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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Zed
man heulen! - Zu spät! - IV. Er hat
recht! - Durchs Fernrohr! - Eine
Anzeige). - Zurück (Lustsp.), 1860. -
Ausgewählte kleine Lustspiele für
Haus- u. Gesellschaftstheater, 1879.

*Zedelius, Marie,

pseudon. F. L.
Reimar, wurde als zweitältestes
Kind eines angesehenen Arztes am
27. Febr. 1826 in dem oldenburgi-
schen Flecken Ovelgoenne geboren u.
hat daselbst ihren Wohnsitz gehabt,
bis sie, zwei Jahre nach dem Tode
des Vaters, im Frühling 1868 mit der
Mutter und zwei jüngeren Schwe-
stern nach Oldenburg übersiedelte.
Jhr ganzer Entwicklungsgang knüpft
sich an das Leben im Elternhause.
Dem vereinigten Einfluß des mit um-
fassendem Wissen und unermüdlichem
Streben ausgerüsteten Vaters u. der
poetisch veranlagten u. mit lebhafter
Empfänglichkeit für alles Schöne be-
gabten Mutter ist es zuzuschreiben,
daß mancher angeborene Keim in der
Tochter zur Entwicklung gelangte u.
diese ihr Jugendleben als ein unge-
wöhnlich heiteres und glückliches be-
zeichnen konnte. Die Liebe zum Schö-
nen, namentlich für alles dichterisch
Schöne, lag schon frühe in dem Wesen
der Tochter. Von Jugend auf an
Kurzsichtigkeit leidend und daher ge-
nötigt, zur Aufnahme der Außenwelt
das geistige Auge zu Hilfe zu nehmen,
hatte ihre Phantasie reichliche Übung.
Zu schriftstellerischer Produktion aber
gelangte sie erst in vollständig rei-
fem Lebensalter, im Jahre 1863, seit
welcher Zeit sie in den gelesensten
Zeitschriften Deutschlands (Garten-
laube, Hausblättern, Westermanns
Monatsheften, Über Land und Meer,
Daheim, Salon, Jllustrierten Welt
u. a.) eine Reihe von Novellen ver-
öffentlichte. Sie starb in Oldenburg
nach längerem Leiden am 4. April
1892.

S:

Wechselnde Lichter (Nn.),
1875 (Jnhalt: Elisabeth. - Auf der
Klippe. - Jm Zirkus. - Getrennt. -
Dunkle Wolken. - Eine dunkle Tat.
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Zed
- Steuerlos. - Bezwungen. - Lor-
beeren). - Durch die Brandung (N.),
1877. - Finstere Gewalten (N.), 1880.
2. A. u. d. T.: Elisabeth und andere
Novellen, 1886. - Doch! (Lsp.), 1885.
- Gelöste Bande (N.), 1888. - Auf
eigenen Füßen (N.), 1889.

*Zedelius, Theodore,

pseud. Th.
Justus,
eine Schwester der Vorigen,
ist am 25. Jan. 1834 zu Ovelgoenne
geboren und unter den nämlichen Be-
dingungen und Lebensverhältnissen
aufgewachsen wie ihre ältere Schwe-
ster. Die scharfe Entwicklung ihrer
Sinne führte sie schon frühe auf die
Beobachtung der Wirklichkeit, u. wenn
sie ihren Vater auf seinen Fahrten in
die Umgegend begleitete, so nahm sie
das Bild der Landschaft und der sie
bewohnenden Menschen mit photo-
graphischer Treue in sich auf. So kam
es denn gleichsam von selbst, daß, als
sie später zur Feder griff, Land und
Leute ihrer engeren Heimat in ihren
Erzählungen Leben und Gestalt ge-
wannen, namentlich seitdem weitere
Reisen ihr den Gegensatz heimischer
Natur u. heimischen Volkscharakters
zu demjenigen anderer Gegenden klar
zum Bewußtsein gebracht hatten. Da-
zu kam, daß sie nicht nur in ihrem
Heimatorte, sondern auch durch län-
geren oder kürzeren Aufenthalt auf
den verschiedenen Nordseeinseln mit
dem Leben und Treiben der seemän-
nischen Bevölkerung innig vertraut
geworden war und sich aus dieser
Vertrautheit für sie eine Fülle von
Motiven ergab. Seit 1863 schriftstelle-
risch tätig, wurde sie doch erst 1874
durch den neu begründeten "Nord-
westdeutschen Volksschriftenverlag"
weiteren Kreisen bekannt. Sie lebte
im Verein mit einer jüngeren Schwe-
ster in Oldenburg bis zu ihrem Tode,
der im Juni 1905 eintrat.

S:

Um
Geld und Gut (E.), 1876. - Jn Stur-
mesfluten. Auf dem Moor (2 En.),
1876. 13. T. 1908. - Der Westerhof
(E.), 1876. - Tannenreis (E.), 1877.

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Zed
man heulen! – Zu ſpät! – IV. Er hat
recht! – Durchs Fernrohr! – Eine
Anzeige). – Zurück (Luſtſp.), 1860. –
Ausgewählte kleine Luſtſpiele für
Haus- u. Geſellſchaftstheater, 1879.

*Zedelius, Marie,

pſeudon. F. L.
Reimar, wurde als zweitälteſtes
Kind eines angeſehenen Arztes am
27. Febr. 1826 in dem oldenburgi-
ſchen Flecken Ovelgoenne geboren u.
hat daſelbſt ihren Wohnſitz gehabt,
bis ſie, zwei Jahre nach dem Tode
des Vaters, im Frühling 1868 mit der
Mutter und zwei jüngeren Schwe-
ſtern nach Oldenburg überſiedelte.
Jhr ganzer Entwicklungsgang knüpft
ſich an das Leben im Elternhauſe.
Dem vereinigten Einfluß des mit um-
faſſendem Wiſſen und unermüdlichem
Streben ausgerüſteten Vaters u. der
poetiſch veranlagten u. mit lebhafter
Empfänglichkeit für alles Schöne be-
gabten Mutter iſt es zuzuſchreiben,
daß mancher angeborene Keim in der
Tochter zur Entwicklung gelangte u.
dieſe ihr Jugendleben als ein unge-
wöhnlich heiteres und glückliches be-
zeichnen konnte. Die Liebe zum Schö-
nen, namentlich für alles dichteriſch
Schöne, lag ſchon frühe in dem Weſen
der Tochter. Von Jugend auf an
Kurzſichtigkeit leidend und daher ge-
nötigt, zur Aufnahme der Außenwelt
das geiſtige Auge zu Hilfe zu nehmen,
hatte ihre Phantaſie reichliche Übung.
Zu ſchriftſtelleriſcher Produktion aber
gelangte ſie erſt in vollſtändig rei-
fem Lebensalter, im Jahre 1863, ſeit
welcher Zeit ſie in den geleſenſten
Zeitſchriften Deutſchlands (Garten-
laube, Hausblättern, Weſtermanns
Monatsheften, Über Land und Meer,
Daheim, Salon, Jlluſtrierten Welt
u. a.) eine Reihe von Novellen ver-
öffentlichte. Sie ſtarb in Oldenburg
nach längerem Leiden am 4. April
1892.

S:

Wechſelnde Lichter (Nn.),
1875 (Jnhalt: Eliſabeth. – Auf der
Klippe. – Jm Zirkus. – Getrennt. –
Dunkle Wolken. – Eine dunkle Tat.
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Zed
– Steuerlos. – Bezwungen. – Lor-
beeren). – Durch die Brandung (N.),
1877. – Finſtere Gewalten (N.), 1880.
2. A. u. d. T.: Eliſabeth und andere
Novellen, 1886. – Doch! (Lſp.), 1885.
– Gelöſte Bande (N.), 1888. – Auf
eigenen Füßen (N.), 1889.

*Zedelius, Theodore,

pſeud. Th.
Juſtus,
eine Schweſter der Vorigen,
iſt am 25. Jan. 1834 zu Ovelgoenne
geboren und unter den nämlichen Be-
dingungen und Lebensverhältniſſen
aufgewachſen wie ihre ältere Schwe-
ſter. Die ſcharfe Entwicklung ihrer
Sinne führte ſie ſchon frühe auf die
Beobachtung der Wirklichkeit, u. wenn
ſie ihren Vater auf ſeinen Fahrten in
die Umgegend begleitete, ſo nahm ſie
das Bild der Landſchaft und der ſie
bewohnenden Menſchen mit photo-
graphiſcher Treue in ſich auf. So kam
es denn gleichſam von ſelbſt, daß, als
ſie ſpäter zur Feder griff, Land und
Leute ihrer engeren Heimat in ihren
Erzählungen Leben und Geſtalt ge-
wannen, namentlich ſeitdem weitere
Reiſen ihr den Gegenſatz heimiſcher
Natur u. heimiſchen Volkscharakters
zu demjenigen anderer Gegenden klar
zum Bewußtſein gebracht hatten. Da-
zu kam, daß ſie nicht nur in ihrem
Heimatorte, ſondern auch durch län-
geren oder kürzeren Aufenthalt auf
den verſchiedenen Nordſeeinſeln mit
dem Leben und Treiben der ſeemän-
niſchen Bevölkerung innig vertraut
geworden war und ſich aus dieſer
Vertrautheit für ſie eine Fülle von
Motiven ergab. Seit 1863 ſchriftſtelle-
riſch tätig, wurde ſie doch erſt 1874
durch den neu begründeten „Nord-
weſtdeutſchen Volksſchriftenverlag“
weiteren Kreiſen bekannt. Sie lebte
im Verein mit einer jüngeren Schwe-
ſter in Oldenburg bis zu ihrem Tode,
der im Juni 1905 eintrat.

S:

Um
Geld und Gut (E.), 1876. – Jn Stur-
mesfluten. Auf dem Moor (2 En.),
1876. 13. T. 1908. – Der Weſterhof
(E.), 1876. – Tannenreis (E.), 1877.

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[72/0076] Zed Zed man heulen! – Zu ſpät! – IV. Er hat recht! – Durchs Fernrohr! – Eine Anzeige). – Zurück (Luſtſp.), 1860. – Ausgewählte kleine Luſtſpiele für Haus- u. Geſellſchaftstheater, 1879. *Zedelius, Marie, pſeudon. F. L. Reimar, wurde als zweitälteſtes Kind eines angeſehenen Arztes am 27. Febr. 1826 in dem oldenburgi- ſchen Flecken Ovelgoenne geboren u. hat daſelbſt ihren Wohnſitz gehabt, bis ſie, zwei Jahre nach dem Tode des Vaters, im Frühling 1868 mit der Mutter und zwei jüngeren Schwe- ſtern nach Oldenburg überſiedelte. Jhr ganzer Entwicklungsgang knüpft ſich an das Leben im Elternhauſe. Dem vereinigten Einfluß des mit um- faſſendem Wiſſen und unermüdlichem Streben ausgerüſteten Vaters u. der poetiſch veranlagten u. mit lebhafter Empfänglichkeit für alles Schöne be- gabten Mutter iſt es zuzuſchreiben, daß mancher angeborene Keim in der Tochter zur Entwicklung gelangte u. dieſe ihr Jugendleben als ein unge- wöhnlich heiteres und glückliches be- zeichnen konnte. Die Liebe zum Schö- nen, namentlich für alles dichteriſch Schöne, lag ſchon frühe in dem Weſen der Tochter. Von Jugend auf an Kurzſichtigkeit leidend und daher ge- nötigt, zur Aufnahme der Außenwelt das geiſtige Auge zu Hilfe zu nehmen, hatte ihre Phantaſie reichliche Übung. Zu ſchriftſtelleriſcher Produktion aber gelangte ſie erſt in vollſtändig rei- fem Lebensalter, im Jahre 1863, ſeit welcher Zeit ſie in den geleſenſten Zeitſchriften Deutſchlands (Garten- laube, Hausblättern, Weſtermanns Monatsheften, Über Land und Meer, Daheim, Salon, Jlluſtrierten Welt u. a.) eine Reihe von Novellen ver- öffentlichte. Sie ſtarb in Oldenburg nach längerem Leiden am 4. April 1892. S: Wechſelnde Lichter (Nn.), 1875 (Jnhalt: Eliſabeth. – Auf der Klippe. – Jm Zirkus. – Getrennt. – Dunkle Wolken. – Eine dunkle Tat. – Steuerlos. – Bezwungen. – Lor- beeren). – Durch die Brandung (N.), 1877. – Finſtere Gewalten (N.), 1880. 2. A. u. d. T.: Eliſabeth und andere Novellen, 1886. – Doch! (Lſp.), 1885. – Gelöſte Bande (N.), 1888. – Auf eigenen Füßen (N.), 1889. *Zedelius, Theodore, pſeud. Th. Juſtus, eine Schweſter der Vorigen, iſt am 25. Jan. 1834 zu Ovelgoenne geboren und unter den nämlichen Be- dingungen und Lebensverhältniſſen aufgewachſen wie ihre ältere Schwe- ſter. Die ſcharfe Entwicklung ihrer Sinne führte ſie ſchon frühe auf die Beobachtung der Wirklichkeit, u. wenn ſie ihren Vater auf ſeinen Fahrten in die Umgegend begleitete, ſo nahm ſie das Bild der Landſchaft und der ſie bewohnenden Menſchen mit photo- graphiſcher Treue in ſich auf. So kam es denn gleichſam von ſelbſt, daß, als ſie ſpäter zur Feder griff, Land und Leute ihrer engeren Heimat in ihren Erzählungen Leben und Geſtalt ge- wannen, namentlich ſeitdem weitere Reiſen ihr den Gegenſatz heimiſcher Natur u. heimiſchen Volkscharakters zu demjenigen anderer Gegenden klar zum Bewußtſein gebracht hatten. Da- zu kam, daß ſie nicht nur in ihrem Heimatorte, ſondern auch durch län- geren oder kürzeren Aufenthalt auf den verſchiedenen Nordſeeinſeln mit dem Leben und Treiben der ſeemän- niſchen Bevölkerung innig vertraut geworden war und ſich aus dieſer Vertrautheit für ſie eine Fülle von Motiven ergab. Seit 1863 ſchriftſtelle- riſch tätig, wurde ſie doch erſt 1874 durch den neu begründeten „Nord- weſtdeutſchen Volksſchriftenverlag“ weiteren Kreiſen bekannt. Sie lebte im Verein mit einer jüngeren Schwe- ſter in Oldenburg bis zu ihrem Tode, der im Juni 1905 eintrat. S: Um Geld und Gut (E.), 1876. – Jn Stur- mesfluten. Auf dem Moor (2 En.), 1876. 13. T. 1908. – Der Weſterhof (E.), 1876. – Tannenreis (E.), 1877. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 8. 6. Aufl. Leipzig, 1913. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon08_1913/76>, S. 72, abgerufen am 23.09.2017.