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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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und widmete sich darauf in Ham-
burg der Gravierkunst. Für seine
Leistungen in derselben wurden ihm
von der Hamburger patriotischen Ge-
sellschaft zur Beförderung der Künste
usw. verschiedene Auszeichnungen zu-
teil. Nach zurückgelegten Wander-
jahren gründete er in Pforzheim (Ba-
den) eine Fabrik. Jn seinen Muße-
stunden gab er sich seinen Lieblings-
studien, der Geschichte u. der Kunst-
geschichte, voll Eifer hin und wandte
sich endlich seit 1877 dem Schrift-
stellerberufe ausschließlich zu. Jm J.
1891 siedelte er nach Karlsruhe über,
wo er auch in politischer Hinsicht als
Geschäftsführer der deutsch-freisin-
nigen Partei für Baden u. als Chef-
redakteur des "Badischen Landboten"
tätig war, ging 1896 als Chefredak-
teur der "Düsseldorfer Neuesten Nach-
richten" nach Düsseldorf u. lebte seit
1903 als Redakteur der "Dortmunder
Zeitung" in Dortmund. Hier starb er
am 3. (n. and. 2.) Dezbr. 1909.

S:

Fra
Filippo Lippi (Ep. G.), 1878. - Histo-
ria von Herrn Hartwig u. der treuen
Else, 1879. 3. A. 1890. - Der letzte
Wendenkönig (Romant. G.), 1882.
- Zwölf Balladen, 1883. - Der Zöll-
ner von Klausen (Hist. R.); II, 1884.
- Mit vereinten Kräften (Lsp.), 1878.
- Schön-Düweke (Histor. E.), 1886.
- Der letzte Römer (Hist. R.); III,
1886. - Lavinia Colonna (R.), 1887.
- Geschichte und Dichtung (4 En.),
1883. 4. Aufl. 1905. - Joseph Nassy
(E.), 1888. - Herzensrechte (Schsp.),
1891. - Leonore (E.), 1891. - Der
Sohn der Rose (Märchensp.), 1895.
- Johann von Renys, der Kampf um
Marienburg (E.), 1898. 2. A. 1907.
- Ghitana (O.), 1901. - Signelil
(Ep. G.), 1902. - Zu spät! (Schsp.),
1902. - Herzensrechte (N.), 1903. -
Meister Josephus (Künstlerkomödie),
1903. - Melitta (Einem altdeutschen
Meistersang nachgedichtet), 1906.

*Wildensinn, Hans,

geb. am 8.
August 1867 in Rückersdorf an der
[Spaltenumbruch]

Wil
Pegnitz (Mittelfranken), verlebte auf
dem Gute seines Vaters -- teils hin-
ter den Büchern sitzend, teils Wald
und Flur durchstreifend -- eine über-
aus glückliche Jugend. Von 1881-86
besuchte er die Präparandenschule u.
das Lehrerseminar in Schwabach,
wirkte dann als Lehrer in Erlangen,
Forth und Hersbruck und bekleidet
gegenwärtig (1910) die Stelle eines
Hauptlehrers an der städtischen höhe-
ren Mädchenschule in Fürth (Bayern).

S:

Sonnenwende (Weihnachtsspiel),
1909. - Lieder und Balladen, 1910.

*Wildermann, Ferdinand,

* am
3. Januar 1867 zu Münster in West-
falen, besuchte das dortige Gymna-
sium u. widmete sich dann dem Buch-
handel. Seit 1893 lebt er als Buch-
händler in Neuyork.

S:

Kaiser Maxi-
milian von Mexiko (Tr.), 1893. -
Poesie u. Prosa (Lsp.), 1893. - Heim-
gekehrt (Soz. Schsp.), 1894. - An der
Pforte des Lebens (Festsp.), 1894. -
Der König der Wiedertäufer (Schsp.),
1895. - Der Dämon (Schw.), 1893.
- Ewige Treue (Schsp.), 1895.

*Wildermuth, Adelheid,

wurde
am 3. Febr. 1848 zu Tübingen als die
zweite Tochter des Professors W. u.
dessen Gattin, der bekannten Jugend-
schriftstellerin Ottilie W. (s. u.!) ge-
boren und verlebte mit ihrer älteren
Schwester Agnes (s. Willms!) und
einem Bruder unter der sorgsamen
geistigen Pflege des Vaters und der
liebevollen Leitung der Mutter eine
glückliche Kindheit und Jugend. Der
Besuch einer französischen Pension
brachte die erste längere Entfernung
aus dem Elternhaus; die Ferien ver-
lebte Adelheid gewöhnlich bei Freun-
den in Straßburg. Jn die Heimat
zurückgekehrt, lichtete sich nach und
nach der friedliche Familienkreis; die
Schwester folgte 1866 dem Gatten
nach dem Norden Deutschlands, 1874
starb die Großmutter, 1877 die Mut-
ter, dann folgte der Bruder seinem
Berufe als Arzt, und so blieb Adel-

*


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Wil
und widmete ſich darauf in Ham-
burg der Gravierkunſt. Für ſeine
Leiſtungen in derſelben wurden ihm
von der Hamburger patriotiſchen Ge-
ſellſchaft zur Beförderung der Künſte
uſw. verſchiedene Auszeichnungen zu-
teil. Nach zurückgelegten Wander-
jahren gründete er in Pforzheim (Ba-
den) eine Fabrik. Jn ſeinen Muße-
ſtunden gab er ſich ſeinen Lieblings-
ſtudien, der Geſchichte u. der Kunſt-
geſchichte, voll Eifer hin und wandte
ſich endlich ſeit 1877 dem Schrift-
ſtellerberufe ausſchließlich zu. Jm J.
1891 ſiedelte er nach Karlsruhe über,
wo er auch in politiſcher Hinſicht als
Geſchäftsführer der deutſch-freiſin-
nigen Partei für Baden u. als Chef-
redakteur des „Badiſchen Landboten“
tätig war, ging 1896 als Chefredak-
teur der „Düſſeldorfer Neueſten Nach-
richten“ nach Düſſeldorf u. lebte ſeit
1903 als Redakteur der „Dortmunder
Zeitung“ in Dortmund. Hier ſtarb er
am 3. (n. and. 2.) Dezbr. 1909.

S:

Fra
Filippo Lippi (Ep. G.), 1878. – Hiſto-
ria von Herrn Hartwig u. der treuen
Elſe, 1879. 3. A. 1890. – Der letzte
Wendenkönig (Romant. G.), 1882.
– Zwölf Balladen, 1883. – Der Zöll-
ner von Klauſen (Hiſt. R.); II, 1884.
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– Der letzte Römer (Hiſt. R.); III,
1886. – Lavinia Colonna (R.), 1887.
– Geſchichte und Dichtung (4 En.),
1883. 4. Aufl. 1905. – Joſeph Naſſy
(E.), 1888. – Herzensrechte (Schſp.),
1891. – Leonore (E.), 1891. – Der
Sohn der Roſe (Märchenſp.), 1895.
– Johann von Renys, der Kampf um
Marienburg (E.), 1898. 2. A. 1907.
– Ghitana (O.), 1901. – Signelil
(Ep. G.), 1902. – Zu ſpät! (Schſp.),
1902. – Herzensrechte (N.), 1903. –
Meiſter Joſephus (Künſtlerkomödie),
1903. – Melitta (Einem altdeutſchen
Meiſterſang nachgedichtet), 1906.

*Wildenſinn, Hans,

geb. am 8.
Auguſt 1867 in Rückersdorf an der
[Spaltenumbruch]

Wil
Pegnitz (Mittelfranken), verlebte auf
dem Gute ſeines Vaters — teils hin-
ter den Büchern ſitzend, teils Wald
und Flur durchſtreifend — eine über-
aus glückliche Jugend. Von 1881–86
beſuchte er die Präparandenſchule u.
das Lehrerſeminar in Schwabach,
wirkte dann als Lehrer in Erlangen,
Forth und Hersbruck und bekleidet
gegenwärtig (1910) die Stelle eines
Hauptlehrers an der ſtädtiſchen höhe-
ren Mädchenſchule in Fürth (Bayern).

S:

Sonnenwende (Weihnachtsſpiel),
1909. – Lieder und Balladen, 1910.

*Wildermann, Ferdinand,

* am
3. Januar 1867 zu Münſter in Weſt-
falen, beſuchte das dortige Gymna-
ſium u. widmete ſich dann dem Buch-
handel. Seit 1893 lebt er als Buch-
händler in Neuyork.

S:

Kaiſer Maxi-
milian von Mexiko (Tr.), 1893. –
Poeſie u. Proſa (Lſp.), 1893. – Heim-
gekehrt (Soz. Schſp.), 1894. – An der
Pforte des Lebens (Feſtſp.), 1894. –
Der König der Wiedertäufer (Schſp.),
1895. – Der Dämon (Schw.), 1893.
– Ewige Treue (Schſp.), 1895.

*Wildermuth, Adelheid,

wurde
am 3. Febr. 1848 zu Tübingen als die
zweite Tochter des Profeſſors W. u.
deſſen Gattin, der bekannten Jugend-
ſchriftſtellerin Ottilie W. (ſ. u.!) ge-
boren und verlebte mit ihrer älteren
Schweſter Agnes (ſ. Willms!) und
einem Bruder unter der ſorgſamen
geiſtigen Pflege des Vaters und der
liebevollen Leitung der Mutter eine
glückliche Kindheit und Jugend. Der
Beſuch einer franzöſiſchen Penſion
brachte die erſte längere Entfernung
aus dem Elternhaus; die Ferien ver-
lebte Adelheid gewöhnlich bei Freun-
den in Straßburg. Jn die Heimat
zurückgekehrt, lichtete ſich nach und
nach der friedliche Familienkreis; die
Schweſter folgte 1866 dem Gatten
nach dem Norden Deutſchlands, 1874
ſtarb die Großmutter, 1877 die Mut-
ter, dann folgte der Bruder ſeinem
Berufe als Arzt, und ſo blieb Adel-

*
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[447/0451] Wil Wil und widmete ſich darauf in Ham- burg der Gravierkunſt. Für ſeine Leiſtungen in derſelben wurden ihm von der Hamburger patriotiſchen Ge- ſellſchaft zur Beförderung der Künſte uſw. verſchiedene Auszeichnungen zu- teil. Nach zurückgelegten Wander- jahren gründete er in Pforzheim (Ba- den) eine Fabrik. Jn ſeinen Muße- ſtunden gab er ſich ſeinen Lieblings- ſtudien, der Geſchichte u. der Kunſt- geſchichte, voll Eifer hin und wandte ſich endlich ſeit 1877 dem Schrift- ſtellerberufe ausſchließlich zu. Jm J. 1891 ſiedelte er nach Karlsruhe über, wo er auch in politiſcher Hinſicht als Geſchäftsführer der deutſch-freiſin- nigen Partei für Baden u. als Chef- redakteur des „Badiſchen Landboten“ tätig war, ging 1896 als Chefredak- teur der „Düſſeldorfer Neueſten Nach- richten“ nach Düſſeldorf u. lebte ſeit 1903 als Redakteur der „Dortmunder Zeitung“ in Dortmund. Hier ſtarb er am 3. (n. and. 2.) Dezbr. 1909. S: Fra Filippo Lippi (Ep. G.), 1878. – Hiſto- ria von Herrn Hartwig u. der treuen Elſe, 1879. 3. A. 1890. – Der letzte Wendenkönig (Romant. G.), 1882. – Zwölf Balladen, 1883. – Der Zöll- ner von Klauſen (Hiſt. R.); II, 1884. – Mit vereinten Kräften (Lſp.), 1878. – Schön-Düweke (Hiſtor. E.), 1886. – Der letzte Römer (Hiſt. R.); III, 1886. – Lavinia Colonna (R.), 1887. – Geſchichte und Dichtung (4 En.), 1883. 4. Aufl. 1905. – Joſeph Naſſy (E.), 1888. – Herzensrechte (Schſp.), 1891. – Leonore (E.), 1891. – Der Sohn der Roſe (Märchenſp.), 1895. – Johann von Renys, der Kampf um Marienburg (E.), 1898. 2. A. 1907. – Ghitana (O.), 1901. – Signelil (Ep. G.), 1902. – Zu ſpät! (Schſp.), 1902. – Herzensrechte (N.), 1903. – Meiſter Joſephus (Künſtlerkomödie), 1903. – Melitta (Einem altdeutſchen Meiſterſang nachgedichtet), 1906. *Wildenſinn, Hans, geb. am 8. Auguſt 1867 in Rückersdorf an der Pegnitz (Mittelfranken), verlebte auf dem Gute ſeines Vaters — teils hin- ter den Büchern ſitzend, teils Wald und Flur durchſtreifend — eine über- aus glückliche Jugend. Von 1881–86 beſuchte er die Präparandenſchule u. das Lehrerſeminar in Schwabach, wirkte dann als Lehrer in Erlangen, Forth und Hersbruck und bekleidet gegenwärtig (1910) die Stelle eines Hauptlehrers an der ſtädtiſchen höhe- ren Mädchenſchule in Fürth (Bayern). S: Sonnenwende (Weihnachtsſpiel), 1909. – Lieder und Balladen, 1910. *Wildermann, Ferdinand, * am 3. Januar 1867 zu Münſter in Weſt- falen, beſuchte das dortige Gymna- ſium u. widmete ſich dann dem Buch- handel. Seit 1893 lebt er als Buch- händler in Neuyork. S: Kaiſer Maxi- milian von Mexiko (Tr.), 1893. – Poeſie u. Proſa (Lſp.), 1893. – Heim- gekehrt (Soz. Schſp.), 1894. – An der Pforte des Lebens (Feſtſp.), 1894. – Der König der Wiedertäufer (Schſp.), 1895. – Der Dämon (Schw.), 1893. – Ewige Treue (Schſp.), 1895. *Wildermuth, Adelheid, wurde am 3. Febr. 1848 zu Tübingen als die zweite Tochter des Profeſſors W. u. deſſen Gattin, der bekannten Jugend- ſchriftſtellerin Ottilie W. (ſ. u.!) ge- boren und verlebte mit ihrer älteren Schweſter Agnes (ſ. Willms!) und einem Bruder unter der ſorgſamen geiſtigen Pflege des Vaters und der liebevollen Leitung der Mutter eine glückliche Kindheit und Jugend. Der Beſuch einer franzöſiſchen Penſion brachte die erſte längere Entfernung aus dem Elternhaus; die Ferien ver- lebte Adelheid gewöhnlich bei Freun- den in Straßburg. Jn die Heimat zurückgekehrt, lichtete ſich nach und nach der friedliche Familienkreis; die Schweſter folgte 1866 dem Gatten nach dem Norden Deutſchlands, 1874 ſtarb die Großmutter, 1877 die Mut- ter, dann folgte der Bruder ſeinem Berufe als Arzt, und ſo blieb Adel- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 447. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/451>, abgerufen am 22.03.2019.