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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Win
am 6. April 1905. Sein Arbeitsge-
biet war die Erforschung des latei-
nischen Schrifttums, insbesondere der
römischen Poesie in der Zeit des Aus-
gangs des Altertums und während
des Mittelalters.

S:

Gedichte, 1905.

*Winter-Hjelm, Thorolf, pseud.
E. Bier,

wurde am 14. April 1873
zu Christiania in Norwegen von evan-
gelischen Eltern geboren, ging mit 15
Jahren nach Deutschland, um sich dem
Handelsstande zu widmen, studierte
inzwischen eifrig Philosophie u. mo-
derne Sprachen u. arbeitete als poli-
tischer Schriftsteller hauptsächlich für
Gleichberechtigung der Juden. Er lebt
gegenwärtig (1895) in Potsdam, wo
er in einem Engrosgeschäft tätig ist.

S:

Die Jüdin (Politisches Familien-
drama), 1894. - Der Tod Caliguli
(Literar.-satir. Sittendrama), 1894.

*Wintermantel, Rudolf,

geb.
am 31. Mai 1877 in Sankt Georgen
im badischen Schwarzwalde als der
Sohn des dortigen Weinhändlers,
Landwirts u. Bürgermeisters, jetzigen
Privatmanns Jakob W., war in seiner
Jugend ein schwächliches und kränk-
liches Kind, so daß er erst mit 14 Jah-
ren die Schule regelmäßig besuchen
konnte. Aus der Volksschule entlassen,
ging er zur höheren Handelsschule in
Kirchheim (Württemberg) über, die
er mit guten Zeugnissen verließ, und
weilte nach seinem 17. Lebensjahre,
da er zum Nachfolger im väterlichen
Geschäft und Beruf bestimmt war, in
Freiburg i. B., Genf und Brüssel,
überall verschiedene Privatschulen be-
suchend und durch eifriges Selbst-
studium seine Kenntnisse erweiternd.
Heimgekehrt, übernahm er später das
väterliche Eigentum: er verkauft seine
Weine, pflügt seinen Acker u. erhöht
fein Wohlbehagen durch dichterische
Betätigung auf dem Gebiet der schwä-
bischen Mundart, der er gern seine
Mußestunden widmet. S: Von des
Schwarzwalds Höhen (Ge. in schwäb.
Mdt.), 1899. 2. A. 1910 (Sv.). Hei-
[Spaltenumbruch]

Win
mat (desgl.), 1905. 3. A. 1910 (Sv.)
- Folgende als Manuskr. gedruckte
Volksstücke: Vor der Hochzeit. - Der
Galgenbauer. - Die Schmach. - D'r
ledig Bue. - Gorranche (Courage),
(sämtlich Sv.).

Wintern, J.,

Pseud. für Jakob
Winternitz
; s. d.!

Winternitz, Jakob Edler von,

geb. am 3. März 1843 zu Horazdio-
witz in Böhmen, machte seine Studien
in Prag u. kam 1861 nach Wien, wo
er 1865 in die Journalistik eintrat.
Er gehörte zunächst der Redaktion des
"Neuen Fremdenblatt" an, zu wel-
cher er auch, nachdem er 1866-70 in
der Redaktion der Presse tätig ge-
wesen, zurückkehrte. Im Jahre 1876
wurde er Beamter des literarischen
Bureaus des k. k. Ministeriums des
Auswärtigen, in welchem er noch
heute mit dem Range und Titel eines
Regierungsrats tätig ist. Im Jahre
1897 erhob ihn der Kaiser in den Adel-
stand.

S:

Wie einst im Mai (E.),
1891.

*Wintterlin, Georg August,

wur-
de am 13. Juni 1832 zu Stuttgart
als der Sohn des späteren Hofdomä-
nenrats Friedrich W. geboren, erhielt
seine theologisch-philologische Vor-
bildung im niederen Seminar zu
Urach, studierte im Tübinger Stifte
neben Philosophie und Theologie
hauptsächlich Philologie und Kunst-
geschichte und setzte die letzteren Stu-
dien in Berlin, London u. Paris fort.
Nachdem er sich 1855 die philosophische
Doktorwürde erworben, trat er für
kurze Zeit, als Vikar in Weinsberg,
in den praktischen Kirchendienst ein,
ging aber bald zum Lehrberuf über.
Von 1856-60 wirkte er als Lehrer
für Geschichte, deutsche Sprache und
Literatur und Philosophie an der
Kriegsschule in Ludwigsburg u. wei-
tere fünf Jahre als Hilfslehrer am
Obergymnasium in Stuttgart, vor-
übergehend auch am Blaubeurer Se-
minar und bestand in dieser Zeit


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Win
am 6. April 1905. Sein Arbeitsge-
biet war die Erforſchung des latei-
niſchen Schrifttums, insbeſondere der
römiſchen Poeſie in der Zeit des Aus-
gangs des Altertums und während
des Mittelalters.

S:

Gedichte, 1905.

*Winter-Hjelm, Thorolf, pſeud.
E. Bier,

wurde am 14. April 1873
zu Chriſtiania in Norwegen von evan-
geliſchen Eltern geboren, ging mit 15
Jahren nach Deutſchland, um ſich dem
Handelsſtande zu widmen, ſtudierte
inzwiſchen eifrig Philoſophie u. mo-
derne Sprachen u. arbeitete als poli-
tiſcher Schriftſteller hauptſächlich für
Gleichberechtigung der Juden. Er lebt
gegenwärtig (1895) in Potſdam, wo
er in einem Engrosgeſchäft tätig iſt.

S:

Die Jüdin (Politiſches Familien-
drama), 1894. – Der Tod Caliguli
(Literar.-ſatir. Sittendrama), 1894.

*Wintermantel, Rudolf,

geb.
am 31. Mai 1877 in Sankt Georgen
im badiſchen Schwarzwalde als der
Sohn des dortigen Weinhändlers,
Landwirts u. Bürgermeiſters, jetzigen
Privatmanns Jakob W., war in ſeiner
Jugend ein ſchwächliches und kränk-
liches Kind, ſo daß er erſt mit 14 Jah-
ren die Schule regelmäßig beſuchen
konnte. Aus der Volksſchule entlaſſen,
ging er zur höheren Handelsſchule in
Kirchheim (Württemberg) über, die
er mit guten Zeugniſſen verließ, und
weilte nach ſeinem 17. Lebensjahre,
da er zum Nachfolger im väterlichen
Geſchäft und Beruf beſtimmt war, in
Freiburg i. B., Genf und Brüſſel,
überall verſchiedene Privatſchulen be-
ſuchend und durch eifriges Selbſt-
ſtudium ſeine Kenntniſſe erweiternd.
Heimgekehrt, übernahm er ſpäter das
väterliche Eigentum: er verkauft ſeine
Weine, pflügt ſeinen Acker u. erhöht
fein Wohlbehagen durch dichteriſche
Betätigung auf dem Gebiet der ſchwä-
biſchen Mundart, der er gern ſeine
Mußeſtunden widmet. S: Von des
Schwarzwalds Höhen (Ge. in ſchwäb.
Mdt.), 1899. 2. A. 1910 (Sv.). Hei-
[Spaltenumbruch]

Win
mat (desgl.), 1905. 3. A. 1910 (Sv.)
– Folgende als Manuſkr. gedruckte
Volksſtücke: Vor der Hochzeit. – Der
Galgenbauer. – Die Schmach. – D'r
ledig Bue. – Gorranche (Courage),
(ſämtlich Sv.).

Wintern, J.,

Pſeud. für Jakob
Winternitz
; ſ. d.!

Winternitz, Jakob Edler von,

geb. am 3. März 1843 zu Horazdio-
witz in Böhmen, machte ſeine Studien
in Prag u. kam 1861 nach Wien, wo
er 1865 in die Journaliſtik eintrat.
Er gehörte zunächſt der Redaktion des
„Neuen Fremdenblatt“ an, zu wel-
cher er auch, nachdem er 1866–70 in
der Redaktion der Preſſe tätig ge-
weſen, zurückkehrte. Im Jahre 1876
wurde er Beamter des literariſchen
Bureaus des k. k. Miniſteriums des
Auſwärtigen, in welchem er noch
heute mit dem Range und Titel eines
Regierungsrats tätig iſt. Im Jahre
1897 erhob ihn der Kaiſer in den Adel-
ſtand.

S:

Wie einſt im Mai (E.),
1891.

*Wintterlin, Georg Auguſt,

wur-
de am 13. Juni 1832 zu Stuttgart
als der Sohn des ſpäteren Hofdomä-
nenrats Friedrich W. geboren, erhielt
ſeine theologiſch-philologiſche Vor-
bildung im niederen Seminar zu
Urach, ſtudierte im Tübinger Stifte
neben Philoſophie und Theologie
hauptſächlich Philologie und Kunſt-
geſchichte und ſetzte die letzteren Stu-
dien in Berlin, London u. Paris fort.
Nachdem er ſich 1855 die philoſophiſche
Doktorwürde erworben, trat er für
kurze Zeit, als Vikar in Weinsberg,
in den praktiſchen Kirchendienſt ein,
ging aber bald zum Lehrberuf über.
Von 1856–60 wirkte er als Lehrer
für Geſchichte, deutſche Sprache und
Literatur und Philoſophie an der
Kriegsſchule in Ludwigsburg u. wei-
tere fünf Jahre als Hilfslehrer am
Obergymnaſium in Stuttgart, vor-
übergehend auch am Blaubeurer Se-
minar und beſtand in dieſer Zeit

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[476/0480] Win Win am 6. April 1905. Sein Arbeitsge- biet war die Erforſchung des latei- niſchen Schrifttums, insbeſondere der römiſchen Poeſie in der Zeit des Aus- gangs des Altertums und während des Mittelalters. S: Gedichte, 1905. *Winter-Hjelm, Thorolf, pſeud. E. Bier, wurde am 14. April 1873 zu Chriſtiania in Norwegen von evan- geliſchen Eltern geboren, ging mit 15 Jahren nach Deutſchland, um ſich dem Handelsſtande zu widmen, ſtudierte inzwiſchen eifrig Philoſophie u. mo- derne Sprachen u. arbeitete als poli- tiſcher Schriftſteller hauptſächlich für Gleichberechtigung der Juden. Er lebt gegenwärtig (1895) in Potſdam, wo er in einem Engrosgeſchäft tätig iſt. S: Die Jüdin (Politiſches Familien- drama), 1894. – Der Tod Caliguli (Literar.-ſatir. Sittendrama), 1894. *Wintermantel, Rudolf, geb. am 31. Mai 1877 in Sankt Georgen im badiſchen Schwarzwalde als der Sohn des dortigen Weinhändlers, Landwirts u. Bürgermeiſters, jetzigen Privatmanns Jakob W., war in ſeiner Jugend ein ſchwächliches und kränk- liches Kind, ſo daß er erſt mit 14 Jah- ren die Schule regelmäßig beſuchen konnte. Aus der Volksſchule entlaſſen, ging er zur höheren Handelsſchule in Kirchheim (Württemberg) über, die er mit guten Zeugniſſen verließ, und weilte nach ſeinem 17. Lebensjahre, da er zum Nachfolger im väterlichen Geſchäft und Beruf beſtimmt war, in Freiburg i. B., Genf und Brüſſel, überall verſchiedene Privatſchulen be- ſuchend und durch eifriges Selbſt- ſtudium ſeine Kenntniſſe erweiternd. Heimgekehrt, übernahm er ſpäter das väterliche Eigentum: er verkauft ſeine Weine, pflügt ſeinen Acker u. erhöht fein Wohlbehagen durch dichteriſche Betätigung auf dem Gebiet der ſchwä- biſchen Mundart, der er gern ſeine Mußeſtunden widmet. S: Von des Schwarzwalds Höhen (Ge. in ſchwäb. Mdt.), 1899. 2. A. 1910 (Sv.). Hei- mat (desgl.), 1905. 3. A. 1910 (Sv.) – Folgende als Manuſkr. gedruckte Volksſtücke: Vor der Hochzeit. – Der Galgenbauer. – Die Schmach. – D'r ledig Bue. – Gorranche (Courage), (ſämtlich Sv.). Wintern, J., Pſeud. für Jakob Winternitz; ſ. d.! Winternitz, Jakob Edler von, geb. am 3. März 1843 zu Horazdio- witz in Böhmen, machte ſeine Studien in Prag u. kam 1861 nach Wien, wo er 1865 in die Journaliſtik eintrat. Er gehörte zunächſt der Redaktion des „Neuen Fremdenblatt“ an, zu wel- cher er auch, nachdem er 1866–70 in der Redaktion der Preſſe tätig ge- weſen, zurückkehrte. Im Jahre 1876 wurde er Beamter des literariſchen Bureaus des k. k. Miniſteriums des Auſwärtigen, in welchem er noch heute mit dem Range und Titel eines Regierungsrats tätig iſt. Im Jahre 1897 erhob ihn der Kaiſer in den Adel- ſtand. S: Wie einſt im Mai (E.), 1891. *Wintterlin, Georg Auguſt, wur- de am 13. Juni 1832 zu Stuttgart als der Sohn des ſpäteren Hofdomä- nenrats Friedrich W. geboren, erhielt ſeine theologiſch-philologiſche Vor- bildung im niederen Seminar zu Urach, ſtudierte im Tübinger Stifte neben Philoſophie und Theologie hauptſächlich Philologie und Kunſt- geſchichte und ſetzte die letzteren Stu- dien in Berlin, London u. Paris fort. Nachdem er ſich 1855 die philoſophiſche Doktorwürde erworben, trat er für kurze Zeit, als Vikar in Weinsberg, in den praktiſchen Kirchendienſt ein, ging aber bald zum Lehrberuf über. Von 1856–60 wirkte er als Lehrer für Geſchichte, deutſche Sprache und Literatur und Philoſophie an der Kriegsſchule in Ludwigsburg u. wei- tere fünf Jahre als Hilfslehrer am Obergymnaſium in Stuttgart, vor- übergehend auch am Blaubeurer Se- minar und beſtand in dieſer Zeit

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 7. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 476. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon07_1913/480>, abgerufen am 18.03.2019.