Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Land-Wirthschaft 2 Abschnitt
§. 147.
Wenn soll
der Mist auf
den Akker ge-
fahren wer-
den.

Nunmehro wird es uns nicht schwer fallen, allge-
meine Regeln zu bilden, welche uns die Zeit, wenn
man den Mist auf den Akker bringen soll, bestimmen.

Erste Regel.

Die erste Regel: man muß diejenige Zeit zum
Mistfahren erwehlen, da das Ge-
schirr von andern wirthschaftlichen Be-
Beschäftigungen befreyet ist.
(§. 136).

§. 148.
Andere Re-
gel.

Die andere Regel: es ist dem Akker schäd-
lich, wenn er alsdenn, da er schmierigt
oder lukker ist, mit Miste befahren wird.

Denn ist der Akker schmierigt oder lukker, wenn er mit
Miste befahren wird, so schneidet das Geschirt zu tief
ein. Dieß macht die Fläche des Akkers zu veste, und
dieß ist ihm schädlich. (§. 113.).

§. 149.
Dritte Re-
gel.

Aus diesem folget unmittelbar die dritte Regel:
daß es einem Akker nützlich sey, wenn er
zu der Zeit mit Miste befahren wird, da
es gefroren hat.

§. 150.
Vierte Re-
gel.

Wir wollen diesem nach die vierte Regel hinzufü-
gen, die sich gewiß in ihrer Beobachtung nutzbar be-
weiset.

Der Mist muß zu einer solchen Zeit auf
den Akker gefahren werden, daß man die-
sen alsdenn streuen kann, wenn es feuch-
tes Wetter ist.

Jst
Der Land-Wirthſchaft 2 Abſchnitt
§. 147.
Wenn ſoll
der Miſt auf
den Akker ge-
fahren wer-
den.

Nunmehro wird es uns nicht ſchwer fallen, allge-
meine Regeln zu bilden, welche uns die Zeit, wenn
man den Miſt auf den Akker bringen ſoll, beſtimmen.

Erſte Regel.

Die erſte Regel: man muß diejenige Zeit zum
Miſtfahren erwehlen, da das Ge-
ſchirr von andern wirthſchaftlichen Be-
Beſchaͤftigungen befreyet iſt.
(§. 136).

§. 148.
Andere Re-
gel.

Die andere Regel: es iſt dem Akker ſchaͤd-
lich, wenn er alsdenn, da er ſchmierigt
oder lukker iſt, mit Miſte befahren wird.

Denn iſt der Akker ſchmierigt oder lukker, wenn er mit
Miſte befahren wird, ſo ſchneidet das Geſchirt zu tief
ein. Dieß macht die Flaͤche des Akkers zu veſte, und
dieß iſt ihm ſchaͤdlich. (§. 113.).

§. 149.
Dritte Re-
gel.

Aus dieſem folget unmittelbar die dritte Regel:
daß es einem Akker nuͤtzlich ſey, wenn er
zu der Zeit mit Miſte befahren wird, da
es gefroren hat.

§. 150.
Vierte Re-
gel.

Wir wollen dieſem nach die vierte Regel hinzufuͤ-
gen, die ſich gewiß in ihrer Beobachtung nutzbar be-
weiſet.

Der Miſt muß zu einer ſolchen Zeit auf
den Akker gefahren werden, daß man die-
ſen alsdenn ſtreuen kann, wenn es feuch-
tes Wetter iſt.

Jſt
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0138" n="118"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Der Land-Wirth&#x017F;chaft 2 Ab&#x017F;chnitt</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 147.</head><lb/>
              <note place="left">Wenn &#x017F;oll<lb/>
der Mi&#x017F;t auf<lb/>
den Akker ge-<lb/>
fahren wer-<lb/>
den.</note>
              <p>Nunmehro wird es uns nicht &#x017F;chwer fallen, allge-<lb/>
meine Regeln zu bilden, welche uns die Zeit, wenn<lb/>
man den Mi&#x017F;t auf den Akker bringen &#x017F;oll, be&#x017F;timmen.</p><lb/>
              <note place="left">Er&#x017F;te Regel.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Die <hi rendition="#fr">er&#x017F;te Regel: man muß diejenige Zeit zum<lb/>
Mi&#x017F;tfahren erwehlen, da das Ge-<lb/>
&#x017F;chirr von andern wirth&#x017F;chaftlichen Be-<lb/>
Be&#x017F;cha&#x0364;ftigungen befreyet i&#x017F;t.</hi> (§. 136).</hi> </p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 148.</head><lb/>
              <note place="left">Andere Re-<lb/>
gel.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Die <hi rendition="#fr">andere Regel: es i&#x017F;t dem Akker &#x017F;cha&#x0364;d-<lb/>
lich, wenn er alsdenn, da er &#x017F;chmierigt<lb/>
oder lukker i&#x017F;t, mit Mi&#x017F;te befahren wird.</hi></hi> </p><lb/>
              <p>Denn i&#x017F;t der Akker &#x017F;chmierigt oder lukker, wenn er mit<lb/>
Mi&#x017F;te befahren wird, &#x017F;o &#x017F;chneidet das Ge&#x017F;chirt zu tief<lb/>
ein. Dieß macht die Fla&#x0364;che des Akkers zu ve&#x017F;te, und<lb/>
dieß i&#x017F;t ihm &#x017F;cha&#x0364;dlich. (§. 113.).</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 149.</head><lb/>
              <note place="left">Dritte Re-<lb/>
gel.</note>
              <p> <hi rendition="#et">Aus die&#x017F;em folget unmittelbar die <hi rendition="#fr">dritte Regel:<lb/>
daß es einem Akker nu&#x0364;tzlich &#x017F;ey, wenn er<lb/>
zu der Zeit mit Mi&#x017F;te befahren wird, da<lb/>
es gefroren hat.</hi></hi> </p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 150.</head><lb/>
              <note place="left">Vierte Re-<lb/>
gel.</note>
              <p>Wir wollen die&#x017F;em nach die <hi rendition="#fr">vierte Regel</hi> hinzufu&#x0364;-<lb/>
gen, die &#x017F;ich gewiß in ihrer Beobachtung nutzbar be-<lb/>
wei&#x017F;et.</p><lb/>
              <p> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Der Mi&#x017F;t muß zu einer &#x017F;olchen Zeit auf<lb/>
den Akker gefahren werden, daß man die-<lb/>
&#x017F;en alsdenn &#x017F;treuen kann, wenn es feuch-<lb/>
tes Wetter i&#x017F;t.</hi> </hi> </p><lb/>
              <fw place="bottom" type="catch">J&#x017F;t</fw><lb/>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[118/0138] Der Land-Wirthſchaft 2 Abſchnitt §. 147. Nunmehro wird es uns nicht ſchwer fallen, allge- meine Regeln zu bilden, welche uns die Zeit, wenn man den Miſt auf den Akker bringen ſoll, beſtimmen. Die erſte Regel: man muß diejenige Zeit zum Miſtfahren erwehlen, da das Ge- ſchirr von andern wirthſchaftlichen Be- Beſchaͤftigungen befreyet iſt. (§. 136). §. 148. Die andere Regel: es iſt dem Akker ſchaͤd- lich, wenn er alsdenn, da er ſchmierigt oder lukker iſt, mit Miſte befahren wird. Denn iſt der Akker ſchmierigt oder lukker, wenn er mit Miſte befahren wird, ſo ſchneidet das Geſchirt zu tief ein. Dieß macht die Flaͤche des Akkers zu veſte, und dieß iſt ihm ſchaͤdlich. (§. 113.). §. 149. Aus dieſem folget unmittelbar die dritte Regel: daß es einem Akker nuͤtzlich ſey, wenn er zu der Zeit mit Miſte befahren wird, da es gefroren hat. §. 150. Wir wollen dieſem nach die vierte Regel hinzufuͤ- gen, die ſich gewiß in ihrer Beobachtung nutzbar be- weiſet. Der Miſt muß zu einer ſolchen Zeit auf den Akker gefahren werden, daß man die- ſen alsdenn ſtreuen kann, wenn es feuch- tes Wetter iſt. Jſt

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/138
Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 118. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/138>, abgerufen am 15.10.2019.