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Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756.

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Der Stadt-Wirthschaft 2 Abschnitt,
schrieben a): Es verlanget eine fruchtbare, leichte,
mürbe und feuchte Erde, die muß ihm gege-
ben, und das Wasser ja nicht gesparet werden.
Die Wartung der Zukker-Röhre ist in dieser Ge-
gend mehr neu als beschwerlich, daher sich viele be-
fleißen, es in ihren Gärten zu ziegeln. Es ver-
gleichet sich dem gemeinen Rohr am Stamm und
Blättern, außer daß es nicht so hoch aufwächset:
es wird durch die Wurzeln und Knollen vermeh-
ret, und dieses, weil solches sehr hart ist, und es
etliche Zeit also ausdauret, macht diese Sache desto
leichter, daß man es vom Fernen kann herbringen
lassen, wenn es nur sauber und wohl eingemacht
ist; wenn es nun ein Jahr in der Erden gestan-
den, kann man solches durch die Beyschößlinge
vermehren, so es in dem Winter-Hause in der Er-
den stehet. Denn wo man es nur in Kasten erhält,
giebt dieses der enge Platz nicht zu. Um dem hal-
ben September wird dieses Rohr zum Gebrauch
nah an der Erden abgeschnitten. Was noch an
der Wurzel bleibt, wird mit auf kleinen Pfählen
gelegten Dekken verhüllet, und mit Mist bedekket.
Daher es leichter durch den Winter zu bringen,
als die fremden welschen Bäume, wobey man zu-
gleich auf die Erhaltung der Stämme und der
Wurzeln zu sehen hat. So bald die Kälte vor-
bey, wird das Gewächse wieder entblöst, da es denn
wieder antreibt und wächst.
a) Siehe des Herrn von Hochbergs Georgicam curiosam
im ersten Theile, das sechste Buch, das 44. Capitel.
§. 500.
Eigenschaf-
ten des Zuk-
kers.

Wir wollen die innere Beschaffenheit des Zukkers
so weit beschreiben, als es nöthig ist, wenn wir Grün-
de bilden wollen, zu muthmaßen, ob in diesem oder
Die erste.jenem Gewächse würklich ein Zukker enthalten. Jn

dem
Der Stadt-Wirthſchaft 2 Abſchnitt,
ſchrieben a): Es verlanget eine fruchtbare, leichte,
muͤrbe und feuchte Erde, die muß ihm gege-
ben, und das Waſſer ja nicht geſparet werden.
Die Wartung der Zukker-Roͤhre iſt in dieſer Ge-
gend mehr neu als beſchwerlich, daher ſich viele be-
fleißen, es in ihren Gaͤrten zu ziegeln. Es ver-
gleichet ſich dem gemeinen Rohr am Stamm und
Blaͤttern, außer daß es nicht ſo hoch aufwaͤchſet:
es wird durch die Wurzeln und Knollen vermeh-
ret, und dieſes, weil ſolches ſehr hart iſt, und es
etliche Zeit alſo ausdauret, macht dieſe Sache deſto
leichter, daß man es vom Fernen kann herbringen
laſſen, wenn es nur ſauber und wohl eingemacht
iſt; wenn es nun ein Jahr in der Erden geſtan-
den, kann man ſolches durch die Beyſchoͤßlinge
vermehren, ſo es in dem Winter-Hauſe in der Er-
den ſtehet. Denn wo man es nur in Kaſten erhaͤlt,
giebt dieſes der enge Platz nicht zu. Um dem hal-
ben September wird dieſes Rohr zum Gebrauch
nah an der Erden abgeſchnitten. Was noch an
der Wurzel bleibt, wird mit auf kleinen Pfaͤhlen
gelegten Dekken verhuͤllet, und mit Miſt bedekket.
Daher es leichter durch den Winter zu bringen,
als die fremden welſchen Baͤume, wobey man zu-
gleich auf die Erhaltung der Staͤmme und der
Wurzeln zu ſehen hat. So bald die Kaͤlte vor-
bey, wird das Gewaͤchſe wieder entbloͤſt, da es denn
wieder antreibt und waͤchſt.
a) Siehe des Herrn von Hochbergs Georgicam curioſam
im erſten Theile, das ſechſte Buch, das 44. Capitel.
§. 500.
Eigenſchaf-
ten des Zuk-
kers.

Wir wollen die innere Beſchaffenheit des Zukkers
ſo weit beſchreiben, als es noͤthig iſt, wenn wir Gruͤn-
de bilden wollen, zu muthmaßen, ob in dieſem oder
Die erſte.jenem Gewaͤchſe wuͤrklich ein Zukker enthalten. Jn

dem
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[324/0344] Der Stadt-Wirthſchaft 2 Abſchnitt, ſchrieben a⁾ : Es verlanget eine fruchtbare, leichte, muͤrbe und feuchte Erde, die muß ihm gege- ben, und das Waſſer ja nicht geſparet werden. Die Wartung der Zukker-Roͤhre iſt in dieſer Ge- gend mehr neu als beſchwerlich, daher ſich viele be- fleißen, es in ihren Gaͤrten zu ziegeln. Es ver- gleichet ſich dem gemeinen Rohr am Stamm und Blaͤttern, außer daß es nicht ſo hoch aufwaͤchſet: es wird durch die Wurzeln und Knollen vermeh- ret, und dieſes, weil ſolches ſehr hart iſt, und es etliche Zeit alſo ausdauret, macht dieſe Sache deſto leichter, daß man es vom Fernen kann herbringen laſſen, wenn es nur ſauber und wohl eingemacht iſt; wenn es nun ein Jahr in der Erden geſtan- den, kann man ſolches durch die Beyſchoͤßlinge vermehren, ſo es in dem Winter-Hauſe in der Er- den ſtehet. Denn wo man es nur in Kaſten erhaͤlt, giebt dieſes der enge Platz nicht zu. Um dem hal- ben September wird dieſes Rohr zum Gebrauch nah an der Erden abgeſchnitten. Was noch an der Wurzel bleibt, wird mit auf kleinen Pfaͤhlen gelegten Dekken verhuͤllet, und mit Miſt bedekket. Daher es leichter durch den Winter zu bringen, als die fremden welſchen Baͤume, wobey man zu- gleich auf die Erhaltung der Staͤmme und der Wurzeln zu ſehen hat. So bald die Kaͤlte vor- bey, wird das Gewaͤchſe wieder entbloͤſt, da es denn wieder antreibt und waͤchſt. a⁾ Siehe des Herrn von Hochbergs Georgicam curioſam im erſten Theile, das ſechſte Buch, das 44. Capitel. §. 500. Wir wollen die innere Beſchaffenheit des Zukkers ſo weit beſchreiben, als es noͤthig iſt, wenn wir Gruͤn- de bilden wollen, zu muthmaßen, ob in dieſem oder jenem Gewaͤchſe wuͤrklich ein Zukker enthalten. Jn dem Die erſte.

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Zitationshilfe: Darjes, Joachim Georg: Erste Gründe der Cameral-Wissenschaften. Jena, 1756, S. 324. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/darjes_cameralwissenschaften_1756/344>, abgerufen am 16.10.2019.