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Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767.

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von dem Schieferbergwerk bei Godelsheim in dem Waldekkischen.
auch hier ausgeübet werden kan: So ist doch noch kein Hauptris von dem ganzen Werk
gemacht worden.

Die vierte Abhandlung
von dem Scheiden und Waschen der Erze von den
Bergarten.
§. 35.

Ein groser Teil der Schiefern bestehet aus Wascherzen (§. 26.), und daher ist in
dem godelsheimer Grund eine Kralwasche angelegt worden, die ich §. 15. genauer
beschrieben habe, damit man das Metallische, den Schlieg, herausziehen, die Erde
aber davon waschen, folglich grösere Schmelzkosten erspahren könne. Sie ist von eben
der Art und der Zusammensezzung, wie die frankenberger, der ich in dem 1. Stück
§. 24 und 25 Erwehnung gethan habe, und darum will ich mich bei ihr nicht lang auf-
halten, doch aber dasienige anmerken, was sie vor iener zum Voraus hat. Den
Schlamm, welcher aus dem an der Bütte stehenden Sumpf komt, worinnen gesezzet
wird, fängt man noch einmal in einem Sumpf auf, und zieht ihn auf einem Graben
zu Schlieg, wobei dann der abgehende Afterschlamm zum zweiten mal in einem noch
andern Sumpf aufgefangen, und noch einmal, wie zuvor, geschlämmet, und folglich
durch dieses Verfahren noch ein schöner Schlieg erhalten wird.

Die fünfte Abhandlung
von dem Schmelzen und Zugutmachen der Erze.
Das erste Kapittel
von der Roharbeit.
§. 36.

Man bedienet sich bei diesem Werk der kleinen, oder der so genanten Krumöfen.
Man glaubt, daß sie mehr Hizze gäben, als die hohe Oefen, und daß man das
Schmelzen besser regieren, und eher ab- und zuthun könne. Weil die Schiefern kei-
nen Schwefel bei sich haben, und weil das Holz theuer ist; So werden sie roh oder ohn-
geröstet auf einer 18 zölligen Form geschmolzen, die in der Waage liegt.

Die Verfahrungsart bei dem Schmelzen selbst ist folgende.

1) Der Ofen wird mit leichter Stübe, die aus einem Teil Leimen und aus zwei
Teilen Kohllösche bestehet, zugemacht, gehörig abgewärmt, und gefült.
2) Die

von dem Schieferbergwerk bei Godelsheim in dem Waldekkiſchen.
auch hier ausgeuͤbet werden kan: So iſt doch noch kein Hauptris von dem ganzen Werk
gemacht worden.

Die vierte Abhandlung
von dem Scheiden und Waſchen der Erze von den
Bergarten.
§. 35.

Ein groſer Teil der Schiefern beſtehet aus Waſcherzen (§. 26.), und daher iſt in
dem godelsheimer Grund eine Kralwaſche angelegt worden, die ich §. 15. genauer
beſchrieben habe, damit man das Metalliſche, den Schlieg, herausziehen, die Erde
aber davon waſchen, folglich groͤſere Schmelzkoſten erſpahren koͤnne. Sie iſt von eben
der Art und der Zuſammenſezzung, wie die frankenberger, der ich in dem 1. Stuͤck
§. 24 und 25 Erwehnung gethan habe, und darum will ich mich bei ihr nicht lang auf-
halten, doch aber dasienige anmerken, was ſie vor iener zum Voraus hat. Den
Schlamm, welcher aus dem an der Buͤtte ſtehenden Sumpf komt, worinnen geſezzet
wird, faͤngt man noch einmal in einem Sumpf auf, und zieht ihn auf einem Graben
zu Schlieg, wobei dann der abgehende Afterſchlamm zum zweiten mal in einem noch
andern Sumpf aufgefangen, und noch einmal, wie zuvor, geſchlaͤmmet, und folglich
durch dieſes Verfahren noch ein ſchoͤner Schlieg erhalten wird.

Die fuͤnfte Abhandlung
von dem Schmelzen und Zugutmachen der Erze.
Das erſte Kapittel
von der Roharbeit.
§. 36.

Man bedienet ſich bei dieſem Werk der kleinen, oder der ſo genanten Krumoͤfen.
Man glaubt, daß ſie mehr Hizze gaͤben, als die hohe Oefen, und daß man das
Schmelzen beſſer regieren, und eher ab- und zuthun koͤnne. Weil die Schiefern kei-
nen Schwefel bei ſich haben, und weil das Holz theuer iſt; So werden ſie roh oder ohn-
geroͤſtet auf einer 18 zoͤlligen Form geſchmolzen, die in der Waage liegt.

Die Verfahrungsart bei dem Schmelzen ſelbſt iſt folgende.

1) Der Ofen wird mit leichter Stuͤbe, die aus einem Teil Leimen und aus zwei
Teilen Kohlloͤſche beſtehet, zugemacht, gehoͤrig abgewaͤrmt, und gefuͤlt.
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[31/0051] von dem Schieferbergwerk bei Godelsheim in dem Waldekkiſchen. auch hier ausgeuͤbet werden kan: So iſt doch noch kein Hauptris von dem ganzen Werk gemacht worden. Die vierte Abhandlung von dem Scheiden und Waſchen der Erze von den Bergarten. §. 35. Ein groſer Teil der Schiefern beſtehet aus Waſcherzen (§. 26.), und daher iſt in dem godelsheimer Grund eine Kralwaſche angelegt worden, die ich §. 15. genauer beſchrieben habe, damit man das Metalliſche, den Schlieg, herausziehen, die Erde aber davon waſchen, folglich groͤſere Schmelzkoſten erſpahren koͤnne. Sie iſt von eben der Art und der Zuſammenſezzung, wie die frankenberger, der ich in dem 1. Stuͤck §. 24 und 25 Erwehnung gethan habe, und darum will ich mich bei ihr nicht lang auf- halten, doch aber dasienige anmerken, was ſie vor iener zum Voraus hat. Den Schlamm, welcher aus dem an der Buͤtte ſtehenden Sumpf komt, worinnen geſezzet wird, faͤngt man noch einmal in einem Sumpf auf, und zieht ihn auf einem Graben zu Schlieg, wobei dann der abgehende Afterſchlamm zum zweiten mal in einem noch andern Sumpf aufgefangen, und noch einmal, wie zuvor, geſchlaͤmmet, und folglich durch dieſes Verfahren noch ein ſchoͤner Schlieg erhalten wird. Die fuͤnfte Abhandlung von dem Schmelzen und Zugutmachen der Erze. Das erſte Kapittel von der Roharbeit. §. 36. Man bedienet ſich bei dieſem Werk der kleinen, oder der ſo genanten Krumoͤfen. Man glaubt, daß ſie mehr Hizze gaͤben, als die hohe Oefen, und daß man das Schmelzen beſſer regieren, und eher ab- und zuthun koͤnne. Weil die Schiefern kei- nen Schwefel bei ſich haben, und weil das Holz theuer iſt; So werden ſie roh oder ohn- geroͤſtet auf einer 18 zoͤlligen Form geſchmolzen, die in der Waage liegt. Die Verfahrungsart bei dem Schmelzen ſelbſt iſt folgende. 1) Der Ofen wird mit leichter Stuͤbe, die aus einem Teil Leimen und aus zwei Teilen Kohlloͤſche beſtehet, zugemacht, gehoͤrig abgewaͤrmt, und gefuͤlt. 2) Die

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Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 31. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/51>, abgerufen am 13.10.2019.