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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ende 1878 wurde er dem Militär-
komitee in Wien zur Verwendung
überwiesen; da sich aber sein Augen-
leiden in der Folge als ein unheil-
bares herausstellte, so trat er 1888 in
den Ruhestand u. lebt er seitdem ab-
wechselnd in seiner Vaterstadt oder
auf seinem Landsitze in Maria-Rain
im Rosental, wo er sich nun schrift-
stellerisch betätigte. Er lieferte zahl-
reiche Übersetzungen aus französischen,
englischen und italienischen Zeitschrif-
ten, Novellen und Feuilletons für
verschiedene Blätter, übernahm 1894
auch die Fortsetzung des von Ach-
leitner begonnenen Prachtwerkes "Ti-
rol u. Voralberg". Außerdem schrieb
er

S:

Aus den karnischen Alpen (3
Nn.: Ein Marterl. - Die Haare des
heiligen Antonius. - Der Sieger von
Kassala), 1895. - Von Mühlbach nach
Klausen (Touristengeschn. aus Tirol:
Die Geschichte vom alten Egoisten. -
Wie Herr Kovacs seine Frau fand.
- Der Doppelgänger. - Die Wieder-
täufer im Lüsentale), 1895. - Ein
Missionär (N.), 1902. - Schwägerin
Hertha (Lsp., als Manuskr. gedruckt),
o. J. - Jm Medelbad (Lsp., Manuskr.),
o. J. - Bodenhunger (Volksdrama,
Manuskr.), o. J.

Uechtritz, Peter Friedrich von,


wurde am 12. Septbr. 1800 in Gör-
litz als Sohn des Erb-, Lehn- und
Gerichtsherrn auf Kuhna, Thirlitz u.
Wendisch-Ossig Friedrich Joseph Pe-
ter U. geboren, kam bald darauf mit
seinen Eltern nach Dresden, wo er
durch Privatunterricht für eine höhere
Schule vorbereitet wurde, u. besuchte
seit 1814, nachdem die Familie das
Rittergut Heidersdorf bei Görlitz er-
worben hatte, das Gymnasium in
Görlitz. Ostern 1818 bezog er die
Universität Leipzig, wo er die Rechte
studierte, trat Ende 1821 in Berlin
als Auskultator und dann als Refe-
rendar in die Justizverwaltung ein
und fand hier bald die lebhafteste
literarische Anregung im Verkehr mit
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Uecht
Heine, Grabbe, Hitzig, Streckfuß,
Häring, Fr. v. Raumer, Fr. W. von
Schadow, dem Varnhagenschen Kreise
u. andern geistvollen Persönlichkeiten,
so daß er schon 1823 mit drei größe-
ren Dramen in die Öffentlichkeit trat.
Jm Jahre 1828 kam U. als Assessor
an das Landgericht in Trier u. 1829
in gleicher Eigenschaft nach Düssel-
dorf, wo er 1833 zum Oberlandes-
gerichtsrat und später zum Appella-
tionsgerichtsrat befördert wurde. Ein
angenehmer geselliger Verkehr bildete
sich hier mit den Familien Jmmer-
mann, Schnaase und v. Sybel her-
aus, u. eine reiche literarische Tätig-
keit füllte die Muße des Dichters aus.
Jm Jahre 1858 trat U. mit dem
Charakter als Geh. Justizrat in den
Ruhestand; 1860 verlieh ihm die phi-
losophische Fakultät der Universität
Bonn das Ehrendiplom, und 1863
siedelte er nach seiner Vaterstadt Gör-
litz über, wo er am 15. Februar 1875
starb.

S:

Trauerspiele, 1823. (Jn-
halt: Rom und Spartakus. - Rom
u. Otto der Dritte.) - Chrysosthomus
(Dr.), 1823. - Alexander u. Darius
(Tr.), 1827. - Das Ehrenschwert
(Tr.), 1827. - Rosamunde (Tr.), 1833.
- Die Babylonier in Jerusalem (Dr.
G.), 1836. - Ehrenspiegel des deut-
schen Volkes und vermischte Gedichte,
1842. - Albrecht Holm (Gesch. a. der
Reformationszeit); VII, 1852-53. -
Der Bruder der Braut (R.); III,
1860. - Eleazar (E. aus der Zeit des
jüdischen Krieges im 1. Jahrh.); III,
1867.

Uechtritz, Karl Richard Wilhelm
Oldwig von,

geb. am 19. Juli 1832
zu Dortmund als das jüngste Kind
eines preußischen Oberstleutnants,
sollte sich den Studien widmen, wurde
aber nach dem frühen Tode seines
Vaters in das Kadettenhaus aufge-
nommen und trat 1851 als Portepee-
fähnrich beim Kaiser-Franz-Grena-
dierregiment in Berlin ein. Nachdem
er in diesem und später im 4. Garde-

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Uecht
Ende 1878 wurde er dem Militär-
komitee in Wien zur Verwendung
überwieſen; da ſich aber ſein Augen-
leiden in der Folge als ein unheil-
bares herausſtellte, ſo trat er 1888 in
den Ruheſtand u. lebt er ſeitdem ab-
wechſelnd in ſeiner Vaterſtadt oder
auf ſeinem Landſitze in Maria-Rain
im Roſental, wo er ſich nun ſchrift-
ſtelleriſch betätigte. Er lieferte zahl-
reiche Überſetzungen aus franzöſiſchen,
engliſchen und italieniſchen Zeitſchrif-
ten, Novellen und Feuilletons für
verſchiedene Blätter, übernahm 1894
auch die Fortſetzung des von Ach-
leitner begonnenen Prachtwerkes „Ti-
rol u. Voralberg“. Außerdem ſchrieb
er

S:

Aus den karniſchen Alpen (3
Nn.: Ein Marterl. – Die Haare des
heiligen Antonius. – Der Sieger von
Kaſſala), 1895. – Von Mühlbach nach
Klauſen (Touriſtengeſchn. aus Tirol:
Die Geſchichte vom alten Egoiſten. –
Wie Herr Kovacs ſeine Frau fand.
– Der Doppelgänger. – Die Wieder-
täufer im Lüſentale), 1895. – Ein
Miſſionär (N.), 1902. – Schwägerin
Hertha (Lſp., als Manuſkr. gedruckt),
o. J. – Jm Medelbad (Lſp., Manuſkr.),
o. J. – Bodenhunger (Volksdrama,
Manuſkr.), o. J.

Uechtritz, Peter Friedrich von,


wurde am 12. Septbr. 1800 in Gör-
litz als Sohn des Erb-, Lehn- und
Gerichtsherrn auf Kuhna, Thirlitz u.
Wendiſch-Oſſig Friedrich Joſeph Pe-
ter U. geboren, kam bald darauf mit
ſeinen Eltern nach Dresden, wo er
durch Privatunterricht für eine höhere
Schule vorbereitet wurde, u. beſuchte
ſeit 1814, nachdem die Familie das
Rittergut Heidersdorf bei Görlitz er-
worben hatte, das Gymnaſium in
Görlitz. Oſtern 1818 bezog er die
Univerſität Leipzig, wo er die Rechte
ſtudierte, trat Ende 1821 in Berlin
als Auskultator und dann als Refe-
rendar in die Juſtizverwaltung ein
und fand hier bald die lebhafteſte
literariſche Anregung im Verkehr mit
[Spaltenumbruch]

Uecht
Heine, Grabbe, Hitzig, Streckfuß,
Häring, Fr. v. Raumer, Fr. W. von
Schadow, dem Varnhagenſchen Kreiſe
u. andern geiſtvollen Perſönlichkeiten,
ſo daß er ſchon 1823 mit drei größe-
ren Dramen in die Öffentlichkeit trat.
Jm Jahre 1828 kam U. als Aſſeſſor
an das Landgericht in Trier u. 1829
in gleicher Eigenſchaft nach Düſſel-
dorf, wo er 1833 zum Oberlandes-
gerichtsrat und ſpäter zum Appella-
tionsgerichtsrat befördert wurde. Ein
angenehmer geſelliger Verkehr bildete
ſich hier mit den Familien Jmmer-
mann, Schnaaſe und v. Sybel her-
aus, u. eine reiche literariſche Tätig-
keit füllte die Muße des Dichters aus.
Jm Jahre 1858 trat U. mit dem
Charakter als Geh. Juſtizrat in den
Ruheſtand; 1860 verlieh ihm die phi-
loſophiſche Fakultät der Univerſität
Bonn das Ehrendiplom, und 1863
ſiedelte er nach ſeiner Vaterſtadt Gör-
litz über, wo er am 15. Februar 1875
ſtarb.

S:

Trauerſpiele, 1823. (Jn-
halt: Rom und Spartakus. – Rom
u. Otto der Dritte.) – Chryſoſthomus
(Dr.), 1823. – Alexander u. Darius
(Tr.), 1827. – Das Ehrenſchwert
(Tr.), 1827. – Roſamunde (Tr.), 1833.
– Die Babylonier in Jeruſalem (Dr.
G.), 1836. – Ehrenſpiegel des deut-
ſchen Volkes und vermiſchte Gedichte,
1842. – Albrecht Holm (Geſch. a. der
Reformationszeit); VII, 1852–53. –
Der Bruder der Braut (R.); III,
1860. – Eleazar (E. aus der Zeit des
jüdiſchen Krieges im 1. Jahrh.); III,
1867.

Uechtritz, Karl Richard Wilhelm
Oldwig von,

geb. am 19. Juli 1832
zu Dortmund als das jüngſte Kind
eines preußiſchen Oberſtleutnants,
ſollte ſich den Studien widmen, wurde
aber nach dem frühen Tode ſeines
Vaters in das Kadettenhaus aufge-
nommen und trat 1851 als Portepee-
fähnrich beim Kaiſer-Franz-Grena-
dierregiment in Berlin ein. Nachdem
er in dieſem und ſpäter im 4. Garde-

*
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[235/0239] Uecht Uecht Ende 1878 wurde er dem Militär- komitee in Wien zur Verwendung überwieſen; da ſich aber ſein Augen- leiden in der Folge als ein unheil- bares herausſtellte, ſo trat er 1888 in den Ruheſtand u. lebt er ſeitdem ab- wechſelnd in ſeiner Vaterſtadt oder auf ſeinem Landſitze in Maria-Rain im Roſental, wo er ſich nun ſchrift- ſtelleriſch betätigte. Er lieferte zahl- reiche Überſetzungen aus franzöſiſchen, engliſchen und italieniſchen Zeitſchrif- ten, Novellen und Feuilletons für verſchiedene Blätter, übernahm 1894 auch die Fortſetzung des von Ach- leitner begonnenen Prachtwerkes „Ti- rol u. Voralberg“. Außerdem ſchrieb er S: Aus den karniſchen Alpen (3 Nn.: Ein Marterl. – Die Haare des heiligen Antonius. – Der Sieger von Kaſſala), 1895. – Von Mühlbach nach Klauſen (Touriſtengeſchn. aus Tirol: Die Geſchichte vom alten Egoiſten. – Wie Herr Kovacs ſeine Frau fand. – Der Doppelgänger. – Die Wieder- täufer im Lüſentale), 1895. – Ein Miſſionär (N.), 1902. – Schwägerin Hertha (Lſp., als Manuſkr. gedruckt), o. J. – Jm Medelbad (Lſp., Manuſkr.), o. J. – Bodenhunger (Volksdrama, Manuſkr.), o. J. Uechtritz, Peter Friedrich von, wurde am 12. Septbr. 1800 in Gör- litz als Sohn des Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn auf Kuhna, Thirlitz u. Wendiſch-Oſſig Friedrich Joſeph Pe- ter U. geboren, kam bald darauf mit ſeinen Eltern nach Dresden, wo er durch Privatunterricht für eine höhere Schule vorbereitet wurde, u. beſuchte ſeit 1814, nachdem die Familie das Rittergut Heidersdorf bei Görlitz er- worben hatte, das Gymnaſium in Görlitz. Oſtern 1818 bezog er die Univerſität Leipzig, wo er die Rechte ſtudierte, trat Ende 1821 in Berlin als Auskultator und dann als Refe- rendar in die Juſtizverwaltung ein und fand hier bald die lebhafteſte literariſche Anregung im Verkehr mit Heine, Grabbe, Hitzig, Streckfuß, Häring, Fr. v. Raumer, Fr. W. von Schadow, dem Varnhagenſchen Kreiſe u. andern geiſtvollen Perſönlichkeiten, ſo daß er ſchon 1823 mit drei größe- ren Dramen in die Öffentlichkeit trat. Jm Jahre 1828 kam U. als Aſſeſſor an das Landgericht in Trier u. 1829 in gleicher Eigenſchaft nach Düſſel- dorf, wo er 1833 zum Oberlandes- gerichtsrat und ſpäter zum Appella- tionsgerichtsrat befördert wurde. Ein angenehmer geſelliger Verkehr bildete ſich hier mit den Familien Jmmer- mann, Schnaaſe und v. Sybel her- aus, u. eine reiche literariſche Tätig- keit füllte die Muße des Dichters aus. Jm Jahre 1858 trat U. mit dem Charakter als Geh. Juſtizrat in den Ruheſtand; 1860 verlieh ihm die phi- loſophiſche Fakultät der Univerſität Bonn das Ehrendiplom, und 1863 ſiedelte er nach ſeiner Vaterſtadt Gör- litz über, wo er am 15. Februar 1875 ſtarb. S: Trauerſpiele, 1823. (Jn- halt: Rom und Spartakus. – Rom u. Otto der Dritte.) – Chryſoſthomus (Dr.), 1823. – Alexander u. Darius (Tr.), 1827. – Das Ehrenſchwert (Tr.), 1827. – Roſamunde (Tr.), 1833. – Die Babylonier in Jeruſalem (Dr. G.), 1836. – Ehrenſpiegel des deut- ſchen Volkes und vermiſchte Gedichte, 1842. – Albrecht Holm (Geſch. a. der Reformationszeit); VII, 1852–53. – Der Bruder der Braut (R.); III, 1860. – Eleazar (E. aus der Zeit des jüdiſchen Krieges im 1. Jahrh.); III, 1867. Uechtritz, Karl Richard Wilhelm Oldwig von, geb. am 19. Juli 1832 zu Dortmund als das jüngſte Kind eines preußiſchen Oberſtleutnants, ſollte ſich den Studien widmen, wurde aber nach dem frühen Tode ſeines Vaters in das Kadettenhaus aufge- nommen und trat 1851 als Portepee- fähnrich beim Kaiſer-Franz-Grena- dierregiment in Berlin ein. Nachdem er in dieſem und ſpäter im 4. Garde- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 235. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/239>, abgerufen am 21.03.2019.