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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Jahre lang (1850-58), leitete den
dortigen Musikverein u. erwarb sich
besonders durch Aufführung Beet-
hovenscher Meisterwerke unvergäng-
liches Verdienst. Jm übrigen wandte
er sich mehr der Schriftstellerei zu,
u. so entstanden seine Schriften "Die
Kunst und die Revolution" (1849);
"Das Kunstwerk der Zukunft" (1850)
und sein geniales, epochemachendes
Werk "Oper u. Drama" (III, 1852).
Jm Jahre 1861 ging W. nach Paris,
um seine Oper "Tannhäuser" zur
Aufführung zu bringen. Darauf lebte
er eine Zeitlang in Karlsruhe u. in
Petersburg, wo er an der Großfür-
stin Helene eine einflußreiche Gön-
nerin fand. Jm Jahre 1863 wurde
W. endlich amnestiert und im folgen-
den Jahre von dem jungen kunstsin-
nigen Könige Ludwig II. v. Bayern
nach München berufen, wo er zunächst
seine Dichtung "Tristan und Jsolde"
zur Aufführung brachte u. sich dann
mit der Vollendung seiner "Nibe-
lungen" u. "Meistersinger zu Nürn-
berg" beschäftigte. Politische Ver-
hältnisse veranlaßten den König, den
engen Verkehr mit W. plötzlich abzu-
brechen, worauf dieser Ende 1865
München verließ u. nach Genf über-
siedelte. Zwar kehrte er 1867 nach
Bayerns Hauptstadt zurück; allein
mancherlei heikle Familienangelegen-
heiten machten seine Stellung dort
zu einer sehr mißlichen, und er zog es
daher vor, sich 1869 auf sein Land-
gut Triebschen bei Luzern zurückzu-
ziehen, wo er mehrere Jahre mit den
Vorarbeiten zu der Aufführung sei-
ner "Nibelungen" beschäftigt war,
sich auch, da seine Gattin Minna, geb.
Planer, 1866 gestorben war, zum
zweitenmal vermählte, und zwar mit
Cosima von Bülow, einer Tochter
Franz Lißts und Hans von Bülows
geschiedener Gattin. Nach dem Kriege
(1870-71) erbaute W. in Baireuth
ein eigenes Theatergebäude mit Un-
terstützung der vielen Wagner-Vereine
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und hoher Gönner, und hier wurde
dann im August 1876 seine Oper
"Der Ring der Nibelungen" in pomp-
haftester Weise aufgeführt. W. lebte
in der Folge entweder in Baireuth
oder in Jtalien, und in Venedig ist
er am 13. Februar 1883 gestorben.

S:

Drei Operndichtungen [Der flie-
gende Holländer. - Tannhäuser. -
Lohengrin (sep. 1853)], 1852. - Tri-
stan und Jsolde (O.), 1859. - Die
Meistersinger v. Nürnberg (O.), 1862.
- Der Ring der Nibelungen (Rhein-
gold. - Die Walküre. - Siegfried. -
Götterdämmerung), 1863. - Rienzi,
der letzte der Tribunen (O.), 1878. -
Parzifal (Bühnenweihfestsp.), 1879. -
Gesammelte Schriften u. Dichtungen;
X, 1872-83. 6. A. XII, 1912. - Ent-
würfe, Gedanken, Fragmente (Aus
nachgelassenen Papieren), 1885. -
Jesus von Nazareth (Ein dichterischer
Entwurf aus dem Jahre 1848), 1887.
- Briefe an August Roeckel, eingeführt
durch La Mara, 1894. 2. A. 1903. -
Fünfzehn Briefe (nebst Erinnergn. u.
Erläuterungen v. Eliza Wille), 1894.
- Nachgelassene Schriften und Dich-
tungen, 1895. 2. A. 1902. - Briefe
an Emil Heckel. Zur Entstehungs-
geschichte der Bühnenfestspiele in Bai-
reuth; hrsg. v. Karl Heckel, 1898. -
Briefe an Otto Wesendonck; hrsg. v.
Albert Heintz, 1898. - Richard Wag-
ners Gedichte, 1905. - Briefe an eine
Putzmacherin. Veröffentlicht v. Daniel
Spitzer, 1906. - Familienbriefe 1832
bis 1874; 1.-5. T. 1907. - Richard
Wagner an Minna Wagner; II, 1908.
- Baireuther Briefe, 2. Bd.: Richard
Wagner an seine Künstler (1872-83),
hrsg. von Erich Kloss, 1908. - Rich.
Wagner an Mathilde Wesendonck
(Tagebuchbl. u. Br. 1853-71), 34. A.
1909. - Mein Leben (Selbstbiogr.);
II, 1911.

*Wagner, Richard,

geb. am 22.
Novbr. 1868 in Odenhausen (Kreis
Gießen), wo sein Vater freiherrlich
Rabenauscher Gutspächter war, ver-

*


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Wag
Jahre lang (1850–58), leitete den
dortigen Muſikverein u. erwarb ſich
beſonders durch Aufführung Beet-
hovenſcher Meiſterwerke unvergäng-
liches Verdienſt. Jm übrigen wandte
er ſich mehr der Schriftſtellerei zu,
u. ſo entſtanden ſeine Schriften „Die
Kunſt und die Revolution“ (1849);
„Das Kunſtwerk der Zukunft“ (1850)
und ſein geniales, epochemachendes
Werk „Oper u. Drama“ (III, 1852).
Jm Jahre 1861 ging W. nach Paris,
um ſeine Oper „Tannhäuſer“ zur
Aufführung zu bringen. Darauf lebte
er eine Zeitlang in Karlsruhe u. in
Petersburg, wo er an der Großfür-
ſtin Helene eine einflußreiche Gön-
nerin fand. Jm Jahre 1863 wurde
W. endlich amneſtiert und im folgen-
den Jahre von dem jungen kunſtſin-
nigen Könige Ludwig II. v. Bayern
nach München berufen, wo er zunächſt
ſeine Dichtung „Triſtan und Jſolde“
zur Aufführung brachte u. ſich dann
mit der Vollendung ſeiner „Nibe-
lungen“ u. „Meiſterſinger zu Nürn-
berg“ beſchäftigte. Politiſche Ver-
hältniſſe veranlaßten den König, den
engen Verkehr mit W. plötzlich abzu-
brechen, worauf dieſer Ende 1865
München verließ u. nach Genf über-
ſiedelte. Zwar kehrte er 1867 nach
Bayerns Hauptſtadt zurück; allein
mancherlei heikle Familienangelegen-
heiten machten ſeine Stellung dort
zu einer ſehr mißlichen, und er zog es
daher vor, ſich 1869 auf ſein Land-
gut Triebſchen bei Luzern zurückzu-
ziehen, wo er mehrere Jahre mit den
Vorarbeiten zu der Aufführung ſei-
ner „Nibelungen“ beſchäftigt war,
ſich auch, da ſeine Gattin Minna, geb.
Planer, 1866 geſtorben war, zum
zweitenmal vermählte, und zwar mit
Coſima von Bülow, einer Tochter
Franz Liſzts und Hans von Bülows
geſchiedener Gattin. Nach dem Kriege
(1870–71) erbaute W. in Baireuth
ein eigenes Theatergebäude mit Un-
terſtützung der vielen Wagner-Vereine
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Wag
und hoher Gönner, und hier wurde
dann im Auguſt 1876 ſeine Oper
„Der Ring der Nibelungen“ in pomp-
hafteſter Weiſe aufgeführt. W. lebte
in der Folge entweder in Baireuth
oder in Jtalien, und in Venedig iſt
er am 13. Februar 1883 geſtorben.

S:

Drei Operndichtungen [Der flie-
gende Holländer. – Tannhäuſer. –
Lohengrin (ſep. 1853)], 1852. – Tri-
ſtan und Jſolde (O.), 1859. – Die
Meiſterſinger v. Nürnberg (O.), 1862.
– Der Ring der Nibelungen (Rhein-
gold. – Die Walküre. – Siegfried. –
Götterdämmerung), 1863. – Rienzi,
der letzte der Tribunen (O.), 1878. –
Parzifal (Bühnenweihfeſtſp.), 1879. –
Geſammelte Schriften u. Dichtungen;
X, 1872–83. 6. A. XII, 1912. – Ent-
würfe, Gedanken, Fragmente (Aus
nachgelaſſenen Papieren), 1885. –
Jeſus von Nazareth (Ein dichteriſcher
Entwurf aus dem Jahre 1848), 1887.
– Briefe an Auguſt Roeckel, eingeführt
durch La Mara, 1894. 2. A. 1903. –
Fünfzehn Briefe (nebſt Erinnergn. u.
Erläuterungen v. Eliza Wille), 1894.
– Nachgelaſſene Schriften und Dich-
tungen, 1895. 2. A. 1902. – Briefe
an Emil Heckel. Zur Entſtehungs-
geſchichte der Bühnenfeſtſpiele in Bai-
reuth; hrsg. v. Karl Heckel, 1898. –
Briefe an Otto Weſendonck; hrsg. v.
Albert Heintz, 1898. – Richard Wag-
ners Gedichte, 1905. – Briefe an eine
Putzmacherin. Veröffentlicht v. Daniel
Spitzer, 1906. – Familienbriefe 1832
bis 1874; 1.–5. T. 1907. – Richard
Wagner an Minna Wagner; II, 1908.
– Baireuther Briefe, 2. Bd.: Richard
Wagner an ſeine Künſtler (1872–83),
hrsg. von Erich Kloſſ, 1908. – Rich.
Wagner an Mathilde Weſendonck
(Tagebuchbl. u. Br. 1853–71), 34. A.
1909. – Mein Leben (Selbſtbiogr.);
II, 1911.

*Wagner, Richard,

geb. am 22.
Novbr. 1868 in Odenhauſen (Kreis
Gießen), wo ſein Vater freiherrlich
Rabenauſcher Gutspächter war, ver-

*
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[303/0307] Wag Wag Jahre lang (1850–58), leitete den dortigen Muſikverein u. erwarb ſich beſonders durch Aufführung Beet- hovenſcher Meiſterwerke unvergäng- liches Verdienſt. Jm übrigen wandte er ſich mehr der Schriftſtellerei zu, u. ſo entſtanden ſeine Schriften „Die Kunſt und die Revolution“ (1849); „Das Kunſtwerk der Zukunft“ (1850) und ſein geniales, epochemachendes Werk „Oper u. Drama“ (III, 1852). Jm Jahre 1861 ging W. nach Paris, um ſeine Oper „Tannhäuſer“ zur Aufführung zu bringen. Darauf lebte er eine Zeitlang in Karlsruhe u. in Petersburg, wo er an der Großfür- ſtin Helene eine einflußreiche Gön- nerin fand. Jm Jahre 1863 wurde W. endlich amneſtiert und im folgen- den Jahre von dem jungen kunſtſin- nigen Könige Ludwig II. v. Bayern nach München berufen, wo er zunächſt ſeine Dichtung „Triſtan und Jſolde“ zur Aufführung brachte u. ſich dann mit der Vollendung ſeiner „Nibe- lungen“ u. „Meiſterſinger zu Nürn- berg“ beſchäftigte. Politiſche Ver- hältniſſe veranlaßten den König, den engen Verkehr mit W. plötzlich abzu- brechen, worauf dieſer Ende 1865 München verließ u. nach Genf über- ſiedelte. Zwar kehrte er 1867 nach Bayerns Hauptſtadt zurück; allein mancherlei heikle Familienangelegen- heiten machten ſeine Stellung dort zu einer ſehr mißlichen, und er zog es daher vor, ſich 1869 auf ſein Land- gut Triebſchen bei Luzern zurückzu- ziehen, wo er mehrere Jahre mit den Vorarbeiten zu der Aufführung ſei- ner „Nibelungen“ beſchäftigt war, ſich auch, da ſeine Gattin Minna, geb. Planer, 1866 geſtorben war, zum zweitenmal vermählte, und zwar mit Coſima von Bülow, einer Tochter Franz Liſzts und Hans von Bülows geſchiedener Gattin. Nach dem Kriege (1870–71) erbaute W. in Baireuth ein eigenes Theatergebäude mit Un- terſtützung der vielen Wagner-Vereine und hoher Gönner, und hier wurde dann im Auguſt 1876 ſeine Oper „Der Ring der Nibelungen“ in pomp- hafteſter Weiſe aufgeführt. W. lebte in der Folge entweder in Baireuth oder in Jtalien, und in Venedig iſt er am 13. Februar 1883 geſtorben. S: Drei Operndichtungen [Der flie- gende Holländer. – Tannhäuſer. – Lohengrin (ſep. 1853)], 1852. – Tri- ſtan und Jſolde (O.), 1859. – Die Meiſterſinger v. Nürnberg (O.), 1862. – Der Ring der Nibelungen (Rhein- gold. – Die Walküre. – Siegfried. – Götterdämmerung), 1863. – Rienzi, der letzte der Tribunen (O.), 1878. – Parzifal (Bühnenweihfeſtſp.), 1879. – Geſammelte Schriften u. Dichtungen; X, 1872–83. 6. A. XII, 1912. – Ent- würfe, Gedanken, Fragmente (Aus nachgelaſſenen Papieren), 1885. – Jeſus von Nazareth (Ein dichteriſcher Entwurf aus dem Jahre 1848), 1887. – Briefe an Auguſt Roeckel, eingeführt durch La Mara, 1894. 2. A. 1903. – Fünfzehn Briefe (nebſt Erinnergn. u. Erläuterungen v. Eliza Wille), 1894. – Nachgelaſſene Schriften und Dich- tungen, 1895. 2. A. 1902. – Briefe an Emil Heckel. Zur Entſtehungs- geſchichte der Bühnenfeſtſpiele in Bai- reuth; hrsg. v. Karl Heckel, 1898. – Briefe an Otto Weſendonck; hrsg. v. Albert Heintz, 1898. – Richard Wag- ners Gedichte, 1905. – Briefe an eine Putzmacherin. Veröffentlicht v. Daniel Spitzer, 1906. – Familienbriefe 1832 bis 1874; 1.–5. T. 1907. – Richard Wagner an Minna Wagner; II, 1908. – Baireuther Briefe, 2. Bd.: Richard Wagner an ſeine Künſtler (1872–83), hrsg. von Erich Kloſſ, 1908. – Rich. Wagner an Mathilde Weſendonck (Tagebuchbl. u. Br. 1853–71), 34. A. 1909. – Mein Leben (Selbſtbiogr.); II, 1911. *Wagner, Richard, geb. am 22. Novbr. 1868 in Odenhauſen (Kreis Gießen), wo ſein Vater freiherrlich Rabenauſcher Gutspächter war, ver- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 303. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/307>, abgerufen am 25.03.2019.