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Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767.

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Das sechszehnte St. von denen Silber-Kupfer-Zinn-Blei-Eisen- etc.


Das sechszehnte Stük
von denen Silber- Kupfer- Zinn- Blei- Eisen- und Kobolts-
bergwerken in dem Obererzgebirge, an und um die freie Berg-
städte Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenstadt
und Schneeberg.


Die erste Abhandlung
von der Lage, und der Beschaffenheit dieser Werke.
Das erste Kapittel
von der oberirdischen Lage, und der äusern Beschaffenheit derselben.
Der erste Tittel
von denienigen Werken, die um die Bergstadt Marienberg
liegen.
§. 1.

Die zu dieser Stadt gehörige Bergwerke sind weit später rege geworden, als die
um die Stadt Freiberg (§. 1. im 15. St.): Denn sie sind erst 1520 in Auf-
nahme gekommen. Jn den ersten Zeiten ihrer Bearbeitung waren sie die er-
giebigste in dem Erzgebirg, und einige gaben so reiche Ausbeute, daß auf
eine Kuxe vierteliährig ein- zwei- und dreihundert und mehr Speciesthaler herauskamen.
Die darauf folgende Kriegsunruhen unterdrukten aber diesen Seegen, und die beste Gru-
ben blieben um so mehr liegen, als man in der Teufe unter der Stollensohle, die mehr
und mehr zunehmende Wasser nicht mehr wältigen konte. Man weis es inzwischen
aus denen alten Bergwerksnachrichten zuverlässig, daß der Mangel an Erzen nicht der
Grund ihrer Niederlage ist: Man ist daher schon seit geraumen Jahren bemühet gewe-
sen, die versoffene Erze in dem Tiefsten wieder durch tiefe Stollen zu lösen, die schon bis
in die Gegend der alten Schächte getrieben sind. Einen Tag nach dem andern vermu-
thet man einen glüklichen, doch vor die Arbeiter allemal gefährlichen Durchschlag, wo-

durch
Das ſechszehnte St. von denen Silber-Kupfer-Zinn-Blei-Eiſen- ꝛc.


Das ſechszehnte Stuͤk
von denen Silber- Kupfer- Zinn- Blei- Eiſen- und Kobolts-
bergwerken in dem Obererzgebirge, an und um die freie Berg-
ſtaͤdte Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenſtadt
und Schneeberg.


Die erſte Abhandlung
von der Lage, und der Beſchaffenheit dieſer Werke.
Das erſte Kapittel
von der oberirdiſchen Lage, und der aͤuſern Beſchaffenheit derſelben.
Der erſte Tittel
von denienigen Werken, die um die Bergſtadt Marienberg
liegen.
§. 1.

Die zu dieſer Stadt gehoͤrige Bergwerke ſind weit ſpaͤter rege geworden, als die
um die Stadt Freiberg (§. 1. im 15. St.): Denn ſie ſind erſt 1520 in Auf-
nahme gekommen. Jn den erſten Zeiten ihrer Bearbeitung waren ſie die er-
giebigſte in dem Erzgebirg, und einige gaben ſo reiche Ausbeute, daß auf
eine Kuxe vierteliaͤhrig ein- zwei- und dreihundert und mehr Speciesthaler herauskamen.
Die darauf folgende Kriegsunruhen unterdrukten aber dieſen Seegen, und die beſte Gru-
ben blieben um ſo mehr liegen, als man in der Teufe unter der Stollenſohle, die mehr
und mehr zunehmende Waſſer nicht mehr waͤltigen konte. Man weis es inzwiſchen
aus denen alten Bergwerksnachrichten zuverlaͤſſig, daß der Mangel an Erzen nicht der
Grund ihrer Niederlage iſt: Man iſt daher ſchon ſeit geraumen Jahren bemuͤhet gewe-
ſen, die verſoffene Erze in dem Tiefſten wieder durch tiefe Stollen zu loͤſen, die ſchon bis
in die Gegend der alten Schaͤchte getrieben ſind. Einen Tag nach dem andern vermu-
thet man einen gluͤklichen, doch vor die Arbeiter allemal gefaͤhrlichen Durchſchlag, wo-

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[319/0339] Das ſechszehnte St. von denen Silber-Kupfer-Zinn-Blei-Eiſen- ꝛc. Das ſechszehnte Stuͤk von denen Silber- Kupfer- Zinn- Blei- Eiſen- und Kobolts- bergwerken in dem Obererzgebirge, an und um die freie Berg- ſtaͤdte Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenſtadt und Schneeberg. Die erſte Abhandlung von der Lage, und der Beſchaffenheit dieſer Werke. Das erſte Kapittel von der oberirdiſchen Lage, und der aͤuſern Beſchaffenheit derſelben. Der erſte Tittel von denienigen Werken, die um die Bergſtadt Marienberg liegen. §. 1. Die zu dieſer Stadt gehoͤrige Bergwerke ſind weit ſpaͤter rege geworden, als die um die Stadt Freiberg (§. 1. im 15. St.): Denn ſie ſind erſt 1520 in Auf- nahme gekommen. Jn den erſten Zeiten ihrer Bearbeitung waren ſie die er- giebigſte in dem Erzgebirg, und einige gaben ſo reiche Ausbeute, daß auf eine Kuxe vierteliaͤhrig ein- zwei- und dreihundert und mehr Speciesthaler herauskamen. Die darauf folgende Kriegsunruhen unterdrukten aber dieſen Seegen, und die beſte Gru- ben blieben um ſo mehr liegen, als man in der Teufe unter der Stollenſohle, die mehr und mehr zunehmende Waſſer nicht mehr waͤltigen konte. Man weis es inzwiſchen aus denen alten Bergwerksnachrichten zuverlaͤſſig, daß der Mangel an Erzen nicht der Grund ihrer Niederlage iſt: Man iſt daher ſchon ſeit geraumen Jahren bemuͤhet gewe- ſen, die verſoffene Erze in dem Tiefſten wieder durch tiefe Stollen zu loͤſen, die ſchon bis in die Gegend der alten Schaͤchte getrieben ſind. Einen Tag nach dem andern vermu- thet man einen gluͤklichen, doch vor die Arbeiter allemal gefaͤhrlichen Durchſchlag, wo- durch

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Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 319. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/339>, abgerufen am 17.10.2019.