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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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1894 begründeten u. bald über ganz
Deutschland verbreiteten Verein für
Hausbeamtinnen, dessen Vorsitz sie bis
1896 führte, und dessen Ehrenpräsi-
dentin sie dann wurde. Mit vollem
Recht nannte sie daher bei der Feier
ihres 70. Geburtstages der Gemeinde-
rat von Tübingen die "Wohltäterin
der Stadt" und benannte nach ihr
eine Straße die "Weberstraße". Sie
starb am 22. Juni 1901. Das Volk
im weitesten Sinne nahm an ihren
Heimgang Anteil und bereitete ihr
eine großartige Leichenfeier. Außer
zahlreichen Schriften über die Frauen-
frage veröffentlichte sie

S:

Reisebil-
der einer deutschen Kleinstädterin,
1877. - Plaudereien über Paris und
die Weltausstellung, 1878. - Fünf
Novellen, 1890. - Durch Griechen-
land nach Konstantinopel. Eine Ge-
sellschaftsreise in 35 Tagen, 1891.

Weber, Max Maria von,

Sohn
des berühmten Komponisten Karl
Maria von W., wurde nach der All-
gem. deutschen Biographie am 29. Au-
gust 1822 in Dresden geboren, be-
suchte die polytechnische Schule da-
selbst und später die Universität zu
Berlin, wo er die Vorlesungen eines
Dove, Magnus u. Mitscherlich hörte.
Seine praktisch-technischen Studien
machte er in der Maschinenfabrik zu
Übigau bei Dresden und in den Eta-
blissements von A. Borsig in Berlin.
Er fungierte darauf als Bauingenieur
bei verschiedenen Eisenbahnen, bereiste
Deutschland, Belgien, Frankreich u.
arbeitete längere Zeit in England
unter Brunels Leitung an der Great-
Western- und Britanniabahn. Nach-
dem er dann noch den hohen Norden
von Europa u. einen Teil von Nord-
afrika gesehen, kehrte er in die Hei-
mat zurück und leitete von 1846-49
den Bau der Chemnitz-Riesaer Eisen-
bahn. Jm Jahre 1850 trat er in säch-
sische Staatsdienste, führte als Di-
rektor der Staatstelegraphen die Li-
nien in Sachsen aus u. erhielt 1852
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die Stelle eines Finanzrats und Di-
rektors der Staatseisenbahnen. Jn
dieser Stellung entfaltete W. eine
rastlose Tätigkeit, deren weit verbrei-
teter Ruf sogar fremde Regierungen
veranlaßte, ihm junge Fachmänner
zur Ausbildung zuzusenden und in
wichtigen Fragen sein Gutachten zu
hören. So bereiste er 1853 infolge
einer Anregung der französischen Re-
gierung Nordafrika, im Auftrage des
Ministeriums zu Christiania Nor-
wegen, später auf Wunsch der So-
ciete pour la construction des che-
mins de fer de la Turquie
die Bah-
nen des osmanischen Reiches in Eu-
ropa u. Kleinasien. Jm Jahre 1870
gab er diese Stelle vorübergehend
auf, indem er für den Zeitraum von
fünf Jahren (bis 1875) in den öster-
reichischen Staatsdienst eintrat und
dort die Funktionen eines vortragen-
den technisch. Rats im Handelsmini-
sterium versah. Der Mangel an Ste-
tigkeit in den leitenden Grundsätzen
bestimmte ihn, 1875 seine Stelle auf-
zugeben. Er zog sich zunächst ins Pri-
vatleben zurück, stellte aber sehr bald
seine reichen Erfahrungen in den
Dienst des preußischen Staates und
unternahm im Auftrage des preußi-
schen Ministeriums für öffentliche
Arbeiten Studienreisen nach Eng-
land, Skandinavien u. Nordamerika.
Jm Herbst 1880 kehrte er zurück und
trat nun als Geh. Regierungs- und
vortragender Rat formell in den Ver-
band des preußischen Ministeriums.
Aber schon am 18. April 1881 starb
er in Berlin an einem Herzleiden.

S:

Sonette, 1848. - Rolands Graal-
fahrt (G. in Rz.), 1852. - Aus der
Welt der Arbeit, 1868. - Werke und
Tage, 1869. - Schauen u. Schaffen
(Sk.), 1878. - Vom vollen Flügel-
rade (Sk. und Bilder), eingel. von
Max Jähns, 1882. - Aus der Welt
der Arbeit. Gesammelte Schriften;
hrsg. von Maria v. Wildenbruch, geb.
von Weber (s. Tochter), 1907.

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1894 begründeten u. bald über ganz
Deutſchland verbreiteten Verein für
Hausbeamtinnen, deſſen Vorſitz ſie bis
1896 führte, und deſſen Ehrenpräſi-
dentin ſie dann wurde. Mit vollem
Recht nannte ſie daher bei der Feier
ihres 70. Geburtstages der Gemeinde-
rat von Tübingen die „Wohltäterin
der Stadt“ und benannte nach ihr
eine Straße die „Weberſtraße“. Sie
ſtarb am 22. Juni 1901. Das Volk
im weiteſten Sinne nahm an ihren
Heimgang Anteil und bereitete ihr
eine großartige Leichenfeier. Außer
zahlreichen Schriften über die Frauen-
frage veröffentlichte ſie

S:

Reiſebil-
der einer deutſchen Kleinſtädterin,
1877. – Plaudereien über Paris und
die Weltausſtellung, 1878. – Fünf
Novellen, 1890. – Durch Griechen-
land nach Konſtantinopel. Eine Ge-
ſellſchaftsreiſe in 35 Tagen, 1891.

Weber, Max Maria von,

Sohn
des berühmten Komponiſten Karl
Maria von W., wurde nach der All-
gem. deutſchen Biographie am 29. Au-
guſt 1822 in Dresden geboren, be-
ſuchte die polytechniſche Schule da-
ſelbſt und ſpäter die Univerſität zu
Berlin, wo er die Vorleſungen eines
Dove, Magnus u. Mitſcherlich hörte.
Seine praktiſch-techniſchen Studien
machte er in der Maſchinenfabrik zu
Übigau bei Dresden und in den Eta-
bliſſements von A. Borſig in Berlin.
Er fungierte darauf als Bauingenieur
bei verſchiedenen Eiſenbahnen, bereiſte
Deutſchland, Belgien, Frankreich u.
arbeitete längere Zeit in England
unter Brunels Leitung an der Great-
Weſtern- und Britanniabahn. Nach-
dem er dann noch den hohen Norden
von Europa u. einen Teil von Nord-
afrika geſehen, kehrte er in die Hei-
mat zurück und leitete von 1846–49
den Bau der Chemnitz-Rieſaer Eiſen-
bahn. Jm Jahre 1850 trat er in ſäch-
ſiſche Staatsdienſte, führte als Di-
rektor der Staatstelegraphen die Li-
nien in Sachſen aus u. erhielt 1852
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die Stelle eines Finanzrats und Di-
rektors der Staatseiſenbahnen. Jn
dieſer Stellung entfaltete W. eine
raſtloſe Tätigkeit, deren weit verbrei-
teter Ruf ſogar fremde Regierungen
veranlaßte, ihm junge Fachmänner
zur Ausbildung zuzuſenden und in
wichtigen Fragen ſein Gutachten zu
hören. So bereiſte er 1853 infolge
einer Anregung der franzöſiſchen Re-
gierung Nordafrika, im Auftrage des
Miniſteriums zu Chriſtiania Nor-
wegen, ſpäter auf Wunſch der So-
ciété pour la construction des che-
mins de fer de la Turquie
die Bah-
nen des osmaniſchen Reiches in Eu-
ropa u. Kleinaſien. Jm Jahre 1870
gab er dieſe Stelle vorübergehend
auf, indem er für den Zeitraum von
fünf Jahren (bis 1875) in den öſter-
reichiſchen Staatsdienſt eintrat und
dort die Funktionen eines vortragen-
den techniſch. Rats im Handelsmini-
ſterium verſah. Der Mangel an Ste-
tigkeit in den leitenden Grundſätzen
beſtimmte ihn, 1875 ſeine Stelle auf-
zugeben. Er zog ſich zunächſt ins Pri-
vatleben zurück, ſtellte aber ſehr bald
ſeine reichen Erfahrungen in den
Dienſt des preußiſchen Staates und
unternahm im Auftrage des preußi-
ſchen Miniſteriums für öffentliche
Arbeiten Studienreiſen nach Eng-
land, Skandinavien u. Nordamerika.
Jm Herbſt 1880 kehrte er zurück und
trat nun als Geh. Regierungs- und
vortragender Rat formell in den Ver-
band des preußiſchen Miniſteriums.
Aber ſchon am 18. April 1881 ſtarb
er in Berlin an einem Herzleiden.

S:

Sonette, 1848. – Rolands Graal-
fahrt (G. in Rz.), 1852. – Aus der
Welt der Arbeit, 1868. – Werke und
Tage, 1869. – Schauen u. Schaffen
(Sk.), 1878. – Vom vollen Flügel-
rade (Sk. und Bilder), eingel. von
Max Jähns, 1882. – Aus der Welt
der Arbeit. Geſammelte Schriften;
hrsg. von Maria v. Wildenbruch, geb.
von Weber (ſ. Tochter), 1907.

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[342/0346] Web Web 1894 begründeten u. bald über ganz Deutſchland verbreiteten Verein für Hausbeamtinnen, deſſen Vorſitz ſie bis 1896 führte, und deſſen Ehrenpräſi- dentin ſie dann wurde. Mit vollem Recht nannte ſie daher bei der Feier ihres 70. Geburtstages der Gemeinde- rat von Tübingen die „Wohltäterin der Stadt“ und benannte nach ihr eine Straße die „Weberſtraße“. Sie ſtarb am 22. Juni 1901. Das Volk im weiteſten Sinne nahm an ihren Heimgang Anteil und bereitete ihr eine großartige Leichenfeier. Außer zahlreichen Schriften über die Frauen- frage veröffentlichte ſie S: Reiſebil- der einer deutſchen Kleinſtädterin, 1877. – Plaudereien über Paris und die Weltausſtellung, 1878. – Fünf Novellen, 1890. – Durch Griechen- land nach Konſtantinopel. Eine Ge- ſellſchaftsreiſe in 35 Tagen, 1891. Weber, Max Maria von, Sohn des berühmten Komponiſten Karl Maria von W., wurde nach der All- gem. deutſchen Biographie am 29. Au- guſt 1822 in Dresden geboren, be- ſuchte die polytechniſche Schule da- ſelbſt und ſpäter die Univerſität zu Berlin, wo er die Vorleſungen eines Dove, Magnus u. Mitſcherlich hörte. Seine praktiſch-techniſchen Studien machte er in der Maſchinenfabrik zu Übigau bei Dresden und in den Eta- bliſſements von A. Borſig in Berlin. Er fungierte darauf als Bauingenieur bei verſchiedenen Eiſenbahnen, bereiſte Deutſchland, Belgien, Frankreich u. arbeitete längere Zeit in England unter Brunels Leitung an der Great- Weſtern- und Britanniabahn. Nach- dem er dann noch den hohen Norden von Europa u. einen Teil von Nord- afrika geſehen, kehrte er in die Hei- mat zurück und leitete von 1846–49 den Bau der Chemnitz-Rieſaer Eiſen- bahn. Jm Jahre 1850 trat er in ſäch- ſiſche Staatsdienſte, führte als Di- rektor der Staatstelegraphen die Li- nien in Sachſen aus u. erhielt 1852 die Stelle eines Finanzrats und Di- rektors der Staatseiſenbahnen. Jn dieſer Stellung entfaltete W. eine raſtloſe Tätigkeit, deren weit verbrei- teter Ruf ſogar fremde Regierungen veranlaßte, ihm junge Fachmänner zur Ausbildung zuzuſenden und in wichtigen Fragen ſein Gutachten zu hören. So bereiſte er 1853 infolge einer Anregung der franzöſiſchen Re- gierung Nordafrika, im Auftrage des Miniſteriums zu Chriſtiania Nor- wegen, ſpäter auf Wunſch der So- ciété pour la construction des che- mins de fer de la Turquie die Bah- nen des osmaniſchen Reiches in Eu- ropa u. Kleinaſien. Jm Jahre 1870 gab er dieſe Stelle vorübergehend auf, indem er für den Zeitraum von fünf Jahren (bis 1875) in den öſter- reichiſchen Staatsdienſt eintrat und dort die Funktionen eines vortragen- den techniſch. Rats im Handelsmini- ſterium verſah. Der Mangel an Ste- tigkeit in den leitenden Grundſätzen beſtimmte ihn, 1875 ſeine Stelle auf- zugeben. Er zog ſich zunächſt ins Pri- vatleben zurück, ſtellte aber ſehr bald ſeine reichen Erfahrungen in den Dienſt des preußiſchen Staates und unternahm im Auftrage des preußi- ſchen Miniſteriums für öffentliche Arbeiten Studienreiſen nach Eng- land, Skandinavien u. Nordamerika. Jm Herbſt 1880 kehrte er zurück und trat nun als Geh. Regierungs- und vortragender Rat formell in den Ver- band des preußiſchen Miniſteriums. Aber ſchon am 18. April 1881 ſtarb er in Berlin an einem Herzleiden. S: Sonette, 1848. – Rolands Graal- fahrt (G. in Rz.), 1852. – Aus der Welt der Arbeit, 1868. – Werke und Tage, 1869. – Schauen u. Schaffen (Sk.), 1878. – Vom vollen Flügel- rade (Sk. und Bilder), eingel. von Max Jähns, 1882. – Aus der Welt der Arbeit. Geſammelte Schriften; hrsg. von Maria v. Wildenbruch, geb. von Weber (ſ. Tochter), 1907. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 342. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/346>, abgerufen am 21.03.2019.