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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wer
tischen Kultusgemeinde in Wien. Der
Kaiser erhob ihn durch Verleihung
des Ordens der eisernen Krone (1868)
in den österreichischen Ritterstand.
W. starb in Wien am 16. März 1887.

S:

Therese. Ein Handbuch für Müt-
ter und Kinderwärterinnen, 1835. -
Dramatische Beiträge, 1838 (Jnhalt:
Der Hirtensohn. Orig.-Dr. - Der
Buckelige. Schsp. Bearbtg. - Ehe-
liches Leben. Lstsp. Bearbtg. - Der
Mantelsack. Lstsp. Bearb. nach dem
Englischen). - Eudocia (Histor. Dr.),
1879.

*Wertheimer, Paul,

geb. am 4.
Febr. 1874 zu Wien als der Sohn
eines Kaufmanns, absolvierte das
akademische Gymnasium und die juri-
stischen Studien in Wien und Zürich
u. lebt nun nach Erstehung der juri-
stischen Prüfungen als Advokat in
Wien. Seine Muße füllt er durch
kunstgeschichtliche und philologische
Studien, sowie durch schriftstelle-
rische Tätigkeit aus.

S:

Gedichte,
1896. - Neue Gedichte, 1904. - Die
Frau des Raja (Dr.), 1907. - Wenn
zwei dasselbe tun (4 Einakter), 1909.
- Jm Lande der Torheit (Neue V.),
1910. - Kritische Miniaturen, 1911.

Werthenau, Hans von,

Pseud.
für Matthias Edler v. Millesi; s. d.!

*Werther, Karl Ludwig,

geb. am
1. Dezbr. 1809 zu Thürungen, einem
Rittergute seines Vaters, eines hohen
Justizbeamten in sächs. Diensten, ab-
solvierte die Klosterschule zu Roß-
leben u. studierte in Leipzig u. Ber-
lin die Rechte, arbeitete als Referen-
dar in Münster und kam 1837 als
Assessor nach Roßla am Harz. Hier
verfaßte er seinen Roman "Toren-
spiegel", der in humoristisch-satiri-
scher Weise die kleindeutschen Ver-
hältnisse behandelte und auf eine
Zukunft hinwies, welche auch nach
dreißig Jahren seine Jdeen und
Wünsche verwirklichte. Das Buch
machte Aufsehen u. wurde verboten.
Jm Jahre 1842 kam W. nach Nord-
[Spaltenumbruch]

Wer
hausen und später als Stadtgerichts-
rat nach Berlin. Das Jahr 1848
erfaßte auch ihn in seiner ganzen
Gewalt. Zeugnis davon gibt sein
Trauerspiel "Brutus", welches ganz
politischer Natur ist. Wegen seines
Trauerspiels "Liebe u. Staatskunst"
geriet W. 1856 mit Heinr. Laube in
einen literarischen Streit, indem er
behauptete, dieser habe die ihm eigen-
artige Behandlung des Essexstoffes
für sein Trauerspiel "Essex" annek-
tiert. Bis zum Tode seiner Gattin
(1857) war W.s Haus in Berlin ein
Sammelplatz aller schönen Geister,
welche er durch seinen Humor u. seine
Liebenswürdigkeit zu fesseln wußte.
Die letzten Jahre seines Lebens wur-
den durch eine schwere Krankheit ge-
trübt, der er am 13. August 1861 in
Dresden erlag.

S:

Torenspiegel (R.),
von Karl Lampe (pseud.), 1840.
Neue Bearb. u. d. T.: Kleindeutsch-
land, oder: Magnus XCIX. von To-
ren (Kom. R.); II, 1861. - Brutus,
oder: Die Vertreibung der Könige
(Tr.), 1849. - Dramat. Dichtungen,
1855 [Jnhalt: Susanna und Daniel
(Schsp.). - Liebe u. Staatskunst (Tr.)].

*Werther, Julius von,

Sohn des
Vorigen, wurde am 20. Mai 1838 in
Roßla am Harz geboren, besuchte in
Berlin das Gymnasium u. die Uni-
versität, promovierte 1862 in den
Naturwissenschaften, speziell in Geo-
gnosie, und wandte sich dann einer
dramatisch-literarischen Laufbahn zu.
Heinrich Laube und der Schauspieler
Anschütz veranlaßten ihn, sich der
Bühne zu widmen. Als Schauspieler,
wie auch später als Regisseur wirkte
W. unter Dingelstedts Leitung bis
Ende 1867 in Weimar u. publizierte
während dieser Zeit eine Reihe von
Aufsätzen in der Berliner National-
zeitung, welche seine Berufung als
artistischer Direktor des Hof- u. Na-
tionaltheaters in Mannheim veran-
laßten. Hier wirkte er bis 1873 als
Leiter der Bühne u. als dramatischer

*


[Spaltenumbruch]

Wer
tiſchen Kultusgemeinde in Wien. Der
Kaiſer erhob ihn durch Verleihung
des Ordens der eiſernen Krone (1868)
in den öſterreichiſchen Ritterſtand.
W. ſtarb in Wien am 16. März 1887.

S:

Thereſe. Ein Handbuch für Müt-
ter und Kinderwärterinnen, 1835. –
Dramatiſche Beiträge, 1838 (Jnhalt:
Der Hirtenſohn. Orig.-Dr. – Der
Buckelige. Schſp. Bearbtg. – Ehe-
liches Leben. Lſtſp. Bearbtg. – Der
Mantelſack. Lſtſp. Bearb. nach dem
Engliſchen). – Eudocia (Hiſtor. Dr.),
1879.

*Wertheimer, Paul,

geb. am 4.
Febr. 1874 zu Wien als der Sohn
eines Kaufmanns, abſolvierte das
akademiſche Gymnaſium und die juri-
ſtiſchen Studien in Wien und Zürich
u. lebt nun nach Erſtehung der juri-
ſtiſchen Prüfungen als Advokat in
Wien. Seine Muße füllt er durch
kunſtgeſchichtliche und philologiſche
Studien, ſowie durch ſchriftſtelle-
riſche Tätigkeit aus.

S:

Gedichte,
1896. – Neue Gedichte, 1904. – Die
Frau des Raja (Dr.), 1907. – Wenn
zwei dasſelbe tun (4 Einakter), 1909.
– Jm Lande der Torheit (Neue V.),
1910. – Kritiſche Miniaturen, 1911.

Werthenau, Hans von,

Pſeud.
für Matthias Edler v. Milleſi; ſ. d.!

*Werther, Karl Ludwig,

geb. am
1. Dezbr. 1809 zu Thürungen, einem
Rittergute ſeines Vaters, eines hohen
Juſtizbeamten in ſächſ. Dienſten, ab-
ſolvierte die Kloſterſchule zu Roß-
leben u. ſtudierte in Leipzig u. Ber-
lin die Rechte, arbeitete als Referen-
dar in Münſter und kam 1837 als
Aſſeſſor nach Roßla am Harz. Hier
verfaßte er ſeinen Roman „Toren-
ſpiegel“, der in humoriſtiſch-ſatiri-
ſcher Weiſe die kleindeutſchen Ver-
hältniſſe behandelte und auf eine
Zukunft hinwies, welche auch nach
dreißig Jahren ſeine Jdeen und
Wünſche verwirklichte. Das Buch
machte Aufſehen u. wurde verboten.
Jm Jahre 1842 kam W. nach Nord-
[Spaltenumbruch]

Wer
hauſen und ſpäter als Stadtgerichts-
rat nach Berlin. Das Jahr 1848
erfaßte auch ihn in ſeiner ganzen
Gewalt. Zeugnis davon gibt ſein
Trauerſpiel „Brutus“, welches ganz
politiſcher Natur iſt. Wegen ſeines
Trauerſpiels „Liebe u. Staatskunſt“
geriet W. 1856 mit Heinr. Laube in
einen literariſchen Streit, indem er
behauptete, dieſer habe die ihm eigen-
artige Behandlung des Eſſexſtoffes
für ſein Trauerſpiel „Eſſex“ annek-
tiert. Bis zum Tode ſeiner Gattin
(1857) war W.s Haus in Berlin ein
Sammelplatz aller ſchönen Geiſter,
welche er durch ſeinen Humor u. ſeine
Liebenswürdigkeit zu feſſeln wußte.
Die letzten Jahre ſeines Lebens wur-
den durch eine ſchwere Krankheit ge-
trübt, der er am 13. Auguſt 1861 in
Dresden erlag.

S:

Torenſpiegel (R.),
von Karl Lampe (pſeud.), 1840.
Neue Bearb. u. d. T.: Kleindeutſch-
land, oder: Magnus XCIX. von To-
ren (Kom. R.); II, 1861. – Brutus,
oder: Die Vertreibung der Könige
(Tr.), 1849. – Dramat. Dichtungen,
1855 [Jnhalt: Suſanna und Daniel
(Schſp.). – Liebe u. Staatskunſt (Tr.)].

*Werther, Julius von,

Sohn des
Vorigen, wurde am 20. Mai 1838 in
Roßla am Harz geboren, beſuchte in
Berlin das Gymnaſium u. die Uni-
verſität, promovierte 1862 in den
Naturwiſſenſchaften, ſpeziell in Geo-
gnoſie, und wandte ſich dann einer
dramatiſch-literariſchen Laufbahn zu.
Heinrich Laube und der Schauſpieler
Anſchütz veranlaßten ihn, ſich der
Bühne zu widmen. Als Schauſpieler,
wie auch ſpäter als Regiſſeur wirkte
W. unter Dingelſtedts Leitung bis
Ende 1867 in Weimar u. publizierte
während dieſer Zeit eine Reihe von
Aufſätzen in der Berliner National-
zeitung, welche ſeine Berufung als
artiſtiſcher Direktor des Hof- u. Na-
tionaltheaters in Mannheim veran-
laßten. Hier wirkte er bis 1873 als
Leiter der Bühne u. als dramatiſcher

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[408/0412] Wer Wer tiſchen Kultusgemeinde in Wien. Der Kaiſer erhob ihn durch Verleihung des Ordens der eiſernen Krone (1868) in den öſterreichiſchen Ritterſtand. W. ſtarb in Wien am 16. März 1887. S: Thereſe. Ein Handbuch für Müt- ter und Kinderwärterinnen, 1835. – Dramatiſche Beiträge, 1838 (Jnhalt: Der Hirtenſohn. Orig.-Dr. – Der Buckelige. Schſp. Bearbtg. – Ehe- liches Leben. Lſtſp. Bearbtg. – Der Mantelſack. Lſtſp. Bearb. nach dem Engliſchen). – Eudocia (Hiſtor. Dr.), 1879. *Wertheimer, Paul, geb. am 4. Febr. 1874 zu Wien als der Sohn eines Kaufmanns, abſolvierte das akademiſche Gymnaſium und die juri- ſtiſchen Studien in Wien und Zürich u. lebt nun nach Erſtehung der juri- ſtiſchen Prüfungen als Advokat in Wien. Seine Muße füllt er durch kunſtgeſchichtliche und philologiſche Studien, ſowie durch ſchriftſtelle- riſche Tätigkeit aus. S: Gedichte, 1896. – Neue Gedichte, 1904. – Die Frau des Raja (Dr.), 1907. – Wenn zwei dasſelbe tun (4 Einakter), 1909. – Jm Lande der Torheit (Neue V.), 1910. – Kritiſche Miniaturen, 1911. Werthenau, Hans von, Pſeud. für Matthias Edler v. Milleſi; ſ. d.! *Werther, Karl Ludwig, geb. am 1. Dezbr. 1809 zu Thürungen, einem Rittergute ſeines Vaters, eines hohen Juſtizbeamten in ſächſ. Dienſten, ab- ſolvierte die Kloſterſchule zu Roß- leben u. ſtudierte in Leipzig u. Ber- lin die Rechte, arbeitete als Referen- dar in Münſter und kam 1837 als Aſſeſſor nach Roßla am Harz. Hier verfaßte er ſeinen Roman „Toren- ſpiegel“, der in humoriſtiſch-ſatiri- ſcher Weiſe die kleindeutſchen Ver- hältniſſe behandelte und auf eine Zukunft hinwies, welche auch nach dreißig Jahren ſeine Jdeen und Wünſche verwirklichte. Das Buch machte Aufſehen u. wurde verboten. Jm Jahre 1842 kam W. nach Nord- hauſen und ſpäter als Stadtgerichts- rat nach Berlin. Das Jahr 1848 erfaßte auch ihn in ſeiner ganzen Gewalt. Zeugnis davon gibt ſein Trauerſpiel „Brutus“, welches ganz politiſcher Natur iſt. Wegen ſeines Trauerſpiels „Liebe u. Staatskunſt“ geriet W. 1856 mit Heinr. Laube in einen literariſchen Streit, indem er behauptete, dieſer habe die ihm eigen- artige Behandlung des Eſſexſtoffes für ſein Trauerſpiel „Eſſex“ annek- tiert. Bis zum Tode ſeiner Gattin (1857) war W.s Haus in Berlin ein Sammelplatz aller ſchönen Geiſter, welche er durch ſeinen Humor u. ſeine Liebenswürdigkeit zu feſſeln wußte. Die letzten Jahre ſeines Lebens wur- den durch eine ſchwere Krankheit ge- trübt, der er am 13. Auguſt 1861 in Dresden erlag. S: Torenſpiegel (R.), von Karl Lampe (pſeud.), 1840. Neue Bearb. u. d. T.: Kleindeutſch- land, oder: Magnus XCIX. von To- ren (Kom. R.); II, 1861. – Brutus, oder: Die Vertreibung der Könige (Tr.), 1849. – Dramat. Dichtungen, 1855 [Jnhalt: Suſanna und Daniel (Schſp.). – Liebe u. Staatskunſt (Tr.)]. *Werther, Julius von, Sohn des Vorigen, wurde am 20. Mai 1838 in Roßla am Harz geboren, beſuchte in Berlin das Gymnaſium u. die Uni- verſität, promovierte 1862 in den Naturwiſſenſchaften, ſpeziell in Geo- gnoſie, und wandte ſich dann einer dramatiſch-literariſchen Laufbahn zu. Heinrich Laube und der Schauſpieler Anſchütz veranlaßten ihn, ſich der Bühne zu widmen. Als Schauſpieler, wie auch ſpäter als Regiſſeur wirkte W. unter Dingelſtedts Leitung bis Ende 1867 in Weimar u. publizierte während dieſer Zeit eine Reihe von Aufſätzen in der Berliner National- zeitung, welche ſeine Berufung als artiſtiſcher Direktor des Hof- u. Na- tionaltheaters in Mannheim veran- laßten. Hier wirkte er bis 1873 als Leiter der Bühne u. als dramatiſcher *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 408. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/412>, abgerufen am 18.12.2018.