologie, pro- movierte zum Doktor und wurde 1867 Lehrer am Gymnaſium in Zittau, wo er, ſeit 1884 als Profeſſor, bis 1908 im Amte ſtand. Als Oberſtudienrat trat er dann in Penſion. S: Der letzte Ritter vom Oybin (E. i. V.), 1879. 2. A. 1909. – Johannisnacht (Romant. M.), 1889. Wilken, Heinrich, geb. am 27. Jan. 1835 zu Thorn, erlernte in Danzig die Buchdruckerei und ging in ſeinem 21. Jahre zum Theater über, dem er ſeit dieſer Zeit ununterbrochen an- gehörte. Nachdem er bei Direktor L’Arronge ſeine Laufbahn begonnen und ſpäter bei größeren und kleineren Bühnen (in Kiel, Hannover, Poſen, Hamburg, Berlin) als Geſangskomi- ker und Tenorbuffo tätig geweſen, engagierte ihn 1869 der Direktor Wallner für ſeine Bühne in Berlin, und Direktor Lebrun, der Pächter des Wallnertheaters, wußte ihn, als im Mai 1873 ſein Kontrakt ablief, mit bedeutend erhöhter Gage auf fernere fünf Jahre an dieſe Bühne zu feſſeln. Jm Jahre 1878 übernahm W. die Direktion des Zentralhallentheaters in Hamburg, kehrte nach einigen Jahren an das Wallnertheater in Berlin zurück und übernahm am 1. Oktober 1883 die Leitung des Zentral- theaters in Berlin. Er ſtarb am 21. Mai 1886. S: Elzevir (Genrebild), 1869. – Zwei von der Nadel (Schw.), 1871. – Jm Charakter (Schw.), 1876. – Migräne (Lſp., mit G. Kadelburg), 1876. – Verſchiedene Poſſen ꝛc. mit A. L’Arronge und G. v. Moſer; ſ. d.! – Aufgeführt wurden noch: Fünf Minuten Berliner. – Auf eigenen Füßen. – Dienſtmann 112. – Unſere Tochter. – Auf hoher See. – Tante Precioſa. – Ehrliche Arbeit u. a. m. Will, Joſa, pſeud. Joſephus Wilden, wurde am 29. Febr. 1868 in Nagy-Máros (Ungarn) als Toch- ter eines Eiſenbahnbeamten geboren und verlebte ihre Kindheit u. Jugend faſt nur auf dem Lande. Daher kam es wohl auch, daß ſie trotz großer Lernbegier außer einigen Sprachen und etwas Muſik wenig Schulkennt- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 452. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/456>, abgerufen am 15.11.2018.